Dienstag, 30. September 2014

Begegnungen

Ich springe ein wenig in der Zeitabfolge zurück.
Vor mir der Weg, der parallel zum Bahnhof verläuft, rechts vor mir der Biergarten. Die Menge ist unruhig. Die Polizei versucht uns immer wieder in kleinere Gruppen zu teilen, jedenfalls hat es den Anschein. Die Wasserwerfer warten noch vor dem Park.
Mir fällt ein älterer Mann im Anzug auf. Jemand sagt mir es sei der Chef der Grünen. Scheu kenne ich nicht oft und als ich sehe das der geht, folge ich ihm und spreche ihn an, wohin er den wolle. Er müsse in den Landtag (oder so was ähnliches....). Ich bin so verblüfft, dass ich ihm nachrufe, er könne uns doch jetzt nicht alleine lassen. Er läuft weiter ohne sich umzudrehen.
Es wird nicht das letzte mal sein, dass er *uns* alleine* gelassen hat. Diese Begegnung war einer der vielen Gründe warum ich ihn nicht wählte. Auch wenn ich eine zeitlang glaubte es würde etwas ändern. *Aber der Käs isch scho lang gässa.*

Zeitsprung:
Wir sind nass. Bis auf die Knochen. Jetzt wird der September spürbar. Es wird uns kalt. In mir brodeln Zorn, Trauer, Unverständnis. Alles tut weh. Zwei Jungs schleppen ein Mädchen an mir vorbei, dessen Augen zugeschwollen sind und das ständig fast kollabiert. Es hat die volle Ladung Pfefferspray abbekommen. In der Zwischenzeit halte ich Abstand zu den *Bullen*. Ich habe mitansehen müssen, wie ein Polizist einem sitzenden  Mädchen den Kopf nach hinten gebogen hat und ein anderer ihr das Pfefferspray aus einer Entfernung von max 20 cm ins Gesicht sprayte. Ich bin traumatisiert ohne es zu wissen. Neben mir steht Wölfle von den Grünen, er weint. Ich bin so zornig. Wir sind alle zornig. Traurig. Ich frage ihn. *Ist das noch ein Rechtsstaat?*, ihm versagt die Stimme er ist so hilflos wie wir.

Zeitsprung:
wir stehen unter den Bäumen. Über uns Jungs in den Kronen. Sie haben die Bäume besetzt. Mutige Kerle. Oder einfach unerfahren. Aber wir lieben sie. Die Besetzung des Wasserwerfers nicht. Für die ist es anscheinend ein Spiel. Spaceinvaders oder so. Sie zielen auf die Kerle. In den Bäumen. Lebensgefährlich für die Jugendlichen.
Der Protest brandet auf, die Stimmen schwellen an, die Wut und Ohnmacht wird von den lauten Stimmen an die Polizeiketten getragen. Prompt kommt Wasser zurük. Neben mir taucht Norman auf, den ich seit sechs Jahren nicht mehr gesehen habe. Er ist Lehrer und will nach seinen Schülern sehen. Wir fallen uns um den Hals, lachen und reden 5 Minuten so, als wären wir uns sonstwo begegnet, tauschen Handynummern, lachen.
Bis der nächste Wasserstrahl den Jungen fast aus dem Baum fegt, die Menge drängt gegen die Polizeikette, das Wasser wird gegen uns eingesetzt, alles fangen an zu husten. Reizgas.

Anmerkung. Pfefferspray und Reizgas dürfen im Krieg nicht einngesetzt werden. Sie fallen unter die Genfer  Konvention. Aber wir sind ja keine Soldaten. Wir sind nur Bürger.
Die Stuttgarter Einsatzleitung streitet ab, den Tanks der Wasserwerfer irgendwas beigemischt zu haben. Ich habe seitdem September 2010 wieder verstärkt Asthma. Kann aber auch am Feinstaub liegen.

Ich wäre heute gerne in Stuttgart.

Montag, 29. September 2014

Die Stimmung kippt

Da kommen sie. Die Bereitschaftspolizisten des UKB. Ihr Ruf eilt ihnen voraus. Sie sind für ihre Brutalität bekannt. Später wird bekannt, dass bewusst keine Polizisten aus Baden Württemberg eingesetzt wurden. Man prügelt ja nicht seine eigenen Landleute durch die gepflegte Parklandschaft.
Irgendwie wirkt alles wie ein schlecht inszenierter Thriller. Die bunt gekleideten Jugendlichen, die ihre Demo ums Eck abbrachen, um *ihren* Schloßgarten zu schützen.
Bürger aller Klassen und Altergruppen, ein blauer Himmel und dann die Hundertschaften die im stampfenden Gleichschritt in den Park strömen. Na ja, nicht gerade im Gleischschritt, eher im Laufschritt. Sie wollen eine Linie bilden, aber wir verhindertn das durch unkoordiniertes Durcheinanderströmen. Wir sind mehr als nur etwas kopflos.
Ich habe eine Scheißangst, denn mir wird immer klarer, dass alles vorhergehende nettes Geplänkel war, auch die Räumungen auf der anderen seite des Bahnhofs. Vereinzelte Schreie klingen durch den Park, jemand schreit - "Die Wasserwerfer, die Schweine setzen die Wasserwerfer ein!"

Es wird ein wenig durcheinandergehen. Es ist vier Jahre her und ich weiß nicht, ob ich chronolgisch ganz richtig liege. Ich bin vor dem Biergarten. Ich kann von meinem Platz aus nicht sehen, was dahinter passiert. Auch nicht, wie einige Jugendlichen von einem Transporter voller Gitter gezogen werden, wie die *Prügelglatze* (ich gebe nur wieder, wie er genannt wurde) voller Panik und Wut um sich prügelt, mit dem Schlagstock um sich schlägt und dabei kreischt: "Haut ab!". Verständnislose Blicke die sich auf ihn richten. Das kenne ich nur aus den Videos. Von den Tagen danach,
Ich bin auf der anderen Seite der Polizeikette und sehe nun fassungslos, wie der Strahl des Wasserwerfers in den Park zielt und trifft.

