Montag, 9. Juni 2014

Von der christlichen Kultur des Abendlandes

...ist leider in der Zwischenzeit nicht viel zu spüren. Nun ja, als bekennende Agnostikerin stehe ich ja dem ganzen religiösen Dingen kritisch gegenüber, achte es aber sehr wohl, wenn jemand nach den christlichen Werten lebt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

Was allerdings im Moment bei den Debatten um das Verhalten der deutschen Regierung gegenüber den syrischen Flüchtlingen ans Licht kommt, hat nicht wirklich viel mit Nächstenliebe zu tun. Wohl eher mit Selbsthass der auf andere Menschen projeziert wird. Anders kann ich mir manche braungefärbte Kommentare nicht erklären.
Wie würde jetzt Rosemarie sagen? Die waren nie weg, die waren immer da, aber jetzt trauen sie sich wieder in der Öffentlichkeit das Maul aufzureißen, was sie sich vorher nur am Stammtisch oder auf privaten Feiern trauten....
Wie Recht sie hat. Leider.
Mir gruselt, schaudert und ekelt es vor diesen Menschen.
Wir haben keine wirkliche Not in Deutschland. Ja ich weiss, es gibt sehr wohl Armut in Deutschland, aber auf unsere Häuser fallen keine Bomben, unsere Kinder sterben nicht im Geschützfeuer oder werden entführt, weil sie den *falschen* Glauben haben, wir müssen nicht Kilometer weit laufen um Wasser zu holen, was noch nicht einmal sauber ist. Auch wir Frauen leben relativ sicher. Egal welche sexuelle Orientierung Mann/Frau hat -
Natürlich: Besser geht immer.

Wer beim Anblick halb verhungernder Kinder, denen das Elend und die Angst, die Traumatisierung aus den Augen schreit guten Gewissens sagen kann, dass unser Boot voll ist hat nur Angst um den eigenen Wohlstand, so klein oder groß er sein mag.
Wir geben jedes Jahr Millionen für Tierfutter, Modefirlefanz und Technik aus, immer das Feinste, das Neuste und immer schön billig.
Wer es unter welchen Umständen es produziert wurde - wen interessiert das denn nur wirklich?
Auch ich bin ein Teil des Systems, auch wenn ich versuche im Kleinen dagegen zu steuern.
Nicht weil ich ein besserer Mensch bin.
Nein, ich habe auch meine Abgründe, meine Untiefen, bestimmt viele Fehler.
Aber ich glaube, dass wir nur dieses eine Leben haben. Ich möchte in den Spiegel gucken können ohne das es mir graut.
Wenn ich mal abtrete, möchte ich sagen können: So schlecht war ich gar nicht.






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