Sonntag, 27. Juli 2014

Unter dem Regenbogen


Der Stuttgarter Kessel machte gestern seinem Ruf als Dampfbad alle Ehre.. Es war schwül, drückend und es regnete immer wieder. Was aber der guten Laue der Teilnehmer des diesjährigen Christopher Street Day Parade keinen Abbruch tat.
Und wir mittendrin. Wer wir? 28 Stadtisten und Freunde, die unter dem Zeichen der Seepferdchens wie die anderen Teilnehmer der Parade für mehr Akzeptanz in Liebesdingen forderten.
Mag sein, dass viele der Zuschauer des Umzugs keine Ahnung haben/hatten was es mit dem CSD auf sich hat, dass sie sich nur an der Andersartigkeit der Teilnehmer ergötzen, aber immerhin gab es uns und den anderen die Möglichkeit Infos an den Mann und die Frau zu bringen.

"Der CSD erinnert an den ersten bekannt gewordenen Aufstand von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen die Polizeiwillkür in der New YorkerChristopher Street im Stadtviertel Greenwich Village: In den frühen Morgenstunden des 28. Juni 1969 fand in der Bar Stonewall Inn der sogenannte Stonewall-Aufstand statt. Zu dieser Zeit gab es immer wieder gewalttätige Razzien der Polizei in Kneipen mit homosexuellem Zielpublikum. Es kam in der Folge zu tagelangen Straßenschlachten zwischen Homosexuellen und der Polizei. Um des ersten Jahrestages des Aufstands zu gedenken, wurde das Christopher Street Liberation Day Committee gegründet. Seitdem wird in New York am letzten Samstag des Juni, dem Christopher Street Liberation Day, mit einem Straßenumzug an dieses Ereignis erinnert. Daraus ist eine internationale Tradition geworden, im Sommer eine Demonstration für die Rechte von Schwulen und Lesben abzuhalten " Quelle Wikipedia

In Stuttgart gibt es wohl den einzigen CSD mit *Hocketse*, und auch wenn ich seit Jahren davon wusste so ging ich nie hin, weil es mir persönlich so was von schnurzegal ist, wer mit wem schläft, küsst oder sonstiges treibt. Aber nachdem dieses Jahr des öfteren schon Minderheiten in aller Öffentlichkeit geschmäht und diffamiert wurden wurde es Zeit Flagge zu zeigen. Mitten drin hörte ich jemand laut meinen Namen rufen und wild winkend auf mich zu rennen. Eine lang vermisste Freundin. Entlang des Weges winkten immer wieder Freunde und Bekannte aus den Reihen der Zuschauer, Küsschen wurden verteilt, ehemalige Nachbarn guckten ungläubig, aber freudig überrascht.



Ein paar seltsam ernste Personen standen am Rand und filmten, die wollten weder Süßes noch Infomaterial annehmen, waren sehr unfreundlich. Nun, wenigstens die Piusbrüder blieben uns erspart.

Bei aller Freude blieb mir eines die ganze Zeit bewusst: es ist immer an der Zeit für Akzeptanz und Toleranz einzustehen. Gerade heute, wo sich wieder Hass, Neid und Ablehnung breit machen. Aus vielerlei Gründen. Ob Unwissenheit, Angst oder einfach Verbohrtheit:
Sex ist Privatsache und wer mit wem wann und wie schläft (ab einem gewissen Alter und in gegenseitigen Einverständnis, das versteht sich von selbst!) geht uns andere nichts an auch den Staat nichts an.
Erst vor 20 Jahren wurde der berüchtigte §175 abgeschafft.

Aber in den Köpfen leben die Vorurteile weiter. Nichts dagegen zu tun und dann sagen: ich habe es nicht gewusst, gilt auch hier nicht.
Liebt euch! Egal in welcher Form, Hauptsache ihr liebt! Anders geht! 






Kommentare:

  1. Bei uns ist der nächstes Wochenende und ich werde auch hingehen. Aus ähnlichen Beweggründen. Mir ist es auch schnurz-piepe, wer mit wem, aber leider ist das noch immer nicht gesellschaftliche Normalität. Und ganz ehrlich, es ist auch einfach klasse anzuschauen, all die phantasievollen Kostüme und wir haben immer einen super tollen Chor, der ordentlich Stimmung macht.

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    1. freut mich :) Toleranz und Akzeptanz sind der einzige Weg zu einem friedvollen miteinander

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  2. Ich habe den CSD einmal in Köln erlebt. Er lief unter dem Motto: Liebe verlangt Respekt.
    Diese Aussage fand ich auch sehr schön.
    LG
    Sabienes

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