Sonntag, 29. März 2015

Hetzjagd - Sonntagsgedanken 14/2015

Es war eine Woche die seltsamer nicht sein konnte. Und alles wurde von einem Unglück überschattet, dem man nicht entkommen konnte, auch wenn man selbst nicht betroffen war.
Auf der einen Seite wegen der ausufernden Berichterstattung auf der anderen Seite wegen der öffentlichen Kritik an dieser Berichterstattung.
Ich mag mir nichts, aber auch rein gar nichts vorstellen, was im Zusammenhang mit diesem Unglück steht. Weder was die Opfer noch der Hinterbliebenen empfanden, empfinden und noch empfinden werden.
Ich verweigere mich dem Hype, der Hysterie, das über das normale Mitgefühl hinausgeht. Ich kann keine Trauer empfinden, aber Mitgefühl.
Allerdings verweigere ich mich in gewisser Weise auch dem andern Hype:
„Der kritischen Betrachtung der Berichterstattung“. Mir entringt sich ein tiefes Seufzen.
Ohne Nachfrage kein Markt. Es wird nichts produziert, wenn es keinen Abnehmer gibt. Jedenfalls nicht auf Dauer.
Gäbe es die Berichterstattung von B*** denn noch, wenn es sich nicht um das meist gelesene Blatt in deutschen Landen wäre? Ob es mich und ein paar andere ekelt, dass dies so ist, ändert nichts an der Tatsache.
Jetzt ist eine neue Treibjagd eröffnet und ich muss zugeben: ich habe unterschrieben – gegen einen Kommentator der B***, dessen zynische, menschenverachtende Art mir schon lange auf die Eierstöcke ging und geht. Die Petition richtet sich gegen seine Kolumne. Die Unterschrift kann und würde ich nicht mehr zurücknehmen, auch wenn ich könnte und in der Zwischenzeit wohl kaum noch unterschreiben würde.
Auch wenn ich seine Kolumne als Dreck empfinde – andere lesen sie gerne.
Positiv betrachte ich allerdings die Tatsachen, dass sich einzelne Kioske und Tankstellen schon entschlossen haben die B*** nicht mehr im Angebot zu führen.
Dabei darf man nicht außer Acht lassen, dass sie nur die Spitze des Eisberges ist.
Und auch hier noch einmal: Wo keine Leser, da keine Zeitpunkt.
Früher gab es Brot und Spiele, heute gibt es Dschungelcamp und B***.
Es ist etwas geschehen diese Woche, in Folge des Unglücks bei ein paar Menschen hat ein Umdenken eingesetzt, bei anderen war die Folge, dass sie ihrem Unmut Luft gemacht haben. Auf allen Seiten, in passender und unpassender Form.
Es wurde viel über das alles gesprochen, geschrieben und berichtet. Vielleicht bleibt etwas hängen.
Das Informationen nicht alles sind.

Think about it.

Mittwoch, 25. März 2015

Trauer

Es tut mir leid. Auch wenn ich nicht persönlich betroffen bin. Auch wenn ich nicht in jedem sozialen Netzwerk jetzt einen Trauerflor an mein Profilbild hefte.
Die Beileidsbekundungen im Netz sind überwältigend.

Man kann ihm nicht entkommen.
Sobald man die Nachrichten einschaltet wird man zum Zuschauer.
Es ist fast wie bei einem Unfall auf der Autobahn.
Die anderen Gaffer machen es einem nicht möglich es nicht voll mit zu bekommen.
Man kann auch mitfühlen, wenn man nicht in den Wunden anderer herumstochert.

Das ein gewisses Blatt sich nicht ent - blöd - ete, die betroffenen Angehörigen abzudrucken und so der schamlosen Sensationsgier seiner Leser zu befriedigen ist nur eine der unwürdigen Randgeschehen eines solchen Unglücks.

Erinnerungen an Eschede kommen hoch, als jemand auf Facebook schrieb. *Wie schrecklich. Für meine Flugangst ist das nicht gerade förderlich!*. Ob sich der Kommentator bewusst war, wie grausam und lächerlich seine Worte waren?
Ich, ich, ich, ich....?
Da schwafelt jemand von Flugangst und setzt sie dem Tod einer Menge Menschen gleich, deren Leben plötzlich und auf schreckliche Weise beendet wurde.
"Reporter" fragen Passanten: "Würden Sie momentan fliegen?". Was soll das?
Nach Eschede musste ich jeden Tag in den Zug, Montags bis Freitags, und oft in einen ICE der selben Baureihe. Klar steigt man nicht fröhlich in so ein Gefährt. Und wenn ich einen Flug gebucht hätte würde ich auch fliegen - aber was interessiert das in einem solchen Moment?
Vor allem - wen interessiert das?

Was das Geschehen so schrecklich macht: es kann jeden von uns jederzeit erwischen.
Das Fliegen so alltäglich geworden, was uns ja die Gefahren ausblenden lässt.
Was den Angehörigen und Freunden nicht hilft.

Den Angehörigen wird geholfen, soweit man helfen kann. Die Bundeskanzlerin sieht sich die Absturzstelle an und spricht mit Angehörigen. Alles geht seinen Weg.
Die Trauer ist unermesslich.
Die Gier auch. Die Sensationsgier. Da stockt dem Menschen zu hause auf der Couch der Atem.
Und  B**** ist live dabei.

Der DAX hat reagiert. Die Lufthansa Aktie fiel 4%. Die Anleger sind entsetzt. Und atmen hörbar auf, als die Allianz, bei der die Lufthansa versichert ist, nicht von der Sache betroffen ist. Auch Airbus nicht, obwohl ein solcher abstürzte.

Klingt das alles herzlos was ich geschrieben habe?
Ja.
Aber so scheint ein Teil der Welt zu ticken.

Mein Mitgefühl für die Angehörigen der betroffenen Passagiere und Bordpersonal.
Mir fallen keine Worte des Trostes ein.
Ich wünsche ihnen, dass sie trauern können. Und irgendwann mit dem Verlust abschließen können.

Und: ich wünschte mir etwas mehr Diskretion den Familien und Freunden gegenüber. Das sie nicht in das Rampenlicht des öffentlichen Interesses gezerrt werden würden.


Sonntag, 22. März 2015

Der Genderstreit - Sonntagsgedanken 13/2015

Die Befürworter des Bildungsplan sprechen von Liebe...

Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Auch das Demonstrationsrecht.
Ob uns das in manchen Diskussionen noch bewusst ist? Und das wir in D auf einem hohen Niveau jammern, was das angeht.

Gestern haben sich wieder einmal die Gegner der Genderpolitik der grün-roten Landesregierung in Baden-Württemberg versammelt. Mit tatkräftiger Unterstützung von Frau Kelle. Sie schreibt ja auch unter anderen für den European. Aber sie steht nicht für den European, sie ist nur eine seiner Autoren. Ob ich sie schätze? Kann ich nicht sagen, ich kenne sie nicht wirklich. Aber ihre Meinung, die kenne ich und teile ich – NICHT.

Letztes Jahr im März begegnete ich den Bildungplangegnern zum ersten mal live: http://www.kokelores.com/2014/04/its-all-about-love-sonntagsgedanken.html
.

Die Bildungsplangegner sprechen von ... nun....

So wie ich auch nicht die Meinung der Besucher dieser Demonstranten teile. Aber sie haben das Recht sich zu versammeln und ihre Meinung kund zu tun. Sie haben sogar das Recht gehört zu werden. Die AfD und die NPD haben die Versammlung beworben - trotzdem darf und kann jeder dem Aufruf folgen. Und sie folgten: Unter der Flage der heiligen Ursula zum Beispiel.
Damit ist es auch schon gelaufen, d.h. sie liefen dann auch noch unter Polizeischutz.
Seufz.
Ich wünschte mir die jungen Menschen der Antifa würden einfach bei solchen Demos wegbleiben und die machen lassen. Zuviel Aufmerksamkeit für dieses Trüppchen. Zuviel Zuwendung. Dadurch fühlen sie sich wichtiger als sie sind. Damit meine ich nicht die Antifa. Und dann müssten sie auch nicht von 8 Hundertschaften der Polizei *geschützt* werden, die Jungs und Mädel der Polizei hätten mal wieder ein freies Wochenende.
Auf der anderen Seite – bei der *normalen* Gegendemo sprachen die Redner den dritten Artikel des Grundgesetzes an,

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Was da fehlt: die sexuelle Orientierung. Aber das kommt vielleicht noch.
Und: Es wurde von Respekt gesprochen. Von den gleichen Rechten aller Menschen. Aber es gibt immer noch welche die das anzweifeln. Auf allen Seiten.


Haben denn beide Seiten Respekt vor einander? Leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass es bei einigen auf beiden Seiten eben an diesem Respekt mangelt. Und deswegen muss die Polizei beide Seiten trennen. Ich hätte mir gerne Frau Kelle angehört, kam aber leider zu spät, auch wenn mich die Polizei durchgelassen hätte. Die fand ich teilweise sehr entspannt. Andere wiederum nicht. Es gab das ewige Katz-Mausspiel zwischen Polizisten und Antifa. Wie immer. Auch nix Neues.

Die jungen Leute riefen:
*Liebe ist ein Menschenrecht*, worauf ihnen sofort abgesprochen wurde zu wissen, was Liebe sei.Wie hochmütig muss man sein, dass man denkt, zu wissen was andere wissen?
Wie sehr von sich eingenommen muss so jemand sein?
Vermehren ohne Liebe geht. Aber leben ohne Liebe?
Mir ist es so was von egal wen oder was oder wie jemand liebt, wenn es für beide passt und es beiden - oder mehreren - Erfüllung, Spaß und Freude bringt? So what?
Und trotzdem - auch wenn ich mit den Gegnern des Bildungsplans nicht einer Meinung bin möchte ich verstehen, wie sie zu ihren Meinungen kommen - siehe das Flugblatt weiter oben im Artikel, oder die Artikel der Frau Kelle. Ich habe mich mit ihren Ängsten und Befürchtungen auseinander gesetzt und kam zum Schluß: sie vestehen nicht, um was es beim Bildungsplan zum Gender geht.
Es geht nicht darum, andere zu zwingen so zu sein wie man selbst ist, aber es zumindest zu tolerieren wie andere ihren Lebensentwurf gestalten.
Wenn andere denken sie müssten beim Sex das Licht auslassen, nur miteinander schlafen um Kinder zu zeugen, nicht zu verhüten: bitte schön, dann sollen sie es so machen. Aber verlangt es nicht von uns anderen.
Verlangt nicht, dass Minderheiten auf das Wohlwollen der Mehrheiten angewiesen sind, sondern dass die Toleranz und Akzeptanz zum Normalfall wird.
Das jede Form des Beziehungslebens gleichgestellt wird, ob Mann-Mann-Kind, Frau-Frau-Kind, Mann-Frau-Kind.
Verlangt nicht von mir und anderen Frauen uns zu Gebärmüttern zu reduzieren.
Ich wollte nie Kinder. Also nie eine Beziehung? Nie Liebe? Nie Sex?
Und wenn sich zwei Männer lieben? So what? Oder zwei Frauen? Und wenn sich ein Mann als Frau fühlt -WAS GEHT ES EUCH AN?
Wohl nur in dem Sinn, dass ihr eure Kinder zu tolerante Menschen erziehen sollt. Und das versucht die Landesregierung - sie übernimmt Verantwortung.


und immer mit dabei, die Polizei 

Gut das wir in einer repräsentativen Demokratie leben. Gut, dass das Grundgesetz die Rechte von Minderheiten schützt. Und Aufklärung tut Not. Gegen alle Widerstände.
Wenn die Landesregierung einen anderen Weg einschlagen würde - nun, dann müsste ich es auch akzeptieren. Ich dürfte demonstrieren usw usf.
Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass bei dieser Demo Menschen dabei waren, die anderen genau dieses Recht absprechen, unter anderen einen Pfarrer, der die S-21 Gegner aus der Stadt jagen wollte.... Oder man versucht die Gegendemonstranten zu diskreditieren....
Grundrechte einfordern nur für den eigenen Standpunkt?
Was mich immer wieder verblüfft an der ganzen Geschichte ist, dass anscheinend Toleranz und Akzeptanz für sehr gläubige Menschen ein Fremdwort zu bleiben scheint. Ob dies nur mein persönlicher Eindruck ist kann ich nicht sagen, es erscheint mir nur so….

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, wurde mir als Kind im Religionsunterricht beigebracht.
Es scheint nicht viel Selbstliebe bei vielen Menschen zu geben. Aber das ist auch nur mein persönlicher Eindruck.

Think about it.



Sonntag, 15. März 2015

Kopftuchgeschwader - Sonntagsgedanken 12/2015

So nannten wir in der Mittelstufe unsere Putztruppe an der Mittelschule und im Gymnasium. Uns war es nicht bewusst, dass wir ziemlich rassistisch unterwegs waren Unabsichtlich. Unbewusst. Scheint den Menschen im Blut zu liegen.
in der Grundschule waren die Putzfrauen noch deutsche Frauen, danach – nun nicht mehr. Die Jobs wurden an *billigere* Arbeitskräfte vergeben.
Wenn Schlussverkauf war standen sie in der ersten Reihe, die Frauen mit den Kopftüchern und stürmten los.
20 Jahre danach ergingen in Folge zwei Urteile:
Erst wurde das Tragen des Kopftuches an Schulen untersagt, dann wurde das Urteil wieder aufgehoben, da es eine Einschränkung der Religionsfreiheit darstellt.
Der Bundesgerichtshof hat gesprochen.
Das Kopftuch. Der Stein des Anstoßes. Der Zankapfel. Ein Stück Stoff wird zum Symbol einer Diskussion um … Ja um was denn eigentlich?
Weder ist ein Kopftuch eine Waffe, noch ist es ein Tschador.
Junge Frauen tragen sie in bunten Farben, kunstvoll verschlungen, die jungen Gesichter gepflegt, geschminkt, teilweise mit der neusten Brillenmode bestückt.
Ältere Frauen tragen sie eher schlicht und in gedeckten Farben.
In den 70igern trugen deutsche Bäuerinnen noch ganz selbstverständlich Kopftücher.
In den Kirchen sieht man heute noch die *alten Weiberln* mit Kopftüchern.
Besucht man Länder wie Griechenland, sieht man alte Frauen ganz in schwarz – mit Kopftuch. Versucht mal als Frau in strenggläubigen, christlichen Ländern Schulterfrei eine Kirche zu betreten – no Chance.
Ich sehe des Öfteren Nonnen – mit Kopftuch!
Mein Tuch um den Hals verwende ich, wenn ich vom Regen überrascht werde, als Kopftuch.
Grace Kelly trug es, wenn sie in ihrem Cabrio über ihre Insel flitze.
und heute?
Ein Symbol des Islams, der Unterdrückung der Frau, und so weiter…
Ich muss daran immer denken, wenn mir die junge, hübsche Frau die bei uns im Internat putzt, zulächelt. Oder ihre fröhliche, ältere Kollegin mit der ich manchen derben Spaß wechsle. Beide tragen Kopftuch.
Ich fühle mich von ihnen nicht bedroht. Nicht bedrängt.
Eine frühere Kollegin, Filialleitung, hatte den Mut eine junge Muslima einzustellen, die Kopftuch trägt. Die junge Frau ließ sich gerade von ihrem Mann scheiden und war ratzfatz im Kollegenkreis integriert und beliebt.
Nur die Kunden guckten etwas irritiert – in einem Youngfashion Laden haben sie so etwas wohl nicht erwartet.
Bei meiner Rentenversicherung arbeitet eine freundliche , junge Dame am Empfang -mit Kopftuch. Ihr Lächeln läßt Mona Lisa vor Neid erblassen.
Und ihm öffentlichen Raum? Warum nicht? Warum soll eine Mathelehrerin kein Kopftuch tragen, oder nicht gepierct sein, oder ohne Kopftuch kommen, oder nicht tätowiert sein.
Schon mal was von Toleranz gehört? Von Religionsfreiheit?
Ja? Echt?

Samstag, 14. März 2015

Farewell my friend


Nanny Ogg, Esmaralda Wetterwachs, Tod, Ratten-Tod, Tiffany Weh und viele andere sind wie Freunde für mich. Mit ihnen und manchmal auch über sie, muss ich regelmäßig kichern, manchmal bricht das Lachen schallend aus mir heraus, auch morgens um halb sechs an einem zugigen Bahnhof.
Diese Lachflashs haben mir an allen möglichen Orten und Uhrzeiten seltsame, tadelnde, fragende Blicke eingebracht, die erst an meinem, vom Lachen geröteten Gesicht hingen und dann an den Bucheinbänden.

