Dienstag, 29. April 2014

Stadtspaziergang

Als ich die letzten Tage des öfteren zu Fuß unterwegs war - endlich kann ich wieder einigermaßen laufen und nutze es bis zur nächsten OP - und einfach mal von den gewohnten, also den kürzesten, Wegen abwich, entdeckte ich unter anderem neue, kleine Läden. Auf die Frage an die Inhaber, seit wann sie denn schon da seien, kam teilweise: *1Jahr* -
*Ups*, dachte ich da nur. *Und du willst deine Stadt kennen?* Auweia - Stuttgart verändert sich gerade täglich.
Letzte Woche hatten wir strahlenden Sonnenschein und ich nutzte diese Tage, hatte immer meine kleine Kompaktkamera dabei und nahm mir etwas, was ich momentan in Überfluß so oder so habe: Zeit.
Diese Stadt verblüfft mich immer wieder und das Grün, dass unvermutet um die Ecke flutet, auch wenn einige Großmannsüchtige versuchen die Stadt in eine Glas-Stein-Konsumtempelstätte zu verwandeln.
Aber der alte Teil der Stadt trotzt einfach herum.
Mein Weg führte mich am lochigsten Platz der Welt vorbei: der Österreichischer Platz ist nicht mehr als ein Kreisverkeht um ein Loch herum gebaut, an einem neuen Gebäudekomplex vorbei, der eine wunderschöne alte Kirche fast komplett verdeckt, sie ist ins Eck gedrängt, zwischen der Paulinen-*Hoch*-Strasse, auf deren anderen Seite das neue *Gerber* in den Himmel wuchert und dem Caleido.
Ich biege ab und laufe am Karlsgymnasium (ein wunderschöner alter Bau, aber ich weiß nicht ob das die Schüler und Lehrer auch so sehen) vorbei und stehe vor dem ersten Grün der Karlshöhe.


Ich wechsle die Straßenseite und fange an zu zu fotografieren. Hier wuchert nicht der Beton, sondern hier rankt sich das Grün in alle Richtungen und lässt sich auch nicht von einer Mauer abhalten die Straße zu erobern. Es herrscht wenig Verkehr und man kann gefahrlos die Straßenseite wechseln.


Aber es geht bergauf. Mein weg wird die nächste halbe Stunde nur bergauf gehen. An dem hässlichen Allianzgebäude in der Reinsburgstrasse vorbei an den beinahe schönsten Altbauten stuttgarts vorbei. Ich bin mittlerweise in Stuttgart West angelangt und mein Auge kann sich gar nicht an den alten Gründerzeitbauten satt sehen. Man merkt kaum, dass man in einer Großstadt ist. Aber ich muss abbiegen und laufe auf die Rothebühlstrasse zu. Um diese Uhrzeit hat sich der Berufsverkehr schon in oder aus der Stadt gequält und die Anzahl der Autos ist mehr als übersichtlich, hier ein Bus, dort ein Müllauto.
Aber diese Kastanienbäume! Sie stehen in voller Blüte, die rosa und weiß blühenden Bäume sind abwechselnd gepflanzt und sind ein Augenschmaus.

eine Kastanienblüte aus der Nähe

Der Duft nach frisch gemähten Gras steigt mir in die Nase, am Feuersee wurden die Grünfächen gemäht. Irgendwie steigen Kindheitserinnerungen hoch.
An der roten Kapelle und beim Troll sind schon die Sonnenschirme aufgespannt und die Tische füllen sich mit hungrigen Menschen. Es ist bald Mittagszeit.
Aber ich laufe weiter, biege rechts ab und laufe den Hinweg einfach zurück und nehme mir wieder ein paar Minuten aus meinem Zeitsäckchen und betrachte die unglaubliche Schönheit der Blütenpracht an den sanften Hängen der Karlshöhe.


Ich liebe diese Stadt und auch sie zu erlaufen. Wenn man die Augen öffnet und nicht immer auf das Display seines Mobiltelefons starrt entdeckt man die Natur mitten in der Statd.


1 Kommentar:

  1. Ja, Karlshöhe ist schön. Da lagen neulich am Ostersonntag lauter Eier rum ;-)
    Und vor den Ferien war ich spontan dort mit meinen Fotoworkshopkids ein bißchen knipsen und anschließend ein Eis essen :D
    LG
    SvL

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