Mittwoch, 31. Dezember 2014

Wünsche

Ich wünsche mir für uns alle für das kommende Jahr (und die folgenden!):

Kraft
Zuversicht
Vertrauen
Akzeptanz


In diesem Sinne: Guten Rutsch

Dienstag, 30. Dezember 2014

Abschied

Januar:
Der nette Herr der Rentenversicherung, mein Berater, analysiert mit mir die Ergebnisse des Assessmentcenters. Klar ist: ich bekomme eine Ausbildung finanziert, und die Ergebnisse sind so gut, dass ich mir den Ausbildungsbereich aussuchen kann:
CTA, Produktdesign, Steuerfach, Büro, IT- Systemtechniker, Elektroniker …
Die rein logische Entscheidung: Steuer.
Sorgt für etwas Aufregung im Freundeskreis.
Meine Noch-Filialleiterin meldet sich schriftlich bei mir und *bittet* mich zum Gespräch. Sie stellt ein Ultimatum. Beides müsste ich nicht beachten. Ich bin arbeitsunfähig, die Rechtslage ist hier recht klar. Aber ich will keinen Streit und schreibe einen netten Brief, in dem ich einige Dinge klarstelle.
Was mich ärgert: Es ist die erste persönliche Post meines Arbeitgebers nach über 12 Monaten.
Weder habe ich Krank gefeiert, noch habe ich es mir raus gesucht, dass sich zwei Bandscheiben komplett verabschiedet haben und auch, dass sich das rechte Knie… nun ja.
Die Worte des Reha Arztes klingen mir noch im Ohr: Wollen Sie eigentlich im Rollstuhl landen?
Nein möchte ich nicht:


Februar:
Nichts Besonderes. Pläne schmieden. Ich muss mir etwas für die Kater einfallen lassen, da der Ausbildungsgang nur im Schwarzwald stattfindet. Also WG.
Die Ausbildung startet ab Juli.
Ich werde wohl eine WG gründen. Gehe meinem Vermieter um den Bart, setze Anzeigen. Warte.
Und ich mache den OP Termin für das Entfernen der Platte im Bein fest. Anfang Mai kommt das verhasste Ding raus. Endlich.




März:
Risse in manchen Freundschaften tun sich auf. Unverständnis kommt auf, weil ich mich mit Ende 40 nochmal in eine Ausbildung stürze und dann auch noch im Schwarzwald! Steuer!
Statt es zu akzeptieren und mich zu unterstützen werde ich angegiftet. Ich ziehe mich zurück. Es tut 
weh.




April:
Die Zusage des Berufsförderungswerkes im Schwarzwald. Ich kann es irgendwie gar nicht fassen. Parallel dazu der Brief der Krankenkasse, dass das Krankengeld ausläuft. Ich mache einen Termin beim Arbeitssamt aus: Mai/Juni werde ich wohl von der *Stütze* leben müssen.
Den Termin habe ich gleich, auch problemlos die Abwicklung. Da es nur zur Überbrückung ist bekomme ich das Arbeitslosengeld sofort genehmigt.
Noch bin ich nicht gekündigt.
Habe jetzt auch das Go zu kündigen, ohne eine Sperrung befürchten zu müssen.
Die Kündigung ist schnell geschrieben.
Nach 23 Jahren verlasse ich das Unternehmen. Und bekomme sehr schnell Antwort. Unpersönlich. Ich glaube beide Seiten sind erleichtert. Aber enttäuscht bin ich schon. Manchmal ist es besser, wenn sich die Wege trennen.
Wahlkampf: Wir Stadtisten werden zum ersten Mal zur Wahl antreten. Also Plakate hängen, etc. Ich stehe auch auf der Liste. Eine aufregende du aufreibende Zeit, die Spaß und Ärger bringt. Und wieder Verluste im *Freundeskreis.* Ich definiere das Wort Freundschaft für mich neu.


Mai.
Meinen Geburtstag verbringe ich alleine. Und genieße es. Zwei Tage danach die letzte OP von vielen. Meine Krücken habe ich dabei. Ich habe das erste Mal Bammel vor einer OP. Es waren einfach zu viele seit November 2012. Insgesamt sind es, mit dieser letzten, 5 Stück. Ich will nicht mehr.
Zwei Tage danach darf ich davon humpeln. Es fühlt sich das erste Mal seit einem Jahr normal an. Innerlich frohlocke, tanze und singe ich.
Und die Stadtisten haben es geschafft. Wir haben tatsächlich einen von uns in den Gemeinderat *reinbekommen.*- Die Anwürfe werden heftiger – gegen die Stadtisten. Viele verstehen unser Anliegen einfach nicht.


Juni:
Urlaub. Ja Urlaub. Auf *Staatskosten.* Ich bin nicht mehr krankgeschrieben. Ich bin ganz offiziell arbeitslos. Fühlt sich seltsam an. Aber auch gut.
Der Riss in mancher Freundschaft scheint nicht mehr zu kitten zu sein. So schmerzhaft es ist – ich kann es gut akzeptieren. Scheint das Jahr der Abschiede zu werden.
Erfreulich ist: Tatsächlich habe ich eine perfekte Mitbewohnerin gefunden. Die Kater lieben sie jetzt schon. Aber sie kann erst ab Oktober einziehen. Es müssen drei Monate überbrückt werden.
Und hier kommt das festteste Dankeschön ever: Markus, ohne dich wäre ich verloren gewesen. Danke, Danke, Danke. Er hat drei Monate lang meine Tiger gefüttert, bespasst und geschmust, während ich im Schwarzwald sie Schulbank gedrückt habe.


