Sonntag, 6. Juli 2014

Schreiben - eine Lanze wird gebrochen (Sonntagsgedanken)

Die Rechtschreibung lernt man in der Schule. Mehr oder weniger. Grammatik auch. Dafür gilt auch das Schulgebot. Was in manchen Umfeldern allerdings nicht ankommt. (Schakeline, tust du dem Papa mal ein Bier holen?).
Wenn man die Rechtschreibung und die Grammatik beherrscht, bedeutet dies noch nicht, dass man wirklich schreiben kann. Also so wie ein Schriftsteller. Aber auch nicht jeder Schriftsteller ist zu diesem Beruf berufen. Nur merken es manche nicht. Ich spreche nicht von Sachbüchern, wobei....

Hä?
Man kann schreiben und doch nicht? Was ich meine ist ganz einfach:
Viele können fehlerfrei ganze Sätze und Romane Schriftstücke zu Papier kommen, deren Konsum keine Freude mit sich bringt. Dem Leser. Die Verfasser sind meist sehr zufrieden mit ihrem Traktat und verstehen meist nicht, wenn sich keine geneigte Leserschaft findet. Natürlich können diese Menschen die Rechtschreibung, 
Aber ich rede vom Schreiben als Erzählen.
Und nicht jeder Erzähler bringt die Sätze rechtschreibfehlerfrei zu Papier oder ins Netz.
Manche Leser bemerken es nicht, andere bemerken es und schweigen und die dritte Gruppe informiert den Schreiber.
Ich gehöre zu keiner dieser Gruppe, aber ich gehöre zu den Erzählern. Den Erzählern die schreiben können - mit gewissen Abstrichen.
Da sind die Flüchtigkeitsfehler, statt denn den oder umgekehrt. Dann die Tastatur, die durch Krümmel in den Ritzen manchmal sehr hängt, und da ist die Rechtschreibschwäche, die ab und zu aus dem Dunkel gnadenlos zuschlägt.

Mann bzw Frau lernt sehr schnell damit umzugehen. In der Schule rettete mich meine schöne, aber verdammt unleserliche Handschrift -  bis zu dem Tag in der elften Klasse, an dem mich meine Deutschlehrerin ins Sekretariat schickte, damit ich einen Aufsatz auf der Schreibmaschine der wenig erpichten, aber streng bebrillten Schreibkraft, abtippte. Ich bekam Punktabzug für die Rechtschreibung....

Für Schriftsteller gibt es Lektoren. Das sind die Menschen, welche die Rechtschreibung aus dem FF beherrschen. Was aber nicht heisst, dass sie im Allgemein lesenswerte Wortergüsse von sich geben. Manche schon. Aber viele nicht. Lektoren sind für mich Schriftsteller, die ein kleines Beamtengen irgendwo in ihrer Seele haben. Manche haben auch das große Gen....

Ich habe das Gen leider nicht. Ich gehöre zu der Gruppe Menschen, die die Schriftsprache nutzen, aber eben nicht immer richtig. Was mir ehrlich gesagt ziemlich Pustekuchen ist, solange es sich nicht um amtliche Schriftstücke handelt.
Übt Nachsicht, wenn ihr Blogs lest. Die meisten haben keinen Lektor. Und so lange ihr den Sinn versteht, der Artikel flüssig geschrieben ist, was ist da schon dabei, wenn mal ein ß statt einem Doppel-S genutzt wird?
Keep calm and keep on reading.

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