Sonntag, 9. November 2014

Wiedervereinigungsfeier? Sonntagsgedanken 45/2014

Vergangenheitsbewältigung
Pünktlich zu den Feiern der Wiedervereinigung setzt hier das Internet aus und ich kann nichts streamen. Nun, das hat auch Vorteile. Statt vor der Glotze abzuhängen hüpfe ich wie Rumpelstilzchen durch den Wald und freue mich am Sonnenschein und klarer Luft. Der Wald hier ist märchenhaft schön und ich werde in einem der anderen Artikel Fotos veröffentlichen.
Momentan sitze ich vor dem Gruppenraum, weil ich einen Zugang zum Wlan-Netz habe. Im Schlafanzug. Ohne Kaffee. Ich hoffe ihr wissst das zu würdigen.
Zurück zum Fall der Mauer und den Auswirkungen. Ich möchte gar nicht auf die Debatte eingehen, ob die DDR ein Unrechtsstaat war oder nicht, man erschießt einfach nicht seine Bürger, wenn sie das Land verlassen wollen, Basta.
Auch im Westen gab es übrigens Berufsverbot, meine Damen und Herren, unsere so hochgelobte Freiheit des Westen ist auch nicht immer vorhanden und einer unserer größten Verbündeten dachte er könne das umgehen, indem er gewisse Gefangene auslagerte, als seien sie Waren.
Ich spreche von diesem unsäglichen Lager auf Kuba, in dem die USA Menschen, die eigentlich dem Kriegsrecht und somit der Genfer…. Oha. Merkt ihr was? Messen wir hier nicht mit zweierlei Maß?
Und während das System DDR schon seit 25 Jahren Vergangenheit ist, so hakt man weitere darauf rum, aber hält sich Ohren und Augen zu, wenn es Guantánamo geht. Man müsste ja sonst etwas dazu sagen. Aber das geht ja nicht. Bei Freunden sieht man weg.

So geschah es, dass ein vermeintlich cleverer Bundestagsvorsitzende (der gewitzte Alte) dachte, er könne, wenn er einen anderen Alten, der verbittert und in der Zeit stehen geblieben war, dazu nutzen, um den (verhassten) Linken eins auszuwischen.
Lampert lud Biermann in den Bundestag ein, wer sich einmal mit der Persson Biermanns auseinandergesetzt hat, weiß wie der alte Mann tickt.
Ich kann es dem ehrwürdigen Bundestagsvorsitzenden weder beweisen, noch möchte ich ihm nichts unterstellen, aber wer dann klatschte, als Biermann die Anwesenden – demokratisch gewählten –
Abgeordneten der Linken maßlos beleidigte, legt nahe, dass es ihm ganz Recht war. Denn er waren seine Parteigenossen, die da klatschten.

Dabei war unsere, allseits geschätzte und verehrte, Bundeskanzlerin doch nichts anderes als eine FdJ Vorsitzende, durfte in Moskau Physik studieren und arbeitete für das System.
Ändert man sich nur weil man in eine andere Partei eintritt? Ist man dann ein anderer Mensch?
Ich bezweifle das stark. Ich würde  das glauben, wenn Frau Merkel vor dem Mauerfall alle Aufgaben niedergelegt hätte …
Das Gleiche gilt für Herrn Gauck. Er war kein Bürgerrechtler. Er war ein Pfarrer, der eben nicht wie manche seine Kollegen, massiv gegen das System DDR arbeiteten. Er stand nicht bei den Menschen, als diese ihre Freiheit einforderten. Aber auch er wettert gegen die Linke.
Er könne seine Meinung vertreten. Schade, dass er zu den HoGeSa Geschehnissen nicht genauso laut brüllte.

Ob man die Linke nun mag oder nicht: der Umgang im Bundestag unter den Parteien lässt zu wünschen übrig. Und da haben alle Dreck am Stecken. Allerdings ist es sehr verwunderlich, dass ausgerechnet die sogenannten *christlichen* sich hier immer und immer wieder hervortun.
Was die Politiker machen ist die eine Sache, dass aber Freunde von mir es gut finden, dass man eine Abgeordnete der Linken als Stalin-Domina bezeichnet, entsetzte mich dann doch.
Stalin ist mit Hitler gleich zusetzen. Stellt euch vor Herr AfD würde als Hitler-Scherge bezeichnet?

Ich finde es wünschenswert, wenn wieder über Inhalte gestritten werden würde und nicht über der Personen der anderen.
Danke fürs Gespräch.

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