Die Rufe "Wir sind friedlich, was seid ihr?!", dröhnen in meinen Ohren, ich gehe nach vorne, trotz meiner Angst, eine zerrissene Plastiktüte als Kopftuch. Irgendwie glaube ich es immer noch nicht. Was ist passiert? Wir haben doch gar nichts gemacht? Warum gehen die so gegen uns vor? Wir sind doch keine gewaltbereiten Autonome? Oder doch? Sind wir das, ohne es zu wissen?
Ich höre die Schreie hinter den Wasserwerfern. Noch bin ich einigermaßen trocken. Jemand sagt zu mir. "Los setz dich hin, ab unter die Plane!", aber ich kann mein Knie wegen der Schiene nicht beugen und stelle mich vor die Blockierer. Ich sehe Tess in der Menge, fast bei den Polizisten.
So stehe ich da, das Adrenalin tobt in meinem Körper. Irgendwie wirkt alles nicht echt. Neben mir steht ein Mädchen und starrt auf den Wasserwerfer. Warum ich sie herumzog, weiß ich nicht, sage noch: "Guck da nicht hin!" oder so was in der Art, als uns der eiskalte Wasserstrahl mit voller Wucht an Kopf und Nacken trifft und fast von den Füßen reißt, wir stolpern vor dem Wasserstrahl her, der uns vom Weg treibt und auf uns hält, bis wir hinter den Bäumen sind. Mir schwappt das Wasser aus den Schuhen, jemand reicht mir eine Decke und ich lege sie mir wie einen Poncho um.
Wir sehen alle aus wie begossene Pudel und während wir uns entrüstet ansehen fangen wir an zu lachen. Einen Moment lang nur. Dann schiebt sich ein Pferedearsch auf uns zu. Die berittenen Polzisten lassen ihre Pferde rükwärts auf uns zu tänzeln. Irgendein Witzbold hat einem der Pferde einen Stuttgart 21 Bäbber auf die Flanke geknallt. Wider Willen lachen wir wieder laut auf und versuchen uns wieder nach vorne zu mogeln. Mir ist kalt. Komplett durchnässt, aber irgendwie will ich nicht weg.
Jeder steht für sich, auch wenn er inmitten der anderen ist. Keiner weiß was hinter dem nächsten Baum, hinter der nächsten Polizeikette geschieht. Der Schloßgarten füllt sich immer mehr. Auch ich rufe Gott und die Welt an, schreie ins Handy, weine, und bettle Freunde an die Nachrichten zu verbreiten. Ich sage immer wieder: *Glaubt ihnen nichts, glaubt ihnen nichts, was sie über uns sagen! Wir haben nichts gemacht!*

Anmerkung:
Es widerspricht jeder Dienstvorschrift den Wasserstrahl auf Flüchtende zu halten. Es widerspricht auch jeder Dienstvorschrift auf Köpfe zu zielen. Nur im äußersten Notfall sollen 20 bar eingesetzt werden. All das haben die Besatzungen der Wasserwerfer in Stuttgart getan.
Erst später erfahre ich, dass mir ein Halswirbel verschoben wurde. Erst später erfahre ich, dass behauptet wird, wir hätten Pflastersteine geworfen. Das letztere eine Lüge, aber als sie widerrufen wird ist sie schon in den Köpfen der Tagesschaugucker angekommen. Der Lügner hat sich nie entschuldigt. aber er wurde abgewählt. Er hatte aber zur besten Sendezeit seinen Auftritt. Und die Nation hört zu. Wo Rauch da auch Feuer? Aber später dazu mehr.


Bilder zum Tag: http://sur-kultur.net/

Sonntag, 28. September 2014

Jahrestag - Sonntagsgedanken Teil eins 40/14

Es nähert sich ein Jahrestag, ein sehr persönlicher Jahrestag, der nichts mit einem freudigen Ereignis zu tun hat, aber sich mir ins Gedächtnis gebrannt hat.

Es war vor vier Jahren. Ich hatte meine erste Knie OP überstanden, und mein letzter Krankentag war vorbei, der Urlaub fing an. Aber noch musste ich die leuchtendblaue Beinstütze tragen, aber konnte *schon* ohne Krücken gehen.
Es war ein sehr schöner Frühherbsttag. Die Blätter der Bäume im Schloßgarten verfärbten sich schon, der Rasen war mit der Frucht der Kastanien überzogen. Für den Tag war eine Demo der Jugendoffensive angesetzt, deren Abschlusskundgebung im Schloßgarten angesetzt und genehmigt war.
Wir schoben Wache im Park, Tag und Nacht. Die Räumung stand bevor.
Eines Abend saßen ein paar Freunde und ich unter einer Tanne auf einer Bank, schweigend und müde, als dicht hinter uns eine Stimme erklang. "Scheiße, immer noch zuviele, um zu räumen!" Wir drehten uns um und hinter uns standen 6 Einsatzpolizisten in voller Montur. Mir rutschte das Herz in die Hose. Sie sahen aus wie Startrooper, nur in schwarz und dementsprechend furchteinflößend. Sie hatten uns nicht gesehen (oder doch?). Wir schlugen Alarm. Sie zogen sich zurück. Überall tauchten sie unvermittelt auf, nuschelten was in ihre Funkgeräte und wurden wieder von der Dunkelheit verschluckt.
Was war geschehen?
Nun, ein Teil der Stuttgarter Bürger wehrte sich mit allen Mitteln gegen die Pläne der Bahn, einen Teil ihres geliebten Schlosssgartens den Pänen der Bahn zu opfern.
Es war der 30.9. ca 9 Uhr summte mein Handy und eine Alarm SMS der Parkschützer ging ein. Räumungsalarm.
Ich packte einen Rucksack, mit Wassser, Proviant, Ersatzklamotten und humpelte zur Bahn. Guten Mutes, wenn auch etwas ängstlich.
In der Bahn Gleichgesinnte, dann die Info: Wassserwerfer sind aus Richtung Böblingen unterwegs. Mir wurde kalt. Ich sagte laut, dass man doch nicht Wasserwerfer gegen die Stuttgarter Bürger einsetzen würde? Ein Mann drehte sich zu mir um und sagte wortwörtlich: "Wenn sie damit anrücken wollen sie die auch einsetzen."
Stunden später und tropfnass erinnerte ich mich daran.
Wir verließen die Bahn an der Haltestelle Staatsgalerie (deren Tage sind auch gezählt) und gingen Richtung Park. Das Bild das sich uns bot war harmlos, zu dem, was wenige Stunden später passieren sollte. Von der Seite des Bahnhofs strömten Schüler in den Park, schlaksige Jungs und Minirock tragende Mädels, mit Ballerinas an den Füßen, leicht angezogen, den warmen Temperaturen des Tages geschuldet. Es wirkte fröhlich. die Kids hatten keine Ahnung was auf sie zukommen würde. Wir auch nicht. Ich traf Freunde und war froh nicht mehr allein zu sein.