Juli:
Das Abenteuer beginnt. Zusammen mit 27 anderen fange ich meine Ausbildung an, beziehe ein Internatszimmer, finde eine Mitfahrgelegenheit. Erst Tage später realisieren wir, dass wir tatsächlich in der gleichen Ausbildungsgruppe sind.
Bald gibt es die Redewendung: “Was im Auto gesprochen wird bleibt im Auto.“ Wir sind so verschieden wie Tag du Nacht und Freunden uns trotzdem an.
Ende des Monats haben wir schon wieder Urlaub. Drei Wochen.


August: Na super, von drei Wochen frei liege ich zwei Wochen flach. Leider nicht das letzte Mal. Der Schwarzwald zeigt sich von seiner ekeligsten Wetterseite. Es regnet, wir sind so hoch, dass wir in den Wolken *wohnen*. Die Eingewöhnungs-, Umgewöhnungsphase ist für alle hart. ES kommt zu ersten heftigen Spannungen.




September: Die ersten Klausuren. Ein schöner Frühherbstmonat. Mich zieht es in den Wald. Ich fange an mich in den Schwarzwald zu verlieben. Schömberg wird meine zweite Heimat und ich überdenke mein Stadtleben.


Oktober: Das Jahr rennt nur so an uns vorbei. Die ersten Klausuren sind geschrieben. Unsere Klasse ist geschrumpft. Noch gibt es Spannungen, aber es wird besser. Wir gewöhnen uns aneinander.
Und wir lernen mit dem Lernpensum umzugehen. Es fließen manche Tränen. Und wir fangen an uns gegenseitig zu stützen.
Meine Mitbewohnerin zieht ein. Markus kann endlich durchschnaufen. Die Kater sind frisch verliebt und ich eifersüchtig. Ende des Monats habe ich schon wieder Ferien.  Eine Woche. Dringend nötig.
Anfang des Monats war ich schwer erkältet und ich brauche die Ruhe dringend.


November:
Ein ruhiger Monat mit vielen Klausuren. Grau. Es wird früh dunkel. Mein Körper stellt sich auf den Wintermodus um.



Dezember.
Huch, wo ist das Jahr hin. Ich trage eine Gipsschiene. Habe ich es doch wieder geschafft mir etwas zu brechen. Diesmal zur Abwechslung mal das rechte Handgelenk. Allerdings nur angebrochen. Ich schreibe trotzdem die Klausuren mit.
Lena ist zu Besuch bei ihrer Mutter und wird krank. Markus springt wieder einmal für die Kater ein.
Also kann ich ganz beruhigt nach Schömberg fahren.
Nach der letzten *Leistungsüberprüfung* habe ich einen Notenschnitt von 1.54. Ich bin ein kleines bisschen stolz, dass ich alte Kuh so gut mitkomme.
Weihnachten kommt und ich verbringe die Tage mit meinen Katern. Es sind ruhige Tage der stillen Einkehr, der Ruhe und des Glücks.
Am letzten Weihnachtstag fängt es an zu schneien. Ich bin im Glück. Schlafe viel. Treffe liebe Menschen und genieße das allein sein der restlichen Zeit.
Ich bin bei mir angekommen. 



Es war kein leichtes Jahr, aber es war ein gutes Jahr. Es war ein Jahr des Abschieds. Und ein Jahr des Neubeginns.
ES ist das erste Jahr seit langen dem ich sagen kann: ich lasse dich nicht gerne gehen. Aber was muss das muss. Und wenn es Zeit ist zu gehen, dann ist es eben Zeit.

Montag, 29. Dezember 2014

warum bloggen?



