Montag, 30. Juni 2014

Montagslektüre, Buchbesprechung: Psychopathen

Ein verregnetes Wochenende liegt hinter mir. Ich war kaum draussen. Am Samstag schon, als Beobachter der Demo einer Gruppe die sich unter dem Bergriff Bildungsplangegner sammeln - da ist alles mögliche dabei, von fundamentalistischen Christen, rechtspopulistischen Parteien wie die AfD und NPD, sogar ein CDU Mann war unter den Rednern - und der Gegendemonstranten, ein bunter Haufen aus allen möglichen bewegten Bürgern und einer Gruppe schwarz gekleiderter Jugendlichen. Mein Pech, dass ich auf der Seite der Absperrung stand, auf der die Jugendlichen die Absperrung kapern wollten. Ich sah den Pfefferspraystrahl, der in die Menge geschossen wurde, stand aber weit genung weg, um ihn zuerst nicht zu spüren. Nun, im ersten Moment. Dann kam der Hustenreiz. Erinnerungen an den 30.9.2010 kamen hoch und ich kramte mein Astmaspray aus dder Tasche. Als Asthmatiker reagiere ich super empfindlich auf das Reizgas. Ab da hielt ich einen gebührenden Abstand ein. Keine Chance die Reden der Bildungsplangegner anzuhören.
Das lange Stehen brachte mir Rückenschmerzen und langsam bildete sich auch ein dumpfer Kopfdruck.
Ich trollte mich nach hause, legte mich flach und las weiter in einem der spannendsten Sachbücher, das ich je in der Hand hatte.



Psychopathen - was man von Heiligen, Anwälten und Serienmördern lernen kann. 

Professor Doktor Kevin Dutton bringt es fertig in leicht verständlicher Sprache und sehr spannend einem das Thema näher zu bringen. Wenn man dann wie ich ein eingeschworener Fan entsprechender Literatur und Serien ist, egal ob fiktiv oder als Dokureihe, dann ist dieses Buch ein Muss.
Es räumt mit Vorurteilen auf und lässt einen ahnen, dass die menschliche Psyche viel vielschichtiger ist, als die meisten von uns auch nur ansatzweise annehmen.
Kevin Dutton hat sich mit anderen Psychologen, anderen wissenschaftlern, aber auch mit Tätern der unterschiedlichsten Art, vom Trickbetrüger bis zum Serienkiller, auseinandergesetzt, aber auch mit anerkannten Größen der Gesellschaft: Anwälten, Firmenchegs, ect.
Nicht jeder Psychopat ist ein Killer und nicht jeder Killer ist ein Psychopath, manche Psychopathen sind sogar sehr nützliche Mitglieder der Gesellschaft.
So ein bisschen Psychopath zu sein hat auch Vorteile, nicht nur für einen persönlich, sondern auch für andere.
Es klingt vielleicht seltsam, aber es hat mir extrem Spaß gemacht dem Doc, auf die verschlungenen Pfade der menschlichen Psyche, zu folgen.
Allerdings finde ich, dass der Autor eine Berufgruppe bei seiner Aufzählung im Titel vergessen hat;
Bereitschaftspolizisten. Wer einmal bei einer gewaltsam aufgelösten Demo dabei war, ob nun als Akteur oder als passiver Beobachter, wird verstehen was mich zu dieser Aussage bringt - wenn er das Buch gelesen hat. Das ist jetzt weder als Beleidigung noch als Anschuldigung gemeint. Womit ich wieder bei Samstag bin: Wir kann man mit einen Pfefferspray in eine Menge zielen, bei dem man sich ganz sicher sein kann, auch Unschuldige zu treffen? Oder mit den Schlagstöcken in die Menge zu rennen? (Das ist am Samstag nicht passiert, und wenn, dann habe ich es nicht mitbekommen.) Wie kann man Jugendliche über Stunden einkesseln? Nun, nur mir Gehorsam der Befehlen von oben ist das wohl nicht zu erklären. Und wie gesagt - ich meine das weder beleidigend, noch böse. Ich versuche es nur zu verstehen.
Zurück zum Buch, Fazit:
Das Buch ist sehr flüssig geschrieben, auch für Laien super verständlich, es macht Spaß darin zu schmökern.
Prädikat: Absolut lesenswert.
Psyopathen
Erschienen im DTV Verlag, Taschenbuch, €14,90 , 
ISBN978-3-423-2975-1


Sonntag, 29. Juni 2014

Das stinkt zum Himmel - Sonntagsgedanken

Könnt ihr euch noch an die Milchzentralen erinnern? Nein? Dann lasst euch etwas erzählen. Ich war ein drei Käsehoch und meine Mutter gab uns etwas Geld und das Kommando: *Ab in die Milchzentrale Milch holen und beim Bäcker Holzer ein kg Brot.* Keine weiteren Anweisungen, kein Halbfett, Laktosefrei, Vollfett, Glasflasche oder Tetrapack, keine Marke. Noch nicht mal beim Brot gab es einen Sortenanweisung. Der Bäcker wusste: Familie K nimmt Mischbrot.
Die Milchzentrale gibt es heute nicht mehr. Weiß gekachelt, mit viel Stahl und Chrom, und Kühschränken so groß wie Zimmer, eine Theke wie beim Metzger oder Bäcker, reichten wir unsere Milchkanne an die Mitarbeiterin weiter. Die Milchkanne - eine Blechkanne mit Holzgriff. Beim Bäcker bekamen wir das Brot in rauhes Papier gewickelt, und sonst nix. Mit der Kanne spielten wir das Wirbelspiel, schleuderten sie wie ein Windrad und dank der Zentrifugalkraft blieb die Milch drinnen - meistens. Der *Brotbürzel* war abgeknabbert bis wir zuhause waren. Nicht weil wir Hunger hatten, sondern weil's so lecker war. Kaum Müll.
Was hat das jetzt mit *zum Himmelstinken* zu tun? Viel.
Ich lebe in Stuttgart. Stuttgart hat eine große, moderne Müllberbrennungsanlage mit der Strom gewonnen wird. Die Stuttgarter produzieren nicht genug Müll, um das müllfressende Monster zu füttern. Sie kaufen Müll zu.
Wie bitte? Stuttgart kauft Müll zu? Die Bürger bezahlen dafür, dass der Müll entsorgt wird, sie bezahlen ihren Strom und dann bekommen andere etwas für ihren Müll auch noch etwas bezahlt? Irgendwie erscheint mir das alles nicht logisch.
Müll als Rohstoff?
Ich persönlich versuche Müll zu vermeiden. Als ich Kind war war mein Leben erfüllt von Mehrfachverpackungen: Milchkannen, Glasflaschen ect. Heute produzieren wir Müll ohen Ende. Wir sind zur Wegwerfgesellschaft mutiert.
Wer glaubt denn, dass man wirklich Müll vermeiden soll, wenn man den Müll als Brennstoff braucht? Wenn die Schlacke, mit allen giftigen und ungiftigen Bestandteilen an die Bauindustrie weiterverkauft wird? Und was ist mit dem Recycling? Gelber Sack? Schon mal beobachtet wie der abgeholt wird? Der wird gepresst! Wer soll denn den noch sortieren?
Es sollen gelbe Säcke auch schon in besagter Müllverbrennungsanlage gesichtet worden sein. Aber das ist ein Gerücht.
Warum keine echten Wertstofftonnen? Oder als Container im Viertel? Für Weißblech, Aluminium? Glascontainer gibt es ja schon.
In Hamburg und Berlin gibt es die ersten Non-Verpackung-Geschäfte.
Durch Zufall stieß ich auf das Thema und bin seitdem verwirrt und fühle mich, gelinde gesagt, verarscht.
Würde mich interssieren wie ihr das seht -
achtet mal beim Einkaufen darauf, was alles in Plastik verpackt ist!

Samstag, 28. Juni 2014

Bananenrepublik

Bananen. Maracuja. Mangos. Klingt nach Südamerika. Klingt nach Zentralafrika. Klingt nach Portugal.


HÄ? Portugal?
Das exotische Pflanzen sich sehr wohl auch bei uns breitmachen können ist seit Jahrhunderten bekannt. Die Kartoffelfresser - also wir Deutschen und die Iren - denken wohl heute kaum mehr daran, dass ihre heissgeliebte Knolle aus dem fernen Südamerika von den Spanieren nach Europa geschleppt wurde. Ein Preussenkönig zwang seine Unteranen zum Anbau. Und wie lieben wir sie heute, heiss und innig: Pommes, Bratkartoffel , Puffer, Brei und Kroketten.
Pasta? Ach was.
Auch der Mais war hier nicht heimisch.....
Aber Bananen? Maracuja? Mangos?
Jepp, nicht unbedingt in den nördlichen Gebieten Europas, aber im Süden, in Portugal. Zwar in Gewächshäusern - warum nicht? Im Garten meiner Schwester wachsen Kiwis und Feigen, warum also keine Exoten in Portugal?


Auf manchem deutschen Fesnterbrett blühen Passionsfruchtpflanen, nichts anderes sind Maracuja.
Nur kommen sie bei uns nicht zur Reife, auch die Bananenstaude im Wohnzimmer dient eher der Zierde denn des Fruchtanbaus.

Jetzt kommt es natürlich - und wie kommen wir jetzt an die protugiesischen Fruchtbarkeiten?
Klar, über Poís. Matthias, seine Frau und seine Freunde machen es mal wieder möglich. Aber es wird sich etwas ändern: Ab Juligibt es einen Hofladen, der immer Samstags offen sein wird, mit Massivholzmöbeln eingerichtet, die in Portugal extra angefertigt wurden. wir dürfen gespannt sein.
Zur Eröffnung des Ladens gibt es eine Fiesta, mit wein, Weib und Gesang oder so ähnlich. Also mit Essen und Trinken und einem echt schwäbisch-portugieesischess Hocketse.


