Sonntag, 29. März 2015

Hetzjagd - Sonntagsgedanken 14/2015

Es war eine Woche die seltsamer nicht sein konnte. Und alles wurde von einem Unglück überschattet, dem man nicht entkommen konnte, auch wenn man selbst nicht betroffen war.
Auf der einen Seite wegen der ausufernden Berichterstattung auf der anderen Seite wegen der öffentlichen Kritik an dieser Berichterstattung.
Ich mag mir nichts, aber auch rein gar nichts vorstellen, was im Zusammenhang mit diesem Unglück steht. Weder was die Opfer noch der Hinterbliebenen empfanden, empfinden und noch empfinden werden.
Ich verweigere mich dem Hype, der Hysterie, das über das normale Mitgefühl hinausgeht. Ich kann keine Trauer empfinden, aber Mitgefühl.
Allerdings verweigere ich mich in gewisser Weise auch dem andern Hype:
„Der kritischen Betrachtung der Berichterstattung“. Mir entringt sich ein tiefes Seufzen.
Ohne Nachfrage kein Markt. Es wird nichts produziert, wenn es keinen Abnehmer gibt. Jedenfalls nicht auf Dauer.
Gäbe es die Berichterstattung von B*** denn noch, wenn es sich nicht um das meist gelesene Blatt in deutschen Landen wäre? Ob es mich und ein paar andere ekelt, dass dies so ist, ändert nichts an der Tatsache.
Jetzt ist eine neue Treibjagd eröffnet und ich muss zugeben: ich habe unterschrieben – gegen einen Kommentator der B***, dessen zynische, menschenverachtende Art mir schon lange auf die Eierstöcke ging und geht. Die Petition richtet sich gegen seine Kolumne. Die Unterschrift kann und würde ich nicht mehr zurücknehmen, auch wenn ich könnte und in der Zwischenzeit wohl kaum noch unterschreiben würde.
Auch wenn ich seine Kolumne als Dreck empfinde – andere lesen sie gerne.
Positiv betrachte ich allerdings die Tatsachen, dass sich einzelne Kioske und Tankstellen schon entschlossen haben die B*** nicht mehr im Angebot zu führen.
Dabei darf man nicht außer Acht lassen, dass sie nur die Spitze des Eisberges ist.
Und auch hier noch einmal: Wo keine Leser, da keine Zeitpunkt.
Früher gab es Brot und Spiele, heute gibt es Dschungelcamp und B***.
Es ist etwas geschehen diese Woche, in Folge des Unglücks bei ein paar Menschen hat ein Umdenken eingesetzt, bei anderen war die Folge, dass sie ihrem Unmut Luft gemacht haben. Auf allen Seiten, in passender und unpassender Form.
Es wurde viel über das alles gesprochen, geschrieben und berichtet. Vielleicht bleibt etwas hängen.
Das Informationen nicht alles sind.

Think about it.

1 Kommentar:

  1. Ich denke, mit manchen Medien werden Bedürfnisse geschaffen, die es ohne sie gar nicht gegeben hätte. Und das ist gefährlich.
    LG
    Sabienes

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