Mittwoch, 29. Oktober 2014

Gepudert und gepinselt - Kosmetik von KIKO, Kiko

Kiko Kosmetik ist tierversuchsfrei und zum großen Teil vegan

Selten musste ich so schmunzeln als in dem Moment als meiner Mitbewohnerin einfiel, dass demnächst Weihnachten ist. Mir persönlich liegt nicht wirklich viel an Weihnachten, ich mag den finnischen Weihnachtsmarkt in Stuttgart und auch den mittelalterlichen in Esslingen, und und und – auch mag ich Glühwein, Kekse, Schnee und Glitter, aber dazu muss ich weder Jesus Fan sein noch dem vorweihnachtlichen Schoppingwahn anheimfallen.
Macht meine Mitbewohnerin auch nicht. Sie bastelt und demnächst werde ich sie mal fragen, ob ich über ihre Knöpfe – herzallerliebst – schreiben darf.
Außerdem brauche ich keinen Grund um zu schoppen. Auch bin ich keine wilde Schoppingmaus oder B-Promi-Nacheiferin. Aber ab und zu gehe ich gerne bummeln, wenn auch kürzer als die meisten anderen Frauen und bestimmt weniger als die wildgewordenen Teenies die den Primark in Stuttgarts neusten Schoppingtempel, dem Milaneo.
Mir reicht das Gerber ums Eck, nicht so groß, überschaubar und keine zehn Minuten zu Fuß weg. Und es gibt neben dem fantastischen Ingwereis im Pano noch einen anderen Grund, der mich dazu bringt das Gerber ab und zu heimzusuchen:
Tierversuchsfreie, vegane Cosmetic, die bezahlbar UND gut ist. Und Frau steht eben nicht ratlos vor den Regalen und stöbert sich hilflos durch das Angebot.
Der Laden ist klein, immer voll –mit Kunden, Verkäufern und Kosmetik – und es macht definitiv Spaß das mitzumachen. Ich schnappte mir eine der hübschen Verkäuferinnen und äußerte meine Wünsche, gab meinen Hauttyp an, sagte was ich suchte und verließ ca 30 Minuten später glücklich – und ärmer – den Laden.
Im Gepäck:


Foundation, Puder, Lidschatten und Wimperntusche – gut aufeinander abgestimmt. Die junge Verkäuferin nahm sich Zeit, testete die Farben an mir, besah sich meine Haut und die Wimpern genau bevor sie Vorschläge machte. Die Pinsel nahm ich mit – meine Alten haben ausgedient und haben schon zu viele Haare gelassen.

Die Sachen die ich kaufte sind alle komplett vegan. Es kann sein, dass es einzelne rodukte gibt die nicht vegan sind. Aber das ist selbst bei LUSH so. Also Augen auf beim Cosmetic-Kauf, trotz alle dem.

Alles, außer den Pinseln, kostete unter 10 Euro.
Der Kurzzeittest brachte: 5 Sterne
Preise: 5 Sterne
Personal: 5 Sterne
Platz im Laden: nicht vorhanden 


P.S. KIKO hat teurere Produkte beim Test hinter sich gelassen....

Montag, 27. Oktober 2014

Ich bin Klempner von Beruf... oder wie ich lernte die Spüle zu besiegen....

Wenn in der Küche das Wasser nicht mehr aus dem Wasserhahn sprudelt, sondern in Strömen aus dem Unterschrank fließt, hat Frau ein Problem, welches ausnahmsweise einmal nicht Mann heißt. Aber in solchen Momenten wünscht sich Frau einen Mann, der vielleicht auch nicht klempnern kann, aber den kann man dann wenigstens in solchen Momenten anschreien: „Tu‘ endlich was!“.
Wohnt Frau mit Katzen zusammen anstatt mit einem Mann, denkt sie im ersten Moment an Flucht, erinnert sich dann an etwas was man „Haupthahn“ nennt und sucht den verzweifelt, während die pelzigen Mitbewohner höher gelegene Gefilde aufsuchen: Tische oder Schrank.
So oder ähnlich geschah es mir. Dann auch noch an Krücken. Und jetzt? Keine Kohle für einen Installateur und nur Freunde mit zwei linken Händen und die mit den rechten gingen in Deckung.
Also musste die Spüle warten, immerhin schaffte ich es den Zulauf abzudrehen und konnte den Haupthahn wieder aufdrehen.
Aber in der Küche ohne Wasser? Geht gar nicht.
Als dann die Krücken längst Vergangenheit waren konnte ich aber erst zur Tat schreiten, als das Knie wieder biegsam wurde. Ab in den Baumarkt.
Baumärkte sind schon längst nicht mehr reine Männerdomäne. Und ich liebe Baumärkte! Während ältere Ehepaare Richtung Gartenausstellung wanderten, zog es mich in die Bäder und Bauabteilung. Ich brauchte eine Mischbatterie und wurde fündig… gekauft. Nach Hause gerast und ab unter die Spüle, mit Rohrzange und Katzen. Die zwei fanden es ganz spannend auf mir rumzusteigen und alles zu beschnüffeln, retteten mich vor einer Spinne und nervten ganz gewaltig.

