Freitag, 6. Juni 2014

Dragondays

Zur Zeit findet in Stuttgart ein Fantasyfestival der besonderen Art statt. Ein Literatur -Crossover-Festival. Lesungen im Literaturhaus und aber auch in Buchhandlungen. Dragon Days.


Zwar hatte ich die Plakate in der Stadt gesehen, aber nicht wirklich reagiert.
Was für ein literarischer Leckerbissen mir da fast entgangen wäre, wenn nicht ein Freund reagiert hätte:
Ob das nicht etwas für mich wäre, eine Lesung mit Tad Williams....
Ich war so elekrisiert, dass alle meine Härchen senkrecht in die Luft standen. Und dann auch noch in einer Buchhandlung, was bedeutete, dass es kleiner Kreis von Zuhörern sein würde. Der Eintritt von 5€ wurde mir auch noch spendiert.


Ich mag Lesungen. Auch wenn ich dabei auch schon lernen durfte, dass nicht jeder Autor ein guter Vorleser ist. Aber das ist ein anderes Thema.
Meine Vorfreude wurde nicht enttäuscht. Im obersten Stockwerk des Buchladens Hugendubel, im Lesebreich, waren Klappstühle aufgebaut und die rote Lesecouch lud zum Reinfläzen ein - was ich auch sofort tat. Die Stuhlreihen füllten sich mit Leseratten jeden Alters - aber irgendwie konnten alle nicht verbergen, dass sie geborene Nerds waren.
Die Buchhandlung schloss ihre Pforten an diesem Abend früher. Was mir sehr angenehm auffiel - die anwesende Belegschaft wirkte in keinster Weise angenervt, sondern eher angetan.
Applaus brandete auf, als Tad Williams die Bühne betrat. Ich kannte ihn nur von den Bildern auf den Bucheinbänden, und war über seine positive Ausstrahlung überrascht - guckte er doch auf den Bildern immer streng-grimmig.


Er las aber nicht alleine: Zuerst trug ein deutscher Schauspieler ein übersetztes Kapitel aus dem neusten Werk vor. Danach las Tad selbst, im Stehen (damit die hinteren Reihen seinem Anblick nicht entkamen - seine Worte), mit einer Lesebrille auf der Nase und klar in Englisch.
Er las es nicht nur, er lebte es. Er war pures Vergnügen. Vor meinem geistigen Auge entstanden die Szenen des Buches. Wir hingen an seinen Lippen.
Und waren ein klein wenig enttäuscht, dass es so schnell vorbei war. Dachte ich. Aber statt dessen beantwortete er unsere Fragen.
Wie er beim Schreiben vorgehen würde, wie er seine Charaktere entwickeln würde, was seine Lieblingsfigur sei, ob er ein religiöser Mensch sei und last but not least: Ob er verheiratet wäre. Was zu ziemlichen Gelächter führte und der jungen Fragestellerin rote Ohren bescherrte.
Die Fragen bekamen wir so schwungvoll, witzig und lebendig beantwortet wie er vorgelesen hatte. Und seine Antworten auf die Frage nach Religion und Familienstand machten ihn nur noch sympathischer.

Klar hatte ich vergessen meine Bücher zum Signieren mitzubringen, typisch für mich. Was sich aber als nicht weiter schlimm herausstellte - meine Begleitung schenkte mir ein Buch, dass ich dann signiert bekam. Und auch hier:
Tad Williams unterhielt sich mit jedem seiner Leser, freundlich, mit Witz und einem echten Lächeln. Es schien ihm Spaß zu machen und wir liebten ihn dafür.


Das volle Programm der Dragon Days findet ihr hier.

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