Sonntag, 1. März 2015

Farewell Leonard - Sonntagsgedanken 9/2015

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das erste Mal sein *Absolut faszinierend* gehört habe. Aber es hat sich mir eingebrannt. Auch das das Wohl Aller über dem Wohl des Einzelnen steht.
Aber ich spreche hier nicht von einer realen Person, sondern von einer Seriengestalt.
Von Anfang an. Während die anderen Mädchen meines Alters sich zum Barbiepuppenspielen und später zu den üblichen Mädchentreffen trafen, mopste ich meinem Papa immer seine *Perry Rhodan – unser Mann im All*-Heftchen vom Bastei Verlag.  Mein Eintritt in die SIFI Welt, die ich nie wieder verlassen habe. Sie ist ein Teil von meinem Leben. Und seitdem ich mich bewusst an diese zweite Seite meines Lebens erinnern kann – so lange ist auch er dabei: Mr Spock, Wissenschaftsoffizier der Sternenflotte, 1. Offizier der Enterprise, Sohn einer Terranerin und eines Vulkaniers, mit den schönsten, spitzen Ohren jenseits und diesseits des Orion.

Jede Folge der Originalserie, die in den 60igern des letzten Jahrhunderts begann, jeden Film von Star Treck habe ich gesehen, nicht nur einmal, sondern mehrmals. Die Originalbesetzung des Sternenkreuzers Enterprise sind wie gute alte Freunde für mich, mit denen ich durch die unerforschten Weiten des Weltalls streifte, die ein Mensch vorher gesehen hat.
Leonard Nimoy.
Der Fluch und der Segen einer Rolle, die einem so berühmt macht, dass der Darsteller dahinter fast nicht mehr wahrgenommen wird/wurde.
Unwahrscheinlich das ein anderer Schauspieler der fiktiven Person einen solchen Charakter hätte verleihen können. 

Als mich die Nachricht erreichte konnte ich es nicht erfassen, ich war unter Freunden und die Gruppe hielt den ersten Schock und Trauer fern. Als ich dann zuhause war konnte ich nicht anders:
Ich beweinte den Helden meines Lebens, bzw. den Tod des Mannes der diesen Helden verkörperte.
Wie sagte eine Freundin: Alt werden ist nichts für Weicheicher.
Immer mehr reelle Menschen verlassen einen und auch die Begleiter aus Filmen und Serien verschwinden im Nirwana.

Viele wissen nicht, das Leonard Nimoy Jude war und sich Jahrzehnte lang weigerte Deutschland einen Besuch abzustatten. In Rahmen einer Sience Fiction Konvention tat er das dann doch und das Geschenk, revidierte sein Bild in Bezug auf die Deutschen zumindest in einem Bereich.
Was mich mehr als nur freut.
Er schenkte uns seine Schauspielkunst und auch wenn seine Feindschaft zu seinem Schauspielkollegen Kirk-ich-kann-nicht-schauspielern-William-Shatner legendär war/ist, so hat man es dem Endergebnis nie angesehen.
Nicht Mr. Spock starb, sondern sein Darsteller.
Danke Mr. Nimoy für viele Stunden Spannung, Ablenkung, Trost, Neugier.


Farewell Leonard.

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