Die Küche in meiner Mietwohnung hat die besten Zeiten schon hinter sich und die waren wahrscheinlich im letzten Jahrtausend (wie ich es liebe auf dem Milleniumswechsel herumzureiten). Anhand der Einbau-Anleitung der neuen Mischbatterie leitete ich mir ab, wie ich die Alte auszubauen hatte. Klang alles ganz einfach, wäre auch bestimmt so gewesen, wenn – wenn nicht die Patine des letzten Jahrtausends sich festgesetzt hätte. Tiefer Seufzer. (Und zwischendurch den Kater von der Tastatur entferne.)
Die gesamte Einbauküche wackelte wie bei einem Erdbeben, die zwei Kater flüchteten und ich fluchte wie ein Bierkutscher. Nach einer halben Stunde hielt ich das alte Ding in den schmutzigen Fingern, sämtliche Fingernägel ein Stück kürzer. Und ich fand das Leck – eine der Wasserzuläufe  hatte ein Loch. Ich schrubbte alle betroffene Teile, packte die Mischbatterie  aus, baute sie zusammen, während die Kater sich um den Verpackungskarton stritten und ihn abwechselnd belagerten.
Ich stellte erfreut fest, dass die Installation wesentlich leichter war wie die Desinstallation.

Wer jemals irgendetwas mal installiert hat, weiß was kommt…:
Eine der Zuleitungen war einen halben Zentimeter zu kurz. Erst erschien ein Fragezeichen über meinem Kopf, dann ein Ausrufezeichen, die Stubentiger rochen Lunte und verschwanden.
Ich musste noch einmal in den Baumarkt.
Zuerst suchte ich einen Verkäufer und fand ihn auch: Er führte eine Polonaise an: Da er der Einzige auf der gesamten Fläche war verfolgten alle Kunden ihn, die ihn entdeckt hatten. Cooler Kerl, der ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Ich mich schon. Aber selbst ist die Frau und ich machte mich auf die Suche nach einem Verlängerungsstück. Ich fand es. Und war mächtig stolz auf mich. Sicher ist sicher, dachte ich aber und schloss mich der Polonaise an. Ich wollte nur wissen, ob ich das richtige Teil hatte, denn ich traute meinen laienhaften Überprüfungskünsten nicht. Ich hatte einfach die Anschlüsse aneinandergehalten und nachgesehen, ob sie gleichgroß waren. Aber ich wollte den Fachmann dazu hören.
Als ich dann an der Reihe war und meine Fachfrage stellte hielt er die Anschlüsse aneinander und knurrte: *Passt!*.
Wow, ich kann im Baumarkt anfangen!
Zuhause montierte ich den Rest und Heureka: Das Wasser sprudelte wieder aus dem Hahn und nicht mehr unter der Spüle!
Stolz wie Otto zog ich die letzten Schrauben nach, pfiff leise durch die Zähne bis – bis ich das Chaos in der Küche sah.
Und mitten drin die Kater.
Aber: selbst ist die Frau. Ich werde Klempner. Mit dem Pömpel kann ich ja auch umgehen!

Sonntag, 26. Oktober 2014

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! Sonntagsgedanken 43/2014

Seit einer Woche brodelt es in mir. Letzten Sonntag trafen sich wieder einmal die Gegner des neuen Bildungsplans in Baden-Württemberg.
 
Vorweg: Es ist meine Meinung, dass JEDER das Recht hat, nach seinem Willen zu leben und dies auch kundzutun. Auch durch Demonstrationen. Auch finde ich, dass JEDER das Recht hat, seine Bedenken mitzuteilen – auch, bzw. vor allem, wenn es um  Gesetze und Gesetzesänderungen geht.
Das klingt jetzt als würde ein Aber folgen.
Jein.
Diese Sätze können so stehen bleiben.
Dazu gibt es kein Nein. Kein Aber.