Die Welt des Terry Prattchet. Der Mann, der mir unbezahlbare Stunde der Freude und des Lachens brachte, indem er mir die Türen zu einer anderen Welt öffnete, die der unserem nur in den Charakteren der Menschen ähnlich ist. Na ja, und in einigen anderen Dingen.
Die Physik der Scheibenwelt ist die Magie. Und diese Magie ist die Basis von vielen Geschichten. Terry hat es in einer unnachahmlichen Art fertig gebracht das Weltgeschehen auf seine Art und in seiner Welt so darzustellen, dass man den Zusammenhang mit dem Zeitgeschehen auf unserer Welt sofort erkennen konnte. 

*Bewegte Bild*, handelt Hollywood ab und rechnet auch damit ab, *Hogfather* nimmt Weihnachten und seine nichtchristliche Herkunft auf die Schippe. Untoten, Vampire, Menschen, Hexen, Magier, Trolle und noch viele andere bevölkern seine Welt.
Und man könnte sie eins zu eins auf die Politiker der unseren Welt übertragen, auf die Diven, die Stars und das Fußvolk.
Und es überraschte mich trotzdem immer wieder, wie viele meine Freunde ihn kannten und schätzten. Oder das völlig fremde mich in S-Bahn, Bus oder Bahn ansprachen, ob ich schon jenes oder dieses von ihm gelesen hatte. Und man plauderte eine Zeitlang entspannt und lachend über die eine oder andere Figur.

Welch brillanten Geist entsprangen dieses Geschichten und welch tragisches Schicksal ereilte ihn. Terry Pratchett litt an einer seltenen Alzheimer Art.
Er zog jetzt die Reißleine für sich: er wählte den Freitod, in der Runde seiner Familie. Sie ließen ihn nicht alleine, als er beschloss im *Ganzen* zu gehen, Körper und Geist gemeinsam.
Welch schreckliche Vorstellung, für einen fantasiebegabten Menschen, die Fähigkeit zu denken, sich zu erinnern. zu verlieren und nur noch eine Hülle zu sein, die rudimentäre Teile von sich selbst enthält..
Er wollte das nicht.
Und ich kann es so gut verstehen.

Ich verbeuge mich tief vor dem Meister der Erzählung, vor den wortgewandten und wortgewaltigen Menschen, der mir manche trübe Stunde erhellte.
Es scheint Zeit zu sein, sich nach und nach von liebgewohnen *Freunden* zu verabschieden. Ob sich Leonard und Terry wohl begegnen werden? Oder ist alles zu Ende?


Farewell Terry.
Thank you for all.

Montag, 9. März 2015

"discover new blogs“ das ist das Motto dieses Blogger Zusammenarbeit, dass mir von Jo’s Truth übermittelt wurde.
Es ist schon etwas länger her, dass ich direkt aufgefordert wurde, an einemBlogger-„Wettbewerb“ teilzunehmen. Johanna nennt es *Stöckchen* zuwerfen und ich fühle mich geehrt, dass sie  meine *Sonntaggedanken* mag. Zu mehr komme ich im Moment auch fast nicht, da mich meine Ausbildung – unter der Woche – und meine Katzen – am Wochenende – voll im Griff haben.
Umso mehr freue ich mich, dass es noch Menschen gibt, die mein Geschreibsel interessiert. Und wenn ich schon nominiert werde, dann mache ich auch mit. Ehrensache.
Vor allem weil ich Johannas Blog, als absolut lesenswert finde.
Jetzt ist es wie ein Spiel:
Der Stöckchenwerfer stellt seinen Nominierten (Opfern) Fragen, die diese in ihrem Blog zu beantworten haben. Johanna hatte folgende und mein Senf steht in kursiv unter der jeweiligen Frage:

Vor Deiner Haustür findest Du eine Päckchen mit der Aufschrift „Vorsicht, gefährlich!“ – kein Absender, kein Adressat. Was tust Du?

In der Auffahrt steht die Aschetonne. Deckel auf, rein, Deckel zu.
Hm, oder vielleicht doch ein Anruf bei der Polizei?
Oder Aufkleber mit Herzen drauf und der ungeliebten Nachbarin vor die Türe legen?
ICH WEISS ES NICHT!

Im Kino sitzen zwei Personen vor Dir, die den Film andauernd laut kommentieren. Was tust Du?
Ich lutsche meine Himbeerdrops an und bewerfe sie damit.