Ich weiß nicht genau. Man könnte sagen: ich denke *laut*, über dies und das. Auch wenn Sabine mich fast dazu prügeln musste, in der Zwischenzeit gehört es zu meinem Leben. Das Schreiben.
Zwar freue ich mich über jeden Aufruf eines Artikel, aber ich nehme mich nicht so wichtig. Meine Art des Schreibens gefällt einigen Menschen, anderen nicht. Weder bin ich eine rein politische Bloggerin, noch macht es mir Spaß nur über den neuesten P2 Nagellack zu schreiben, bzw. es macht mir überhaupt keinen Spaß über irgendwelche billigen Nagellacke zu schreiben. Fashion, Kosmetikblogs gibt es wie Sand am Meer. Das überlasse ich sehr gerne den jungen Fashionistas oder denen, die sich dafür halten.
Ich mag auch nicht (mehr) über Produkte schreiben müssen, weil ich sie kostenlos zugeschickt bekommen habe. Reine Produktblogs öden (mich) an und kommen mir vor wie reine Werbung - aber das ist nur mein persönlicher Eindruck.
Wenn ich allerdings etwas bewerbe, dann weil ich daran glaube, es selbst bezahle und es mir wirklich gut gefällt. Eine zeitlang habe ich auch im Produkttestbereich mitgemischt, aber fand es eben sehr schnell langweilig. Wenn mir aber etwas angeboten wird, was ich gut vor mir selbst vertreten kann, dann blogge ich natürlich darüber - erwähne aber, dass es gesponsert wurde. Das machen übrigens die meisten, also das Sponsering angeben. Aber wie unabhängig schreibt man, wenn man einen Auftrag hat?
Es gibt gute Produktblogs, die aber eben nicht NUR Produkte bewerten und bewerben. Ich möchte mich eben nicht zu einem Handlanger der Industrie und eine Hilfsarbeiterin ihrer Werbeabteilung sein. Aber auch hier gilt: Jeder wie er mag und für jedes Töpfchen gibt es ein Deckelchen, für jedes Produkt einen Tester und für jeden Blog seine Leser. Alles legitim und alles gut. Die Vielfalt macht es.
Es ist nichts dagegen einzuwenden über etwas zu schreiben, was einem Lohn und Brot einbringt oder über etwas was einen bewegt. Nur muss man nicht erwarten, dass es jedem gefällt.
Die Erfahrung durfte ich auch schon machen. In den Kommentaren des Blogs, aber auch in Bezug auf meine Bilder und Gedichte. Die wurden auf meiner Facebookseite verrissen – gegen Kritik ist nichts einzuwenden. Gegen Beleidigungen allerdings schon. Und manche vergessen, dass sowohl Blog als auch Facebookseiten öffentliche Medien sind. Hier herrscht manchmal eine Wildweststimmung, ganz so als wäre es ein rechtsfreier Raum, ist es aber nicht. Und ich wehre mich dagegen. Wenn nichts anderes geht, lösche ich auch Kommentare oder sperre Personen.
Meine Walls sind wie mein Wohnzimmer, meine Leser sind meine Gäste, denen ich Geschichte erzählen, die ich an meinem Leben teilnehmen lasse. Man schüttet seiner Gastgeberin ja auch nicht Wein ins Gesicht, wenn man mal anderer Meinung wie sie ist.
Aber warum schreibe ich nun? Ganz einfach: weil ich es gerne tue. Schon immer. Als Kind schrieb ich Fantasiegeschichten in mein Tagebuch und malte die Seiten voll. Heute male ich auf Leinwänden, zeichne auf allem möglichen Material. Manchmal verkaufe ich sogar etwas. (Jetzt kommt mir nicht mit Steuerhinterziehung, ich weiß was ich tue. Als ich ein Gewerbe anmelden wollte winkte man ab und sagte: Liebhaberei –also Hobby – sei kein Gewerbe.)
Mich interessieren ganz viel verschiedene Bereiche: Medizin, Soziales, Katzen, Kulinarisches, Kunst, Kitsch und ich schreibe gerne darüber. Tausche mich gerne darüber aus. Deswegen schreibe ich. Und wünsche mir nur eins: etwas mehr Austausch über das geschriebene. Hier in der Kommentarfunktion, oder auf meiner Facebookseite, oder bei Google +. Meistens finden die Diskussionen aber auf meiner privaten Wall (bei FB) statt, aber die möchte ich nicht auf öffentlich stellen. Das ist mein Privatzimmer.

Vielleicht habt ihr Themen, die sowohl euch als auch mich interessieren. Dann schreibt sie mir:
Im Kommentarfeld, oder auf meiner FB Seite
https://www.facebook.com/MarianneKreichgauerKokelores

Also: wenn ihr Kommentare habt, Meinungen, Fakten: dann ran an die Tasten.

Sonntag, 28. Dezember 2014

Hackbällchen Alarm

Fleischbällchen. Ich habe sie sehr, sehr gemocht. Und die letzten drei Jahre sehr, sehr vermisst. Ob als Snack, in Tomatensoße, im Auflauf – Fleischbällchen über alles.
Und wie schon in früheren Blogbeiträgen erwähnt: die Lebensmittelindustrie stellt sich immer mehr auf uns Vegetarier/Veganer ein.
Klar, man kann gut ohne diese Produkte leben, aber muss man?
Wir gesagt: ich mochte Fleischbällchen schon immer. Und dann entdeckte ich - wieder einmal im REWE – Hackbällchen der anderen Art:



 Etwas misstrauisch, – grauenhafte Probiermomente setzen sich im Gedächtnis fest - riss ich die Packung auf und schnupperte erst einmal, zugegeben etwas vorsichtig, an den tischtennisballgroßen, runden Dingern. Sie rochen gut. Also in eines reinbeißen und schwupp war es weg. 
Okay. Absolut essbar und sogar lecker.



 Weil ich auch gerne Aufläufe esse war das Abendessen schon geritzt. Tomaten-Käse-Nudelauflauf mit Hackbällchen. Wer es vegan haben möchte macht sich mit Hefeflocken einfach eine Creme, oder *Pizzaschmelz*, ich habe mir zu Weihnachten Mozzarella gegönnt.
Aber die Alternative: Hackbällchen in Tomatensoße wären auch super gewesen.



Wie es geschmeckt hat? Es blieb nichts übrig.

Rezepept für drei-4 Personen:

150 g Spirelli Nudeln
2 Fleischtomaten, in Scheiben schneiden
8 Cocktailtomaten , halbiertz
Käse oder Käseersatz
150 ml Tomatensoße 

Nudeln in die Auflaufform füllen,
Hackenbällchen, Tomatenscheiben, Käse auf den Nudeln verteilen.
Soße darüber geben.
Ab in den Backofen,bei 150° Umluft 30 Minuten.