Wenn es denn nun nur um den eigenen Anspruch ginge, das eigene Leben so zu gestalten wie man es selbst möchte. Und es unterlässt, anderen  vorzuschreiben wie sie es denn nun zu leben haben.
Natürlich kann man jetzt argumentieren: „Ja aber der Bildungsplan macht genau das!“
Nein, macht er nicht.
Um was geht es?
Im Bildungsplan geht es um die Akzeptanz der verschiedenen Form der menschlichen Liebe. Ob man nun hetero-, homo-, trans- oder sonst wie sexuell orientiert lebt: Hauptsache ist doch, dass man:

  • v  Im beiderseitigen Einverständnis handelt
  • v  Beide (oder mehr) glücklich werden
  • v  Nichts mit Zwang geschieht


Um was geht es den Bildungsplangegnern? Ich weiß es nicht wirklich. Wenn ich mir die Plakate einiger ansehe erfasst mich das kalte Grausen:

  • v  Schwul sein = pädophil
  • v  Toleranz fordern = das andere Leben müssen
  • v  Sexualkundeunterricht = Porno

Und unter der Flagge des christlichen Glaubens versammelt sich alles, was irgendwie homophob ist.
Egal welche Konfession oder ob rechts außen: Hauptsache man drängt das Widernatürliche zurück.
Es gab mehrere gute Blog-Einträge zum Thema. Von Betroffenen. Die sich unter die Demonstranten gemischt hatten. Die Angst bekamen, als bei der letzten Demo die Stimmung kippte und einzelne Leute forderten alle möglichen Männer zu kastrieren, unter anderen den Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, die Partei der Grünen wieder einmal als „Kinderf*cker“-Partei bezeichnet wurde und das Wort „vergasen“ die Runde machte.
Um was geht es denn?
Ich frage mich schon lange, was in diesen Hirnen vorgeht. Sie setzen Liebe immer mit Lust gleich, jeder der nicht ihren Moralvorstellungen entspricht ist „amoralisch“ und „verdammenswert“.
Die Sexualpraktiken anders Liebender widert sie an. Woher wissen sie denn über diese Sexualpraktiken so gut Bescheid? Gucken die Schwulenpornos oder geht ihre Fantasie mit ihnen durch? Sind es vielleicht eigene, verdrängte Vorlieben, die nicht sein dürfen?
Sie nennen sich Christen und treten ihre Glaubenslehre mit den Füßen.
„Du sollst deinen Nächsten Lieben wie dich selbst“.
Da steht nichts davon, dass der andere so sein muss wie sie, ihren Moralvorstellungen entspricht oder nach ihren Dogmen lebt, ihre Hautfarbe oder Glauben haben muss.
Wie müssen sie sich selbst anwidern, wenn das ihre Nächstenliebe ist.
„Und wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein!“ Entweder sie sind alle die Heiligkeit in Person, oder….

Den Abschuss brachte ein CDU Politiker Hans-Jürgen-Irmer, bildungspolitischer Sprecher der CD in Hessen:
„Homosexualität ist nicht normal, wäre sie es, hätte der Herrgott das mit der Fortsetzung anders geregelt.“
Aha. Seit wann bestimmt denn Kirche wieder was wissenschaftlich ist? Wer sich auch nur ein klein wenig mit der Biologie beschäftigt würde dem werten Herrn eine glatte Sechs geben.
Weder von der wissenschaftlichen Seite NOCH von der christlichen Seite betrachtet ergibt das alles einen Sinn.
Aber aus einem anderen Punkt erklärt sich vieles
ANGST. Angst vor dem Unbekannten, Angst davor, dass man vielleicht doch nicht so richtig liegt, Angst vor dem anderen, Angst davor nicht mehr so leben zu dürfen wie man es möchte.

Toleranz und Akzeptanz sind keine Einbahnstrassen: Wenn die Bildungsplangegner für ihre Lebensweise Akzeptanz  haben wollen, dann müssen sie auch die der anderen akzeptieren.
Und um nichts anderes geht es beim Bildungsplan:
Um die Akzeptanz der Art zu lieben von anderen.

Think about this.


Kleiner Nachtrag: Der Fraktionssprecher der baden-württembergischen CDU ließ ein Grußwort verlesen (sein Parteifreund, der homosexuelle Herr Kaufmann wird es gefreut haben), und einige der AFD waren auch mal wieder feste dabei (laut Lucke alles bedauernwerte Einzelfälle, aber das bezog er vielleicht auf andere *Zwischenfälle*).

