Samstag, 14. März 2015

Farewell my friend


Nanny Ogg, Esmaralda Wetterwachs, Tod, Ratten-Tod, Tiffany Weh und viele andere sind wie Freunde für mich. Mit ihnen und manchmal auch über sie, muss ich regelmäßig kichern, manchmal bricht das Lachen schallend aus mir heraus, auch morgens um halb sechs an einem zugigen Bahnhof.
Diese Lachflashs haben mir an allen möglichen Orten und Uhrzeiten seltsame, tadelnde, fragende Blicke eingebracht, die erst an meinem, vom Lachen geröteten Gesicht hingen und dann an den Bucheinbänden.

Die Welt des Terry Prattchet. Der Mann, der mir unbezahlbare Stunde der Freude und des Lachens brachte, indem er mir die Türen zu einer anderen Welt öffnete, die der unserem nur in den Charakteren der Menschen ähnlich ist. Na ja, und in einigen anderen Dingen.
Die Physik der Scheibenwelt ist die Magie. Und diese Magie ist die Basis von vielen Geschichten. Terry hat es in einer unnachahmlichen Art fertig gebracht das Weltgeschehen auf seine Art und in seiner Welt so darzustellen, dass man den Zusammenhang mit dem Zeitgeschehen auf unserer Welt sofort erkennen konnte. 

*Bewegte Bild*, handelt Hollywood ab und rechnet auch damit ab, *Hogfather* nimmt Weihnachten und seine nichtchristliche Herkunft auf die Schippe. Untoten, Vampire, Menschen, Hexen, Magier, Trolle und noch viele andere bevölkern seine Welt.
Und man könnte sie eins zu eins auf die Politiker der unseren Welt übertragen, auf die Diven, die Stars und das Fußvolk.
Und es überraschte mich trotzdem immer wieder, wie viele meine Freunde ihn kannten und schätzten. Oder das völlig fremde mich in S-Bahn, Bus oder Bahn ansprachen, ob ich schon jenes oder dieses von ihm gelesen hatte. Und man plauderte eine Zeitlang entspannt und lachend über die eine oder andere Figur.

Welch brillanten Geist entsprangen dieses Geschichten und welch tragisches Schicksal ereilte ihn. Terry Pratchett litt an einer seltenen Alzheimer Art.
Er zog jetzt die Reißleine für sich: er wählte den Freitod, in der Runde seiner Familie. Sie ließen ihn nicht alleine, als er beschloss im *Ganzen* zu gehen, Körper und Geist gemeinsam.
Welch schreckliche Vorstellung, für einen fantasiebegabten Menschen, die Fähigkeit zu denken, sich zu erinnern. zu verlieren und nur noch eine Hülle zu sein, die rudimentäre Teile von sich selbst enthält..
Er wollte das nicht.
Und ich kann es so gut verstehen.

Ich verbeuge mich tief vor dem Meister der Erzählung, vor den wortgewandten und wortgewaltigen Menschen, der mir manche trübe Stunde erhellte.
Es scheint Zeit zu sein, sich nach und nach von liebgewohnen *Freunden* zu verabschieden. Ob sich Leonard und Terry wohl begegnen werden? Oder ist alles zu Ende?


Farewell Terry.
Thank you for all.

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