Dann mit einen grünen Salat futtern. Reichte locker für drei Esser, aber auch vier wären satt geworden.


Samstag, 27. Dezember 2014

Licht am Ende des Tunnels: 2014

Am vierten Januar bin ich ein halbes Jahr in der Ausbildung zur Steuerfachangestellten. In einem Alter in dem die meisten sich schon auf ein ruhigeres Leben einstellen. Manchmal kommt es mir so vor als sei  ich noch einmal achtzehn. Ich lerne Dinge, die man selten mit Ende 40 in Angriff nimmt. Aber was soll’s? Ein Bekannte ist mit Anfang 60 ins praktische Jahr als Arzt. Nichts ist unmöglich, wenn man will.


Seit einem halben pauke ich Steuerrecht, Buchführung, und eben alles andere, was zu einer „Steuerfachi“ gehört. Manches macht Spaß, manches weniger, aber unsere Ausbilder sind wahre Goldschätze. Auch Herr S., der in Word und Excel nie die Geduld mit uns verliert, oder unser Finanzamt Beamter Herr R., der uns auf seine sehr humorige, aber auch trockenen Art, die Umsatzsteuer näher bringt. Sein Sohn unterrichtet uns auch. Und der hat den Schalk nicht nur im Nacken, sondern er lebt ihn auch aus – an uns. Und mit seinen spitzen Ohren könnte er a) Vulkanier oder b) ein Kobold sein. Für einen Vulkanier ist er zu witzig.

Es ist der Samstag nach Weihnachten und ich war selten so zufrieden in einem Leben wie in diesem Jahr. Im Januar bekam ich, nachdem ich noch Ende 2013 eine sogenannte Arbeitserprobung hinter mich gebracht hatte, die Zusage für die „Maßnahme zur Wiederteilnahme am Arbeitsleben“.
Aufgrund der guten Bewertungen konnte ich sogar wählen und entschied mich für besagtes Steuerfach. Nicht die schlechteste Entscheidung in meinem Leben. Zwar hatte ich die Zusage, aber trotzdem war ich nervös, bis, ja die schriftliche Zusage von der Ausbildungsstätte kam und kurz danach auch die schriftliche Zusage von der Bundesrentenversicherung kam, mit  dem Bescheid über die Höhe des Übergangeldes. Das war im April.

Anfang Mai kam die Metallplatte aus meinem Bein raus, die letzte von vier OPs, endlich. Die letzten vier Wochen im Juni hatte ich „Urlaub auf Staatskosten*, denn mein Krankengeld lief aus und die Ausbildung fing erst am 4 Juli 2014 an.
Das ist jetzt, wie schon erwähnt, ein halbes Jahr her. Seitdem pendle ich zwischen Schömberg und Stuttgart hin und her, es entstanden in dem halben Jahr neue Freundschaften, meine Katzen mussten sich daran gewöhnen, dass unsere Wohnung eine neue Mitbewohnerin bekam, Lena, und sie lieben sie.

Heute schneit es, was der Himmel hergibt und ich wäre gerne in Schömberg. Da bleibt der Schnee nämlich liegen. Und da unser Internat auf der dem Berg ganz oben steht und auch vom Wald umrahmt wird ist es dort eine Wintermärchenlandschaft. Anders als in der Stadt. Aber hier sind meine Kater, Freunde, die Heizung bullert leise vor sich hin und ich bin zufrieden.

2014 war kein leichtes Jahr, aber es war für mich ein sehr Gutes. Das erste wirklich gute Jahr seit einer längeren Zeit. Unter anderen bin ich bei mir selbst angekommen.

Freitag, 26. Dezember 2014

Haters - was kein Mensch braucht

Zu folgenden Blogartikel *Das stinkt zum Himmel* erschien dieser Kommentar:


Süß nicht? Ungefähr 10 Kommentare in der Art wurden mir unter verschiedene Artikel gesetzt. Wenn derjenige (oder diejenigen) jetzt denken ich würde mich aufregen, dann muss ich sie enttäuschen. Ich habe herzlich gelacht.
Fast kam ich mir schon harmlos vor, dass mir dieses Klientel keinen Besuch bescherte. Ich war schon fast beleidigt, dass mich diese Leute nicht versuchten mit Dreck zu bewerfen.
Beleidigt ist allerdings mein Sinn für die deutsche Sprache:


  1. a) die Rechtschreibung – bzw. ihr Fehlen
  2. b) die Grammatik – auch hier eher das Fehlen
  3. c) die Wortschöpfung: Ökonazi: Weder bin ich Öko noch Nazi.