Danke an die, die sich dagegenstemmen: einige der SÖS, der Linken, die Stadtisten und die ganzen nicht politisch motivierten Menschen, denen es einfach nur um eines geht:

Akzeptanz der Liebe.

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Mutter Sprache

Wer mich kennt, weiß dass ich nichts gegen eine grobe Wortwahl habe. Was ich damit meine ist, dass ich aus einem Landstrich der Bundesrepublik komme, in der man Schimpfwörter fast als Kosewörter nutzt. Aber es gibt Ausnahmen. Ich reagier super empfindlich gegen gewisse *Bezeichnungen*, die sich eingebürgert haben oder die aus der Vergangenheit  den Zeitsprung in das Jetzt geschlichen sind.
Zwar habe ich nichts dagegen Menschen, die das Sozialsystem ausnutzen, als Sozialschmarotzer zu bezeichnen – NEIN! Ich meine damit nicht die Menschen, die ZURECHT das Sozialsystem nutzen, ich gehöre ja auch zu dieser Gruppe!  Auch egal aus welchem Land sie kommen! – aber diese Menschen als Parasiten zu bezeichnen käme mir nie in den Sinn. Warum? Weil Menschen WEDER Ungeziefer noch PARASITEN sind. Das ist Sprachgebrauch der alten und neuen Rechten. Menschen sind Menschen, auch wenn sie sich fehl verhalten! Es war ein Stilmittel der Nationalsozialisten: In dem man einen Teil der Bevölkerung entmenschlichte (Ungeziefer!), um ihre Vernichtung zu verharmlosen.
Wenn man sagt: Dieses Ungeziefer muss man ausmerzen so klingt das bei weitem nicht so drastisch wie: Diese Bevölkerungsgruppe muss man ausmerzen und es klingt es zweifellos nicht so unmissverständlich wie der Eingangssatz.
Ich liebe meine Muttersprache. Es hat lange gedauert bis ich sie als das erkannte was sie ist: Schön. Nicht einfach, oft verbessert, manchmal verkompliziert, erobert. Sie hat sich an anderen Sprachen bereichert, gab auch manches ab, fast keiner gebraucht sie richtig, oft wird sie geschmäht oder gar beschimpft. Und dabei ist sie so reich – aber wir lassen sie verhungern. Nutzen sie nur rudimentär und verstümmeln sie auch noch.
Selbst ich als Legastheniker  habe ihre Schönheit erkannt. Zwar habe ich meine Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung und *Word* kann mir da nur zu 60% helfen, ABER ich kann ihre Vokabeln nutzen. Viele davon.

Sprache ist auch immer ein Zeichen für den Zustand einer Gesellschaft. Geht es einer Gesellschaft gut, dann steigt das Bildungsniveau und sinkt, wenn es der Gesellschaft schlechter geht. Genau dies geschieht im Moment auch hier bei uns in der BRD. Man kann immer öfter an der Sprache der Menschen erkennen welcher *Schicht* sie angehören. Das Klassesystem schleicht sich durch die Hintertür wieder in unsere Gesellschaft – hast du was, wirst‘e was, hast‘e nichts, wirst’e nichts.
Kein Geld, keine Bildung, keine gute Sprache. Nicht immer, aber immer öfter.
Als ich noch als Dekorateurin arbeitete begegneten mir immer mehr Menschen, die weder die richtige Farbe benennen konnten (Haben sie das auch in hell lila? Gemeint war flieder)  oder aber auch erst gar nicht das Kleidungsstück benennen konnten. Ein Highlight war ein junger Mann, der vor mir stand und mich nach Pullovern fragte, und dabei aber mit den Händen eindeutig das Zeichen für einen Reißverschluss zeigte. Ach einigen Fragen kam dann heraus, dass er eine Sweatshirtjacke mit Zipper sucht…..

Mir tut sie leid, meine Muttersprache. Zur Zeit wird sie militarisiert. Auch ein Anzeichen wie es gerade um uns steht.
Dabei sagt man ihr nach, sie sei die. Sprache der Dichter und Denker

Sonntag, 19. Oktober 2014

Die Welt ist ein Ort der unaussprechlichsten Dingen - Verschwörungstheorien Teil I - Sonntagsgedanken 42/2014

"Wir werden jeden Tag mit Giften besprüht, die die Regierungen dieser Welt über Flugzeuge verteilen läßt!" Chemtrails.
"Die IS wurde von der CIA und dem Mossat ausgebildet, um die arabische Welt zu schwächen!"
"Ebola ist keine natürliche Krankheit! Ebola wird von den Mitarbeitern des Roten Kreuzes mit Spritzen übertragen. Damit wollen die Amerikaner die Afrikaner dezimieren!"
"Linksfaschisten sind genauso schlimm wie Rechtsfaschisten!"

