Sonntag, 11. Mai 2014

Alles beim Alten - Sonntagsgedanken 20/2014

Zur Zeit flimmert die Bademodewerbung meines alten Arbeitgebers über den Bildschirm. Nichts Neues. Vor allem, wenn man den Ablauf kennt, dann langweilt es. Es wird Altbekanntes in anderen Farben als neu verkauft, die Schnitte minimal verändert, ein bisschen andere Musik, ein anderes Model und das Ganze wird als der Modetrend und Muss gefeiert.
Braucht man das? Masse statt Klasse, zwar hübsch anzusehen, aber der Schrank noch voll? Man verkauft auf *ebay*, beim *Kleiderkreisel* oder in Facebookgruppen seine *alten* Klamotten, um... um Platz für Neues zu schaffen.
Schoppen als Hobby. Als Sinngeber.
Es betrifft ja nicht nur die Modebranche - alle Bereiche des täglichen Lebens sind davon betroffen: Ob technisches Homentertaintment, Telefon, Küche, Auto, Badzubehör, Bettwäsche ect....
Hier gilt schon: der Verbraucher bestimmt die Richtung. Soweit er es bestimmen kann.
Und das gilt nicht nur für den Bereich Konsum.
Es gilt für alle Bereiche: Freunde, Familie, Gesellschaft.
Und zur Zeit fällt mir das in zwei Bereichen sehr stark auf: Die bevorstehenden Wahlen und die Mahnwachen.
Wahlwerbung verspricht jedesmal: Alles für den Bürger, alles für alle, und nach der Wahl beginnt das große Heulen. Wieder mal belogen worden. Es amüsiert mich seit Jahren immer wieder und gleichzeitig frage ich mich: Wieso bricht da niemand aus? Alles beim Alten? Auch die Stereotypen:
*Bloss ned links!*, zum Beispiel. Die Angst vor den roten Horden sitzt tief. Sieht man gerade auch sehr deutlich am Konflikt in der Ukraine. Es ist die Zeit der Paraden, das Ende des zweiten Weltkriegs wird sowohl in Frankreich und Russland mir großen Militärparaden gefeiert. Wärend die Parade in Frankreich nur als Randnotiz den Weg in die Presse fand, wurde die russische zur Machtdemonstration und Drohung hochstilisiert.
Ich staune. Und werde zornig. Nein ich mag Putin nicht, aber was soll das?

Für den Frieden sein und dafür auf die Straße gehen? Finde ich gut! Aber doch nicht mit allem und jedem an der Seite.
Wenn man sich die Protagonisten ansieht, dann kann es einem schon die Zehennägel hochrollen. Unter anderem Lars Mährholz.
Wenn Lars Mahrholz sagt, dass nur ein rechter Politiker die Wahrheit sagt, nun, dann verteidigt er die Rechten und macht sich ihr Gedankengut zu eigen. Hier mal der Video dazu: Lars Mährholz

Die Seite Friedensdemo-Watch schrieb dazu:

"Nur weil ich sage, dass die Rechten die einzigen sind, die einen nicht belügen und DIE WAHRHEIT sagen, finden die Linken mich doof. Nur die Rechten sagen so Wahrheiten wie z.B. dass die Rothschild-
Marionettenspieler aus der FED an allen (Angriffs)Kriegen (der USA) schuld sind."


An dieser Stelle könnte man nochmal einen Blick auf die von Lars Mährholz empfohlenen Quellen werfen. Ein Beispiel:
Er empfiehlt auf seiner Seite http://dabrain.biz/wichtige-links/ u.a. das "wichtige" und "unabhängige" Medium "Freiheit durch Wissen", wo es z.B. antisemitische Theorien zu bestaunen gibt, nach denen "die Volksgruppe der Aschkenasim" gar keine "richtigen Juden sein", sondern eher sowas wie Satanisten, die Israel und die Banken kontrollieren würden. "Selbstverständlich" unter Berufung auf ein paar jüdische Kronzeugen"

Was ich in den Sozialen Netzwerken erlebe ist, dass man sofort als Basher dargestellt wird, wenn man Fragen stellt die unbequem sind. Man wird als *nicht erwacht* dargestellt, negativ gepolt, teilweise massiv persönlich angegangen. Allerdings geht es auf beiden Seiten ähnlich zu.
Unter dem Schirm der Friedensdemos ploppen alte Meinungesdenken wieder auf: Da wird von einer Weltverschwörung der Zionisten gesprochen, die *da oben* ( und damit meint man die Rothschilds und Rockefellers) seien schuld, zusammen marschieren, zusammenhalten, usw usf., der Holocaust wird in Relation gesetzt. Antisemitistische Thesen werden verbreitet, aber man sei nicht antisemitisch, man sage nur die Wahrheit.
Es geht so weit, dass es Stimmen gibt, dass Deutschland zum Beginn des zweiten Weltkriegs gezwungen wurde....
Parallel dazu zweifelt man die Bundesrepublik an, ruft zum Nichtwählen auf.
Wobei jedem klar sein sollte: wer nicht wählt gibt seine Stimme denen, die er nicht wählen möchte.


Alles beim Alten.
Seufz.








Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen