Mittwoch, 25. Februar 2015

Die alte Jungfer als Mörderfängerin

Als ich Kind war, gab es die Schwarzweißfilme mit Mrs. Rutherford. Ich gehöre wohl zu den wenigen, die diese Verfilmungen der Agatha Christie Romane und ihrer Heldin Miss Marple nicht mochten. Ich fand das Auftreten der ulkigen alten Frau als peinlich.
Wenn ich die Filme heute ansehe hat sich nicht viel an meinem Empfinden geändert.
Aber… 
extrem liebevoll gestaltet ist auch der Vorspann
Dank der BBC gab es neue Verfilmungen der Miss Marple Romane und ich liebe sie. Es ist als wären die Romanfiguren den Büchern der großen Krimiautorin entstiegen und würden unter uns wandeln. Detailverliebt und unglaublich authentisch – nun ja, so wie wir uns das England in den früher 50er Jahren wohl vorstellen.


Eine neugierige, alte Jungfer, die ihre Nase in Sachen steckt, die sie eigentlich nichts angehen und ihre Schlüsse zieht. Sie vergleicht, wägt ab und findet immer ziemlich treffsicher den Mörder. Aber wahrscheinlich findet sie mit der genau selben peniblen Art auch heraus wer mit wem in ihrem geliebten St. Marymead (richtig geschrieben?) was mit wem am Laufen hat, wer die Kollekte in der Kirche klaut und wer wem in den Vorgarten pinkelt.
Dabei gibt uns die Autorin einen fantastischen Einblick in die Untiefen des menschlichen Zusammenlebens, frei nach dem Motto: Egal wie idyllisch ein Dorf, ein Mörder kann hinter jeder Hecke stecken. Liebe, Neid, Gier - alles ist vertreten, aber auch Unschuld und Güte.


Wer auf altmodische Krimis steht, die eine leicht verstaubte Atmosphäre transportieren, aber nicht ohne Witz und Spannung sind, der ist bei Agatha Christie und ihrer Miss Marple gut aufgehoben. Wer dann auch noch das alte England mag – noch besser.
Die Geschichten sind nicht einfach gestrickt, sondern fein verwoben, fein gesponnen, ie ein Spinnennetz.
Wenn man, wie ich momentan, dann eine Erkältung im Bett auskurieren muss, der ist sogar ein klein wenig glücklich.

- love it -

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