Sonntag, 8. Juni 2014

Schlaflos (Sonntagsgedanken 23/2014)

Kennt ihr das?
Morgens aufwachen, der Kopf noch leer und herrlich entspannt, die gespeicherte Wärme der vergangenen Nacht macht euch schwer und ihr geniesst es, einfach noch schwer in die Matratze zu sinken?
Keine Tarumfetzen, die euer Hirn zum Nachdenken anregen wollen und die Welt da draussen ist ganz weit weg...
Ich mag es, wenn an solchen Tagen die Müdigkeit bei mir verweilt, wie  kleine Bleiklötze, die mich am Aufstehen hindern (wollen) - was allerdings meine zwei Lebendpelze nicht akzeptieren. In der Zwischenzeit bin ich es gewohnt irgendwann zwischen vier und sieben wie ein Schlafwandler - wahrscheinlich sehe ich eher aus wie ein Zombie - in die Küche zu wanken, irgend etwas in Richtung der Katzen zu gurren, das Tellerchen zu füllen.
Manchmal kann ich mich noch nicht einmal mehr daran erinnern, dass ich sie gefüttert habe, aber sie schmiegen sich zufrieden an mich und blinzeln mir gewogen zu.
Heute kann ich mich erinnern. Irgendwann (vor!) vier Uhr hat mich Soleil wach geschmust, unerbietlich zärtlich, das kleine Köpfchen beschmuste mich ohne Gnade, das keckernde, fordernde Mauzen schaffte es letztendlich ich soweit aus dem Tiefschlaf zu holen, dass ich einigermaßen die Gewalt über meine Glieder erlang und ihm zu Diensten sein konnte. Die kleine, rauhe Zunge tat dann ihr übrige.
Es muss vor vier Uhr gewesen sein, denn die Vögel, die sonst das erste Licht des Tages ankündigen noch da waren wo ich auch gerne gewesen wäre - im Land der Träume.
Während ich dies schreibe möchte ich fast dem Zerren des Bettes nachgeben und noch einmal tief in die Kissen und Decken sinken, trotz der Tasse Kaffee in Greifnähe.
Wenn ich jetzt nocheinmal einschlafe bleibe ich den ganzen Tag im Bett. Alle Fenster habe ich weit geöffnet um die relativ kühle Morgenluft herein zu lassen.
Vor einer halben Stunde wurde ich von meinem zweiten Pelz wachgestubst - Grey, der alle anschmust, als wäre er seit Jahren nicht mehr gestreichelt worden, ist mir gegenüber nachsichtiger. Normalerweise. Er lässt mich normalerweise schlafen. Heute nicht. Küsste er mich doch mit feuchter Nase im Gesicht, bis ich mich meinem Schicksal als Katzendienerin ergab und auch ihm in die Küche folgte.
Wach bin ich jetzt. Oder fast. Ich gähne in einer Tour, kuschle mit dem weichen Bettbezug und vermeide es mit den Zehen zu wackeln.
Eigentlich mache ich das, wenn ich döse. Aber ein blutiger Überfall (Grey) vor ein paar Wochen hat mich vom Zehenwackler zum Stillhalter mutieren lassen.
Das Bettzeug ist so herrlich weich. Die beiden Kobolde schlafen. Ich versuche es doch noch einmal....

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