Im Hofladen kann man seine bestellten Gemüse- und/odder Obstkisten abholen. Oder loses Gemüse/Obst kaufen. Und natürlich die Poís Produkte, wie Erdnussbutter, Marmeladen, Senfe, Öl, Essig, Liköre ect ect.
Ich teile mir mit einer Freundin eine Obst- undd eine Gemüsekiste.
Bestellen könnt ihr bei Matthias Kästner:  Kontakt@Pois-portugal.de
Auf der Webseite findet ihr Preise und Termine, oder ihr guckt auf Facebook.
Am 19 und 20 Juli ist die Eröffnung, in Winnenden, direkt gegenüber vom Bahnhof,
Karl Krämer str 23, 71364 Winnenden
Ab dem Herbst gibt es dann auch wieder wie gewohnt die Abholstellen für die Orangen, Zitronen ect. Die Sommerfrüchte und Gemüse sind zu *empfindlich*.

Vielleicht sehen wir uns ja vor Ort, würde mich freuen.
Lasst euch das nicht entgehen!



Die Bilder wurden mir freundlicherweise von Matthias Kästner/Poís zur Vergügung gestellt.


Freitag, 27. Juni 2014

Fahrendes Volk - der Vagabundenkongress (der wilde Süden)


Stuttgart nenne ich persönlich *Little San Francisco*. Buckel rauf, Buckel runter, manche Wege so steil, dass es hunderte von *Stäffeles* gibt, eine kleine Seilbahn und die Zacke. Die Zacke fährt vom Marienplatz nach Degerloch und zur Freude vieler Fahrradfahrer hat die Zacke eine Plattform für die Räder. Niemand muss den Berg *hochschnaufen*.
Ich wohne im Talkessel fast ganz unten, was zur Folge hat, dass ich immer den Berg hochlaufen muss, wenn ich irgendwo hinwill. Zum Glück liegt die Rampe ums Eck. Aber keine Bahn die mich da hinfährt. Die Rampe ist ein sehr ungewöhnlicher Ort.


Auf der einen Seite ein Straßenbahnendepot und gleichzeitig ein Theater, eine Kneipe die sich Rakete nennt, ein Ort der Begegnung - sogar urban gardening findet hier statt.


Und dieses Jahr veranstalten die Macher der Rampe den Vagabundenkonkress.
*Was'n das?*, kann ich euch hören. Vagabunden? Spielmänner? Fahrendes Volk?
In der Tradition der fahrenden Spielmänner treffen sich Künster aus aller Welt in der Rampe. Und sie *tagen* hier: Es gibt viele verschiedene Veranstaltungen. Führungen durch Stuttgart. Aufführungen. So etwas ist teuer. Geld ist knapp. Aber es gibt immer für alles eine Lösung. Zum Beispiel werden die Künstler für den Kongress privat untergebracht. Willige Stuttgarter stellen ein Bett (incl. Zimmer) für ein Wochenende oder sogar für die vollen vier Wochen zur Verfügung für eine kleine Aufwandsentschädigung.
Ich hatte meine Couch für den Notfall angeboten, aber alle fanden ein Bett und so blieb meine Couch unangetatstet.
Da den Statdtisten diese Idee sehr entgegenkommt organisierten sie ein gemeinsames Essen und eine Abendveranstaltung. Im Hinterhof der Rampe wurde festlich eingedeckt, Essen und Getränke wurde mitgebracht, sogar der Grill angeworfen.


Die Tische waren aufgebockte Europaletten, mit Papiertischdecken bezogen, auf den Stifte verteilt wurden und die Aufforderung: MALT! Oder schreibt. Oder kleckert.
Es war ein wunderschöner Abend, gegen später landete ich an einem internationalen Tisch an dem ein Ratespiel die Runde machte.
Jeder bekam ein Stück Papier an die Stirn geklebt, auf dem der Name einer berühmten Persönlichkeit stand. Durch geschicktes - mehr oder weniger - Fragen musste man erraten wen man darstellte.
Das Gelächter hallte durch die Nacht. Fragen wie: *Bin ich schon tot?*, *Bin ich weiblich?*, *Künstler?*, *Schriftsteller?*, ect erleichtern einen das herausfinden. Und das alles nicht mehr ganz nüchtern und auf englisch. Da saßen wir friedlich vereint: Moskowiter, eine Portugiesin und Deutsche.
Die Tischdecken waren bunt bemalt, internationales feiern mit bis dato fremden Menschen und als es spät wurde räumte man gemeinsam auf. Innerhalb von ein paar Minuten lag der Hinterhof im verdienten Schlaf und das Gelächter verzog sich in die Räume des Theaters.
Als ich gestern durch Stuttgart lief begegnete mir einer der Künstler aus Südafrika, wir umarmten uns lachend und quatschten ein bisschen. Aus Fremden waren, sich wohlgesinnte, Bekannte geworden.
Am Wochenende findet die Abschlussveranstaltung statt. Es lohnt sich die Rampe zu besuchen. Ein besonderer Ort mit besonderen Menschen.


Donnerstag, 26. Juni 2014

1000 und eine Nacht (der wilde Süden / Charming shopping)

Na, eher 1000 Kichererbsen und Mandeln. Ich stromere ja gerne im Viertel und entdeckte da vor gar nicht langer Zeit, dass in dem Ladengeschäft in der Christophstr. schon wieder etwas Neues ist.
Aber diesmal kein Frisör oder Kosmetiksalon, sondern ein neuer Lebensmittelladen.
Und was für einer.


Alles ist weit, übersichtlich UND exotisch. Ob jetzt gesalzene und geröstete Kichererbsen, Gewürzmischungen, Dahllinsen, Süßigkeiten, Tees. Der Orient hat Einzug gehalten ins Heusteigviertel.
Aber ohne den Basar-Touch, den man sofort vermuten würde, kein Kitsch, keine Teppiche, aber eine unglaubliche Vielfalt. Nicht die Vielfalt, die durch viele, viele verschiedene Produkte vermittelt wird, sondern die Vielfalt einzigartiger Produkte.


Die Dame auf dem Bild, Frau Heshmat-Kiyanvash, hilft einen gerne weiter, berät gut. Ich fragte nach bestimmten Gewürzmischungen. Im Aria bekommt man sie frisch gemischt, ein in Stuttgart lebender Gewürzhändler bereitet sie extra zu.
Sossen, Sirups, Pasten, Tees, ich konnte mich fast nicht entscheiden. Nicht weil es so teuer wäre, sondern wann soll ich das alles essen? Oder soll ich ein Fest planen?
Reis bekommt man in kleinen Portionen oder eben in Vorratssäcken - nicht wie im Supermarkt, sondern für verschiedene Gerichte verschiedene Reissorten.


Wer jetzt orientalischen Flair und Musik erwartet wird sicher etwas enttäuscht sein, sollte aber bedenken, dass er hier den echte orintalischen Geschmack auf die Zunge bekommt. Und wer sich darauf einlässt, die Ratschläge von Frau Heshmat-Kiyanvash umzusetzen, dem eröffnen sich neue Geschmackswelten:
Zum Beispiel: würdet ihr gesalzene Kichererbsen mit süßen Sultaninen als Snack anbieten? Nein? Solltet ihr aber - sehr lecker!
Es gibt auch eine kleine Kühltheke mit Oliven ect.

Ich könnte euch jetzt noch stundenlang vorschwärmen, aber geht doch einfach selbst hin.
Das Aria bekommt von mir die volle Punktzahl:
Sauberkeit, Übersichtlichkeit, Produktpalette, Freundlichkeit und das Preis-Leistungsverhältnis: Daumen hoch.



Montag, 23. Juni 2014

Liebe, Licht und höheres Bewusstsein. Weder rechts noch links. Sonntagsgedanken 24/2014

 Kaum das jemand vor rechten Gewalttätern warnt brandet der Schrei aus der mittelrechten Ecke auf: Aber die linken Gewalttäter und dann wird sofort *ANTIFA!* gerufen.
Ich stehe dann immer etwas ratlos da.
Auf der einen Seite muss ich klar betonen: Ich bin GEGEN GEWALT.
Allerdings ist mir lieber, wenn sich Gewalt gegen Sachen wendet, statt gegen Menschen.
Aber damit komme ich bei den *Linkengegnern* nicht durch.
Wie man versucht einen Todesfall, also Mord und Totschlag, - ich sage nur NSU - mit eingeschlagenen Scheiben zu relativieren, werde ich wohl nie verstehen. Zu dem Thema sollte an sich einmal den Auftritt von
Hagen Rether ansehen.
Mir wurde vorgeworfen ich würde auch relativiern, eben weil ich mich weigere, Mord mit Sachbeschädigung gleichzusetzen.
Übrigens finde Sachbeschädigung auch nicht witzig. Aber Sachen kann man ersetzen. Leben und Gesundheit nicht.
Und was hat das jetzt mit Liebe, Licht und Sonnenschein zu tun? Nun, das ist der Wink Richtung Montagdemos. *Liebt euch* wird da gerufen, *Für Frieden* und *Freiheit* und *Gegen die da oben*. Ich warte immer noch darauf, dass einmal ein Lösungsvorschlag kommt. Pustekuchen. Immer nur die selbe Laier:
*Die da...*, *die Zionistenverschwörung*, *Rockefellers*. *die Amerikaner*, *die Fed*.
Hm. Eine ausgewertete Befragung ergab, dass viele der Teilnehmer sich einen starken Führer wünschen, um die 30%, viele die Schuld eben bei den Zionisten, Amerika und Banken sehen, und mit rechtsgerichteten Ansätzen sehr wohl gut klar kommen.

