Donnerstag, 15. Mai 2014

Das freche Vögelchen



Seit Jahren nisten Rotschwänzchen über meinem Küchenfenster. Als ich es zum erstenmal bemerkte, erschrak ich fast zu Tode, weil ein schwarzer Schatten vor meinem Küchenfenster in die Tiefe raste. Tage später kam zu dem Tschak-Tschak-Tschak-Gezetere der Elternvögel das Futtergezirpse der Kleinen im Nest hinzu.
Viele wissen ja nicht, dass das Rotschwänzchen eine bedrohte Vogelart sind. Unauffällige, kleine, braune Winzlinge und ich bin froh, dass sie die Mauerspalte im Haus als Nest annehmen.
Letztes Jahr haben meine Kater die beiden Elternvögel so verschreckt, dass sie das Weite suchten, aber dieses Jahr ist es anders und sie nisten wieder. Während eines der Elterntiere die Kater ablenkt - die am Fenster fast durchdrehen und keckern, sucht das andere Vögelchen auf dem begrünten Garagendach des Nachbarhauses nach Futter für den Nachwuchs.


Gut getarnt, aber lautstark. Da erste was ich morgens höre ist das Gezirpe, auch abends in der Dämmerung höre ich die Küken nach Futter rufen. Und beide Kater schleichen von Fenster zu Fenster und proben den Aufstand, wenn ich da Badezimmerfenster nicht öffne.


In der Zwischenzeit glaube ich, die Vögelchen wissen, dass sie vor meinen Mäusezahntigern sicher sind, oder wie sollte ich mir es sonst erklären, dass heute morgen eines der beiden sich auf dem Fenstersims des Schlafzimmers niederließ und zirpte wie ein Weltmeister.
Soleil flippte hinter der Scheibe aus. Und ich fiel fast aus dem Bett.
Tweety hat schon Sylvester vorgeführt. Und meine beiden Raubtiere sind das Opfer von zwei kleinen Vögelchen.

*Wo ist die Mietzekatze?*, scheinen sie zu rufen. Letztes Jahr waren es übrigens Blaumeisen, die die beiden fast in den Wahnsinn trieben ....


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