Die ersten Provokationen fanden statt. Junge Männer in schwarz, mit gelben Leuchtwesten, auf denen fett *Polizei* stand, schrieen Schüler an, sie sollten abhauen  und teilweise schubsten sie die Kids. Wir mischten uns ein, fragten was das solle, schirmten die Schüler ab. Sobald *Erwachsene* auftauchten machten sich die Jungpolizisten aus dem Staub. Der Witz: Ein paar Westen trugen die Aufschrift *Antikonflikt-Team*. Ich realisierte langsam, aber sicher, dass das keine guten Vorzeichen waren.
Der Ruf: "Sie kommen! Das UKB!" ( Unterstützungskommando Bayern, bekannt für ihr hartes Durchgreifen) , ich drehte mich um und das Bild das sich mir bot machte mir wirklich Angst - die Zugänge des Parks spuckte einen Einsatzpolizisten nach dem anderen aus, alles in voller *Einsatz*Montur. Es sah aus als würden hunderte Robot-Cops den Park stürmen.
Es hatte begonnen.

Samstag, 27. September 2014

Good Vibrations

Good vibs. Normalerweise nennt man etwas unsichtbares, unfühlbares so. Bzw. in der Musik spricht man davon. Bei manchen Konzerten fühlt man die Schwingungen. Vor allem wenn man sich vor die Bassbox setzt (oder wie man das Ding nennt). Ich saß mal auf einer.....
Vibrationen. Schwingungen. Sie werden gemessen, sie werden eingesetzt. Und letzteres in vielen verschiedenen Bereichen, medizinisch oder zum reinen Vergnügen. Alls Kind fagte ich mich immer was denn das für ein seltsamer Stab war, der im Warenkatalag als *Massagestab* angepreist wurde und den sich eine Frau, mit verzückten Blick, sich an die Wange hielt. Heute bin ich schlauer. Jedenfalls was den Stab angeht.
Werden Vibrationen richtig eingesetzt, haben sie eine beruhigende Wirkung. Meine *Vibratoren* haben Fell und vier Beine und die von ihnen erzeugte Vibrationen nennt man *Schnurren*.



Wenn ich unruhig bin, oder wie gestern komplett hippelig nach Hause komme, dann sind meine beiden Vierbeiner die ideale Beruhigungsmaschinen.
Sie fordern ihre Schmuseeinheiten gnadenlos ein, beschmusen und beschurren mich, bis ich mich mit ihnen hinlege und sich beide an mich rankuscheln, meist rollt sich Grey am Hals zusammen, legt aber seinen Kopf unter mein Kinn auf den Brustkorb. wenn er dann anfängt zu schnurren, schlafe ich innerhalb weniger Minuten ein. Zwischen dem Schnurren entringt sich ihm manchmal ein zufriedener Seufzer, Ich seufze dann mit.



Donnerstag, 25. September 2014

Märchenwald


Vor nicht mal einem Jahr haben mich zwei Wochen hier fast verzweifeln lassen. Das *Hier* ist auf der Spitze eines Berges, ein Internat. Ich fand es dröge, langweilig, einsam. Nun, die Vorzeichen haben sich etwas geändert:
Die Tage sind lang, arbeitsintensiv und abends geht es zum Ausgleichsport oder man paukt bis spät in den Abend hinein. Die ersten Klausuren liegen hinter uns, das Tempo hat sehr angezogen und uns rauchen die Köpfe.
Wenn es mir zuviel wird - und das kommt nicht oft vor, aber immer öfter - dann renne ich einmal um den *Block* - was hier so viel heißt wie: Ab in den Wald.
Manchmal mache ich das sogar in der Mittagspause, so wie heute, und laufe eine halbe Stunde im stillen Wald (wenn nicht gerade ein LKW-Fahrer mich fast überfährt, weil er Kies an der Rennstrecke anliefern will) oder ich gehe direkt nach dem Unterricht. Momentan bleibt es ja noch bis halb sechs/sechs hell. Lieber einmal eine Mahlzeit auslassen.
Die Luft ist klar und kühl, fegt Lunge und Kopf frei, und macht auch ein wenig müde. Die Angespanntheit weicht und ein wohliges Gähnen bahnt sich seinen Weg. Dieser Wald, der direkt hinter unserem Internat beginnt ist ein Traum. Manchmal, an manchen Tagen, könnte man meinen, man sei in einem Märchenwald gelandet:


An manchen Tagen ist es so grau, nebelig und regnerisch, dass man keinen Hund vor die Türe jagen würde, geschweige denn sich selbst. Von Zuhause habe ich mir meine Fleecedecke mitgebracht und in die kuschle ich mich dann abends.
Nach den trüben Tagen, oder nach einem sintflutartigen Regentag, überrascht uns hier am Morgen manchmal die Natur mit Sonnenaufgängen die mir die Augen feucht werden lassen. Ich stehe dann am geöffneten Pseudobalkon, die Türe weit offen bis die Morgenkälte die Müdigkeit vertreibt:


Je länger ich hier bin, desto weniger vermisse ich die Stadt.
Ich werde doch nicht?


Sonntag, 21. September 2014

Weltfriedenstag - Sonntagsgedanken Wo 39

"Wenn jeder ein wenig mehr bei sich bleiben würde, statt dem anderen immer zu sagen, wie sie zu sein hätten...",

Mir ist seit einigen Tagen nicht nach schreiben, obwohl ich enige Themen habe, die etwas hergeben könnten. Seufz.
Ich bleibe heute bei mir und ich bleibe friedlich.