Herz, Bauch oder Kopf – wer entscheidet bei Dir?
Alles drei zusammen.
Sagt der Kopf: das ist okay, wird das Herz befragt, und wenn das sagt, okay, dann der Bauch. Der hat das letzte Vetorecht.

Seegurke oder Knallfrosch?
KATZE, was sonst?

Wenn Du ein Gott wärst, was wäre Dein Spezialgebiet?
Die Unendlichen Weiten Der Universen.

Es gibt eine Frucht, nach deren Verzehr man 10 Minuten lang fliegen kann. Wie sieht sie aus?
Weiß nicht, aber bestimmt ziemlich ekelig.

Du hast die Chance hinter die Kulissen einer Fernsehserie zu blicken, welche wählst Du aus?
The Big Bang Theorie

Welcher war der beste Thriller, den Du gelesen hast?
Oh je. Hust. HM. So viele. Aber in erschreckende Erinnerung bleibt mir „Schneemann“ von Nesbo. Den Strich durch das O müsst ihr euch jetzt einfach vorstellen.

Was würdest Du heute aus Knetmasse basteln?
Das sage ich hier lieber nicht, ich kleine Sau, ich …..

Was war Dein schlimmstes Kocherlebnis?
Auf welches soll ich mich da jetzt beziehen? Ich glaube das, bei dem sich die Nachbarn bemüssigt fühlten die Feuerwehr zu rufen?

Die Wurzel aus 3136 ist?
 Bestimmt 42!



Hattet ihr euren Spaß?
Dann seid froh, dass ihr nicht nomniniert seit, und wenn doch, dann stellt euch meinen 11 Fragen:
  1. Wenn du eine Comicfigur sein könntest, für welche würdest du dich entscheiden?
  2. Was wärst du lieber: Engel oder Teufel?
  3. Vor dir verliert jemand einen Bündel Geldscheine, die Person trägt einen Pelzmantel: Was machst du mit dem Geld?
  4. Katze, Vogel, Hund oder Maus? Was liebst du und wenn, was könntest du essen?
  5. Glaubst du an ein Leben nach dem Tod, und wenn nicht, was dann?
  6. Du hast Lockenwickler im Haar (Bart oder Haupthaar ist egal) und eine Gurkenmaske im Gesicht, der Mensch deines Lebens steht vor dir: Was sagst du?
  7. Du könnest unbemerkt die Mona Lisa klauen. Würdest du?
  8. Was befindet sich gerade in deinem Kühlschrank?
  9. Isst du im Dezember *frische* Erdbeeren?
  10. Wer macht deine Steuererklärung?
  11. Was war das schlechteste Buch, dass du je gelesen hast?
Und wen nominiere ich jetzt? Ich habe da ein Problem: es gibt nicht wirklich viele Blogs, die ich lese und die meisten sind eher politischer/wissenschaftlicher Natur. deswegen werden es auch keine elf Blogs werden, aber die die ich nominiere, sind mir lieb, aus verschiedenen Gründen (weniger ist mehr).
Jo's Truth nominiere ich nicht, aber verweise gerne auf ihren Blog, den ich sehr mag, Aufmachung, Schreibstil, Theman: alles ganz nach meinem Geschmack

Traumbilder - von Sabienes, mich sprechen ihre Art zu schreiben und ihre Bilder an
Liebstöckelschuh von S. v. L - wenn sie über ihre Tochter schreibt, liege ich lachend am Boden, ich mag ihren *furz*trockenen Humor
Doras Tagebuch - Dora, geliebte virtuelle Nachbarin und Freundin
Ansonsten nicht nominierte Blogs, aber gern gelesen
Kessel TV
The European - aber hier eigentlich nur den Heinrich *der gewitzte* Schmitz
viel Spaß euch beim erforschen ...

Sonntag, 8. März 2015

SCHULDIG! Sonntagsgedanken 11/2015

Vorwort:

Bei einem Blog? JA! Denn ich schrieb den Artikel gestern morgen - auch ich plane manchmal voraus.
Und dann las ich gestern Abend den Beitrag von  Heinrich Schmitz im *The European*, den ich euch ans Herz legen möchte.
Heinrich ist Rechtsanwalt, ne coole Socke und ein Mensch mit kühlem Verstand. Ich glaube das braucht man in der Juristerei.
Vorwort Ende.
Auch wenn man sich mit der Steuer auseinandersetzen darf (muss) bekommt man – wie die meisten Jurastudenten auch – am Anfang folgenden Satz zu hören:

Da hilft kein Geschwätz‘
da hilft nur der Blick ins Gesetz!