"In der Umfrage wurden auch Übereinstimmungen mit Thesen abgefragt, die auf der Montagsdemo immer wieder so fallen und die ziemlich eindeutig in ein verschwörungstheorethisches Spektrum gehören: 91% stimmen zu, dass das amerikanische Militär lediglich der „Knüppel“ der FED ist, 85,5% halten die BRD nicht für einen souveränen Staat und geschlagene 47% glauben, dass Zionisten weltweit die Macht übernommen haben und „Politik, Börse und auch die Medien nach ihrer Pfeife tanzen lassen“. Interessante Einblicke geben auch die Fragen zum Rechtsextremismus. 62,8 % stimmen zumindest teilweise der Aussage zu, dass Deutschland wieder einen „Führer“ braucht, 24,7% glauben, dass Juden mehr „als andere Menschen mit üblen Tricks arbeiten, um das zu erreichen, was sie wollen.“ Und jetzt wird’s richtig nett: 13,2% stimmen der Aussage zumindest teilweise zu, dass der Nationalsozialismus auch seine gute Seiten hatte."
Liebt euch. Informiert euch.
Positioniert euch? Denn sie sagen: Wir sind weder rechts noch links, alte Grenzen aufbrechen, gemeinsam marschieren.... Wirklich? Ich werde einen Teufel tun und mich neben Neonazis stellen. Oder neben Menschen wie Jürgen Elsässer. Mir wurder versichert, man habe sich von Jürgen Elsässer distanziert. An dem Tag an dem der Genannte in Karlsruhe auf einer Mahnwachenveranstaltung sprach...

Während in Dortmund Neonazis ein Rathaus aufmischen, eine Grünepolitikerin niedergeschlagen wird, die sich ihnen in den Weg stellt wird, der Mob nur von den beherzten Bürgern verteidigt wird diskutieren Menschen an anderer Stelledarüber, das Rechts und Links überholt sei.
Wirklich? Da zieht einer in ein Rathaus ein, der wegen VOLKSVERHETZUNG verurteilt ist und ist Gemeinderatsmitglied und es besteht kein Bedarf mehr sich zu positionieren?
Hier ein Video zum *SS-Siggi*. Er selbst würde sich lieber SA-Siggi genannt werden.  Aber: rechts und links sei überholt. Jeder Extremismus sei schlimm.
Während die RAF ohne Gnade gejagt wurde wurde bei der NSU verschleppt, vertuscht, verharmlost.
Wer relativiert hier?

Kann man so etwas mit Liebe, Licht und Erleuchtung verhindern?
Und damit sind wir in der Esotherikecke, Leider ist sehr viel der esotherischen Lehre mit rechten Gedankengut kompertibel. Ihr bezweifelt das? Mich hat es auch fast vom Bildschirm gefegt als ich nachgelesen habe, ich empfehle mal hier ein ein wenig reinzuschnuppern: *Hinter den Schlagzeilen*, Teil II und III.
Ist jeder Esotheriker also rechts? Wohl kaum, aber viele sind eben durch diese *Lehre* für rechtes Gedankengut anfällig(er). Und gegen Liebe und Licht ist nichts einzuwenden. Aber sehr wohl gegen eine gewollte Naivität und Verharmlosung.
*Es geschieht einem nichts was man nicht zulässt*, oder *Jede Krankheit entsteht aus einem selbst...*, ich sschreibe nicht über Naturmedizin, ich spreche von echten Hardcore-Esotherikern.
Einige rechtsaußen Gruppen leben ihre Blut und Boden Philosphie indem sie Biohöfe führen.
Mit der Natur einns sein, mit dem heimatlichen Grund.
Klar reiße ich es hier nur an - aber wer Material möchte: ich stelle euc gerne eine Linksammlung zusammen.

Ja ich positioniere mich ganz klar gegen Rechts. Nein, ich verharmlose nicht linke Gewalt.
Aber ich finde man muss auseinanderhalten. Und ich zeige Flagge. Gegen Unmenschlichkeit und Menschenverachtung.
Wenn solche Menschen wie SS-Siggi auf der Politbühne herumturnen und seine Truppen bestehende Gesetze missachten ist es Zeit die Flagge zu hissen.



Freitag, 20. Juni 2014

City-Dschungel und Mäusezahntiger (Urban Gardening)

Naja, Dschungel ist etwas übertrieben. Wildniss wohl auch. Aber das mit den Mäusezahntiger stimmt! Voll!
Wer in der Stadt wohnt schätzt sich meist glücklich wenn er einen Balkon hat. Die anderen gehen in den Park oder ins Freibad. Manchmal haben die Balkonlosen aber auch das Glück einen Hinterhof nutzen zu können.


So wir auch. Er ist nicht leicht zugänglich. Entweder man klettert im Treppenhaus auf einer Zwischenetage aus dem Fenster - was mir aufgrund meines rechten Beines sehr lange nicht möglich war - oder man hangelt sich vom Nachbarhof über Zaun und Töpfe.
Der Hinterhof war schon Zankapfel. Eine Werberagentur, die Zwischenstation in unserem Haus machte, wollte den Hof für seine Mitarbeiter. Die damaligen Mieter - unter anderem ich - probten den Aufstand und erwarben die Mitnutzung.
Heute ist die Werbeagentur Vergangenheit und ich habe die Kübel am Hals. Natürlich müsste ich nicht, aber jedes Jahr wächst etwas anderes - mein ganzer Stolz ist ein kleiner Walnussbaum - und zusammen mit den Kübelpflanzen in den angrenzenden Hinterhöfen und dem begrünten Garagendach des Nachbarhauses  bietet das alles ein wunderbares Umfeld für Rotschwänzchen (sie brüten dieses Jahr zum zweitenmal!) und Kohlmeisen.
Für mich und meine Lebendpelze ist es eine Oase der Ruhe, meine Nachbarn grillen und feten ab und zu.


Und das mitten in der Stadt. An dieser ökologischen Nische kann man auch sehr schön den Überlebenswillen von Pflanzen studieren. Der weiße Flieder ging fast ein, hatte seltsamen Rost an den Blättern, die abwelkten. Ich sägte den Stamm schweren Herzens ab. Im darauf folgenden Frühjahr trieb er wieder aus. So auch der Haselnussstrauch. Auch von einem Schädling befallen und dann im letzten Jahr fast vertrocknet. Er wurde bis auf die Wurzeln abgeholzt, hat aber dieses Jahr große, saftige Blätter und eine Minibaumkrone.
Bei manchen Pflanzen weiß ich noch nicht einmal wie sie heißen. Da gibt es Klematen der verschiedenen Sorte (2 von vier haben überlebt). Verschiedene Efeus. Und wie gesagt einen kleinen Walnussbaum. Zwei Kastanien. Kürbisse haben ausgetrieben. Wir säen nicht, pflanzen nicht, aber spucken schon mal Obstkerne in die Töpfe, lassen die  Zierkürbise in den Kübeln verrotten, leeren Kastanien und Nüsse der vergangenen Herbstdeko aus.


Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Kastanie ist so groß geworden, dass man im - sehr schmalen - Schatten sitzen kann.
Und das mitten in der Stadt. Urban Gardening einmal anders.
Hätte ich keinen *Garten* müssten die Fensterbretter dran glauben, aber meine zwei Pelzkerle hätten nicht halb so viel Spass. Und es ist nicht teuer: Die Kübel sind Betonmischeimer, aus der Nachbarschaft oder Angebote, die wurde nach und nach rangeschafft, jeder stellte einen Gartenstuhl oder sonst etwas dazu. Dieses Jahr pflanze ich nach und nach Kräuter ----


Dienstag, 17. Juni 2014

Little Asia (Charming Shopping)

Wenn man das erste Haus - auf dem Marktplatz-  am Platz (Breuninger) links liegen lässt und die Rolltreppe in den Undergrund nimmt, aber auf dem Zwischendeck den ersten Gang rechts abbiegt, wundert man sich vielleicht im ersten Moment. Hier im grauen Untergrund gibt es nämlich einen Obststand, einen kleinen Blumenladen und einen wirklich gut sortierten Asialaden. Und um den geht es.


Wer gerne asiatisch kocht, der ist hier richtig, ohne dabei arm zu werden. Ob gefrorenes Kokosmark, getrocknete Algenblätter zum Knabbern, Ingerbonbons, Mock (Seitan), Currypasten, frisches Zitronengras-Kardamon- Pak Choi - Sojasprossen, Kokosmilch, Garnelen, Nudelsuppen, Brühe usw usf..
Der Laden ist winzig, der Gang davor wird mit genutzt, die Betreiber sind unerbietlich freundlich und hilfsbereit.
Wenn ich ein Thaicurry kochen möchte flitze ich hier vorbei, und entdecke jedesmal etwas Neues, schnupere, kaufe, koste. Wasserkastanien, andere seltsame Gemüse - ich gerate mal wieder ins Schwärmen. Jedesmal wenn ich bezahle frage ich mich aber auch, ob sie  vergessen haben etwas zu berechnen. Aber nein. Es isst so günstig!


Zum Beispiel Ingerbonbons. Eigentlich ist das kandierter Ingwer. In der Apotheke zahle ich dafür ca 3€ für eine Packung, hier 90Cent. ? Wie das geht? Ich weiß nicht. Aber hier bekomme ich meinen Thaireis, entdecke Knabbereien, die mich direkt in den Himmel schicken - die Algenblätter machen süchtig - hier kaufe ich gerne ein.

Adresse? Einer der Gänge der U-Bahnstation Rathaus Stuttgart.
Lasst euch überraschen ...



Montag, 16. Juni 2014

Wahre Schätze - Parallelwelten


Ich bin ein Nerd. Ich war schon immer ein Nerd. Wenn ich in den USA zur Schule gegangen wäre, hätte man mich *Freak* gerufen. Ich war schon als Kind anders. Heute hat es sich verwachsen. Ab einem gewissen Alter fällt es nicht mehr auf, man dockt an Gruppen an, die ticken wie man selbst. Manchmal hat man das Glück und kann auf einen Event reisen, den nennen dann die Betroffenen
*Con*.
Es gibt *Ring-Cons* (Herr der Ringe und Elfenfans), *Sifi-Cons* und *Comic-Cons*. Manchmal gibt es Crossovers. Dann flippen solche  Menschen, wie ich einer bin, aus und leben für eine kleine Zeitspanne im Glück.
Anders ausgedrückt: Unter Gleichgesinnten lebt es sich besser.
Wir tauchen in eine Parallelwelt ein und gehen komplett darin auf.
Wenn es nur nicht so teuer wäre. Seufz.


