Sonntag, 10. August 2014

Glücklich sein - Sonntagsgedanken 32/2014

Was ist Glück?
Darüber haben sich schon große Köpfe die selbigen zerbrochen. Es wurde gemutmaßt und diskutiert, geredet und analysiert. Oft kann ich sagen: Ich bin zufrieden. Aber glücklich?
Was ist das Grundrezept für das Glück?
Wenn ich es finden würde, wäre ich wohl entweder sehr schnell reich oder sehr schnell tot. Das mit dem reich sein versteht wahrscheinlich jeder sofort, aber tot? Eigentlich ganz logisch: glückliche Menschen sind schlechte Konsumenten und völlig uninteressiert jemand anderen anzugreifen. Das würde bestimmten Leuten bestimmt nicht in den Kram passen.
Also was ist Glück? Ist es, wenn man liebt, wenn man seine Wünsche erfüllt sieht?
Glücklich sein bedeutet ein unglaublich schönes Gefühl zu empfinden, Endorphine fluten das Hirn und lassen uns alles in einem schönen Licht sehen.
Tanzen macht mich glücklich. Tanzen zu einer bestimmten Musik macht mich über den Abend hinaus glücklich. Das Zusammenspiel zwischen Rhythmus, der körperlichen Bewegung macht mich glücklich.
Je zufriedener ich mit meinem täglichen Leben bin, desto leichter fällt es mir auch Glück zu empfinden.
Ich glaube, wenn man unerfreuliche Dinge nicht als persönlichen Anschlag des Schicksals auf das eigene Sein ansieht, fällt es leichter zufrieden zu sein.
Einen Moment werde ich so schnell nicht vergessen, als ich eines Morgens aufwachte und zum ersten Mal seit Monaten schmerzfrei war. Ich blieb still liegen und kostete diesen Moment aus. Als ich dann vorsichtig aufstand und mich immer noch keine neue Schmerzwelle überfiel, war ich fassungslos vor Glück.
Ich kann mich glücklich schätzen, was mir die letzten zwei Jahre widerfuhr.
Obwohl jede Menge Mist dabei war, Freunde mir sagen: Höre bitte auf 'hier!' zu rufen, wenn es um irgendetwas Schmerzhaftes geht, viele Momente der Unsicherheit mich überfluteten und alles in der Berufsunfähigkeit endete, kann ich mich glücklich schätzen.
Monty Python sangen *Always look on the bright side of life* - schaue immer auf die guten Seiten des Lebens. Ich mag den Song, ich mag den Film, ich liebe Monty Python. Trotzdem mag ich nicht die negativen Seiten des Lebens ausblenden. Ich nehme sie wahr, ich durchlebe Missstimmungen, Verlust, Angst, Schmerz und Wut - aber ich nehme nicht mehr alles persönlich und ich habe gelernt *NEIN!* zusagen, notfalls zu rufen.
Auch ich bin nicht immer glücklich. Aber ich die meiste Zeit zufrieden.
Gestern war ich glücklich - unter Freunden zu sein, auf gute Musik zu tanzen - auch wenn irgendwann das Knie dagegen protestierte - und einen schönen Sommerabend unter freien Himmel mit einem fantastischen Mond zu erleben.
Trotzdem kann ich euch Glück weder definieren noch euch sagen wie ihr glücklich werdet.
Zum Glück....

1 Kommentar:

  1. Wenn Du uns das sagen könntest, könntest Du die Ausbildung im Schwarzwald hinschmeißen und Dich nur noch Deiner eigenen Vermögenssteuer widmen :-) Ich bin nicht immer glücklich, aber will ich das sein? Ich empfinde oft Glück, Dankbarkeit für vieles genauso wie ich sehr harte Zeiten hinter mir habe, in denen ich wohl reichlichst unglücklich war. Vielleicht hat aber auch das meine Wahrnehmung für mein persönliches Glück geschärft

    AntwortenLöschen