Sonntag, 22. Februar 2015

Fasten oder nicht? Sonntagsgedanken 8/2015

Etwas müde und moralisch verkatert und mal wieder war der Sonntagmorgen grau. In der Zwischenzeit hat sich die Sonne durch den Morgennebel durchgekämpft.
Der Aschermittwoch liegt ein paar Tage zurück, für mich aus mehreren Gründen bedeutungslos:
weder feiere ich Fasching noch bedeutet mir dieses alte Brauchtum etwas, weder aus Tradition noch aus religiösen Gründen.
Allerdings hat die Fastenzeit nach dem Fasching etwas. Aus welchen Gründen Menschen fasten sind sehr unterschiedlich. Die religiösen oder traditionellen Gründe habe ich bereits angeführt. Aber es gibt auch gesundheitlicheGründe und das Fasten muss sich nicht auf das Essen beziehen.
Die Fastenzeit fällt ja in den zeitlichen Bereich des Jahres in denen es vor der professionellen Vorratshaltung kaum noch Lebensmittel gab. Die Menschen hungerten bis zu den ersten Ernten.
Wir leben heute in Zeiten, in denen es in den Industriestaaten kaum noch Hunger gibt, und wenn dann nicht aus natürlichen Umständen.
Fasten ist nicht schädlich, wenn man es richtig macht, aber man kann auch anders fasten. Man muss nicht seinen Körper kasteien. Wenn man nicht Völlerein betreibt muss man auch Nichts bereuen. Die unfreiwillige Fastenzeit der grauen Vorzeit war ja nicht die Folge der Fresserei der Tage davor, die Leute aßen, wenn sie etwas zu essen hatten und hungerten, wenn sie nichts hatten. Unsere Körper sind so angelegt, dass sie unverbrauchte Kalorien für bessere Zeiten zurücklegen, praktisch als Sparprogramm. Und in der heutigen Zeit haben einige von uns ganz schön dicke Sparkonten. Das meinige ist auch nicht gerade dünn. Aber es stört mich nicht (mehr) und da es kaum gesundheitliche Auswirkungen hat, sehe ich auch keinen Grund mich dem Modediktat der modernen Gesellschaft zu beugen.
Also warum schreibe ich über das Fasten, wenn ich es a) weder notwendig, b) nicht unangebracht finde etc. etc.?
Nun ich faste auch, aber anders. Auch Freunde von mir fasten – anders. Ein Teil raucht in diesen Tagen nicht, andere verzichten auf Alkohol und… ich verzichte auf Unterhaltung der elektronischen Art.
Wie kommt es? Zuerst hatte ich Facebook aufgrund der geänderten Nutzungsbedingungen vom Handy gekickt, dann hat man uns im Internat den Internetzugang gedrosselt. Da ich alles über den PC mache: Fernsehen und Radiohören, Youtuben etc. war und bin ich ziemlich aufgeschmissen. Jetzt kann man jammern, losrennen und ein TV Gerät kaufen oder man lässt sich auf die Internet- und Flimmerkistenfreie Zeit ein. Ich versuchte/versuche das Letztere. Erst mal. Von einem Freund kaufe ich einen gebrauchten Flat-TV, aber erst zu Ostern, bzw. nach Ostern.
Dass ich kein FB mehr auf den Handy habe wirkt sich schon aus: als erstes fielen mir die Menschen auf die mit gesenkten Kopf gegen andere Menschen, Türen, Pfosten laufen oder erst im letzten Moment ausweichen Ich habe meinen Spaß. Und ich habe mehr Zeit.
Für alles Mögliche: lesen, lernen, laufen.
Zuhause kann ich streamen, aber irgendwie habe ich da keine Lust drauf.


In diesem Sinne: einen schönen, sonnigen Sontag

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