Als ich meine Wohnung wieder einmal ausmistete fiel mir eine Trophäe in die Hände, die ich schon fast vergessen hatte. Ein Signiertes Comicalbum. Nicht nur signiert, sondern mit einer Zeichnung versehen. Und auch noch mit einem meiner Helden.
Nicht nur ein Nerd bin ich, sondern auch ein Glückskind. Ich war auf einer Sifi-Con, durfte William Shatnner ( Capt'n Kirk)  und Worf (Klingone, yeah!) ( und in echt ein bildschöner Mann!) erleben, saß am Abend in der Bar neben der Nr.1, Riker (arroganter Arsch!) und gewann bei einer Tombala ein Comicalbum.
Schon im Glück, - ich hatte auch schon einen Tribble erstanden -, stromerte ich durch die Gänge und entdeckte den Stand des entsprechenden Verlags. Hier saßen die Zeichner des Comics, unter anderen Sara Pichelli, eine italienische Comiczeichnerin.
Eigentlich musste man am Stand ein Buch kaufen um es signiert und bezahlt zu bekommen, aber mit einem Lächeln, einerm Zehner und Hartnäckigkeit bekam ich was ich wollte.
Ich sah ihr auf die Finger... und gluckste vor Glück.


Ich liebe Stars Trek, die Originalserie. Ich bin verrückt nach der Originalfigur Spock. Leonard Nimoy. Ich bin Fan des Schauspielers. Ich mag Vulkanier. ich habe jeden Star Treck Film gesehen. Auch die Neuen. Keine Folge ließ ich mir entgehen. Ob Deep Space Nine, The Next Generation (nun ja, Voyager .., aber Seven of Nine ist klasse!).
Und dann ging es in dem Comic um eine meiner Lieblingsfolgen von Star Treck. Um eine Parallelwelt. Und ganz ehrlich: der Spock gefiel mir NOCH besser.

Ich vergass meine Wohnung und das Chaos und tat den entsprechenden Schritt - ich wechselte in meine Parallelwelt.
Seufz...
Spock.

*Lebe lang und glücklich*



Samstag, 14. Juni 2014

Kleine Killer - Sonntagsgedanken 23/2014


Dies ist ein sehr persönlicher Blog. Ich bin keine Wissenschaftlerin. Zwar habe ich ein Praxissemester in einem Forschungslabor der Biotechnolgie absolviert, also so richtig, mit Schutzbrillen, Clean Benches (kennt ihr bestimmt aus solchen Filmen wie *Outbreak*), Gummihandschuhen, Notduschen ect. Ich wollte Mikrobiologie oder Biotechnologie studieren, und da war so ein Praktikum Pflicht.
In dem halben Jahr hatte ich das *Vergnügen* an einem Krebsmittel, bzw dessen Produktion mit zu arbeiten. Ich erlebte mit, was passiert, wenn ein Laborjournal mit Ergebnissen verschwindet und was noch viel schlimmer war: wenn eine andere Firma mit dem Patent schneller auf dem Markt kam.
Millionenbeträge waren verloren.
Ich entschied mich gegen das Studium. Aus Gründen, blieb aber immer ein begeisterter Fan der kleinsten Killer: Viren.
Klar geht es in der medizinischen Forschung (auch) ums Geld.
Und klar ist nicht alles Gold was glänzt.
Böse Pharmakonzerne.
Böse. Ganz böse.... *Kopfschüttel*.
Und hier finde ich die Überleitung zu dem heutigen Thema:
Die Impfmüdigkeit/Unwillen in Deutschland. Ich lese mich immer mehr in das Thema ein und stelle mehrere Punkte immer wieder fest:
  • auf der einen Seite:
    Ärzte, Pharmalogen, Wissenschafter, Ärzte, WHO
    Betroffene von schwer verlaufenen Krankeitsbildern
  • auf der anderen Seite:
    Betroffene von Impfschäden
    Wissenschaftler
    Heilpraktiker
    Esotheriker
Nein, ich werde jetzt nicht Esotheriker und Heilpraktiker, Naturgläubige verteufeln. Ich finde viele Ansätze der Alternativmedizinen wirklich gut! Was ich nicht verstehe ist die Ablehnung der Schulmedizin aus dieser Ecke.
Wir leben in Europa auf einer Insel der Glückseeligkeit. Gute, hygienische Lebensumstände. Wie schnell sich das ändern kann zeigte sich, als in mehreren Großstädten Deutschlands, zum Glück sehr stark räumlich begrenzt, Masernepidemien ausbrachen und Schulen geschlossen werden mussten.
Und das an Schulen, deren Kinder nur zu einem geringen Teil geimpft waren.

Worum geht es beim Impfen eigentlich, um den Schutz des Einzelnen oder einer Gruppe? Das ist die Frage die man sich stellen sollte.
Es gibt Impfschäden. Ohne Zweifel. Diese werden immer den Krankheiten gegenüber gestellt - aber...
Im Moment gibt es deswegen so wenig schwere Verläufe von Masern und Co, weil es eben keine *Durchseuchung* gibt. Das wird gerne ausser acht gelassen ebenso bei Polio & Co.Wie sähe es aus, wenn das anders wäre?
Viren mutieren. Manche schnell, manche langsam. Was eine spontane Mutation eines Virus auslösen kann, zeigte der Verlauf der Grippe-Pandemie 1918.
Nun sind Grippeviren etwas anderes als Masern. Sie verändern sich ständig. Jedes Jahr.
Um Grippe geht es mir aber gar nicht. Grippeviren sind wie Schnupfenviren, sie haben eine Mutationsrate, die so hoch ist, dass es fast unmöglich ist einen impfstoff zu entwickeln, der nicht schon wieder veraltet ist, wenn eine neue Welle los bricht. Beim Schnupfen probiert man es gar nicht mehr...

Fakt ist: bei einer Durchimpfung von 95% haben Viren keine Chance wirklichen Schaden anzurichten und Menschen, die sich nicht impfen lassen können, werden durch den Impfschutz  der Masse geschützt. Anders sieht es aus, wenn es zur Impfmüdigkeit kommt und die Durchimpfung rasant fällt.
Natürlich kann man argumentieren:
Folgeschäden durch Impfungen.
Jeder ist nur für sich selbst verantwortlich.
Und: Eltern entscheiden für ihre Kinder.
Dazu ist anzumerken: Es gibt auch Eltern, die ihren Kindern lebensrettende Operationen oder Bluttransfusionen, Behandlungen mit Medikamenten verweigern - weil es gegen ihren Glauben richtet. Ob das nun ein bestimmter Gott oder die Natur ist, oder einfach der Zweifel an der Schulmedizin, ist in diesem Falle egal. Sie Empörungswelle würde durch die Medien schwappen.
Und noch einmal: Nicht jede Impfung ist sinnvoll und über das WIE, WANN und WER muss offen diskutiert werden.

Eine Bekannte schrieb zu diesem Thema:
Kat Wat:
Ich halte mich für einigermaßen denkflexibel und tolerant, aber ich kann die Skepsis gegenüber Impfungen null nachvollziehen. Die Impfschäden gibt es, keine Frage, aber es gibt in der Medizin nun wirklich genügend risikoreiche Vorgänge - und dennoch würde doch wohl keiner und keine unter uns eine lebensrettende Operation ablehnen, weil es z.B. die Gefahr von anschließenden Embolien gibt. Beim Impfen kommt noch dazu, dass es eben nicht nur um uns selbst geht, die von einer individuellen Entscheidung gegen eine Impfung betroffen sein können, sondern auch um alle um uns herum, um ältere Menschen, um Kinder, um solche mit geschwächtem Immunsystem, um Schwangere. Das Wort "Verantwortung" spielt hier eine verdammt große Rolle und um ganz ehrlich zu sein, fehlt mir so ein bisschen das Verständnis für Einstellungen, die diesen Anspekt so vollkommen außen vor lassen (und hier fällt mir als sehr gutes Beispiel immer wieder die saisonal auftauchende echte Grippe ein).

Wir haben das ungeheure Glück in Zeiten zu leben, die die meisten hochgefährlichen Kinderkrankheiten nur noch als Randerscheinungen kennen. Wie Marianne schon das eine oder andere Mal erwähnt hat, verdanken wir diesen Umstand den Menschen, die Generationen vor uns eine Impfdisziplin an den Tag gelegt haben, die uns als deren ProfiteurInnen auch verdammt gut zu Gesicht stehen würde. Es macht mir fast schon Angst, wie inzwischen mit Ideologien gegen Vorgänge argumentiert wird, die derartig dem Allgemeinwohl dienen, wie es die Impfungen tun. Mein Hauptargument pro Impfung wäre daher nicht in erster Linie der individuelle Schutz der geimpften Individuen, sondern die Tatsache, dass nur flächendeckende Impfungen die hochgefährlichen (Kinder-)Krankheiten, die wir seit einigen Jahrzehnten im Griff zu haben scheinen, auch wirklich eindämmen. Ich sage wäre - denn angesichts der um sich greifenden Stimmung gegen Impfungen werden Krankheiten wie Masern, Polio, Röteln, Diphterie, Keuchhusten, Hib, Mumps oder Windpocken zurückkehren - und damit muss der Schutz der eigenen Gesundheit wieder vor den der Allgemeinheit treten. Ich habe meine Kleine nicht mehr in dem Bewusstsein impfen lassen, meinen Beitrag zur Eindammung der gefährlichen Kinderkrankheiten zu leisten, sondern mit dem eindeutigen Ziel, sie vor den bald wieder um sich greifenden Infektionen schützen zu wollen. Weil ich sie wieder schützen muss. Denn was ich ihr auf jeden Fall ersparen möchte, sind Masern oder Windpocken im Erwachsenenalter. 