Soll ich weiter machen? Noch ein bisschen Verschwörung? Oder noch ein wenig Grauen? Ein wenig Verunglimpfung?
Nehmen wir uns doch einmal Ebola vor:
Ebola tauchte in den 70iger Jahren des letzten Jahrhunderts auf. Es waren zeitlich und örtlich begrenzte Ausbrüche. Die Sterberate betrug /beträgt 90-100%. Man wies dem Ebolavirus folgenden Wirtsträger zu: Flughunde.
Heute breitet sich Ebola sehr schnell aus. Es hat eine Weg gefunden sich zu verbreiten: Die Mobilität der Menschen. Der Mensch wird zum Boten des Virus.
Der größte Schutz vor Ebola war die Abgeschiedenheit der ersten Infektionsherde. Die Menschen starben zu schnell, um andere Dörfer zu erreichen und die Infektion weiter zu geben.
Nimmt man sich der Verschwörungstheorie *Ebola = Biowaffe der Amerikaner, verbreitet durch das Rote Kreuz, um an die Rohstoffe der betroffenen Gebiete besser ausbeuten zu können* und folgt den Argumenten, dann öfffnen sich Abgründe.
Ich las das Argument: "Der Virus wäre doch doof, seine Wirte umzubringen!?"
Liebe VT's:
  • Ein Virus ist keine denkende Lebensform. Er ist weder doof noch clever.
  • Der Mensch ist kein angepasster Wirt des Virus. Deswegen kann sich die körpereigene Abwehr leider nicht des Angriffs erwehren
Das Rote Kreuz verbreitet Ebola durch *Impfaktionen*:
Leider ist es so, dass aus GELDMANGEL in manchen - vielen - Krankenhäuser der betroffenen Gebiete Injektionsnadeln mehrmal benutzt werden, was zu Folge hat, dass Krankheiten dadurch weiter gegeben werden, unter anderem auch AIDS.
Das bedeutet NICHT, dass das Rote Kreuz Handlanger der CIA ist. Dieser Vorwurf ist eine öffentlich Ohrfeige an die freiweilligen Helfer, die ihre Leben riskieren, um Betroffene zu helfen. Einige haben dafür das größte Opfer gebracht: Ihr eigenes Leben.

*Der Virus ist mal da, mal nicht, die Epedemie läuft nicht konstant.*

Liebe Truthler: Deswegen spricht man ja auch davon, dass *Epedemien* (wieder) aufflammen. Seufz. Manchmal gibt es natürliche Immunität einzelner Menschen, die den Virus in sich tragen. Unerkannt. Sie geben i aber an Gesunde weiter, bei denen die Krankheit ausbricht. Oder eine Epedemie erlischt, und der nächste erlegt einen infizierten Flughund und steckt sich an. Voilá: Der Virus ist wieder da.
Gehen wir doch einmal ins Mittelalter zurück. Damals zog die Pest aus und begann ihren Siegeszug.
ganz ohne Amerikaner, CIA oder Rotes Kreuz. Sie zog mit den Händlern und den Flöhen die Handelsstraßen entlang und fand ihre Opfer.
Aber vielleicht liege ich ja auch falsch und Aliens versuchten uns damals auszurotten....

Noch nicht ganz so weit in der Vergangenheit: 1918. Die Spanische Grippe. Eine WELTWEITE Pandemie. Die Menschen starben wie die Fliegen und die Ärzte mussten hilflos zusehen. Ob in den Schützengräben oder in den Villen der Reichen: Der Virus raffte jeden dahin, dessen Immunsystem sich nicht genügend wehren können.
Oder waren damals schon Wissenschaftler schuld, denen das Virus ausbüxte? War es eine misslungene Aktion der Amerikaner Europa zu erobern? Ich bastle mir mal einen Aluhut (Insider).

Ebola ist furchtbar. Die Menschen sterben einen qualvollen Tod. Aber Ebola ist (noch) nicht über die Luft übertragbar. Es müssen Körperflüssigkeiten eines Infizierten in eine - wenn auch noch so kleine - Wunde eines Gesunden Menschen kommen. Wir leben in der westlichen Welt relativ sicher: Maßnahmen greifen schnell UND Informationen können schnell gestreut werden.
Aber nicht so schnell wie die Panik die um sich greift.



