Sonntag, 7. September 2014

Der Käse des Grauens



Der Käs' isch gessa – sagte der baden-wüttembergische Ministerpräsident Kretschmann und während er einem Teil seiner Landeskinder aus dem Herzen sprach, brach er anderen damit das Wählerherz. Aber das ist eine andere – aber auch sehr unappetitliche – Geschichte. Geht mal wieder um das am besten bzw schlecht geplanteste Infrastrukturprojekt nach dem Berliner Flughafen - S21. Der wiederum hat eine verblüffende Ähnlichkeit zu dem wie sich der Pinguin zu seiner Gattung verhält – tut so als sei er ein Vogel, kann aber nicht fliegen bzw nur unter Wasser. Und fällt dann auch noch in dieses.
Aber genug der Aus- und Abschweifungen. Heute geht es um Genießbares, mehr oder weniger. Als Mensch, der versucht sich weitgehendst tierfrei zu ernähren, springe ich auf alles an, was mir den Genuss alter Geschmäcker verspricht, auch wenn ich schon grauenhafte Geschmackserlebnisse durchleben durfte – einmal spuckte ich eine Biosojamilch quer durch die Küche, um mich anschließend noch einmal zu übergeben. Grauenhaft.
Das war aber noch vergleichsweise harmlos gegen das „Pappen-Deckel-Erlebnis* des gestrigen Tages.
Für die fast vier Euro hätte ich mir lieber ein Stück Kuchen kaufen sollen. Örgs. Dabei fing alles so vielversprechend an. Bei meinem samstäglichen Einkauf im Supermarkt um der Ecke entdeckte ich einen neuen veganen Käse. Aus Mandelmilch. Die „Ahhhhhs“ und „Ohhhhs“ entwichen meinen Lippen und ich trug meine Beute zur Kasse.
Aber als gebranntes Kind agiert man vorsichtig. Ich las das Kleingedruckte. Ich öffnete die Verpackung vorsichtig und beäugte den Inhalt vorsichtig. Dann begriffelte ich den Inhalt mit meine frisch gewaschenen Fingern und schnüffelte daran. Die erste Enttäuschung nahte: es fühlte ich feucht an und roch nach: Nichts.
Die erste Enttäuschungswelle schwappte über mich hinweg. Trotzdem und ziemlich trotzig probierte ich ein Stück. Der Geschmack war unglaublich. Es schmeckte nach nichts, nach gar nichts. Also eine geschmackliche Singularität. Anders ausgedrückt: Es schmeckte absolut bäääääh.


Ich kann diesen Käse beim besten Willen nicht empfehlen. Daumen nach unten! Preis-Leistung ist nicht gegeben, geschmacklich abwesend. Sorry, geht gar nicht. Dann lieber ganz ohne Käse.... und das Brot pur!
Spendet die 3,49 lieber....

Kommentare:

  1. Ich war zwar eh nicht in Versuchung, das probieren zu wollen, aber jetzt weiß ich wenigstens warum :-)

    AntwortenLöschen
  2. Ich kenne keinen einzigen veganen Käse, der einigermaßen gut schmeckt. Einer ist widerlicher als der andere!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es gibt scon ein zwei vegane Käsesorten die geniessbar sind. Abber dieser gehörte definitiv NICHTdazu !

      Löschen
  3. "er schmeckt nach nichts, nach gar nichts" - das ist leider eine sehr häufige erfahrung bei veganem käse. und meist kommt noch das mundgefühl dazu, das man hat, wenn man auf einem stück gummiarabicum herumkaut... inzwischen habe ich mich von veganem käse verabschiedet, denn als großer käsefan, der ich zu nichtpflanzlichen zeiten war, sehe ich es nicht ein, sehr, sehr viel geld (und veganer käse ist sehr, sehr teuer!) für ein reines kunstprodukt auszugeben, das im besten fall entfernt an käse erinnert, in den weit überwiegenden fällen aber leider entweder entsetzlich oder aber nach gar nichts schmeckt... mag sein, dass es irgendwo auch veganen käse gibt, der wirklich nach käse schmeckt - ich habe ihn noch nicht entdeckt und bei preisen von vier bis weit über sechs euro pro päckchen hält sich mein entdeckertrieb in sehr engen grenzen...

    AntwortenLöschen