Es ist tragisch, dass erst die in Zukunft zwangsläufig steigende Zahl von entsprechenden Infektionen und deren Konsequenzen die Menschen wieder dazu bringen werden, Impfungen als als das sinvolle und notwendige Mittel gegen diese Krankheiten zu sehen, das sie sind. Ist es tatsächlich so, dass der fehlende Leidensdruck zu viele Menschen vergessen lässt, was wir den flächendeckenden Impfungen verdanken?


Nun, noch leben wir unter der Haube der Glückseligkeit. Noch.
Lena schrieb dazu:

Wer es ablehnt seine Kinder impfen zu lassen und damit den möglichen Tod eines anderen Kindes billigend in Kauf nimmt... da hört die eigene Freiheit für mich auf! Kritisch sein: ja Hinterfragen: ja. Aber diese Verschwörungstheorien, dass tausende Kinderärzte mit der Pharmalobby verbandelt sind und sich nicht! kritisch mit dem Thema auseinandersetzen... da kommt mir die Galle hoch! Denn auf was für einem hohen Nivau diskutieren wir denn bitte hier in D? Wir haben im Vergleich zu anderen ein gutes Gesundheitssystem und werden steinalt. Hört man manchen Leuten zu, dann müssten wir ein sieches Volk mit einer Lebenserwartung von 35 J. sein. Reizthema!


Zu erwähnen ist: Beide sind Mütter, Lena kommt aus einem medizinischen Beruf. Es gibt natürlich auch die Gegenstimmen. Sie kommen in den unten gepsoteten Links zu Wort.

Links zum Thema:
Pro:
Lech
W.Maurer

leicht Pro, aber sehr ausführlich beide Seiten und deren Argumente beleuchtend:
Psirma

Contra:
Bärbel

Relativ Neutral:
3Sat, Bayern,



Es gibt keinen Impfzwang in Deutschland, aber es wird diskutiert, dass Kitas und Schulen nur noch Kinder mit dem Basisimpfschutz zulassen müssen. Ich bin gespannt.








Freitag, 13. Juni 2014

Die verlorene WM

Ich liebe Fussball. Ich verstehe zwar icht viel davon, aber ich LIEBE Fussball. Ich mag die Stimmung im Stadion, am liebsten in der Nähe der Ulltras, ich mag die Fangesänge (meiner Mannschaft), ich mag das Gefühl, als Frau immer noch Exot(in) zu sein, ich schreie mit, lache und genieße die Gemeinschaft.
Vor Jahren saß ich in der Wohnung eines französischen Freundes, Endspiel Frankreich-Italien. Alle die da waren, egal welche Nation schrieen für *La France*, *allez les blue* oder so ähnlich. Einer unserer Freunde rief plötzlich: *I-T-A-L-I-A*, nach dem ersten Schock lachten alle. Beim Abpfiff fielen wir uns um den Hals und freuten uns für den Gastgeber.

Ich mochte auch  das Public Viewing. Beim Sommermärchen war ich mitten drin. Nun ja, bei dem Spiel Deutschland: Italien war ich in London und guckte das in einem Pub.
Ich gebe zu: ich habe geheult. Ich saß da und heulte. Die anwesenden Briten waren total süß. Trösteten mich und warfen den einzigen Italiener im Pub, der auch noch so was wie +Viva Itali, kreischte, hochkant und sehr grob aus der Kneipe.
Ich blieb, denn vor der Tür waren noch mehr Italiener.
Wir trugen dann T-Shirts mit folgenden Aufschriften:
Lieber verlieren als petzen!
Nie wieder Pizza!

Gefühlte 1000 Pizzas später weiß ich, es war verletzte Fanehre, war aber auch nicht schön, dass die Italiener petzten und uns deshalb ins Hintertreffen brachten. Jaja, ich kann die Italiener jetzt toben hören. Macht nur.
Beim Spiel um den dritten Platz stellte die deutsche Elf die Portugiesen ins Eck und wurden in Stuttgart gefeiert als wären sie Weltmeister geworden. Tausende sammelten sich vor dem Graf Zeppelin Hotel und feierten die Mannschaft die an den Fenstern hing und mitfeierte.
Es muss nicht immer der Pokal sein.
Wir hatten SPASS. Ob arm oder reich, Männlein, Weiblein. Die Stimmung war meistens friedlich.
Skandale? Gab es. Ausschreitungen? Na ja, ein paar besoffene Hooligans - Briten - prügelten sich auf dem Schlossplatz - ich bekam von meinem Platz aus nur mit, dass berittene Polizisten und Fußvolk dem Spuk sehr schnell ein Ende bereiteten.
Massendemonstrationen?
Fehlanzeige.
Klar, waren das auch schon dreckige Spiele. Die Bundesregierung winkte Gesetze durch, unbeachtet, das Schland - und ich mit - durch die Gegend taumelte. Nationalstolz brach sich die Bahn. Nicht der Ekelhafte, sondern die Freude an der Mannschaft.
Dass ist jetzt etwas länger her....

Wie anders war es 2010. Nach der WM war ich auf einem Robbie Williams Konzert. Er labberte etwas, von wegen, er sei für Deutschland gewesen, nachdem England rausgeflogen sei. Ich hörte eine Stimme aus dem Publikum: *Und, ein, und zwei und drei...!* und der gesamte Fanblock auf dem Hockenheimring sang das Lied der Sportfreunde Schiller *54, 74, 90, 2010*... Robie liess die Band die Melodie spielen und die Stimmung war unbeschreiblich - schön...

In der Zwischenzeit zogen nicht nur schwarze Wolken am WM Fussballhimmel auf, sondern es stinkt aus allen Ecken.
Ich gehe jetzt nicht näher darauf ein was in Brasilien, Russland und Katar abläuft.
Es ist eine Schande. Blatter und Co haben ihre kleine, eigene, mafiöse ehrenwerte Gesellschaft, die sich unberechtigt oder berechtigt, bereichert auf Kosten der Ärmsten.
Da wird schön geredet was das Zeugs hält (Beckenbauer in Katar), geleugnet und Geld gescheffelt.
Die Gewinner sind immer die Mafia Fifa, ein paar gut verdienende Spieler, Großkonzerne wie Coca Cola und McFress und die Werbefirmen - auch die ARD und das ZDF, die die Werbeminuten zu Höchstpreisen verkaufen.
Auf der anderen Seite.
Die arme Bevölkerung der Austragungsländer.
Die Fans.
Ich schrieb schon vor Kurzem darüber: Brot und Spiele.

Ich persönlich kann mich nicht mehr daran freuen. Ich gucke nicht mehr.
Und habe zu meiner Überraschung nichts vermisst.....

Der Verlierer steht fest.

Nachtrag: der Kaiser wurde zu 90Tagen Fernhalten von jeder Fussballtätigkeit aufgefordert. Die FIFA frisst ihre Kinder... wann den Blatter?


Donnerstag, 12. Juni 2014

Der Moppelclub oder die fetten Jahre sind vorbei

Sonne. Sommer. Bikini.
Wirklich?
Also mich bekommt man zur Zeit bestimmt nicht im Bikini zu sehen, Und meine Leidensgenossen des Moppelclubs wohl auch nicht.
Nein, wir sind nicht bei den Weightwatschers, wir wiegen uns nicht gemeinsam und machen uns schon gar keine Vorhaltungen.
Wir halten uns aber die Stange und leihen uns gegenseitig das Ohr.
Und kotzen gemeinsam ab.
Beichten unsere Sünden, nehmen zusammen ab und zu. Wie der Mond eben. Und an dieser Gruppe erkennt man auch gut warum man so leicht scheitert. Nicht beim Abnehmen, aber beim Verhindern des Wiederzunehmens....

Und als der Schrei durch die Gruppe hallte: *Ich habe 2 kg mehr als beim Start*, musste ich echt lachen. Klar, den ganzen Tag reißt man sich zusammen und dann frisst man abends was einem in die Quere kommt....
Deswegen der Regelkatalog:

  • was man nicht zuhause hat, isst oder trinkt man nicht.
  • Fruchtsäfte, Softdrinks und Milch/Mandeldrink zählen zu den Nahrungsmitteln, bei Durst: Wasser oder Tee.
  • NICHT! täglich wiegen - das beinhaltet automatisch Panikattacken
  • Finger weg von Süßstoffen (sie werden in der Schweinemast verwendet --- think about it)
  • Kalorienzählen frustet
  • Esstagebuch führen
  • ehrlich sein
  • nichts essen was man nicht mag

Die magische 1500. Mit 1500 Kilokalorien schaltet der Körper nicht auf den *Wir sind am Verhungern, lasst uns Energiesparen* Modus um und man reduziert trotzdem, sehr langsam zwar, aber man reduziert...
Dazu mehr bewegen.
Ich sagte BEWEGEN, nicht Sport.
Also nicht losziehen und eine Sportausrüstung kaufen, sondern statt dem Auto mal das Rad nehmen, bei Kurzstrecken den Bus Bus sein lassen und laufen, jeden Abend eine halbe Stunde oder Stunde durchs Viertel laufen....

Was sind denn 1500 Kalorien, wieviel ist das?
Nein, ihr müsst nicht Kalorien zählen: hier ein Beispieltag:
(Hinweis in eigenerner Sache, da nicht alle im Moppelclub vegan sind habe ich es allgemein gehalten)

Frühstück:
2 Vollkornbrötchen-Hälften, 1 Scheibe Vollkornbrot
je ein halber Teelöffel Streichfett
je eine Scheibe Käse, magere Wurst/Vurst oder einen Teelöffel Marmelade
oder 1 Portion Müsli

dazu
1 Glas O-Saft
1 125 Gramm Becher Joghurt/Sojaghurt oder Quark
Obst der Saison



Na? Schon am Platzen?