Wer jetzt up to date ist weiß auf was ich hinausmöchte:
Zwischen Rechtsempfinden, Volkesmeinung und Stammtischgerede und geltendem Recht liegen Welten.
Zwischen dem was wir glauben, zu wissen glauben, vermuten und dem was als tatsächliche Beweise vorliegt, liegen nicht nur Welten, sondern manchmal ganze Universen.
Wenn dann noch persönliches Empfinden dazukommen, zum Beispiel wenn der/die Verdächtige auch noch nach persönlichen Empfinden „unsympathisch“, „arrogant“, „kalt“ – nun dann ist die Hexensuppe perfekt, der Volkszorn kocht und dem Angeschuldigten kann man nur wünschen, dass er  nicht in dessen Fänge gerät.
Vor ein paar Jahren wurde ein junger Mann verdächtigt, ein kleines Mädchen in einem Parkhaus umgebracht zu haben. Er wurde in Gewahrsam genommen und der Volks Mob rief zur Lynchjustiz auf. Gerade noch rechtzeitig wurde bewiesen, dass der junge Mann nichts mit dem Mord zu tun hatte, noch nicht einmal annähernd.
Und wie kann man das jetzt auf den aktuellen Fall anwenden?
„Wir“ glauben folgendes zu wissen:
  • Wo Rauch, da auch Feuer! (Auch, wenn es nur nach Hörensagen ist)
  • Der hat gestanden!  (Was, ist erst einmal egal, SCHULDIG!)
  • Der ist unsympathisch.  (Ist doch Wurst wie Tofu, dass das rechtlich nicht relevant ist)
  • Der ist ein perverses Schwein! (Woher wissen wir, was er wirklich tat?)
  • Der hatte Kinderpornos auf dem Laptop! (Das das Laptop nicht mehr da ist, ist egal)

Tatsächlich wissen wir folgendes:
Ja, er hat sich Bilder aus dem Internet runtergeladen, Bilder von nackten Kindern.
Für unser Rechtsempfinden entspricht das einer Straftat, oder wir finden es als nicht normal.
Fakt: solange es sich nicht um Fotos in eindeutigen Posen handelt, handelt es sich NICHT um Kinderpornografie, und erfüllt keinen Strafbestand.
Ob wir das gute finden oder nicht steht auf einem ganz anderen Blatt.
Können wir die Bilder ansehen und es feststellen, ob es sich tatsächlich um „harmlose“ Bilder handelt? Nein, dass Laptop wurde angeblich geklaut.

Fakt:
Es hat jemand von seinen Parteifreunden Kontakt zu den Ermittlungsbehörden gehabt und ihm gegenüber geplaudert. Aber auch hier ist ein Teil Vermutung. Dann verschwand der Laptop.
Was uns unmöglich macht, das Bildmaterial zu überprüfen.
Womit wieder keine Beweise vorliegen.
Und jetzt stecken wir mitten im Dilemma.
Kaum jemand wird jetzt noch denken, dass an der Sache nicht irgendetwas faul ist. Es hat mehr als nur ein Geschmäckle, es riecht nicht nur, es stinkt.
Es geht um die, die sich am wenigsten wehren können.
Kinder.
Und hier wird es ekelig. Hier bekommt man ein schlechtes Gefühl. Hier erfasst Eltern der „gerechte“ Zorn.
Und?
Nun wir leben nicht mehr im Mittelalter, in dem man mit Fackeln des Nachts vor das Haus des Beschuldigten zog und mit ihm kurzen Prozess machte, wenn er nicht gewarnt wurde und sein Heil in der Flucht suchte.
Wir leben auch in einem Rechtsstaat, in dem den Anklägern, Verteidigern und Richtern regeln auferlegt werden. Und in Deutschland muss dem Tatverdächtigen die Schuld nachgewiesen werden. Ist dies nicht möglich so gilt die Unschuldvermutung.
Und jetzt?
Ist unsere Justiz generell korrupt? Wohl kaum, auch wenn ich denke/glaube/vermute, dass manche gleicher als gleicher sind, so sehe ich in diesem Fall weder Rechtsbeugung noch Fehlverhalten durch die Justiz.
Bevor ihr jetzt über mich herfallt:
Die Sache stinkt zum Himmel – aber an anderer Stelle. Und die Stelle ist bekannt.
Hier liegt der Hase begraben. In der Ermittlungsphase.
Und jetzt?
Jetzt gilt das Recht. Er wurde weder verurteilt, noch freigesprochen. Das Verfahren wurde eingestellt.
Gegen eine Geldzahlung.
Wer sich jetzt an ihn heranmacht, macht sich strafbar.
Denn wir unterliegen allen demselben Gesetz.
Was bleibt, außer einem üblen Nachgeschmack?
Die Tatsache, dass es sich bei dem Verdächtigen vielleicht um einen Schuldigen handelt.
Wenn es so wäre, wäre er *Konsument*.
Es ist wie mit den Drogen: Die *Kleinen* hängen sie, die Großen, die Fotografen, die Händler sitzen außerhalb des Gesetzes und lachen sich ins Fäustchen.