Aber von den Angriffen auf mich und meinen Blog mal abgesehen – auf Facebook wurde schon des Öfteren versucht mich zu beleidigen und das wesentlich heftiger als das Kindergartengetue hier – die Unsitte der Haters greift um sich.
Was sind Haters?
Menschen, die im Netz, meisten anonym oder unter falschen Namen andere Menschen und deren Meinung unter der Gürtellinie angreifen. Es geht ihnen nicht um eine sachliche Diskussion, sondern es geht ihnen nur darum ihr Mütchen zu kühlen, aufzuhetzen, sich auf Kosten anderer zu erheben.
Es gibt Berichte über sie noch und nöcher. Autoren werden bedroht, sexuell diffamiert, beleidigt usw. usf. Es geht noch nicht einmal um Einschüchterung, sondern um den Versuch sich mächtig zu fühlen.
Ein erbärmlicher Versuch einer zu kurz gekommenen Person. Zu kurz gekommen in jedem möglichen Bereich: Intellekt, Empathie, Bildung, Zuwendung.
Anders gesagt: aus einem armen Würstchen wird noch lange kein Filetsteak, wenn man einen teuren Wein dazu reicht.
Wenn sie es brauchen?
Persönlich finde ich sie feige. Sonst würden sie mit ihrem Namen für das einstehen was sie zu sagen haben. Sie sind klein und feige und fühlen sich nur aus der Anonymität groß und souverän.
Sie tun mir leid, mangelndes Selbstwertgefühl, Komplexe, keine Anerkennung treibt sie wohl an.
Meinem kleinen, persönlichen Hater möchte ich etwas mit auf den Weg geben.

Bitte, bitte besuche einen Deutschkurs. Und wenn du merkst, dass deine Kommentare nicht erscheinen, dann merke dir: Oh, die Kommentare werden moderiert. (Für dich übersetzt: das Autorenteam des Blogs liest erst und entscheidet dann, ob sie freigegeben werden. Dein Pech.)
Stehe zu dem was du schreibst und nenne deinen richtigen Namen. Dann nimmt man dich vielleicht ernst und diskutiert mit dir anstatt das man dich auslacht. Ansonsten wünsche ich dir viel Liebe und Verständnis für dein Handicap.
In diesem Sinne: Rutsch gut ins neue Jahr und breche dir nichts. Schon gar nicht den Hals. Denn, immer wenn du meinen Blog aufrufst - oder andere dazu zu aufforderst, um dort zu kommentieren, treibt das meine Google Bewertung nach oben. Danke dir, lieber Hater. Tu, dir keinen Zwang an und mache weiter.
Deine

Marianne vomKokelores

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Aufschnitt für Vegetarier?

Schinkenspicker? Mortadella? Lange nicht gegessen. Aber vermisst. Und die meisten Alternative aus dem vegetarisch/veganen Angebot  schmecken, wenn man Glück hat, gut, aber nicht im Entferntesten irgendwie wie das, an das man sich erinnert.
Gut es gibt sehr viele Vegetarier /Veganer, die das auch nicht vermissen. Aber am Anfang tun sich dann doch viele schwer. Oder mancher Allesesser möchte weniger Fleisch essen und sucht nach Alternativen.
Und ich mochte immer *Wurschtwecken*. Und bin froh über alles was ich so entdecke  immer mehr Alternativen.
Heute:
Rüggenwalder Aufschnitt. Was, Rüggenwalder? Ja, der Wursthersteller macht jetzt auch auf*vegetarisch*. Entdeckt habe ich es durch Zufall bei Rewe, da eine der Verkäuferin weiß, dass ich immer auf der Suche bin, Sie verwies mich auf die Wurst-Kühltheke. Und hier wurde ich nach einigem Suchen fündig:

eigentlich sind es drei Sorten.....

 Ich packte alle drei Sorten ein und war gespannt. Auf dem Heimweg nahm ich bei meinem Lieblingsbäcker noch ein Holzofenbrot mit.
Um sicher zu gehen probierte ich eine Scheibe ohne alles, dann auf einer Scheibe Brot. Und ja, für mich schmeckt es wie Wurst. Wir Mortadella. Und auch die Konsistenz ist wie beim Original. (Soweit ich meinen Geschmacksnerven trauen kann…..). Wird es jetzt ab und zu geben.

Preis pro 100g Packung: 1,29€
Geschmack: absolut essenswert

NICHT vegan! Besteht zu fast 70% aus Eiklar. Aber als *Übergangs*Produkt  absolut empfehlenswert.

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Weihnacht



Es ist früh am Weihnachtstag. Beide Kater turnten schon um halb vier auf mir herum und schnurrten, schmusten und stupsten mich wach.
Nicht weil sie mich so lieben, sondern weil sie dann Hunger haben. Ich liebe sie für ihre Ehrlichkeit. Kümmere ich mich gut um sie sind sie lieb zu mir. Ist Grey unzufrieden pinkelt er auf ein Handtuch oder setzt ein Häufchen in die Badewanne. Tja. So einfach kann das Zusammenleben sein.