Sonntag, 12. Oktober 2014

Perspektivwechsel Sonntagsgedanken, 12.10.2014

Manchmal verschiebt sich die Wirklichkeit, wenn man die Perspektive wechselt. Und manchmal dann auch die eigene Meinung. Manchmal reicht schon etwas zurückzutreten, den Blick zu heben oder zu senken, manchmal muss man näher ran und manchmal auch sich in das oder den anderen hineinversetzen.
In Stuttgart gibt es Gräben. Meinungsgräben. Erinnert ein kleines bisschen an dieses weltberühmte, kleine gallische Dorf: Der große Graben.
Und Stuttgart einen Bahnhof. Mit diesem Bahnhof begann das *Große Graben*.
Eine zeitlang schienen es, als ob es kein Aufeinanderzugehen geben würde. Und es gibt auch noch einige auf beiden Seiten, die lieber an den eigenen Argumenten bzw Vorbebahlten und Verbohrtheit ersticken würden und werden, als auch nur in einem Punkt der Gegenseite beizupflichten oder auch nur eine eigene Meinung einzuräumen.
Auf beiden Seiten wohlgemerkt.
Die gerade fertiggestellten Bauprojekte der Shopping Malls ist auch so ein Stein des Anstoßes. Während ich dem ECE Center am Stuttgarter Bahnhof sehr kritisch - allein wegen der Größe und der Straßenanbindung - gegenüberstehe, so betrachte ich das Gerber - bei mir ums Eck - etwas milder. Das die Marienstraße und die Tübingerstraße nicht zu den 1a Flächen Stuttgarts gehörten war schon klar, wenn man etwas in dieser Ecke suchte. Die Gebäude waren eine Zusammenwürfelung, nicht gerade schön anzusehender, 50iger Jahre Architektur. Was nicht heißt, dass ich dafür bin alles aus den 50iger Jahren abzureißen. Schön war die Gegend aber nicht. Dann wurde aus einem Teil der Tübinger eine *Shared-Area*, Fußgänger eroberten sich die Straße zurück - siehe auch das Verbidungsstück zwischen Marien- und Königstr.
Als dann das Gerber aufmachte schrieb ich nur, dass ich mir mal das Gerber ansehen würde. Allein das reichte schon aus um *Proteste* auszulösen.
Ich guckte es mir also an - auch unter der Promise, dass eine befreundete Bloggerin den Center sehr gut bewertet hatte. Und ich wurde überrascht. A) fand ich es nicht zu groß, b) sehr hell und weitläufig, c) wirkte der bis dato extrem schmuddelige Bereich der Marienstraße wesentlich freundlicher. Nichts erinnerte mehr an die alte dunkle Passage, die man nur betrat, wenn man zum Aldi wollte und in der es immer ein bisschen nach öffentlicher Herrentoilette roch. (Die Stimme einer Bekannten klingt mich im Ohr: *Das war schon immer eine schlechte Gegend und das wird es auch bleiben, egal was sie machen!* Wirklich?).
Von beiden Seiten ist der Center frei - ohne Treppen zugänglich, für mich nicht mobiles Stadtmädel ist es ein bequemes Einkaufen um's Eck: Edeka, Aldi und DM. Die Sitzplätze vor dem Center sind voll, auf den Stufen sitzen schwatzende Menschen, die Terrasse des Cafes sind voll.
Und ich habe mich doch tatsächlich mit einer Freundin Samstag nachmittags zum Eisessen im Pano im Gerber getroffen (das hausgemachte Ingwereis - Hammer!)- Das Pano kenne ich aus Konstanz und ich mag den Laden ohne Ende. Also jetzt nicht hingehen, weil es im Gerber ist? Nö.
Wir waren sogar bummeln. Samstag nachmittags um fünf. Wir wurden nicht zum Konsum gezwungen, es war voll, aber noch entspannt.
Natürlich werde ich noch in meinen angestammten Läden einkaufen, Brot bei meinen Bäckern in der Straße. Und auch anderen kleinen Läden werde ich treu bleiben.
Ich bin gespannt wie es weitergehen wird.
Den ECE Center am Bahnhof sehe ich aus einer anderen Perspektive und auch wenn ich versucht habe unvoreingenommen wahrzunehmen... Nun ja. In eine *tote* Gegend ein solches Center zu setzen *belebt* das Viertel nur verkehrstechnisch und mit Stau.

