Sonntag, 31. Mai 2015

Von Blatter(n),"Kippelgate" und "Frömmlern" -Sonntagsgedanken 22/2015

Es ist wieder soweit. Sonntag, der erste sonnige Tag, Amseln und Meisen toben sich auch in der Stadt aus und trillern um die Wette. Die Kater liegen in den *Sonnenecken* der Wohnung, jagen Stubenfliegen, mein Husten ist etwas weniger, aber noch genauso lästig, die Schmerzen lassen nach.
Das Leben kann so schön sein. Wenn man einiges ausblendet.

*Wir leiden an Blatter(n)*. Eines der Ärgernisse der Woche. Kaum noch jemand auf dieser Welt glaubt, dass der Pate des Weltfussballs und Seinesgleichen wirklich weiße Westen haben. Man denke an die WM Vergabe an Katar oder Russland. Aber ist es was anderes als mit Olympia? Was regiert die Welt? Geld. Und wer hat das Geld?
Natürlich kann man sich jetzt empören, mit Schaum vor dem Mund und edlen Sprüchen. Aber wer boykottiert denn wirklich solche Events? Spätestens pünktlich zum Anpfiff werden die Nationalfarben, Chips und Bierkästen rausgeholt und im kollektiven Jubel gemeinsam das schlechte Gewissen erschlagen. Blut und Spiele, wie bei den alten Römern, nur fließt heute das Blut hinter den Kulissen. Die Helden sterben nicht, nur die Sklaven. Im hellen Licht der Scheinwerfer funkelt der Pokal, der gegen den Himmel gereckt wird, im Schatten wird verreckt. König Fußball frisst seine Diener.

Dann kam *Kippelgate*, wie es Heinrich Schmitz bezeichnete. Er schreibt für den *The European* und hat sehr schön aufgezeigt wie aus einem Farbbeutelanschlag ein Tee- Debakel wurde. Einfach auf den Link klicken, lesen und sich selbst ein Bild machen.  Jemand der AfD wurde mal wieder zum Opfer eines Anschlags der linksradikalen Faschisten hochstilisiert. Allerdings wurde es von aufmerksamen Zeugen und der Polizei dann richtiggestellt. Es ist wie bei Lucke: Erst mal vorpreschen, unsägliches behaupten, dann abmildern.
Passiert das auch auf der Facebookseite von Frau Petry? Nein. Fast jeder Post, der kritisch nachfragt, jeder Kommentar, der es geklärt haben möchte wird sehr beflissentlich …gelöscht. Stehen bleiben dürfen fast nur solche Kommentare, die klarstellen, dass der Staat *linke Gewalt* nicht ahndet, vielleicht auch *veranlasst*, oder Kommentare die FRau P. und die AfD *huldigen*. Sie wird als Heldin verehrt und verklärt. Wer die Seite betreibt, weiß ich nicht, insofern werde ich mich hüten, zu sagen, sie würde das alles selbst veranlassen.
WENN sie aber die Seite betreibt, oder aber auch NUR KENNTNIS von dieser Seite hat, warum lässt sie das zu? Ist es also doch gewollt? Kritiker der AfD werden gerne diffamiert. Und sich selbst stellt man sich gerne als Opfer dar.
Diese Frage, ob man so jemanden folgen sollte, soll sich jeder selbst beantworten.
Ich stellte den Link von Heinrich Schmitz Artikel mit der Bitte um Stellungnahme auf ihre Seite. Freundlich. Sachlich. Mit guten Wünschen. Kommentarlos gelöscht.
Sieht so Meinungsfreiheit aus? Nun es ist ihre Seite. Sie kann tun und lassen was sie will. Bzw. ihre Fans, die die Seite betreiben. Allerdings muss ich sagen: Die viel geschmähten Grünen gehen auf den meisten ihrer Seiten anders mit Kommentaren um: Sie beziehen Stellung, stehen Rede und Antwort, auch wenn der Ton manchmal rauer wird. Gelöscht werden meist nur Beleidigungen und das nach Ansage, auch hier gibt es Ausnahmen, aber es ist eben nicht die Regel.