Think about it.

Sonntag, 1. März 2015

Farewell Leonard - Sonntagsgedanken 9/2015

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das erste Mal sein *Absolut faszinierend* gehört habe. Aber es hat sich mir eingebrannt. Auch das das Wohl Aller über dem Wohl des Einzelnen steht.
Aber ich spreche hier nicht von einer realen Person, sondern von einer Seriengestalt.
Von Anfang an. Während die anderen Mädchen meines Alters sich zum Barbiepuppenspielen und später zu den üblichen Mädchentreffen trafen, mopste ich meinem Papa immer seine *Perry Rhodan – unser Mann im All*-Heftchen vom Bastei Verlag.  Mein Eintritt in die SIFI Welt, die ich nie wieder verlassen habe. Sie ist ein Teil von meinem Leben. Und seitdem ich mich bewusst an diese zweite Seite meines Lebens erinnern kann – so lange ist auch er dabei: Mr Spock, Wissenschaftsoffizier der Sternenflotte, 1. Offizier der Enterprise, Sohn einer Terranerin und eines Vulkaniers, mit den schönsten, spitzen Ohren jenseits und diesseits des Orion.

Jede Folge der Originalserie, die in den 60igern des letzten Jahrhunderts begann, jeden Film von Star Treck habe ich gesehen, nicht nur einmal, sondern mehrmals. Die Originalbesetzung des Sternenkreuzers Enterprise sind wie gute alte Freunde für mich, mit denen ich durch die unerforschten Weiten des Weltalls streifte, die ein Mensch vorher gesehen hat.
Leonard Nimoy.
Der Fluch und der Segen einer Rolle, die einem so berühmt macht, dass der Darsteller dahinter fast nicht mehr wahrgenommen wird/wurde.
Unwahrscheinlich das ein anderer Schauspieler der fiktiven Person einen solchen Charakter hätte verleihen können. 

Als mich die Nachricht erreichte konnte ich es nicht erfassen, ich war unter Freunden und die Gruppe hielt den ersten Schock und Trauer fern. Als ich dann zuhause war konnte ich nicht anders:
Ich beweinte den Helden meines Lebens, bzw. den Tod des Mannes der diesen Helden verkörperte.
Wie sagte eine Freundin: Alt werden ist nichts für Weicheicher.
Immer mehr reelle Menschen verlassen einen und auch die Begleiter aus Filmen und Serien verschwinden im Nirwana.

Viele wissen nicht, das Leonard Nimoy Jude war und sich Jahrzehnte lang weigerte Deutschland einen Besuch abzustatten. In Rahmen einer Sience Fiction Konvention tat er das dann doch und das Geschenk, revidierte sein Bild in Bezug auf die Deutschen zumindest in einem Bereich.
Was mich mehr als nur freut.
Er schenkte uns seine Schauspielkunst und auch wenn seine Feindschaft zu seinem Schauspielkollegen Kirk-ich-kann-nicht-schauspielern-William-Shatner legendär war/ist, so hat man es dem Endergebnis nie angesehen.
Nicht Mr. Spock starb, sondern sein Darsteller.
Danke Mr. Nimoy für viele Stunden Spannung, Ablenkung, Trost, Neugier.


Farewell Leonard.