Samstag, 27. Dezember 2014

Licht am Ende des Tunnels: 2014

Am vierten Januar bin ich ein halbes Jahr in der Ausbildung zur Steuerfachangestellten. In einem Alter in dem die meisten sich schon auf ein ruhigeres Leben einstellen. Manchmal kommt es mir so vor als sei  ich noch einmal achtzehn. Ich lerne Dinge, die man selten mit Ende 40 in Angriff nimmt. Aber was soll’s? Ein Bekannte ist mit Anfang 60 ins praktische Jahr als Arzt. Nichts ist unmöglich, wenn man will.


Seit einem halben pauke ich Steuerrecht, Buchführung, und eben alles andere, was zu einer „Steuerfachi“ gehört. Manches macht Spaß, manches weniger, aber unsere Ausbilder sind wahre Goldschätze. Auch Herr S., der in Word und Excel nie die Geduld mit uns verliert, oder unser Finanzamt Beamter Herr R., der uns auf seine sehr humorige, aber auch trockenen Art, die Umsatzsteuer näher bringt. Sein Sohn unterrichtet uns auch. Und der hat den Schalk nicht nur im Nacken, sondern er lebt ihn auch aus – an uns. Und mit seinen spitzen Ohren könnte er a) Vulkanier oder b) ein Kobold sein. Für einen Vulkanier ist er zu witzig.

Es ist der Samstag nach Weihnachten und ich war selten so zufrieden in einem Leben wie in diesem Jahr. Im Januar bekam ich, nachdem ich noch Ende 2013 eine sogenannte Arbeitserprobung hinter mich gebracht hatte, die Zusage für die „Maßnahme zur Wiederteilnahme am Arbeitsleben“.
Aufgrund der guten Bewertungen konnte ich sogar wählen und entschied mich für besagtes Steuerfach. Nicht die schlechteste Entscheidung in meinem Leben. Zwar hatte ich die Zusage, aber trotzdem war ich nervös, bis, ja die schriftliche Zusage von der Ausbildungsstätte kam und kurz danach auch die schriftliche Zusage von der Bundesrentenversicherung kam, mit  dem Bescheid über die Höhe des Übergangeldes. Das war im April.

Anfang Mai kam die Metallplatte aus meinem Bein raus, die letzte von vier OPs, endlich. Die letzten vier Wochen im Juni hatte ich „Urlaub auf Staatskosten*, denn mein Krankengeld lief aus und die Ausbildung fing erst am 4 Juli 2014 an.
Das ist jetzt, wie schon erwähnt, ein halbes Jahr her. Seitdem pendle ich zwischen Schömberg und Stuttgart hin und her, es entstanden in dem halben Jahr neue Freundschaften, meine Katzen mussten sich daran gewöhnen, dass unsere Wohnung eine neue Mitbewohnerin bekam, Lena, und sie lieben sie.

Heute schneit es, was der Himmel hergibt und ich wäre gerne in Schömberg. Da bleibt der Schnee nämlich liegen. Und da unser Internat auf der dem Berg ganz oben steht und auch vom Wald umrahmt wird ist es dort eine Wintermärchenlandschaft. Anders als in der Stadt. Aber hier sind meine Kater, Freunde, die Heizung bullert leise vor sich hin und ich bin zufrieden.

2014 war kein leichtes Jahr, aber es war für mich ein sehr Gutes. Das erste wirklich gute Jahr seit einer längeren Zeit. Unter anderen bin ich bei mir selbst angekommen.

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