Weihnachten werde ich alleine verbringen. Und ich freue mich darüber. Die Zeit zwischen den Jahren, die Rauhnächte (http://de.wikipedia.org/wiki/Rauhnacht), nutze ich zur Besinnung.
Die Rauhnächte waren für unsere europäischen Vorfahren heilige Nächte. Lange bevor das Christentum Jesus Geburt in diese Zeit legte.
Diese Tage sind für mich wichtiger denn je, gerade ohne das Bimbamborium. Sich Zeit nehmen und sie für ein Resümee zu ziehen, ohne in Melancholie zu verfallen, jedes Geschehen von allen Seiten betrachten, zu sehen was es wirklich bewirkte.
Seltsam erscheint mir, dass alles was mir seit dem November 2012 widerfuhr sich zu etwas Besserem verkehrte, so hart manche dieser Ereignisse mich in dem Moment getroffen haben mag:
Das Abwenden einer *sogenannten* Freundin, der Krach in der Familie, dass Ausgestoßen werden aus einem gewissen Kreis,  das Versagen meines Körpers… Es ist als ob das alles nur der Türöffner in ein anderes Leben war.
In diesen zwei Jahren *verlor* ich meinen letzten Ansatz des christlichen Glaubens, jeden esoterischen Ansatz und gegen alle Widerreden zum Trotz fühle ich mich befreit, frei und nicht deprimiert, verlassen oder verstört – ich wurde zur Agnostikerin.

Ich bin zufrieden. Freue mich über die freien Tage, freue mich darauf Menschen zu treffen, die mich mögen und die ich mag. Keine Hektik weit und breit, keine Forderungen an andere oder umgekehrt, keine (überzogenen) Erwartungen und Hoffnungen.

Für mich sich das *gesegnete* Tage, und diese wünsche ich euch, meinen Lesern auch. Egal wie ihr sie begehen mögt. Hauptsache ihr habt eine schöne Zeit.

Schöne Rauhnächte euch allen.
Eure Marianne

Sonntag, 21. Dezember 2014

In eigener Sache - Sonntagsgedanken 52/2014

Es fällt mir momentan schwer fröhliche Worte zu finden. Nicht weil es mir schlecht geht.
Mir geht es gut! Mein angebrochenes Handgelenk heilt gut ab, ein befreundeter IT‘ler konnte meinen Laptop retten, für einen Spottpreis, ich musste nur die neue Festplatte bezahlen.
Meinen Katzen geht es gut, dank einiger Freunde die mal wieder als Sitter eingesprungen sind.
Mein Notendurchschnitt liegt bei 1,5.
Meine Heizung funktioniert. Ich habe genug zu Essen. Usw. usf.

Also, warum fällt es mir so schwer etwas Fröhliches zu schreiben?
Was macht mir Sorgen?
PEGIDA.
Die Patrioten Europas gegen (die) Islamisierung des Abendlandes.
Es wurde schon viel darüber geschrieben. Sehr viel. Manche haben Verständnis, andere rufen „Nazis“.
Ich sage: unzufriedenes, selbstsüchtiges Pack. Selbst wenn ich Verständnis aufbringen könnte für manche Ausgangssituation so kann ich  mich deren Schlussfolgerungen nicht anschließen.

Die PEGIDA Leute sind unzufrieden, lassen aber Ihre Wut an den Falschen aus.

Dazu folgender Witz:
Sitzen ein Kapitalist, ein Hartz IV Empfänger und ein Asylant in einer Kneipe zusammen. Auf dem Tisch liegen 12 Kekse. Der Kapitalist nimmt 11 Kekse und sagt zum Hartz IV Empfänger: Guck, der Asylant will deinen Keks.
Natürlich habe sie das Recht darauf zu demonstrieren. Und mir ist es lieber sie outen sich jetzt und man weiß jetzt mit Sicherheit, dass es sie gibt: die herzlosen, die Neider, die ihren fehlenden Wohlstand mit lebensbedrohlichen Situationen mancher Asylanten gleichsetzen.
Die von christlichen Werten sprechen, aber gar nicht begreifen was diese bedeuten.

Sie rufen: „Wir sind das Volk!“. Wie bitte? Ich habe einige S21 Demos mitgemacht bei denen auch diese Rufe erklangen und ich fand das peinlich. Weil eine Menge an Leuten ist doch noch lange nicht „das Volk“.
Was bedeutet denn: „Das Volk“? :
Sie sind eine Teilmenge. Sie machen in der BRD etwa 0,2% der Bevölkerung aus.  Sie pöbeln, rufen *Lügenpresse* und verbreiten Meinungen und Vorurteile als Argumente.  Sie sagen: „Das muss mal gesagt werden“ und verbreiten Hass und Unzufriedenheit.

Es ist der vierte Advent 2014. Ich bin Agnostiker. Und es graut mir vor diesen Vertretern des Abendlandes die irgendwelche Werte verteidigen wollen, die sie weder verstehen, noch leben.
Wenn es mir schon graut, wie muss es dann den Christen gehen?

Man nannte Dresden das Tal der Ahnungslosen, weil man dort zu DR Zeiten keinen westdeutschen Sender empfangen konnte. Aber das ist 25 Jahre her. In der Zwischenzeit haben diese Menschen genügend Zeit gehabt sich zu informieren, zu bilden.
Sie haben das Recht ihren Sorgen und Ängsten Ausdruck zu verleihen. Aber auch ich bin Europäer. Und sie sprechen weder für mich noch für viele anderer. Ich gehöre der deutschen Nation an und sie sprechen nicht für mich und auch nicht für viele andere Deutsche.

VDmV sollten sie sich nennen: Vereinzelte Dresdner mit Vorurteilen

PEGIDA? NICHT IN MEINEM NAMEN!

