Mittwoch, 24. Dezember 2014

Weihnacht



Es ist früh am Weihnachtstag. Beide Kater turnten schon um halb vier auf mir herum und schnurrten, schmusten und stupsten mich wach.
Nicht weil sie mich so lieben, sondern weil sie dann Hunger haben. Ich liebe sie für ihre Ehrlichkeit. Kümmere ich mich gut um sie sind sie lieb zu mir. Ist Grey unzufrieden pinkelt er auf ein Handtuch oder setzt ein Häufchen in die Badewanne. Tja. So einfach kann das Zusammenleben sein.

Weihnachten werde ich alleine verbringen. Und ich freue mich darüber. Die Zeit zwischen den Jahren, die Rauhnächte (http://de.wikipedia.org/wiki/Rauhnacht), nutze ich zur Besinnung.
Die Rauhnächte waren für unsere europäischen Vorfahren heilige Nächte. Lange bevor das Christentum Jesus Geburt in diese Zeit legte.
Diese Tage sind für mich wichtiger denn je, gerade ohne das Bimbamborium. Sich Zeit nehmen und sie für ein Resümee zu ziehen, ohne in Melancholie zu verfallen, jedes Geschehen von allen Seiten betrachten, zu sehen was es wirklich bewirkte.
Seltsam erscheint mir, dass alles was mir seit dem November 2012 widerfuhr sich zu etwas Besserem verkehrte, so hart manche dieser Ereignisse mich in dem Moment getroffen haben mag:
Das Abwenden einer *sogenannten* Freundin, der Krach in der Familie, dass Ausgestoßen werden aus einem gewissen Kreis,  das Versagen meines Körpers… Es ist als ob das alles nur der Türöffner in ein anderes Leben war.
In diesen zwei Jahren *verlor* ich meinen letzten Ansatz des christlichen Glaubens, jeden esoterischen Ansatz und gegen alle Widerreden zum Trotz fühle ich mich befreit, frei und nicht deprimiert, verlassen oder verstört – ich wurde zur Agnostikerin.

Ich bin zufrieden. Freue mich über die freien Tage, freue mich darauf Menschen zu treffen, die mich mögen und die ich mag. Keine Hektik weit und breit, keine Forderungen an andere oder umgekehrt, keine (überzogenen) Erwartungen und Hoffnungen.

Für mich sich das *gesegnete* Tage, und diese wünsche ich euch, meinen Lesern auch. Egal wie ihr sie begehen mögt. Hauptsache ihr habt eine schöne Zeit.

Schöne Rauhnächte euch allen.
Eure Marianne

Kommentare:

  1. Ich lese gerade ein Buch über die Rauhnächte und finde faszinierend, welche Bräuche sich bis heute erhalten haben - und in welchem Gewand sie jetzt daherkommen :-)

    Ein bissel von dem Wunsch, das alte Jahr geordnet und aufgeräumt zu verlassen, damit das neue Jahr unbelastet und leicht beginnen kann, ist auch in mir. Ganz ohne religiösen oder esoterischen Hintergrund finde ich es befreiend, noch einige Dinge erledigt zu haben und nicht allzuviele ToDos ins Neue Jahr mitzunehmen.

    Und die Zeit zwischen den Jahren versuche ich ebenso zu nutzen wie Du: Einkehr halten, inne halten, vorübergehend aussteigen aus dem Hamsterrad, zu mir selber kommen. Die Welt muss warten, bis meine Akkus wieder geladen sind :-)

    Wunderschöne Rauhnächte wünsche ich Dir, liebe Marianne. Und auf dass Dir die Themen für Deinen Blog nicht ausgehen!

    Sei herzlich gegrüßt von
    Ingrid

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  2. Ich kann das gut nachvollziehen. Mich haben solche Zeiten auch immer irgendwie sehr bereichert, auch wenn das oft erst im Nachhinein für mich spürbar wurde. Ich kann heute sagen, ich bin meinen Krankheiten dankbar für das, was sie mich auch haben erleben lassen. Schmerzhaft war es alles Mal, auch von mir haben sich viele abgewendet, aber es haben sich eben neue Türen geöffnet und ich habe heute eine erfüllteres Leben als je zuvor. Ich habe tolle Menschen kennenlernen dürfen, auch mein Leben hat dann eine andere Richtung genommen, über die ich dankbar bin. Krise als Chance, klingt so abgedroschen, aber wenn man sie nutzt, ist es gut. Ich wünsche Dir eine gute Zeit jetzt "zwischen den Jahren"

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