In diesem Sinne: Euch einen friedlichen Sonntag

Montag, 15. September 2014

Einfach nur lecker

Was ich am meisten bei der veganen Lebensweise vermisse sind solche Sachen wie ein wirklich cremiger Joghurt oder einen anständigen Käse.
Das erste Problem gibt es nicht mehr. Ich bin begeistert. Und löffle diesen Sojaghurt mit einer Leidenschaft die die Fähigkeit besitzt Leiden zu schaffen - ich könnte mich daran überfressen, so lecker ist der:


Wer das ist? Der Neue von Alpro!
Nennt sich Cremoso und schmeckt auch so: cremig, sahnig, nicht zu süß, aber tatsächlich nach Zitronenkuchen und Apfelstrudel!
Ich bekenne mich süchtig!
Das mit dem Überfressen war nicht ganz ernst gemeint, nach einem viertel Becher war ich *babbsatt*.
Leckerschmecker. Ich könnte den Produktentwicklern von Alpro die Stirn küssen. Neben den Milchersatzdrinks, den *normalen* Joghurt und den Puddings ist dies ein neues Produkt des veganen Vorreiters der normalen Supermärkte, das immer wieder den Weg in meinen Kühlschrank finden wird.


Mein Kühlschrank im Internat ist zwar klein, aber für meine Wochenration reicht er alle mal .... *schleck*

Love it!

Sonntag, 14. September 2014

Stress - Sonntagsgedanken 37/2014

Wer denkt schon Sonntagmorgens an Stress? Na, im Moment der geneigte Leser und ich, als ich diesen Text schrieb.
Die meisten von uns kennen zumindest die Bedeutung des Wörtchens Stress. Viele kennen ihn aus eigener Erfahrung. Manche sind durch extremen Stress in einen Burn Out gerutscht.
Viele machen sich unnötig Stress.
Stress Stress Stress Stress....

MICH STRESST DAS! Stress mich NICHT!
Aha, ich vermute bei einigen kommt gerade die Erkenntnis...
Stress ist grundsätzlich nichts Schlimmes. Die Natur hat es so eingerichtet, dass wir in bestimmten Situationen Adrenalin ausgeschüttet wird: Der Herzschlag steigt, das Blut fliesst schneller, die Nerven sind bis zum Zerreissen gespannt - das war und ist auch - überlebenswichtig. Wenn wir auf der Flucht sind, ob vor Raubtieren oder um den Zug zu erreichen, spielt für unseren Körper keine Rolle: Die Adreanalinausschüttung ermöglicht uns Höchstleistungen.
Wer kennt es nicht: Nachdem man den Bus noch erwischt hat, sinkt man auf dem Sitz zusammen, das Herz schlägt bis zum Hals, man schnappt nach Luft.
Das Pochen des Herzens in brenzlichen Situationen - zum Beispiel vor Prüfungen. Schweißnasse Hände....
Die Anzeichen sind mannigfaltig. Aber alles noch im grünen Bereich.
Aber was ist, wenn das Stresslevel steigt? Wenn die Stresssituationen überhand nehmen?
Es gibt meistens einen Ausweg, man muss nur erst erkennen, dass man in einer Stressschleife steckt. Und das ist für die meisten nicht leicht zu erkennen. Es ist der erste Schritt in den Burn Out oder in die Psychose.
Bitte versteht mich nicht falsch: Auf Stress folgt eben nicht unweigerlich die Psychose. Dann wäre wohl die ganze Welt eine psychatrische Einrichtung. Ist nicht so, auch wenn man manchmal denken könnte, die Welt wäre ein Irrenhaus.
Ausgleich schaffen, sich selbst dazu bringen den Streß zu reduzieren, *Abschalten*. Klingt einfach. Kann es sein. Muss es nicht. Und für manche ist es das schwierigste Unterfangen der Welt.
Vor lauter Panik wird bis in die Morgenstunden gelernt, man bekommt nicht genug Schlaf, ist am nächsten Tag müde und unkonzentriert und vermindert aufnahmefähig, macht sich Gedanken und zwingt sich abends wieder zum Lernen, findet kein Ende und der erste Schritt zum verhängnisvollen Kreislauf ist getan....

Im Moment nahen die ersten Klausuren. Und die ersten Panikattacken erreichten uns. Parallel dazu steigt das Tempo. Der Terminplan ist voll.
Und jetzt? Schreiend durch die Gänge rennen? Sich die Haare raufen? Nicht mehr einschlafen bzw. schlafen können?
Wenn ich ehrlich bin: Einen Moment stockte mir das Herz und dann handelte ich. Jeder muss für sich seine Methode finden. Ich lerne jeden Tag, und nicht nur vor den Klausuren. Ich habe Tag an denen ich gar nicht lerne, meinen Sport mache - nein ich renne nicht durch den Wald, ich mache Qi Gong und Yoga, aber auch das ist typabhängig - und danach zeichne oder/und fernsehe ich ein wenig. Oder ich kuschle mich mit meinen Katern am Wochenende einfach ins Bett und halte ein Mittagsschläfchen.
Vor den Klausuren allerdings gehört die Zeit nur noch mir. Auch wenn ich nicht die ganze Zeit lerne. Keine zusätzlichen *Veranstaltungen*, das würde meinen Zeitplan einengen. Die zwei Tage am Wochenende müssen frei einteilbar bleiben, damit ich mich dann hinsetzen kann, wenn ich aufnahmefähig bin.

Schul- oder Arbeitsstress kann man nicht mit Freizeitstress bekämpfen. Da ich selbst eher zur Hektik neige, habe ich mir *Sportarten* gesucht, die eher in Richtung ruhig werden gehen. Andere spielen Tischtennis, oder joggen, wieder andere legen sich nur in die Badewanne und tauchen ab. Wichtig ist, dass man wirklich abschaltet.
Wenn sich meine Kater an mich kuscheln, dann kann ich mich fallen lassen, das weiche Fell und das zufriedene Schnurren bringt mich zum Entspannen und lässt mich die Gesetze und ihre Auswirkungen vergessen.