*Aufreger* Nr. 3. Die Homoehe. Ich mag das Wort nicht. Ich mag es nicht. Ich wünsche allen homosexuellen Iren alles Gute wenn sie sich ehelichen – und dem Vatikan, der die erlaubte Eheschließungen gleichgeschlechtlicher Menschen als den Niedergang der Menschheit bezeichnete, wünsche ich Erleuchtung: It’s all about love. Nicht: Sex counts….
Ihr sprecht für euch, ihr *Vatikaner*, aber auch für Gott? Glaubt hr das wirklich?

Gab es auch Schönes diese Woche? Ja sicher, aber das passierte alles im privaten Bereich. Ich kann Freunde, die sich den Nachrichten immer mehr verweigern, immer besser verstehen. Auch, wenn ich ihrem Beispiel nicht folgen werde.

Mittwoch, 27. Mai 2015

It's all about love

Seit Tagen amüsiere ich mehr oder weniger, wenn ich die Nachrichten lese. Die Woche hat es aber auch in sich.
Als erstes haben die Iren etwas vollbracht was ihnen die Sympathie halb Europas eingebracht hat: Sie haben die gleichgeschlechtliche Ehe per Referendum auf den Weg gebracht.
Wohlweislich die irische Bevölkerung, nicht der irische Klerus.

Was das in Deutschland dazu führte, dass wieder einiges hochkochte.
Stefan Kaufmann, ein homosexueller MdB aus dem Schwabenland hat vor kurzem von seiner Stammkirche sogar einen Dankesgottesdienst versagt zum Anlass seiner *Verpaartnerung* verweigert bekommen. Ich kann und möchte nicht im Namen Stefan Kaufmanns schreiben – es ist sein Kampf. Wir stehen politisch gesehen auch in verschiedenen Lagern, aber meinen Respekt hat er. Und meine Wünsche für ein lange, glückliche Partnerschaft.
Letztendlich war der Entscheid der irischen Bevölkerung ein Signal zur erneuten Aufnahme des Diskussion: Homosexuelle Ehe?

Was dann kam, war allerdings nicht zu erwarten. Eine kirchliche Zeitschrift veröffentlichte einen Kommentar in dem Homosexuelle Kriminellen gleichgesetzt wurden. Als dann in Stuttgart eine S21 Gegnergruppe zum evangelischen Kirchentag neue Bäbber auf den Markt brachten, die den Spruch zierte: Jesus würde oben bleiben, ging es in der Schwabenmetropole mal wieder hoch her.
Wenn der Spruch ernst gemeint ist finde ich ihn doof, als Satire allerdings sehr brauchbar.

Heute kam dann aus dem Vatikan die Verlautbarung, dass die Homoehe eine Niederlage für die Menschheit sei. Da war es mal kurz mit der Amüsiertheit zu Ende. Aber nur kurz. Männer in Röcken, die Frauen als Erbsündenträgerinnen halten …. Es ist eine Niederlage für die kath. Kirche, aber es ist ein Fortschritt für die Menschen in Irland. Slanté! Der *normale* Bürger scheint mal wieder mehr Herz und Nächstenliebe zu haben als die Kirchenvertreter. Gerade in einem Land wie Irland in dem in kirchlichen Kinder- und Arbeitsheimen ein Unrecht nach dem anderen geschah sollte diese Kirche sich einfach einmal mit solchen hochtrabenden Aussagen absehen.

Ich freue mich für die Menschen, denen es wichtig ist, ihre Liebe auf vor dem Gesetz zu verankern. Liebt euch bunt und schillernd, möchte ich rufen, weiß ich aber, dass die meisten einen ganz normalen Alltag leben möchten. Liebt euch, und irgendwie fühle ich zarte Zuneigung für sie und habe fast Pippi in den Augen. Am liebsten würde ich Rosen streuen, nein, eher eine bunte Wiesenmischung. Jetzt heisst es hoffen für die homosexuellen Paare in Deutschland.
Der Wunsch in mir keimt auf, dass die Menschen es erkennen könnten: Es geht immer um Liebe. Nicht welche Sexualpraktiken man ausübt, es geht immer um Liebe.
It’s all about love.

In diesem Sinne.

