Dienstag, 15. Juli 2014

*TSCHI ...* was?

Wer kennt es nicht. Den ganzen Tag im Büro oder sonstwo, Streßsituationen den ganzen Tag und abends raucht der Kopf, der Nacken ist verspannt und im Rücken tobt der Schmerz. Man will auf die Couch, in den Sessel oder gleich ins Bett. Am nächsten Tag ist es aber nicht besser.
Zwar sitze ich nicht in einem Büro, aber in einem Gruppenraum, zusammen mit 27 anderen und die PCs sind den ganzen Tag an, wir wälzen dicke Steuerschinken, Rechnungswesen und Office sind für viele von uns so neu wie für ein frisch geborenes Kind das selbstständige Atmen.
Zwar laufen einige abends eine Runde durch den Wald, aber das ist manchmal nicht genug zum Abschalten. Ausserdem möchte man nicht unbedingt mit den Leuten, mit denen man den ganzen Tag zusammen in einem Raum war auch noch den Abend verbringen - was nicht heisst, dass sie nicht alle herzallerliebst sind (mehr oder weniger), (eher mehr als weniger) - und sucht vielleicht etwas Abwechslung.
Wir sind hier auf der Spitze - der ziemlich flachen - Spitze des Hausberges. Also eigentlich ein Hügel. Für die Alpen bestimmt ein Hügelchen. Für uns ein Horroranstieg. Also abends runter ins Städtchen? Auch nicht, man muss ja wieder hoch.
Es gibt sie, die Rettung. Sie kommt in der Form von Andrea um die Ecke gehüpft, die vor Leben sprüht, das Lachen springt ihr aus jeder Pore und trotzdem strahlt sie eine ungewöhnliche Ruhe aus.
Sie ist unsere Qi Gong Lehrerin und widmet uns Montag Abend eine Stunde ihrer Zeit.
Das Verblüffende an der asiatischen *Sportart* ist, dass sie  keine ist. Alle Bewegungen werden sanft und langsam durchgeführt, es ist anders als Tai Chi, das einen fortlaufenden Bewegungsablauf folgt. Ein Bewegungselement wird ausgeführt, in verschiedenen Varianten.
Andrea macht eine  besondere Form des Qi Gongs mit uns. Wir verwenden einen bestimmten Stab, dder uns hilft beide Körperhälften parallel zu halten, bzw den Abstand zwischen den Armen gleich zu lassen. Alles blutige Anfänger versammelten wir uns um sie, neugierig und gespannt.
Schritt für Schritt lernten wir die ersten Grundübungen und schon bei den ersten Bewegungsabläufen fiel das Atmen leichter, die Müdigkeit verschwand uns machte einer schönen Entspannung Platz, obwohl wir ständig in Bewegung blieben, die Atmung passte sich irgendwie automatisch den Bewegungen an. Ich selbst bin nach den letzten anderthalb Jahren steif wie ein tiefgefrorener Fisch, aber selbst ich unbewegliches Ding fühlte wie sich die Muskeln entspannten, wie sich der Rücken straffte. Alle, ohne Ausnahme, standen nach der Stunde aufrechter da.Und geschlafen haben wir wie die Babies.

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