Die ersten Anzeichen, dass man schnellstens handeln sollte:
  • ständige Schlafstörungen
  • Ershöpfung
    Gereiztheit
  • Tunnelblick




Freitag, 12. September 2014

Das Zäpfchen und das Steuerrecht

Das eine Zäpfen hängt im Gaumen herum, das andere verschwindet in der rückseitigen Körperöffnung. Und manchem geht das Zäpfchen, wenn er an seine Einkommen-
steuererklärung denkt.
Aber heute geht es um das *Hilfs-Zäpfchen*.
Ich höre praktisch schon die *HÄs?* durch den Raum fliegen und sehe die ungläubligen Blicke am Monitor kleben. *Was schreibt die denn da schon wieder zusammen????*

Ein verschmitztes Lächeln hat sich bei mir festgesetzt. Dank an unseren Ausbilder in dem Fach *AO* (Abgabenordnung, ich glaube ich habe es schon einmal erwähnt). Gesetze zu lesen ist einfach, sie zu verstehen eine Kunst, sie zu gestalten auch. Manche halten das letztere allerdings grundlegend für ein Verbrechen - zumindest ihre Ausformulierung. Was jetzt das alles mit einem Zäpfchen zu tun hat, dazu komme ich gleich.
Unser Ausbilder versucht alles, dass wir, seine Schäfchen (manchmal denke ich er hält uns tatsächlich für solche, so verständnislos wie wir ihn manchmal anglotzen) wirklich alles verstehen, aber wirklich auch alles.
Wenn man jetzt das Gesetz liest, ab wann ein Verwaltungsakt wirksam wird, dann ergrauen manche hier schon und wenn sie das Gelesene erklären sollen, fallen ihnen die Haare aus. Meine sind eh schon grau ..... Aber wir haben ja IHN, den VERSTEHER der AO.

Nehmen wir uns mal den § 24 der AO vor:
Wirksamkeit eines Verwaltungsakts
§24 Abs1
Satz 1 Ein Verwaltungsakt wird gegenüber demjenigen, für den er bestimmt ist oder der von ihm betroffen wird, in dem Zeitpunkt wirksam, in dem er bekannt gegeben wird.
Satz 2 Ein Verwaltungsakt bleibt wirksam, solange und soweit er nicht zurückgenommen wird, widerrufen, anderweitig aufgehoben oder durch Zeitablauf oder andere Weise erledigt wird.
Satz 3 Ein nichtiger Verwaltungsakt ist unwirksam.

Und hier kommt das Zäpfchen ins Spiel, denn dieses wirkt wie das Steuerrecht in diesem Fall, das Zäpfchen heisst *Wirksamkeit*.

Zu Satz 1:
Wenn die Krankenschwester den Patienten Zäpfchen verabreicht, so entfaltet es seine Wirkung, egal ob es im richtigen Patienten steckt oder nicht. Dem Zäpfchen ist das Wurst.
Natürlich hat das Zäpfchen eine Wirkung. Und keiner wird sagen:
*Oh, das falsche Zäpchen! Macht aber nichts!*. Wenn ich ein Schmerzzäpfchen brauche, aber ein Abführzäpfchen bekomme... na ich male das mal nicht weiter aus....
Ist das Prinzip des Zäpfchens klar? Ich denke schon. Und so verhält es sich auch mit der Wirkung des Steuerbescheids.
Bekommt man einen falschen Steuerbescheid vom FA, dann ist er eben wirksam, ob nun die Steuer zu hoch ist oder von einem anderen, das juckt den Steuerbescheid ebensowenig wie das Zäpfchen in welchem Patienten es steckt.
Zu Satz 2:
Was kann man tun? Nun, das Zäpfchen schnellst möglich loswerden und beim Steuerbescheid fristgerecht Einspruch erheben. Macht man nicht - hust, nun, dann wirkt es eben......

Am besten wird es allerdings am Satz 3 deutlich:
Ein nichtiger Verwaltungs ist unwirksam. 
Aha. Aber dass, wenn man einem Toten ein Zäpfen gibt, dieses nicht mehr wirkt, ist schon klar, oder?
Na, seht ihr?
Ich sehe das Zäpfchen in der Zwischenzeit mit ganz anderen Augen.

Und Danke irgendeinem Wesen dafür, dass wir einen Ausbilder haben, der uns die furztrockene Materie so rüber bringen kann, dass wie nicht mehr wie die Schafe glotzen, aber manchmal klingen unsere *AHs!* schon noch eher wie ein *Määäääh!*.



Donnerstag, 11. September 2014

Die achte Plage

Wenn man zur Zeit die Menschen in unserem Klassenraum beobachtet scheinen alle an etwas erkrankt zu sein, das folgende Auswirkungen zeigt:

  1. die Betroffenen machen seltsame winkende Bewegungen
  2. manche wedeln mit den Armen in der Luft herum, als seien sie auf einem Wendler-Konzert
  3. einige zucken seltsam
  4. fast alle scheinen dem Tourette Syndrom verfallen zu sein und fluchen wie die Bierkutscher

Es fing vor drei Tagen an. Also am Montag. Zwar ist das Wetter endlich wieder einmal schön und die angedrohten Gewitter haben uns verschont, aber die Luft fühlt sich hier schon empfindlich nach Herbst an. Die Klassenzimmer sind aber so kuschelig, dass wir im t-Shirt rumsitzen.
Und genau diese Wärme hat sie angezogen. Diese Plage. Diese Scheiss Viecher. Diese nervtötenden *****.

Mugge, Stubenbrummer. Fliegen. Misthaufenbeglücker. Drecksbiester. Fliegen vom Misthaufen des Bauernhofs um die Ecke direkt ins warme Klassenzimmer und kacken zuerst auf den Bildschirm und dann IN die Kaffeetasse bevor sie versuchen einem in jede erreichbare Körperöffnung zu fliegen.
Irgendwann erwischte ich eine direkt mit dem Lineal - allerdings auf der aufgeschlagenen Seite des Einkommensteuerlehrbuchs meines Tischnachbars - die Fliege und ich haben einen bleibenden Eindruck bzw Abdruck hinterlassen.