Sonntag, 24. Mai 2015

Die Unkultur des Streitens - Sonntagsgedanken 21/2015

Warum Unkultur? Weil es in Deutschland keine Kultur des Streitens gibt, bzw. der Diskussion.
Eine Diskussion ist das Austauschen von Argumenten, auch von Meinungen, manchmal überzeugt der eine den anderen, manchmal überzeugt keiner den anderen, dann ist es ebenso.
Ausgetauscht sollten Argumente werden.
Hart zur Sache weich zum Menschen nannte man das bei meinen letzten Arbeitgeber. Schöner Ansatz, der leider von den Menschen auch sehr unterschiedlich ausgelegt werden kann.
Was aber auch wieder ein anderes Thema ist.

Eine Diskussion kann ruppig sein, es tut ihr keinen Abbruch, ich liebe es Augstein und Blome beim Streiten zuzuhören und beömel mich manchmal dabei. Es ist ein ausgewogenes Verhältnis und bewegt sich innerhalb eines festgesetzten Rahmens.
Die zwei sind wie Kampfhähne, aber sie spielen auf dem gleichen Level.
Andres sieht es aus, wenn der Gegner in irgendeiner Form verunglimpft wird. Stuttgart ist ein Paradebeispiel mit seiner S21 Historie. Was da an Gülle über den Andersdenkenden ausgeschüttet wurde sucht seinesgleichen. Selbst – in der zwischenzeitlich gerichtlich bestätigten - Übergriffen einiger Ordnungshüter wurden gutgeheißen, wenn es gegen den Andersdenkenden ging.
Da wird der Gegenseite Intelligenz, Wissen, Kompetenz abgesprochen, die jeweiligen Gutachter sind gekauft und ach, es wird eh immer gemauschelt, man spricht von *versifft*, *verseucht*, *ungewaschen* und *altersdement*. 

Manchmal habe ich das Gefühl, es geht nur noch darum, die eigene Meinung, Haltung mit aller Gewalt allen aufzuzwingen, und wenn man dann einmal ausspurt, nicht den Leitlinien der selbstgewählten Gruppierung folgt, wird man mit Dreck beworfen. Das kenne ich als Mitglied der Stadtisten zu gut – da ist man dann enttäuscht, hat es nicht anders erwartet usw. usf. und bekommt *Unfähigkeit*, *Unwillen* und sonstiges Unterstellt - man ist gar nicht bereit, es überhaupt zu versuchen die Haltung des anderen zu verstehen.  Nicht innerhalb der Stadtisten, aber gerne von *politisch nahestehenden* Gruppierungen, die sehr gereizt reagieren, wenn man mal nicht ihre Meinung teilt. Was wir da teiweise schon zu hören bekamen - erinnerte mich manchmal an Sandkasten Streiterein.
Am Anfang traf mich so etwas, in der Zwischenzeit ist mein Fell dicht und Häme abweisend.

Eine weitere Unart in Diskussionen ist die *Verniedlichung* des anderen. Der *kleine* soundso möchte mal wieder aufmucken, oder das *Mariannchen*. Man verniedlicht den anderen und entzieht ihm somit jede Berechtigung mit den Erwachsenen zu spielen bzw. spricht ihm die Kompetenz ab. Bei Frauen kommt noch die Versächlichung und Sexualisierung hinzu – allerdings machen das Männer untereinander auch: *Sie haben ja keine Eier!*, im amerikanischen braucht man auch Big Balls, usw. usf. Und Frauen sind *untervö*** oder werden aufgrund ihres Aussehens runtergemacht. Zu männlich, zu weiblich, zu hübsch, zu altmodisch... ect.
Merkel wird sehr gerne in diesem Zusammenhang abgewertet, die FDP Frauen an der politischen Front auch. 
All das beruht auf der einen Fehlhaltung: Fehlender Respekt. Einer fängt an, und alle kloppen lustig mit, statt vielleicht die Fassung zu wahren. Seit ich das erkannt habe versuche ich es anders zu machen. Auch wenn es schwer fällt und mir bei weitem nicht immer gelingt.
Auch wenn mir die Auffassung und das Auftreten des anderen nicht passt, egal wie sehr er mich zu beleidigen versucht:
Sachlich und freundlich bleiben, aber auch bestimmt und wenn der andere in einer Tour sein Touret Syndrom ausleben möchte, ihm die Bühne überlassen-
Wie sagt eine Freundin immer: Jedem die Möglichkeit geben sich selbst der Lächerlich preis zu geben.