Mittags:

1 Portion Nudeln mit Bolognese (geht auch vegan), was bedeutet KEINE großen Pastateller nutzen, bitte. Dazu eine große Schale Salat, gerne bunt, also mit Karotten, Bohnen, Radieschen - alles was die Gemüsetheke her gibt...
(Ich liebe Gurken/roten Bohnensalat).
Keine fertigen Dressings!
Nachtisch: 1 Portion Obst, also eine handvoll Kirschen, oder einen Apfel, eine Banane, 2 Kiwis, ect...

Abendessen

Salat oder Rohkost soviel ihr wollt UND 2 Scheiben Vollkornbrot, belegt mit je einem halben Teelöffel Fett und je eine Scheibe Käse, fettarme Wurst oder veganen Brotsufstrichen.

Abends ist am Härtesten. Ich weiß. Ihr könnt auch die Mahlzeiten tauschen.
Ich habe damit in drei Wochen tatsächlich drei Kg abgenommen in der Reha. wenn ich mal ein Eis hatte oder so habe ich abends nur Salat gegessen. Und Zwischendurch naschte ich auch mal Erdnüsse.

Viel Erfolg :)






*ÄKTSCHEN!* (Der wilde Süden)

Genau diese Worte rissen mich vor noch nicht einmal zwei Stunden aus dem Tiefschlaf. Nachdem ich vergangene Nacht auch wieder nicht gut geschlafen habe - die Wärme ist schuld - bleibe ich morgens etwas länger liegen.
Verwirrt blinzelte ich ins Morgenlicht und beide Kater nutzten die Chance mich mit einem Morgenständchen  der besonderen Art zu beglücken, sie *köpfeln* dann immer dabei.
Ich quälte mich aus dem Bett und sah aus dem Fenster. Da stand ein junger Mann in Warnweste, die Strassse war abgesperrt mit Verkehrskegeln, um die Ecke stand eine mobile Kaffeebar und gegenüber ein schwarzes Zelt-


?

Dann erklang wieder das *Äktschn!*, mit einem leichten Wiener Akzent erklang kurz darauf *Ständbei*; ich lehnte mich - und mit mir meine zwei neugierigen Lebendpelze - aus dem Fenster - AH!
Da stand eine Gruppe Leute, mit Kamera, Puschelmicro, jeder Menge junger Männer, die alle wie Assistenten aussahen, und einem sehr wichtigen *Räschischör*.
Tatort oder Soko Stuttgart?, schoss es mir durch den Kopf.
Filmaufnahmen!


Grey, mein grauer Prachtkater, fiel fast vom Fensterbrett so neugierig war er. Ich auch. Aber erst einmal Kaffee und Morgentoilette.
Klar hing ich dann wieder am Fenster und beobachtete die Szenerie. Hier im Heusteigvierte wird öfters gedreht. Ich weiß auch noch wie ich mal einen LKW gesehen habe, auf dessen Ladefläche ein komplettes Kamerateam und eine Auto inclusive Schauspieler gesehen habe, der die Hauptstätter entlangrauschte.


Ich mag das. Einen Krimi schauen, dessen Kulisse ich kenne. Allerdings fand ich die Bienzle Tatorts immer ähnend langweilig, ganz anders als die Bücher mit dem Komissar Bienzle, die witzig und liebevoll geschrieben waren. Ich folgte Bienzle und seinem Hund - den er durch irgendeinen Fall geerbt hatte - über die Stäffeles und durch die dunklen Straßen Stuttgarts.
*Äktschn!*, da stehe ich nun am Fenster, der Morgen ist angenehmer als die letzten der vergangenen Woche, temperaturmäßig, und glotze neugrierig auf die Strasse. *Ständby!*, Soleil schmust mich an und der Kameramann guckt hoch. Es ist mir ein klein wenig peinlich beim Spannen erwischt worden zu sein, aber er lacht und winkt mir freundlich zu.
Ich lächle zurück und winke auch, verdrücke mich aber. Ich glaube ich muss ganz dringend zum Bäcker ....

Dienstag, 10. Juni 2014

Hundstage und Klimaanlagen

Heiss, heiss Baby.... während im Norden Hitzegewitter für Abkühlung gesorgt haben schmilzt hier im Süden fast der Asphalt. Die Katzen und ich liegen nur rum und versuchen uns nicht zu bewegen - tagsüber. Auch nachts haben wir Temperaturen über 20°C und die Luft steht und flirrt und wabbert....
Klar gibt es tolle Tipps, aber wer in desen Tagen im Kessel wohnt, keinen Keller, Garten oder Klimanlage und keine Rollos hat ist gearscht.
Klar könnte ich ins Freibad gehen, aber in den Pfingstferien? Und meine Lebendpelze?


Morgens bekommen die beiden die Laufleinen an und wir sitzen ein wenig im begrünten Hinterhof rum, ich lese und sie fläzen, ich gieße die Kübel - sie auch, aber eben auf ihre Art.
Zurück in der Wohnung wirkt diese zuerst kühl, aber nach einer halben Stunde wird es warm. Sehr warm.
Als wäre es schon August. Hundstage. Kommt übrigens nicht davon, dass sich Hunde bei der Hitze hundeelend fühlen, sondern dass im Hoch-Spätsommer das Sternbild des Sirius am Himmel steht.
Hilft alles nicht? Stimmt. Aber es gibt Abhilfe. Die einfachste Klimaanlage der Welt. Kannten schon die Ägypter. Also die ganz alten Ägypter. Die mit den Pyramiden. Also die Antiken....
Was braucht man? Eine große Schüssel, einen unglasierten Tontopf und Wasser:


Das Prinzip ist ganz einfach: Der poröse Ton zieht das Wasser ein, seine Oberfläche ist groß genug, dass das Wasser leicht verdunsten kann. Und um zu verdunsten braucht Wasser Wärmeenergie - das Wasser verdunstet und entzieht der Umgebungsluft die Wärme.
Voila.
Kann man auch nutzen, wenn der Kühlschrank mal defekt ist. Das Prinzip ist das gleiche, nur ein klein wenig anders angewandt.
Pro Zimmer 2-3 aufstellen und gut ist.
Wenn man dann auch noch der Ventilator läuft .....





Montag, 9. Juni 2014

Von der christlichen Kultur des Abendlandes

...ist leider in der Zwischenzeit nicht viel zu spüren. Nun ja, als bekennende Agnostikerin stehe ich ja dem ganzen religiösen Dingen kritisch gegenüber, achte es aber sehr wohl, wenn jemand nach den christlichen Werten lebt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

Was allerdings im Moment bei den Debatten um das Verhalten der deutschen Regierung gegenüber den syrischen Flüchtlingen ans Licht kommt, hat nicht wirklich viel mit Nächstenliebe zu tun. Wohl eher mit Selbsthass der auf andere Menschen projeziert wird. Anders kann ich mir manche braungefärbte Kommentare nicht erklären.
Wie würde jetzt Rosemarie sagen? Die waren nie weg, die waren immer da, aber jetzt trauen sie sich wieder in der Öffentlichkeit das Maul aufzureißen, was sie sich vorher nur am Stammtisch oder auf privaten Feiern trauten....
Wie Recht sie hat. Leider.
Mir gruselt, schaudert und ekelt es vor diesen Menschen.
Wir haben keine wirkliche Not in Deutschland. Ja ich weiss, es gibt sehr wohl Armut in Deutschland, aber auf unsere Häuser fallen keine Bomben, unsere Kinder sterben nicht im Geschützfeuer oder werden entführt, weil sie den *falschen* Glauben haben, wir müssen nicht Kilometer weit laufen um Wasser zu holen, was noch nicht einmal sauber ist. Auch wir Frauen leben relativ sicher. Egal welche sexuelle Orientierung Mann/Frau hat -
Natürlich: Besser geht immer.

Wer beim Anblick halb verhungernder Kinder, denen das Elend und die Angst, die Traumatisierung aus den Augen schreit guten Gewissens sagen kann, dass unser Boot voll ist hat nur Angst um den eigenen Wohlstand, so klein oder groß er sein mag.
Wir geben jedes Jahr Millionen für Tierfutter, Modefirlefanz und Technik aus, immer das Feinste, das Neuste und immer schön billig.
Wer es unter welchen Umständen es produziert wurde - wen interessiert das denn nur wirklich?
Auch ich bin ein Teil des Systems, auch wenn ich versuche im Kleinen dagegen zu steuern.
Nicht weil ich ein besserer Mensch bin.
Nein, ich habe auch meine Abgründe, meine Untiefen, bestimmt viele Fehler.
Aber ich glaube, dass wir nur dieses eine Leben haben. Ich möchte in den Spiegel gucken können ohne das es mir graut.
Wenn ich mal abtrete, möchte ich sagen können: So schlecht war ich gar nicht.