Montag, 15. Dezember 2014

ein Hobbit, Zwerge usw und die Stuttgarter Nachrichten: eine Adventsgeschichte

Das Wetter ist nicht festlich. Die Stimmung auch nicht. Ich habe weder Adventskalender, noch Kranz, statt Rentiere toben zwei Raubkatzen durch meine Wohnung. Ich saß vorletzte Woche am PC als ein Hinweis über FB hereinflatterte: Der Hobbit Teil3,

Die Schlacht der fünf Heere,




Verlosung, Stuttgarter Nachrichten. Nur ein Formular ausfüllen.
Obwohl ich das Gefühl habe nie etwas zu gewinnen habe ich Formular ausgefüllt und dann das Ganze vergessen.
Da ich Moment Bewerbungen am Laufen habe sichte ich regelmäßig mein Emailpostfach. Und natürlich auch den Spamfilter. VOR dem Löschen.
Und siehe da: Tatsächlich. Eine Nachricht der Stuttgarter Nachrichten, dass ich zu den Gewinnern zählen würde und man mich zusammen mit einer Begleitperson mich am 14.12.2014 Sonntagmorgen um 10 Uhr im Cinemaxx Kino an der Liederhalle zur Vorstellung begrüßen möchte.
Huch!
Ich hatte tatsächlich gewonnen und konnte noch jemanden eine Freude machen. Um halb zehn fanden wir uns vor dem Kino ein, verschlafen und müde. Die 10Uhr Vorstellung. Morgens um 10°° ins Kino? Aber sicher!
Hier überraschten uns zwei nette Damen der Stuttgarter Nachrichten auch noch mit einem Adventspräsent:



  Wir bekamen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Auf den Kinokarten stand 3D.
Wir konnten es nicht fassen! Auch noch 3D? Wir fanden Plätze in der Mitte, bekamen unsere Brillen, der Film startete OHNE Werbung Punkt zehn und für die nächsten Stunden vergaß ich alles um mich herum.

Der Film: Sehr typische Mittelerdeverfilmung. Ein Wechselbad der Gefühle. Packend. Wunderschöne Aufnahmen. Fantastische Schauspieler. Bewegende Szenen. Einfach episch. „Hach!“
Mehr verrate ich nicht. Sonst wäre es Spoiler Alarm. Das mache ich nicht. Das gehört sich nicht.

Mein Dank an die Stuttgarter Nachrichten – ihr habt mir einen wunderschönen Start in den dritten Advent beschert.

Sonntag, 14. Dezember 2014

Sonntagsgedanken - Mitmenschlichkeit. 51/2014

Sonntagmorgen 7:45.
Eigentlich hatte ich ein anderes Thema für heute.
Der dritte Advent. Auch wenn ich Agnostikerin bin mag ich die Vorweihnachtszeit. Trotz des Konsumterrors. Trotz des Schenkungswahns. Mache ich einfach nicht mit. Ich war dieses Jahr noch nicht einmal auf einem Weihnachtsmarkt.
Ich mag den besinnlichen Teil. Die Lichter die den frühen Abend erhellen. Die beiden Fellnasen, die sich an mich schmiegen und schnurren. Die langen Abende. Den Winterschlafmodus.
Eigentlich.
Aber sie marschieren wieder. Pegida. Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes. Klingt harmlos. Ist es nicht. Mag sein, dass es Ängste in diese Richtung gibt – Islam, aber wenn man sich dann mal mit den Menschen, die da mitmarschieren auseinandersetzt, beziehungsweise ihren Aussagen, dann bleibt einem die Spucke weg und dann graut es einem.
Die meisten kennen keine Muslime.
Vor was haben sie also Angst. Woher kommen dann die Vorurteile?
Fangen wir doch einmal bei der Presse des Springer-Verlages an. Natürlich schreiben sie nicht: Der Islam ist sch*** und und und, aber sie nutzen ein anderes  Mittel: Tendenziöse Berichterstattung. Wenn man nur negative Ereignisse in den Vordergrund stellt, dann bleibt das hängen. Auch ist nachgewiesen, dass ein negatives Ereignis 10x länger haften bleibt als ein Positives.
Aber es wäre zu einfach die Schuld ganz bei bestimmten Presseorganen zu suchen.
Es gibt Politiker die gerne zündeln und mit bestimmten Themen die Stammtischmentalität manche ihrer Wähler befriedigen wollen und damit aber das Gift weit darüber hinaus transportieren.
Die Neiddebatten über Sozialschmarotzer – und damit sind die Zuwanderer gemeint – führen, dass einem Hören und Sehen vergeht. Wenn man dann die tatsächlichen Zahlen dagegen hält, fragt man sich, wie solche Politiker dazu kommen, so einen Müll zu fabrizieren.
Es wird parallel eine Jagd auf linke Politiker gemacht. Bodo Ramelows Immunität wurde aufgehoben, weil er gegen Nazis mitblockiert hat. Die Kanzlerin ist sich nicht zu schade, die SPD als Steigbügelhalter der Sozialisten zu bezeichnen. Es wird ein Bild gemalt, als würde morgen die Mauer wieder hochgezogen und der Russe würde wieder die *Ostgebiete* besetzen.
Vor zwei Nächten brannte es dreimal in Nürnberg. Zukünftige Unterkünfte für Flüchtlinge wurden abgefackelt. Hakenkreuzschmierereien . Ausgerechnet Nürnberg.
Es brennen nicht nur die Adventskerzen, sondern gleich Häuser.
Die ersten Politiker zeigen sich bestürzt. Unter anderem Seehofer, dessen Partei kurz vorher eine Deutschsprechpflicht in Privathaushalten forderte.
Erst zündeln und dann wild mit den Händen wedeln?
Bei Facebook sprießen die rechtsradikalen Seiten und deutschnationalen Seiten ohne Ende aus dem Boden. Und die Saat geht auf.
Die Frage die sich mir immer wieder stellt: „Warum?“
Und ich finde viele Antworten. Aber keine einzige davon rechtfertigt die Pegida-Bewegung, noch irgendwelche Übergriffe.
Man erkennt Neid, Vorurteile und Ängste in den Antworten auf das Warum.
Aber keine Selbstreflektion. Kein bisschen. Keinen Willen sich mit dem Thema ernsthaft auseinanderzusetzen. Argumente werden weggewischt. Statistiken angezweifelt.