Heute abend war es so unerträglich, dass wir aus dem Klassenraum flüchteten. Sie suchen eben das Warme. Am Anfang rissen wir noch Witze über das Duschen und den Zusammenhang mit der Mückenplage. Das verging uns sehr schnell. Fast wünscht man sich eine Burka .... Eine Mitleidende fuhr noch vor acht in den Supermarkt um Mückentod in jeder erreichbaren Form zu kaufen....




Dienstag, 9. September 2014

Augen auf beim Brillenkauf Teil II

Normalerweise sind die Fortsetzungen nicht das Wahre, aber in meinem Fall schon. Nein, nicht ich bin die Wiederholung, sondern der Brillenkauf. Nachdem ich mir Juni bei Pro Optik zwei Brillen leistete, für knapp über 200,- für eine Fernbrille und eine Sonnenbrille mit optischen Gläsern, musste ich leider erkennen, dass ich an  meinem Arbeitsplatz damit nicht sehr weit kam. Der Optiker hatte mich im Vorfeld auch darauf hingewiesen, aber stur wie ich bin ...(seufz). Trotzdem sind beide Brillen einfach gut. Und? Nun ich trabte zurück zum Optiker und beratschlagte mich mit der Optikern eine volle Stunde. Mit nochmaligen Sehtest.

Und hier ist sie: Meine Arbeitsplatzbrille:


Sieht auch nicht anders aus wie meine Einstärkenglas-Brille:


Alle drei Brillen besitzen das gleiche Gestell, aber in anderen Farben:


Den Unterschied machen *nur* die Gläser....
Warum aber eigentlich eine Arbeitsplatzbrille oder eine Gleitsichtbrille? Nun, zum Lesen muss ich die Brille absetzen, aber auch ohne Brille wird es zunehmend schwerer - die Altersweitsichtigkeit hat sich eingeschlichen. Zusätzlich zur Kurzsichtigkeit. Jetzt bin ich nicht nur auf die Ferne blind, sondern auch auf die Nähe. Schwerer Seufzer.
Also saß ich im Klassenzimmer, wenn ich die Ausbilder erkennen wollte musste ich die Brille aufsetzen, schrieb ich am PC musste ich die Brille absetzen.
Das hat jetzt ein Ende.
Eine Arbeitsbrille ist ähnlich wie eine Gleitsichtbrille, aber die Sehfelder sind etwas anders aufgeteilt.
Kosten: Schwamm drüber, es tat etwas weh, aber nicht sehr, denn man kam mir im Preis entgegen, weil ich innerhalb drei Monate drei Brillen kaufte.
Warum aber wieder dieses Modell? Ich bin ein Serienkäufer - gefällt mir ein Pulli kaufe ich ihn in zwei, drei Farben, so mache ich es auch mit Schuhen, Haarspangen und eben Brillengestellen. Ne - ganz so einfach ist das nicht: ich habe einen ziemlich breiten Schädel und die meisten Brillen sind zu schmal.

Ganz fatal: Wenn ich mit der Arbeitsplatzbrille aufstehe und weglaufe - weil ich dann gegen alles und jeden laufe, blind wie ein Maulwurf.... manchmal habe ich meine Normalsichtbrille auf dem Kopf und die andere auf der Nase und suche Erstere, wenn ich Pause habe - komplett verpeilt :)

Pro Optik: Beratung wirklich gut, sie nehmen sich Zeit, sehr freundliches Personal, Preise absolut fair. Empfehlenswert.

Sonntag, 7. September 2014

Der Käse des Grauens



Der Käs' isch gessa – sagte der baden-wüttembergische Ministerpräsident Kretschmann und während er einem Teil seiner Landeskinder aus dem Herzen sprach, brach er anderen damit das Wählerherz. Aber das ist eine andere – aber auch sehr unappetitliche – Geschichte. Geht mal wieder um das am besten bzw schlecht geplanteste Infrastrukturprojekt nach dem Berliner Flughafen - S21. Der wiederum hat eine verblüffende Ähnlichkeit zu dem wie sich der Pinguin zu seiner Gattung verhält – tut so als sei er ein Vogel, kann aber nicht fliegen bzw nur unter Wasser. Und fällt dann auch noch in dieses.
Aber genug der Aus- und Abschweifungen. Heute geht es um Genießbares, mehr oder weniger. Als Mensch, der versucht sich weitgehendst tierfrei zu ernähren, springe ich auf alles an, was mir den Genuss alter Geschmäcker verspricht, auch wenn ich schon grauenhafte Geschmackserlebnisse durchleben durfte – einmal spuckte ich eine Biosojamilch quer durch die Küche, um mich anschließend noch einmal zu übergeben. Grauenhaft.
Das war aber noch vergleichsweise harmlos gegen das „Pappen-Deckel-Erlebnis* des gestrigen Tages.
Für die fast vier Euro hätte ich mir lieber ein Stück Kuchen kaufen sollen. Örgs. Dabei fing alles so vielversprechend an. Bei meinem samstäglichen Einkauf im Supermarkt um der Ecke entdeckte ich einen neuen veganen Käse. Aus Mandelmilch. Die „Ahhhhhs“ und „Ohhhhs“ entwichen meinen Lippen und ich trug meine Beute zur Kasse.
Aber als gebranntes Kind agiert man vorsichtig. Ich las das Kleingedruckte. Ich öffnete die Verpackung vorsichtig und beäugte den Inhalt vorsichtig. Dann begriffelte ich den Inhalt mit meine frisch gewaschenen Fingern und schnüffelte daran. Die erste Enttäuschung nahte: es fühlte ich feucht an und roch nach: Nichts.
Die erste Enttäuschungswelle schwappte über mich hinweg. Trotzdem und ziemlich trotzig probierte ich ein Stück. Der Geschmack war unglaublich. Es schmeckte nach nichts, nach gar nichts. Also eine geschmackliche Singularität. Anders ausgedrückt: Es schmeckte absolut bäääääh.