Sonntag, 8. Juni 2014

Schlaflos (Sonntagsgedanken 23/2014)

Kennt ihr das?
Morgens aufwachen, der Kopf noch leer und herrlich entspannt, die gespeicherte Wärme der vergangenen Nacht macht euch schwer und ihr geniesst es, einfach noch schwer in die Matratze zu sinken?
Keine Tarumfetzen, die euer Hirn zum Nachdenken anregen wollen und die Welt da draussen ist ganz weit weg...
Ich mag es, wenn an solchen Tagen die Müdigkeit bei mir verweilt, wie  kleine Bleiklötze, die mich am Aufstehen hindern (wollen) - was allerdings meine zwei Lebendpelze nicht akzeptieren. In der Zwischenzeit bin ich es gewohnt irgendwann zwischen vier und sieben wie ein Schlafwandler - wahrscheinlich sehe ich eher aus wie ein Zombie - in die Küche zu wanken, irgend etwas in Richtung der Katzen zu gurren, das Tellerchen zu füllen.
Manchmal kann ich mich noch nicht einmal mehr daran erinnern, dass ich sie gefüttert habe, aber sie schmiegen sich zufrieden an mich und blinzeln mir gewogen zu.
Heute kann ich mich erinnern. Irgendwann (vor!) vier Uhr hat mich Soleil wach geschmust, unerbietlich zärtlich, das kleine Köpfchen beschmuste mich ohne Gnade, das keckernde, fordernde Mauzen schaffte es letztendlich ich soweit aus dem Tiefschlaf zu holen, dass ich einigermaßen die Gewalt über meine Glieder erlang und ihm zu Diensten sein konnte. Die kleine, rauhe Zunge tat dann ihr übrige.
Es muss vor vier Uhr gewesen sein, denn die Vögel, die sonst das erste Licht des Tages ankündigen noch da waren wo ich auch gerne gewesen wäre - im Land der Träume.
Während ich dies schreibe möchte ich fast dem Zerren des Bettes nachgeben und noch einmal tief in die Kissen und Decken sinken, trotz der Tasse Kaffee in Greifnähe.
Wenn ich jetzt nocheinmal einschlafe bleibe ich den ganzen Tag im Bett. Alle Fenster habe ich weit geöffnet um die relativ kühle Morgenluft herein zu lassen.
Vor einer halben Stunde wurde ich von meinem zweiten Pelz wachgestubst - Grey, der alle anschmust, als wäre er seit Jahren nicht mehr gestreichelt worden, ist mir gegenüber nachsichtiger. Normalerweise. Er lässt mich normalerweise schlafen. Heute nicht. Küsste er mich doch mit feuchter Nase im Gesicht, bis ich mich meinem Schicksal als Katzendienerin ergab und auch ihm in die Küche folgte.
Wach bin ich jetzt. Oder fast. Ich gähne in einer Tour, kuschle mit dem weichen Bettbezug und vermeide es mit den Zehen zu wackeln.
Eigentlich mache ich das, wenn ich döse. Aber ein blutiger Überfall (Grey) vor ein paar Wochen hat mich vom Zehenwackler zum Stillhalter mutieren lassen.
Das Bettzeug ist so herrlich weich. Die beiden Kobolde schlafen. Ich versuche es doch noch einmal....

Freitag, 6. Juni 2014

Dragondays

Zur Zeit findet in Stuttgart ein Fantasyfestival der besonderen Art statt. Ein Literatur -Crossover-Festival. Lesungen im Literaturhaus und aber auch in Buchhandlungen. Dragon Days.


Zwar hatte ich die Plakate in der Stadt gesehen, aber nicht wirklich reagiert.
Was für ein literarischer Leckerbissen mir da fast entgangen wäre, wenn nicht ein Freund reagiert hätte:
Ob das nicht etwas für mich wäre, eine Lesung mit Tad Williams....
Ich war so elekrisiert, dass alle meine Härchen senkrecht in die Luft standen. Und dann auch noch in einer Buchhandlung, was bedeutete, dass es kleiner Kreis von Zuhörern sein würde. Der Eintritt von 5€ wurde mir auch noch spendiert.


Ich mag Lesungen. Auch wenn ich dabei auch schon lernen durfte, dass nicht jeder Autor ein guter Vorleser ist. Aber das ist ein anderes Thema.
Meine Vorfreude wurde nicht enttäuscht. Im obersten Stockwerk des Buchladens Hugendubel, im Lesebreich, waren Klappstühle aufgebaut und die rote Lesecouch lud zum Reinfläzen ein - was ich auch sofort tat. Die Stuhlreihen füllten sich mit Leseratten jeden Alters - aber irgendwie konnten alle nicht verbergen, dass sie geborene Nerds waren.
Die Buchhandlung schloss ihre Pforten an diesem Abend früher. Was mir sehr angenehm auffiel - die anwesende Belegschaft wirkte in keinster Weise angenervt, sondern eher angetan.
Applaus brandete auf, als Tad Williams die Bühne betrat. Ich kannte ihn nur von den Bildern auf den Bucheinbänden, und war über seine positive Ausstrahlung überrascht - guckte er doch auf den Bildern immer streng-grimmig.


Er las aber nicht alleine: Zuerst trug ein deutscher Schauspieler ein übersetztes Kapitel aus dem neusten Werk vor. Danach las Tad selbst, im Stehen (damit die hinteren Reihen seinem Anblick nicht entkamen - seine Worte), mit einer Lesebrille auf der Nase und klar in Englisch.
Er las es nicht nur, er lebte es. Er war pures Vergnügen. Vor meinem geistigen Auge entstanden die Szenen des Buches. Wir hingen an seinen Lippen.
Und waren ein klein wenig enttäuscht, dass es so schnell vorbei war. Dachte ich. Aber statt dessen beantwortete er unsere Fragen.
Wie er beim Schreiben vorgehen würde, wie er seine Charaktere entwickeln würde, was seine Lieblingsfigur sei, ob er ein religiöser Mensch sei und last but not least: Ob er verheiratet wäre. Was zu ziemlichen Gelächter führte und der jungen Fragestellerin rote Ohren bescherrte.
Die Fragen bekamen wir so schwungvoll, witzig und lebendig beantwortet wie er vorgelesen hatte. Und seine Antworten auf die Frage nach Religion und Familienstand machten ihn nur noch sympathischer.

Klar hatte ich vergessen meine Bücher zum Signieren mitzubringen, typisch für mich. Was sich aber als nicht weiter schlimm herausstellte - meine Begleitung schenkte mir ein Buch, dass ich dann signiert bekam. Und auch hier:
Tad Williams unterhielt sich mit jedem seiner Leser, freundlich, mit Witz und einem echten Lächeln. Es schien ihm Spaß zu machen und wir liebten ihn dafür.


Das volle Programm der Dragon Days findet ihr hier.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Positiv Gedacht im Juni



Positiv gedacht ist eine Bloggeraktion von Mella von Trampelpfade bei der ich immer wieder mitmache, da der Gedanke sich die guten Momente eines Monats vor Augen zu halten mir sehr gut gefällt.
Die Vorlage findet ihr bei Mella.


Glück ist ein sprunghaftes Wesen, sagt man. Meines ist mir treu, auch wenn es ab und zu durch Abwesenheit glänzt. Aber wieder einmal tauchte es just in dem Moment auf als ich mich von ihm verlassen fühlte. Was aber nicht bedeutete, dss ich mich unglücklich fühlte. Und: bei mir lugt es immer aus einer Richtung um die Ecke, die ich am wenigsten erwarte....

gefreut: über das Abscheiden der Stadtisten bei der Kommunalwahl
gelachtüber meinen Kater Soleil, der während er seine 5 Minuten hat, wie ein irrer Flick aus der Wäsche guckt
geplant:  Wieder die Schulbank zu drücken

gelobt: Freunde, die etwas unglaubliches gewuppt haben
gefundenein längst vergessenes Schmuckstück beim Aufräumen
gegönnt: Kirschen, Kirschen, Kirschen ....
gekriegt: Eine unerwartete - und dringend benötigte - Zuwendung
gesund: nach der letzten Bein-OP endlich schmerzfrei laufen
geschmeckt: eine Hafer-Mandelmilch, die es jetzt zu kaufen gibt und die leckeren Erdbeeren, die mir ein Freundin vorbeibrachte
gelernt: nicht jeder der sagt er meine es gut mit dir meint es auch so: Stichwort - friendly fire. 
Positiv gedacht

Mittwoch, 4. Juni 2014

Weisses Pulver

Ich liebe meine Cucks. Im Sommer lässt die Liebe allerdings nach, weil ich dann und wann fast in Ohnmacht falle, wenn ich sie ausziehe. Sie stinken. Liegt wohl daran, dass ich gerne barfuss in den Leinenturnschuhen bin. Da hilft dann kein Fuß- oder Schuhdeo mehr. Man schleppt seine Duftwolke mit sich.... peinlich wird es dann richtig, wenn man sie auszieht. Falls  man nicht die Zeit nutzt um zu flüchten, während die anderen in einer tiefen Bewusstlosigkeit liegen. Ode man legt sich dazu und tut so, als wäre man auch ohnmächtig.
Das machten meinen Brüder immer, wenn sie im Verdacht standen mal wieder gefurzt zu haben - sie hielten sich die Nase zu und sahen anklagend aus der Wäsche....
Also ab in die Waschmaschine? OMG! Das ist der Tod der Chucks. Die geleimten Nähte lösen sich und die Sohleneinfassung reißt ein. Das soll aber erst dann passieren, wenn der Chuck dementsprechend getragen aussieht.
Und nun?
Wegwerfen? Oder über den Stinkefüssen stehen?
Beides nicht. Die Lösung ist ganz einfach: In jeden Schuh einen Beutel Backpuler streuen, über Nacht stehen lassen und am nächsten Tag gut auschütteln und klopfen. Das Pulver killt die Bakterien, die für den Geruch verantwortlich sind und nimmt ihren Duft mit, wenn es den Schuh verlässt.


Ich liebe Backpulver. Verdreckte Fliesenfugen und Ablagerungen am Abfluss lösen sich auf, wenn man das Backpulver drüberstreut und den Saft einer Zitrone drauf träufelt (oder Essig, aber Zitrone riecht besser).
Man kann das Backpulver auch zur Weißwäsche geben - die dann wieder strahlt.....
Aber es geht weiter:
Ist der Abfluss mal verstopft, dann nimmt man... Backpulver und Essig. Backpulver (2 Beutel) in den betreffenden Abfluss, Essig drüber, Stöpsel drauf und einwirken lassen. Nach 2 Stunden kochendes Wasser nachschütten. Notfalls mehrmals wiederholen.
Tee- und Kaffeekannen sauber machen: Backpulver rein, kochendes Wasser drauf, warten. Ausspülen. Patina weg. Sauber. Auf die gleiche Art bekommt man auch eingebranntes los....
*Subba Sach'*, sag ich da als Badenerin.
*Und günstig!*, ruft die Schwäbin in mir. Nach 20 Jahren Stuttgart bin ich teilweise assimiliert...