Nachtrag: Schweigen ist nicht immer Zustimmung. Und ich mag die Meinung des anderen nicht teilen, sie sogar abartig und menschenfeindlich finden, aber solange sie sich innerhalb des Gesetzesrahmens der BRD bewegt habe ich nicht das Recht sei Schweigen zu verlangen.
Ich muss nicht zuhören, ich kann mich dagegen wehren, ich kann demonstrieren oder an einer Gegendemonstration teilnehmen. Aber in dem Moment, in dem ich mich auch nicht mehr an die Spielregeln handle setze ich mich selbst ins Unrecht.

Hehre Worte und Werte. Ich versuche sie zu leben, es gelingt mir bei weitem nicht immer, aber immer öfter. Das  Seltsame: es fühlt sich sogar gut an.

Mittwoch, 20. Mai 2015

Wenn ich nur so begehrt wär', wie Salat mit Erbeer'

Zugegeben: der Slogan ist geklaut und hatte ursprünglich nur mit einem Cornetto zu tun.
Mai: Spargel und Erdbeerzeit. Leider ist Spargel nichts für mich – es löst etwas aus was für viele eine gänzlich unbekannte Sache ist: Gicht. Ich sage nur – geschwollene Finger und Schmerzen in den Gelenken. Nein Danke. SO bleibt mir aber auch die übel riechende Pippi erspart.
Bleiben also Erdbeeren. So rot. So lecker. So gesund. So fruchtig…. FALSCH.
Die Erdbeere ist weder eine Beere noch ein Frucht, sie ist eine freche Nuss. Klingt komisch? Ist aber so:
http://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeeren.

Eine Sammelnuss. Die sich als Früchtchen tarnt. Und so weiterverteilt wird. Viele von uns kennen auch die kleinere Verwandte: die Walderdbeere – sehr süß, sehr aromatisch, leider aber auch im Einzugsbereich des Fuchses und dessen Bandwurmes. Finger weg, ein Fuchsbandwurm ist weder nett, hübsch, noch erstrebenswert.
Erdbeeren. Mit Zucker, und Sahne und Biskuit. Oder Pur. Oder mit Rhabarber. Oder mit Salat. Oder…. Oder…. Oder…




Ich mag Erdbeeren seltsamerweise am Liebsten im Salat. Im Roma Salat, mit frischen kleinen Scheibchen der Frühlingszwiebel. Dazu nehme ich pro Kopf einen halben Roma Salat, wasche ihn gut, zerpflücke ihn, in Scheiben geschnittene Erdbeeren und die Frühlingszwiebeln dazu, Dressing drüber.
Dressing habe ich immer fertig im Kühlschrank, in einer Glasflasche:
Senf, Zitronenpfeffer, Schwarzen Johannisbeersirup, Salz, Essig, Öl, schütteln, kaltstellen.
Lecker. Dazu geröstetes Brot.



Oder aber: Ab in den neuen Soja-Kokosnuss Joghurt von Alpro. Der ist leicht, cremig und nicht zu süß, hat sogar den leicht säuerlichen Charakter des normalem Milchjoghurts. Dazu frische Erdbeeren. Es ist so leicht, lecker. Erfrischend und macht trotzdem satt. Zum Frühstück packe ich mir dann allerdings auch gerne Haferflocken dazu.


Erdbeeren über Vanilleeis, Erdbeeren in den Cocktail, Erdbeeren, Erdbeeren.
Nur welche Erdbeeren?
Hier bin ich absolut regional – auch wenn sie teurer sind und oft nicht so süß wie ihre spanischen Schwestern, aromatisch sind sie allemal. Ab auf den Markt.