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Nachschlag

Der 30.9 liegt nun 4 Jahre zurück.
Einiges ist seitdem geschehen:
Am ersten Samstag danach gingen Hunderttausend (nach Angaben der Polizei die Hälfte) auf die Strasse: Nicht wegen dem Schlossgarten, sondern wegen der Polizeigewalt.
Der Park ist geräumt, die Bäume gefällt, die Bahn baut - und hinkt ihrem *Plan* hinterher. Die Schuld wird gerne den Gegnern gegeben. Nun, die Gegner machen auf Fehler aufmerksam und verhindern dadurch vielleicht schlimmeres. Die Bahn muss ständig nachbessern und dafür ein neues Genehmigungsverfahren durchstehen. Schön, wenn man für das eigene Nichtkönnen andere verantwortlich machen kann.
Mappus, Rech und Gönner wurden abgewählt. Aber wahrscheinlich eher wegen der Atomkatastrophe in Japan, aber auch ihr Auftreten gegenüber den Bürgern war ein Grund. Ich verweigere alle dreien die förmliche Anrede, sie haben sie nicht verdient.
Der ehemalige Polizeipräsident muss ständig vor irgendwelchen Untersuchungsausschüssen aussagen. Wegen der Verstrickungen der Politik mit dem Polizeieinsatz. Auch wenn es abgestritten wird: bis zum 30.9 herrschte eine respektvolle Stimmung zwischen Gegnern und Polizisten.
Aber auch wegen der unangebrachten Härte beim Vorgehen gegen die Demonstranten am 30.9 muss er Stellung zu beziehen.
Die CDU hat ganz schön gelitten in BW. Als bei der OB Wahl sogar die Kanzlerin nach Stuttgart gezerrt wurde, wurden sie und der freie Kandidat (The Brezel-Maker) ausgebuht und ausgepfiffen. Nicht das erste mal für die Kanzlerin in Stuttgart.
Die Grünen stellen nun den Ministerpräsidenten in BW und den OB in Stuttgart. Groß geändert hat das allerdings nichts. Vor allem *Krätsche* fährt einen Kurs, dass nicht nur ich mich frage, ob er nicht in der falschen Partei ist.... Grün scheint das neue schwarz zu sein, nicht nur landes-, sondern bundesweit.
Der erste Untersuchungsausschuss war eine Farce. Es wurde versucht Zeugen der Gegner zu kriminalisieren. Herausragend hier: Volker Lösch. Er hat ihnen manchen Zahn gezogen.
Die CDU will unbedingt einen zweiten Untersuchungssausschuss verhindern, wird wohl nicht klappen.
Mappus wird von seiner Partei nicht mehr geliebt. Er stolperte über den ENBW Deal. Nichts da mit: Ein zweiter Franz Josef Strauß!
Die Gräben in Stuttgart verwachsen, aber sie sind da und spürbar.
Die Bahn baut.
Die Bürger auch. Sie vernetzen sich, organisieren sich, es haben sich neue Vereine gebildet, neue politische Grppen, viele wollen nicht nur länger wählen, sie wollen mitmischen. Gelebte Demokratie ist das Schlagwort.
Es ist noch viel mehr passiert.
Widerstand gegen die Auswirkungen von S21 bildet sich gerade im Umland. Ausgrechnet die Gemeinden, die sich gegen den Ausstieg der Landesregierung aus der Mischfinanzierung ausgesprochen haben. Etwas Schadenfreude kommt auf, wenn sie mit einem der Argumente abgespeist werden, die uns ständig unter die Nase gerieben wurden: Wieso erst jetzt?
Die Antwort ist so einfach: wenn ich falsch abbiege und vor einer Klippe stehe laufe ich auch nicht weiter. Oder doch?
Fröhlich winkt der Lemming....