Man kann aber auch ganz einfach Kuchen mit dem Backpulver backen.

Wenn man der Werbeindustrie glaubt braucht man x-verschiedene Mittelchen zum Putzen, die viel Platz im Badezimmerschrank wegnehmen, dann aber dafür im Geldbeutel schaffen.....

Dienstag, 3. Juni 2014

Oben Drauf - Suspended Coffee (Stuttgart)

Letztes Jahr stieß ich in den Untiefen eines social Netzwerkes zum ersten mal auf *suspended coffee*. Die Idee, dass man in Cafés nicht nur seinen Kaffee/Espresso bezahlt, sondern einen ausgibt. An irgendjemanden. Das zuviel bezahlte Geld wandert in eine spezielle Kasse und wenn jemand kommt, der sich keinen Kaffee leisten kann, kann er das Angebot in Anspruch nehmen.
Fand ich klasse. Und viele andere auch.
Aber haben wir etwas gemacht, ausser den Beitrag zu *liken*?
Ich nicht, aber andere. Es gibt in Deutschland schon den *Suspended Coffee*, aber einige Stadtisten griffen die Idee für Stuttgart auf und modifizierten sie - in Absprache mit den Leuten der Originalaktion.
Die Idee, es auszuweiten und auch eine andere Form zu geben, war geboren. Nicht nur Kaffee, sondern auch Lebensmittel, ein Abendessen in einem Lokal, vielleicht auch Kinokarten ect.
Und *Mitmacher* waren relativ schnell gefunden:
Die Kichererbse (ein veganer Lebensmittelladen), die Imme 14 (Kneipe/Restaurant), das Galao (Café/Restaurant) sind nur drei der beteiligten.
Wie aber darauf aufmerksam machen? Es musste Material her. Aufkleber, Aufsteller. Die Grafiker gingen ans Werk und endlich sind die Materialien da:





Die Mitmacher können sich entscheiden wie sie es handhaben möchten.
Almosen? Nein. Es soll den Betroffenen die Möglichkeit geben (wieder) am sozialen Leben teil zu nehmen.
Ich selbst werde zwei Monate sehr knapp bei Kasse sein, aber ich habe Freunde die mich da mittragen. Andere haben nicht so viel Glück.
Mein besonderer Dank gilt hier Dijana, die die treibende Kraft für die Aktion war und unter anderem Maggie und Patricia, die in Kneipen und Lokalen nachfragen, ob man Lust habe mit zu machen und sich manche Abfuhre holen. Natürlich aber auch an alle anderen, die sich eingebracht haben, in welcher Form auch immer und mitmachen.


Stuttgart rockt!
Anders geht eben doch...

Montag, 2. Juni 2014

Einen Sack Flöhe hüten

Was haben klassische Musik, Flüchtlinge und eine Reise durch das Sonnensystem miteinander zu tun? Und was für eine Verbindung haben die drei Dinge mit Flöhe hüten?
Das war mir am Sonntag morgen auch (noch) nicht klar.
Der Freundeskreis West aus Stuttgart kümmert sich um Menschen, die durch ihre Flucht vor Krieg, Hunger, politischer oder ethnischer Verfolgung im Stuttgart Westen gelandet sind.  Zwar werden diese Menschen versorgt - ein Dach über dem Kopf, medizinische Versorgung, Deutschkurse ect, aber für eine wirkliche Intergartion fehlt nicht nur das Geld und Personal.
Hier betritt der Freundeskreis West die Bühne. Dieser Freundeskreis organisierte Treffen, man besprach, wie man den Menschen undogmatisch und unbürokratisch helfen kann - auf der menschlichen Ebene. Wie man den Flüchtlingen das Gefühl geben kann, dass sie nicht nur geduldet sind, sondern willkommen.
Unter anderen werden Kinder gehütet, damit die Mütter ungestört am Deutschunterricht teilnehmen können, mit Freikarten begleietete man interessierte Männer zu einem Fussballspiel des VFBs.
Bei den Treffen waren auch Stadtisten dabei und  durch sie erfuhr ich von den Aktionen. Ich war begeistert von den Ideen und meldete mich, dass ich gerne auch das Projekt unterstützen würde.


Kinder leiden wohl am meisten unter der Situation. In den Unterkünften sind viele Nationen untergebracht, es gibt Sprachschwierigkeiten, teilweise auch kulturelle. Die Knirpse haben etwas anderes verdient.
Gestern war ein Tag an denen die Organisatoren den Kindern etwas bieten konnten an dem wir Erwachsene auch Spass hatten:
Das SWR Young Classix-Familienkonzert - Sonne Mond und Sterne.


Aber erst einmal mussten wir die Familien und Kinder abholen. Als alle da waren brodelte das Leben um mich. Zwei Familien aus Nigeria und bosnische Kinder kamen mit uns. Sprachbarrieren wurden unter Einsatz von Händen und Mimik und viel Lachen überbrückt. Der Weg war nicht sehr weit, Busfahrt inbegriffen, ein kurzer Spaziergang und wir waren bei der Liederhalle. Hier wuselten und wimmelten schon unglaublich viele  Kinder durcheinander, die Erwachsenen wie Hütehunde hinterher. Es brummte und summte wie in einem Bienenstock. Wir hatten alle Hände voll zu tun unsere kleine Gruppe, vor allem die Kleinen, zusammen zu halten. Unwillkürlich dachte ich an den Spruch: Ein Sack Flöhe ist leichter zu hüten...
Als alle ihre Plätze eingenommen hatten war es verhältnismässig still im Konzertsaal, trotz all der Kinder.


Die ersten gereckte Hälse gab es als die Musiker des SWR Orchester die Bühne betraten. Was folgte war ein musikalische Reise durch das Weltraum, mit einem Erzähler der kindgerecht die Reise schilderte - unsere Kids verstanden leider nicht viel, aber machten mit als die Rakete gut hörbar gestartet wurde.
Es gab eine Lichtshow dazu - zu den Klängen des Starwars-Themas - die die Kinder in ihren Bann zog. Mein kleiner bosnischer Begleiter flüsterte: *Wunderschön*, es klang wie wundasscheen. Seine Augen leuchteten während er gebannt das Lichtspiel beobachtete.
Mich begeisterte das Konzert auch. Wann gehe ich schon mal in ein klassisches Konzert. Das Orchester spielte - für meine Ohren - fantastisch, die Stücke waren gut ausgesucht - und es  war nicht zu lange.


Die Idee Kindern klassische Musik auf diese Art nahezubringen begeistert mich wirklich.
Auch, dass es an uns hier lebenden Menschen ist Asylsuchende als Gäste zu behandeln.
Es macht das Miteinander leichter und baut Berührungsängste ab.
Schon allein für die Kinder.
Und für uns selbst.
In mir klingt das Lachen der Kinder nach.
Danke.





Sonntag, 1. Juni 2014

Brot und Spiele - die Sonntagsgedanken 22/2014

Bald ist es wieder so weit. Die modernen Arenen werden sich, mit vor Begeisterung trunkenen, Zuschauer füllen. Die heutigen Arenen nennen sich Puplic Viewing und Flatbildschirm. Bie Blumenmädchen wurden durch Merchandising ersetzt.
Mechandising ist nichts anderes als Werbung für die der Kude auch noch bezahlt. Es gibt Gratissticker, wenn man ein bestimmtes Produkt im Supermarkt doppelt kauft, es gibt spezielle Chips, Würstchen, Cola, usw usf.
Langsam müsste es dem geneigten Leser klar werden über welches Sportereignis ich schreibe.

Die Fussballweltmeisterschaft in Brasilien.
Versteht mich bitte nicht falsch. Ich habe nichts gegen Fussball. Auch nicht gegen die WM.
Aber mich macht die Geschäftemacherei der FIFA auf Kosten der dort lebenden Bevölkerung wütend. Und die Bevölkerung wehrt sich.
Ein betroffener Indianerstamm stellt sich mit Pfeil und Bogen den berittenen und hochgerüsteten Polizisten entgegen. Es gibt Straßenschlachten. Straßenkinder werden eingsammelt und über die WM in bestimmten Einrichtungen verwahrt.... Randnotizen, meist nur im neuen Medienboten, dem Internet, etwas ausführlicher zu lesen.

Aber Schland hat andere Sorgen. Jogi hat den Führerschein abggenommen bekommen, ein junger Spieler hat unerlaubt an der falschen Stelle seinen Pullermann zum Einsatz gebracht und statt die Ecke für eine guten Schuss zu nutzen hat er in selbige gepinkelt.
Die Probleme im Gastgeberland werden ausgeblendet. Der nächste Biereinkauf und welcher Bruzzler auf den Grill wandern soll sind wichtiger - denn etwas Spass muss sein.
Die Marketingagenturen freut es:
Fähnchen, spezielle Gläser, Trikots... und man ist wieder wer.

Als die WM in Deutschland statt fand war ich mitten drin, fieberte mit meinen Freunden vor der Großleinwand und fiel den anderen um den Hals, wenn *unsere* Jungs ein Tor schossen. Kollektiver Freudentaumel.
Nach der WM, nach dem Wiedererwachen, wurde bekannt welche Gesetze in der Zeit sill und heimlich durchgewunken wurden.

Während im Vorfeld der WM in Brasilien wenig Aufmerksamkeit der Proteste gewidmet wurden, so steht Katar stark in der Kritik. Moderne Sklavenhaltung und Ausbeutung der *Gastarbeiter*. Der Kaiser (Beckenbauer entblödete sich nicht zu sagen, er sei vor Ort gewesen und hätte keine Sklavenhaltung bemerken können.

Wir sind gar nicht so weit vom *Tribut von Panem* entfernt.

Brot und Spiele....
Think about this.