Ich kann diesen Käse beim besten Willen nicht empfehlen. Daumen nach unten! Preis-Leistung ist nicht gegeben, geschmacklich abwesend. Sorry, geht gar nicht. Dann lieber ganz ohne Käse.... und das Brot pur!
Spendet die 3,49 lieber....

Die kleine Singularität oder das Nichts im Innern - Sonntagsgedanken 36/2014

Schutzpanzer. Panzerglas. Rückenpanzer. Unsichtbarer Panzer. Ich spreche nicht von militärischen Panzern. Es geht um etwas ganz anderes. Die deutsche New Wave Band Ideal sang darüber: Eiszeit. Noch krasser kommt es in dem Lied Erschiessen.
Es geht um das was was manche Menschen um sich tragen - einen Schutzpanzer. Einen Kokon, den nichts durchdringt, was diese Menschen nicht wahrnehmen möchten.
Es gibt da einiges was man jeden Tag aussperren möchte: Das Leid der anderen. Die Problematik des eigenen Lebens. Schmerz. Wut. Trauer. Sich selbst.
Manche nutzen Mittel, um sich selbst auszuschalten. Es kann alles mögliche sein: Sie futtert sich eine Fettschicht aus Kalorien an, er betrinkt sich regelmäßig, der nächste treibt Sport bis an die Grenzen, die Nächste hungert sich so lange aus, bis das Gehirn körpereigene, opiatähnliche Stoffe freisetzt,  - man ist praktisch die ganze  Zeit high - und nichts berührt einen mehr. Manche ertragen das Leben nur bekifft. So geht jeder seinen Weg.
Es geht auch anders: Verleugnung des eigenen Handelns, Verdrängung, Schuldzuweisungen an andere. Ein Schutzwall aus Gedanken. (Vobei die Schuldzuweisungen an andere weiter verbreitet ist als gemeinhin denkt.)
Aber warum?
Ursachen? Sich nicht mehr wahrnehmen wollen: Was muss da passiert sein? Sting sang: *There is a hole in my live...*.
Vor Wochen wurde ich mit dieser Frage konfrontiert, ob ich das kenne, es schon einmal erlebt hätte und wenn, wie ich das bewältigt hätte.
Die ersten zwei Fragen konnte ich mit einem klaren Ja beantworten. Ich kenne diese Gefühlslage zu gut. Es ist als würde man eine kleine Singularität in sich tragen, die alles aufsaugt, jegliche Energie, die einen schützen könnte. Während man dieses *Loch* in sich trägt, erträgt man nichts mehr und packt sich selbst in Watte, in einen Kokon, der einen vor allem schützt, was einen von außen verletzen könnte. Es ist nicht wichtig, dass man auch Freude nur noch gedämpft empfindet, alles ist besser als dieses Nichts oder den unendlichen Schmerz. Ich spreche nicht von Depressionen.
Wie man da wieder raus kommt?
Ich weiß es nicht wirklich. Ich trage auch weiterhin dieses Loch in mir, es ist da und ein Teil von mir, nicht geliebt, aber akzeptiert. Ich füttere es nicht, denn es ist gierig und ein Nimmersatt. Lachen hält es klein, Traurigkeit lässt es wachsen. Ich habe hinein gesehen und da war nichts. Andere fangen in diesem Augenblick an zu glauben, an Gott, an höhere Wesen, ect. Ich habe auf diesen Weg meinen Glauben *aufgegeben*, Schritt für Schritt.
Ich war 18, saß im Leistungskurs Biologie und erkannte, dass wir Menschen nichts anderes als ein *Haufen Chemie* sind. Ein grauenhaftes Gefühl beschlich mich. Ich sah mich meiner Endlichkeit und der Frage des Seins konfrontiert, ohne Vorwarnung. Anscheinend sah man mir an, dass meine Welt aus den Fugen geraten war, mein Biolehrer sprach mich an, meine Antwort bewog ihn mich heimzuschicken. Ich fuhr direkt zu einer Kirche, setzte mich in eine der Bankreihen und fühlte: Nichts. Nada. Nix. Nur eine bodenlose, unendliche Leere.
Es war nicht wie im Film: Kein verständnisvoller Priester kam und sprach mit mir über den göttlichen Funken ect. Auch erfüllt mich kein Leuchten. In der Kirche, und auch in mir, blieb es still. Aber ich habe daraufhin viel ausprobiert - und genauso viel verworfen. Manches hat mich an den Abgrund gebracht, anderes half. Keine Religion war vor mir sicher, kein Lebensentwurf zu seltsam. Es war die Zeit der Esotherik und anderen Dingen.
Um was geht es denn im Leben?
Der Sinn des Lebens. Oder der Unsinn des Lebens. Ich weiß es nicht. Das Loch ist da. Und in dem Loch sitzt die Angst. Man kann diese Angst füttern, man kann sie ignorieren, aber sie ist da. Sie verliert erst ihren Schrecken, wenn man sich mit ihr konfrontiert und sie akzeptiert.
Man kann sie aussperren, ignorieren, aber sie wird so lange einen Weg finden einen anzufallen solange man ihr Raum gibt und sie nicht erkennt.
Leben bedeutet: Lachen UND weinen, lieben UND trauern. Wer dies erkennt und akzeptiert, kann auch seinen Panzer ablegen, seine kleine, private Singularität akzeptieren.
Trauer zu erfahren und zu leben, Liebe erfahren und sie zu leben und auch zu akzeptieren, wenn sie geht.
Ich habe meine *Endlichkeit* akzeptiert, bin nicht mehr auf der Suche nach der großen Erfüllung, sondern nehme jeden Tag als das was er ist: Ein Geschenk. Man muss nicht jedes Geschenk toll finden, aber die Schönen machen die Unschönen erträglich und lebenswert.

Wer glauben möchte und dadurch getröstet wird, dem sei sein Weg gegönnt so wie ich es schätze, wenn man akzeptiert, dass ich mit meinem Weg zufrieden bin.




