Mittwoch, 22. April 2015

Junges Gemüse und freche Früchtchen, wenn Träume wahr werden


Es fing vor etwas über zwei Jahren an. Ein Freund von mir, der sich längst in Portugal verliebt hatte, also in das Land, konnte es einfach nicht fassen, dass seine dort ansässigen Freunde von ihrer Ackererträgen nicht mehr leben konnten, oder wenn, dann nur sehr sehr schwer. 


Das kennen wir auch in Deutschland. Großkonzerne und Großabnehmer diktieren Preise, die das Überleben der Erzeuger von Subventionen abhängig werden lässt. Gibt es dieses Subventionen nicht, dann machen Kleinbetriebe, trotz guter Erzeugnisse zu.
Es ärgerte ihn auch, dass man für eine gute Qualität bei uns in Deutschland extreme Preise bezahlen muss, aber bei den Erzeugern nichts davon ankommt.
Er packte seinen Transporter mit Orangen aus Portugal voll, verkaufte diese in Deutschland. Faire Preise für die Erzeuger, ein bisschen Verdienst für ihn und die Abnehmer leckten sich die Finger nach den erntefrischen Zitrusfrüchten.
Die Idee bekam Volumen, es wurde nach einem Namen gesucht – Poìs wurde geboren.
Wie gesagt: das war vor über zwei Jahren. 


In der Zwischenzeit haben er und seine Frau zusammen ein Lager, einen Hofladen – nur leider etwas ab vom Schuss, wobei der Hofladen direkt an einer S-Bahnhaltestelle ist.
Allerdings ist bekannt, dass der Mensch an für sich eine faule Socke ist und kommt die Socke nicht zum Fuß, dann muss eben der Fuß zur Socke.
Und jetzt gibt es einen kleinen Laden in Stuttgart, in der Calwer Passage, die ja auch schon dafür bekannt ist, dass hier die Uhren anders ticken. Aber dies ist eine andere Geschichte.
Letzten Samstag war es dann soweit:
Poís eröffnete pünktlich um zehn Uhr, als ich vorbeischneite war es schon voll und ich traf alte Bekannte: Eben Matthias und seine Frau Christine, die Ureltern von Poís, ihr neuer Teilhaber und auch noch die Küchenfee, die vegane Leckereien zaubert. Und viele Kunden.


Was mit ein paar Kisten Orangen begann kann sich seit einiger Zeit wirklich sehen lassen:
Frische Früchte und Gemüse, Weine, Mandel- und Erdnussmus, selbst hergestellte Marmeladen und Limonadenkonzentrat, Wein, Olivenöl, Meersalz, Käse, Oliven und und und …. Alles aus Portugal, alles von kleinen Erzeugern, die endlich einen anständigen Lohn für ihre Arbeit bekommen, weiterverkauft zu fairen Preisen für den Abnehmer.
Und eines kann ich euch sagen: wer einmal eine Tomate von Poís hatte, oder anderes Gemüse oder Früchte, der mag das Supermarktzeugs nicht mehr essen.




Also, wenn ihr in Stuttgart seid, oder der Umgebung: Schwingt euren Hintern in den Laden.
Hier bekommt ihr alles zu der richtigen Zeit – ist keine Saison gibt es eben die Sachen nicht.

Die Calver Passage befindet sich direkt an der S-Bahnstation Stadtmitte/Rothebühlplatz, man kommt auch gut mit der U-Bahn oder Bussen hier an, oder einfach zu Fuß - als Stuttgarter, der in der Mitte wohnt.


Kommentare:

  1. Ich war schon da und bin endlich an mein heiß ersehntes Hühnergeschirr gekommen, jedenfalls an Teile davon. Und die Oliven machen süchtig, ebenso der leckere Käse und Obst und Gemüse schmecken einfach phantastisch. Ich werde Pois vermissen, wenn ich in zwei Monaten wieder gen Norden ziehe

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  2. Jetzt weiß ich, wo ich das nächste Mal hingehe, wenn ich in Stuttgart bin. :-)

    Simone Dorra

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