Donnerstag, 14. August 2014

Trau dich


Was für ein seltsames Wort.
Trauen.
Sich etwas trauen, vertrauen. Und dann ist man mit einem weiteren Buchstaben gleich bei der Trauer.
Traurig.
Aber von Trauer war gestern keine Spur, auch nicht die über die aufgegebene Freiheit. Sondern es herrschte Freude. Im kleinen Kreis gaben sich zwei Freunde das Jawort, in einem kleinen Ort, in einem kleinen Sitzungssaal eines nicht ganz so kleinen Rathauses, aber von einem kleinen Bürgermeister. Und das meine ich jetzt nicht im übertragenen Sinne. Das Brautpaar lächelte auf den herab. Wir hatten unseren Spaß.
Zwar gehöre ich nicht zu der wildromantischen Herzschmerzgemeinde, aber da stahl sich dann doch eine Träne ins Auge.
Satt Reis wurden Suppennudeln, die Buchstabennudeln geworfen, der Blick des Standesbeamten sprach Bände. Aber für Schriftsteller wäre Reis etwas profan gewesen. Ich fand gestern Abend noch ein *N* in meinem BH, es hatte sich da anscheinend eingenistet und ganz wohl gefühlt.


Die Feier war bescheiden, aber um so herzlicher, mit selbst gebackenen Kuchen, Kaffee und Katzen. Vor allem der zierliche Kater kam auf seine Kosten, mobste sich überall Streicheleinheiten und schnufferte sich an den Kuchen entlang.
Ich selbst bin kein Heiratsfan, finde es aber schön, wenn zwei Menschen zueinander finden und sich entschließen den Bund für's Leben einzugehen. Die zwei haben sich gefunden, da bin ich mir ganz sicher, auch wenn sie sich nicht gesucht haben. Das Leben hat sie zusammen gespült und seitdem paddeln sie gemeinsam den Strom des Lebens entlang. Manche Klippe und Stromschnelle haben die beiden schon gemeinsam gemeistert und ich wünsche ihnen alles Glück dieser Welt, die Kraft und die Liebe alle weiteren Stromschnellen zu nehmen und dass die blauen Flecken, die das Schicksal so gerne verteilt, schnell verheilen und nicht lange weh tun.
Ein Herz ist dann am schönsten, wenn es dem Leben als Zeichenpapier diente.





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