Mittwoch, 3. September 2014

Das ungläubige Schweigen des Nichtbegreifens


Loch Ness ist ein Ungeheuer -schlimmer ist nur die Umsatzsteuer.... So oder so ähnlich - Und dafür kann unser Dozent (fast) nichts. Wer immer an diesem Gesetz mitgewirkt hat, den soll etwas verfolgen und nach ihm die Seinesseinen und so weiter. Ja, das war ein Fluch.
Wie kann man zu einem § noch was-weiß-ich-wieviel Unterparagraphen machen?
Steuerbar - steuerfrei - bedingt steuerbar - Steuertraglast - indirekte Steuer- der Endverbraucher ist der Arsch Goldesel.
Aber raffiniert ist diese Steuer! Sie ist die größte Einnahmequelle des Staates - und sind wir nicht alle der Staat? Wir zahlen also praktisch an uns selbst - oder so...
Ne, lassen wir mal das Stammtischgerede. Steuern sind notwendig - sonst gäbe es ja auch keine Steuerfachangestellten und meine Ausbildung wäre sinnlos. Aber das ist nicht der Hauptgrund. Die Definition von Steuern ist an für sich schon niedlich - frei zitiert:

Steuern sind Abgaben, die nicht in Sachleistungen, sondern in Geld geleistet werden müssen, für die man keine konkrete Gegenleistung erhält und von allen zu entrichten sind, die den Tatbestände des Gesetzes für die Leistenden erfüllen - HÄ?

Übersetzt: Wer bestimmte Bedingungen erfüllt - zahlt. Oder flieht. Rafft alles zusammen, nicht nur die Röcke und türmt ins Ausland. Lohnt sich aber meist nicht. Wenn man nicht B.B. oder sonst wie heißt. Also zahlen. Aber was bekommen wir dafür?
Klar sehen manche Menschen erst einmal die Gehälter der Abgeordneten und so weiter... Aber es geht um mannigfaltige Aufgaben, auch um die Organisation dieses Staates. Nein, ich werde hier nicht alles schön reden.
Zurück zur Umsatzsteuer:
Steuerpflichtig sind wir ja alle. Auch wenn es uns nicht bewusst ist - ab der vollendeten Geburt bis zum Tage unseres Todes - der Staat hält immer die Hand auf, wenn man nicht unter bestimmten Schwellenwerten bleibt.
Selbst wenn wir es noch nicht einmal ahnen, der Staat kassiert immer mit und manchmal gleich mehrmals. Kaufst du eine Brezel - Umsatzsteuer. Trinkst du einen Kaffee - Umsatzsteuer. Und so weiter und so fort....


Gehen uns im *Office*-Unterricht die Lichter gleich im Dutzend auf wird es in der Umsatzsteuerstunde manchmal zappenduster - um nicht zu sagen lichtlos schwarz.
Es ist unglaublich wie fantasiebegabt die Schöpfer dieses Gesetzes waren und uns muss allen klar sein: Wäre Gott ein Steuermensch gewesen...... das Universum wäre die absolute Hölle.
Gerade lache ich leise vor mich hin, es ist nämlich gar nicht so schlimm, wenn man sich das Gesetz als Hunderttausender-Puzzle vorstellt. Stück für Stück begreift man, um was es geht. Alles muss geprüft, zerstückelt, hinterfragt werden - man ist praktisch der Sherlock Holmes der Umsatzsteuer.... oder auch nicht.

Und da wundern sich manche Menschen, dass ich hier Qi Gong, Yoga und progressive Muskelentspannung nach Jakobsen mache - ohne das würde ich wahrscheinlich wie ein Gummiball durch die Gänge dopsen. Manchmal hilft auch nur noch auspowern auf dem Fahrrad. Das mache ich jetzt auch.



Dienstag, 2. September 2014

Word - Modern Life im Blackwood Forest

Da stromert man als einfacher Windows User unbelastet durch's Leben (wenn man nicht gerade einen Büro Job hat), ärgert sich beim Bloggen grün und blau bei manchen Problem (ja,ja, WORDCOMPRESS ist besser - pfffft) und dann kommt das Fach *Office* ganz leicht und unbeschwert - vor allem hinterhältig unschuldig - zum Schulungsraum hereingeschwebt und *BÄM* fallen einen die Schuppen von den Augen wie die selbigen aus den Haaren ungepflegter Teenager.
Ich könnte Dienstag, am Nachmittag, jubilieren und singen, (tanzen und springen lasse ich lieber), wenn unser Dozent (der eine ENGELSGEDULD mit uns hat) uns wieder mit Kniffen und Tricks aus dem Windowsleben das unsere uns erleichtert.
Hust.
Nun ja, solchen blutigen Wordanfängern wie mir. Ich bin auf der Stufe eines Viertklässlers, was nichts heißen soll, die sind heute fitter in solchen Sachen wie so ein altes Weib. Aber manche wissen noch weniger als ich. Ob ich das nun beruhigend finden soll, weiß ich nicht wirklich.
Also Word. Muss man das den so genau kennen?
Jeder, aber auch absolut jeder, der gerne schreibt, egal ob Briefe, Kurzgeschichten, Blogs, Romane ect  kann es super gut gebrauchen - Word ist für mich eine kleine Offenbahrung und es macht Spaß.
Wenn ich dran denke wie mühsam ich mich durch manchen Brief quälte ect....
Wer bei uns im Office-Unterricht vorbeikommt fällt wahrscheinlich vom Glauben ab. Es ist ein absolut freies Arbeiten und manche üben sich in solchen Sachen:
  • Wie schieße ich eine Krampe mit einem Gummi durch den Raum?
  • Papierflieger basteln.
  • Mindmaps anlegen
Während andere fast in die Tischkante beißen und und immer wieder leise flüstern: *Wieso geht das bei mir nicht?*. Ich finde es lustig. Komme ich doch selbst nicht immer weiter, aber wir haben a) unseren Dozenten, b) einige Cracks in der Klasse und c) jeder ist für sich selbst verantwortlich.
Während in anderen Fächern eine auffällige Stille herrscht trubelt es im Officeunterricht nur so.
Was allerdings nicht bedeutet, dass wir nicht lernen.
Meine *A!s* und *O!s* hallen den öfteren durch den Raum, andere Quietschen vor Begeisterung. Unterbrochen nur von dem entsetzten Ausruf *Alles ist weg! ALLES! AAAAAAH!*
Schule ist eben doch geil klasse.

Cu