Sonntag, 5. April 2015

Osterbräuche und so - Sonntagsgedanken 15/2015

Heuer bin ich sehr spät mit den Sonntaggedanken dran. Und ich habe kein bestimmtes Thema. Die letzten Wochen waren im Netz wieder mit Hysterie gefüllt, unter anderem wegen dem German Wings Absturz und der Hetzjagd auf den Schuldigen.
Ich stehe der ganzen Sache etwas fatalistische gegenüber: wenn es mich erwischen soll erwischt es mich. Allerdings widern mich die Randerscheinungen dieser Aufklärungsjagd ziemlich an.
Es ist Ostersonntag, die Christen feiern die Auferstehung ihre Helden, Gottes oder wie immer man das nennen mag. Nein ich habe kein Problem mit religiösen Menschen. Aber ich habe ein Problem mit religiösen Eiferern, die meinen dass sie ihre Gebote auf alle übertragen müssen und dürfen, egal ob sie an denselben Krimskrams glauben wie sie selbst.
Ich werde wohl der Kirche des fliegenden Spaghettimonsters beitreten, nur um manchen der geifernden Eiferer eines vor den Latz zu hauen. Versteht mich bitte nicht falsch:
Jeder soll seinen Glauben oder seinen Nichtglauben so leben wie er /sie/es für richtig hält, solange er/sie/ es nicht Menschrechte oder weltliche Gesetze missachtet.
Aber das paellt vor allem an strenggläubigen Katholiken ab.
Tanzverbot an Karfreitag. Mich macht es nicht wild, finde es aber extrem überholt, wie manch anderen Brauch. Vor allem, wenn diese Bräuche aus nichtchristlichen Religionen übernommen wurden, damit man die Heiden besser in die Kirche integrieren kann.
Die Kirchen und auch die Institutionen anderer Religionen haben sehr lange eine sehr wichtige Aufgabe erfüllt: sie haben das soziale Zusammenleben von Menschen geregelt. Aber wie in vielen solcher Situationen gab und gibt es Menschen die gleicher als gleich sind und die Situation ausnutzen. Und wenn man sich die Geschichte gerade der katholischen Kirche betrachtet tun sich Abgründe auf.
Es würde den Rahmen der Sonntagsgedanken sprengen, auf das alles einzugehen. Den Verfehlungen liegt immer derselbe Anlass zu Grunde: der Mensch mit seinen Begierden.
Ich wünsche meinen christlichen Freunden auch schöne Ostern, verschenke Schokohasen und intergiere mich auf diese Art in die Gesellschaft. Aber ich wünsche auch meinen jüdischen Freunden und moslemischen Freunden zu ihren Festen schöne Tage.
Ich respektiere ihren Glauben. Und sie meinen Nichtglauben.

Feste Regeln und Gebote sind für Menschen, die diesen Halt brauchen. Er sei ihnen gegönnt.
Wir leben in der BRD in einem Staat, der Kirche und Staat angeblich trennt. Vieles in unserer Gesetzgebung geht auf Christliche Grundwerte zurück. Dagegen wehre ich mich auch nicht. Viele dieser Werte sind grundlegend gut. Warum sich gegen etwas stellen, was gut ist, nur weil es aus einer Tradition kommt, die mir fremd wurde?
Was mich aber bläht, wenn es eben eine Gruppe gibt, die meint für alle anderen gültige Regeln erlassen zu müssen. Weder werde ich mir ein Kopftuch anziehen, weil es manche strenggläubige Moslems als wünschenswert empfinden noch werde ich mir von einigen verbohrten Katholiken sagen lassen, wie ich mich an bestimmten Tagen zu verhalten habe.
Denn: Ihre Freiheit zu glauben was sie wollen und wie sie wollen gilt auch für mich.

Von mir aus können alle religiösen Feiertage abgeschafft werden. Mal sehen wieviel der *wahren* Gläubigen ihre knappen Urlaubstage für ihren Glauben opfern würden. Das wäre es mir wert.
Und ich meine es so wie ich es sage.

In diesem Sinne: fröhliche Ostern.

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