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Nachwehen

Was es uns gebracht hätte, werde ich gefragt. Warum wir nicht gegangen seien als die Wasserwerfer auffuhren. Ob nicht alles umsonst gewesen sei, die ganzen Verletzten und doch würde die Bahn bauen.
Nun, manches von dem mag stimmen. Wer sich aber mit dem Ablauf der Eskalation in der Auseinandersetzung Bürger-Bahn-Mappus etwas genauer ansieht wird bemerken, dass den S21 Gegnern schon länger mit anderen Maßnahmen gedroht worden war. Von Mappus himself, der Mann der an einen pausbäckigen Hamster erinnert, aber … nein ich schreibe nicht was ich denke. Man wollte eine Drohkulisse aufbauen, man wollte den starken Mann markieren und die Bürger haben es nicht wahr haben wollen, dass in ihrer behäbigen Stadt so etwas passieren könnte.
Ein Bürgermeister und ein Landesvater, die von *denen* sprachen und von *uns* damit meinten sie ihresgleichen, wir anderen waren *Abschaum* Gesindel*Chaoten*.
Man hat uns geschlagen, angesprayt, mit Wasser beschossen, angeschrieen, vor sich hergertrieben. Man wollte uns demütigen, uns zeigen wo der Hase lang läuft.
Wir blieben.
Der erste Zweck den dieser massive Polizeieinsatz hatte war uns einzuschüchtern. Und nicht nur uns, sondern alle protestwilligen Bürger die sich weder Investoren noch Politikern beugen wollen. Die denken, dass sie mehr als Stimmvieh sind.
DAS wollten sie erreichen.
Und zum Teil ist es gelungen. Auf der anderen Seite hat es aber auch einen Teil wachgerüttelt. Wir haben uns wie schlaftrunkene Kinder die Augen gerieben, aber der Traum endete nicht, er wurde am 30.9 zum Alptraum.

Zurück in den Park:
Jungen Menschen wurden die Augen mit Limo ausgewaschen, weil das Wasser ausging. Die Polizei ließ die Rettungsdienste nicht in den Park, nicht zu den Verletzten. Das Gesetz wurde nicht vertreten, es wurde getreten. Unterlassene Hilfeleistung, überzogene Härte.
Aber die Seilschaften funktionierten.
Zwischendurch fuhr ich nah Hause, zog mich um, kam zurück. Immer noch strömten Menschen in den Park. Der Boden war aufgeweicht vom Sprühregen der Wasserwerfer.
Ich lernte Menschen persönlich kennen die ich aus Internetforen kannte. Es wurde dunkel, es wurde kalt. Manche Befürworter kamen in den Park, jubelten den Polizisten zu und klatschten Beifall als in der Nacht die ersten Bäume fielen.
Sie fanden wir seien zu recht verprügelt worden.
Schön, dass man das auch so empfinden kann: (Ironie Button aus) Wenn der andere nicht die eigene Meinung teilt darf und soll die Polizei bestehendes Recht beugen – es trifft ja die anderen. Als druff....
Zu viele Verletzte, Erfahrungen die ich nie dachte in Deutschland erleben zu müssen, hatten mich traumatisiert, aber auch radikalisiert. Nein, ich war und bin immer noch absolut gegen Gewalt, aber ich bin nicht mehr bereit das „kleinere Übel“ zu wählen und mein, sowieso brüchige,  Vertrauen in die herrschende Politik lag an diesem Tag in Trümmern.

Ich sehe die verstörten Kids, ich sehe den Jungen im Baum, wie er versucht sich festzukrallen, während die Besatzung des Wasserwerfers versucht ihn aus der über 3m hohen Baumkrone zu schießen, das Mädchen, dem das Blut über das Gesicht läuft. Ich sehe weinenden Menschen, blicke in fassungslose Gesichter, Wut, Trauer, Tränen, Fassungslosigkeit.

Die einen sagen: Für die paar Bäume riskiere ich doch nicht meinen Arsch.
Wir haben uns für mehr eingesetzt als nur für Bäume.
Für ein Umdenken, für freiheitlich- demokratische Rechte.

Think about it.Artikel 8 Absatz 1 GG Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne  Waffen zu versammeln.
Quelle: Die Mutter aller Gesetze, das Grundgesetz

"Demonstrationsfreiheit

Grundrechtlich geschütztes Recht, sich öffentlich unter freiem Himmel zu versammeln und dabei gemeinsam private oder öffentliche Angelegenheiten zu erörtern.
Die Demonstrationsfreiheit ist Ausprägung der Versammlungsfreiheit aus Art. 8 des Grundgesetzes (GG) und der Meinungsfreiheit (Art. 5 Absätze 1 und 2 GG).
Die Freiheit steht grundsätzlich jedem Menschen zu, soweit er friedlich demonstriert und nicht die Grundrechte anderer Demonstranten oder unbeteiligter Personen verletzt werden.
Dabei ist auch das Recht erfasst, Ort, Zeitpunkt, Art und Inhalt der Demonstration selbst zu bestimmen."
Quelle: http://www.rechtslexikon-online.de/Demonstrationsfreiheit.html


Nachtrag: Ich bin eigentlich nicht rachsüchtig. Aber Herrn Mappus würde ich zu gerne weinen sehen.