Jesus war Ausländer. Jesus war Jude. Jesus war eigentlich der erste Linke. Jedenfalls legen das seine Handlungen nahe. Kein Wunder, dass man ihn kreuzigte.

Ich wünsche mir mehr Mitmenschlichkeit. Mehr Mitgefühl. Weniger Neid. Mehr Toleranz. Mehr Akzeptanz.

Zitat:
ich bin so aufgebracht, fassungslos und wütend!!!
Wir leben in einem der reichsten, sichersten und entspanntesten Länder die es auf dieser Erdkugel gibt. Niemand, aber auch absolut niemand muss dursten oder hungern. Um uns herum schlagen keine Granaten oder Bomben ein, wir haben eine gute Infrastruktur (wir duschen sogar mit unserem Trinkwasser), werden nicht gesteinigt, ermordet, gefoltert, gedemütigt "nur" weil wir halt gerade dort sind, wo wir sind!!! Ich kann kaum in Worte fassen, wie widerlich und erbärmlich ich es finde, was sich gerade hier asspielt! Es ist so niederträchtig, Asylunterkünfte anzuzünden, Menschen zu verprügeln oder zu hassen "nur" weil sie evtl. anders aussehen, eine andere Sprache sprechen oder eine andere Religion die Ihre nennen!! Es ist ab- und erschreckend das tausenden auf die Straße gehen, um gegen Flüchtlinge/Ausländer/Menschen in Not (oder glaubt wirklich irgendjemand, die verlassen alle aus lauter Lust am reisen ihre Länder?!) zu demonstrieren. Was sind wir doch nur ein Volk kleiner, egoistischer, einfältiger Ichlinge!! All denen die Angst haben ihnen wird etwas weggenommen, was sie ja eh meist nicht besitzen, wünsche ich, sollten sie je selbst in eine Notsituation kommen, das sie nicht an Menschen wie sie geraten!! So, fertig!! (B. S.)


Mittwoch, 3. Dezember 2014

Alles mit Links

Die meisten Menschen die ich kenne sind Rechtshänder. Ich sehe die Schwierigkeiten die Linkshänder im Alltag haben. Es sitzt einer neben mir. Alles ist ALLES, aber auch ALLES auf uns Rechtshänder abgestimmt.
Warum ich mich jetzt darüber blähe? Nun, ich bin zur Zeit auch Linkshänder. Zwangsweise. Ohne es zu wollen. Ich habe mir nämlich – mal wieder – das Handgelenk angebrochen. Das letzte Mal brach ich mir das Linke an, zur Abwechslung jetzt das Rechte.
Mal davon abgesehen, dass es F*cking deep weh tat als es passierte und auch jetzt weh tut, weiß ich jetzt wie es Linkshänder geht.
Das es von Mittwoch auf Donnerstag, nachts, passierte und ich meinte Freitag noch eine Klausur mitschreiben zu müssen – was nicht tötet härtet ab! -  hat damit gaaaaaaaaaaaaar nichts zu tun.
Oder so.
Nun, Samstagmorgen stand ich um sechs Uhr auf und trabte zur Notfallpraxis im Marienhospital.
 Dort findet man abends unter der Woche Hilfe und Zuspruch, aber an den Wochenenden auch morgens, tagsüber, auch bis spät in die Nacht.


Der frühe Vogel fängt den Wurm oder so – ich kam gleich dran, wurde versorgt, geröntgt, 


musste etwas warten,


mit einer Schiene versorgt und wieder entlassen.  


Um halb acht war ich da, um halb neun stand ich etwas verblüfft auf der Straße, zuckte die Schultern und trabte nach Hause. Es ging alles so schnell, dass ich es fast nicht mitbekam.

Der Alltag ist etwas mühsam, aber das Schöne an den modernen Schienen ist super praktisch – um sich zu waschen, ect  kann Frau sie ablegen. Legt sie aber auch ganz schnell wieder an, weil die Schmerzen sich sofort einstellen!

So lerne ich jetzt alles mit links zu machen. Die Maus mit links zu bedienen ist gar nicht so einfach. Tippen geht, aber dann schmerzt das Gelenk ganz schön. Versucht mal alles, was ihr mit der rechten Hand macht, mal mit der Linken zu tun. Ihr werdet euren Spaß haben.


Das schaffe ich mit links hat für mich jetzt eine ganz andere Bedeutung.