Samstag, 10. Mai 2014

Bleifrei

Es hat lange gedauert. Aber gut Ding will Weile haben. Und seit gestern bin ich wieder zuhause. Diesmal war der Krankenhausaufenthalt nur zweieinhalb Tage, die OP ohne Komplikationen, die Narkose gut weggesteckt. Die meiste Zeit habe ich geschlafen und das Beste:
Schmerzfrei.
Schon als ich im Aufwachraum das erste mal zu mir kam, merkte ich, dass etwas anders, besser war. Der Druck, die Spannung auf dem rechten Knie und Bein war weg. Aber ich schob es auf due Unmengen Scherzmittel, die ich ihm Blut hatte.
Meinem OP Team muss ich ein Kompliment machen - wer lacht denn schon im Vorbereitungsraum? Der Nakosearzt schäkerte mit mir und lenkte mich ab, der OP-Pfleger, ein *Saa'län'a* entlockte mir ein Kichern nach dem anderen und als es hieß: *Wir schicken Sie jetzt auf die Reise* ging so schnell das Licht aus, dass ich es gar nicht mitbekam.
Den Nachmittag verschlief ich und konnte abends schon mit den Krücken zur Toilette turnen. Nur die Drainagen ---- leider nötig, aber ich mag sie nicht. Und es tut weh, wenn man sie zieht. Ich jodelte, lachte und hechelte gleichzeitig.
Auf meinem Nachtschränkchen lag eine Tüte und ein Zettel mit einem Gruß vom Chirurgen: die Metallplatte und die Schrauben, die mein Bein ein Jahr zusammen gehalten hatten. Irgendwie erinnerte mich das Ganze an Fisher-Prize.


Die meiste Zeit schlief ich, meine Zimmernachbarinnen waren angenehm, zwei älteren Damen. Am Mittwoch war die OP, gestern, Freitag, durfte ich heim, heute, Samstag, bin ich praktisch schmerzfrei, auch wenn es eine große Naht ist. Sieht aus wie ein Reißverschluß. Irgendwie lustig. Darüber ein Verbandsnarbe und darüber eine Verbandsfolie. Immer wieder erstaunt mich der Fortschritt in der Medizin. Vor Jahren wäre mein Knie nicht mehr zu retten gewesen.
Nur das Ziehen der Klammern steht mir noch bevor - aber auch das wird schnell vorbei sein. Es ist ein klein wenig wie Augenbrauen zupfen ( Hier muss ich an Sa Bienes denken, die schon davor davonläuft.)
Nächste Woche muss ich noch viel liegen und darf das Bein noch nicht so belasten, muss mir jeden Abend eine Blutverdünnungsspritze setzen, aber das geht jetzt auch noch vorbei. Am 23 Januar 2013 war die erste Knie OP, fast 1 1/2 Jahre, davon sechs Monate an Krücken liegen hinter mir.
Selten in meinem Leben bin ich so froh und glücklich gewesen wie jetzt, da es langsam zu Ende ist.
Narben verheilen. Ob körperliche oder seelische. Man muss sich nur darum kümmern.


Kein Piepsen mehr am Flufhafensicherheitscheck. Kein Ziehen mehr, wenn ich den Berg hinablaufe. Nicht ständig das Gefühl haben einen Fremdkörper in sich zu haben. Ich vertrage ja noch nicht einmal Ohrringe, wie soll da mein Körper mit 15cm Schanier und 5 cm langen Schrauben zurecht kommen?
Ich werde die Metallteile in ein Bild mit einarbeiten - als Erinnerung.

Und ich werde wieder tanzen. Und barfuss über eine Wieder mit vieen Gänseblümchen hüpfen .....


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