Und wie Villon schon schrieb:
*Im tiefen Tal, im dunklen Grund,
ich bin so wild
- auf deinen Erdbeermund*

Mein Stuttgart

Witzig finde ich es, wie sich die AfD momentan selbst zerlegt. Ich habe das zweifelhafte Vergnügen öfters das Blubb der Stuttgarter AfD mitzubekommen und mir stellen sich da nicht nur manchmal die Nackenhaare. Auch dass es ein Ex-FDP’ler die Stuttgarter AfD auf Fraktionsstärke gebracht hat.
Ich frage mich wie man in einer laufenden Amtsperiode von der FDP zur AfD wechseln kann. Es riecht nach *Machterhalt*.

Aber Machterhalt ist nicht alles.
Zwar schaffen es die Bildungsplangegner regelmäßig in Stuttgart ziemlich viele Menschen auf die Straße zu bringen, auch auf der Gegenseite, aber die Pegidabewegung blieb meiner Wahlheimat bisher erspart. Anfang des Jahres haben die Stuttgarter eindrucksvoll gezeigt, was sie vom der Pegida und co halten: Tausende gingen prophylaktisch auf die Strasse. Was allerdings bei einigen konservativen Kräften in Stuttgart auf Unverständnis stieß.
Der Stuttgarter Weg - Flüchtlinge werden dezentral im gesamten Stadtgebiet untergebracht - und das friedliche Zusammenleben verschiedenster Nationen, und Stuttgart hat einen hohenen Ausländeranteil und viele Mitbürger mit Migrationshintergrund - machen es den Rechten nicht leicht hier *wieder* Fuß zu fassen.
Trotz der viel geschmähten Grün-Roten Landesregierung und einem grünen OB.

Letztes Wochenende war es soweit: Externe …. Trafen sich in Stuttgart. Aus Villingen im Schwarzwald und aus Pforzheim reisten Rechtsgesinnte an. Die Pforzheimer Berserker – eine bekannte Neonazitruppe - zierte das Bild des elenden Häufleins. Zwischen 200-300 Rechtsgesinnte *was auch immer*. Ihnen stellten sich mehrere tausend Stuttgarter entgegen, eine breit aufgestellte Front, von der Linksjugend, über die Anstifter, Gewerkschaften, Kirchenvertretern, mit Prominenz aus allen bürgerlichen Parteien.
Aus allen bürgerlichen Parteien? Nein. Herr Heinrich Fiechtner, Stadtrat der AfD in Stuttgart, lief mit wehender Israelfahne mit. Hier wird es kritisch. Denn wenn ich schreibe was ich denke, dann werde ich Probleme bekommen.
Aber:
Die jüdische Gemeinde Deutschlands hat sich von dem islamablehnenden Verhaltens der Pegida distanziert. Wie kommt ein nichtjüdischer Stuttgarter Bürger dazu, der auch nicht Staatsbürger Israels ist, mit der Israelflagge auf so einer Demonstration aufzutauchen? Reine Provokation?
Leider konnte ich krankheitsbedingt mit dabei sein. Es gab aber genug Bildmaterial im Netz, Videos, Berichte von allen Seiten, Diskussionen über das Verhalten der verschiedenen Seiten, Videos zu den Redebeiträgen um sich ein umfassendes Bild zu machen.
Es war klar, dass die Youngster der Antifa die Füße nicht stillhalten würden können. Auch wenn ich ihr Verhalten nicht für zielführend halte, so kann ich die Emotionalität ihres Verhaltens so gut verstehen.
Ich würde mir wünschen wir würden es einmal schaffen eine schweigende Mauer, ein schweigendes Spalier zu bilden. Von mir aus mit Stinkefingern. Aber still. Um das Häuflein Rechter ihrer ganzen Lächerlich preiszugeben. Es wird wohl ein Wunsch bleiben.
Und trotzdem bin ich froh, dass sich die Bürger meiner Heimatstadt in so breiter Front gegen die Pegida gestellt haben.

Geschockt war ich, als eine Freundin Mayer-Vorfelder, den Demobereich der Pegida verlassen sah. Ich: Bist du sicher, dass es der Mayer-Vorfelder war? Sie: Absolut. Nun wissen wir nicht, was er dort tat. Vielleicht wollte er sich die nur mal ansehen. Aber manche glauben ja auch noch an den Klapperstorch.

Den Faschisten und den Faschistenverstehern keinen mm ……

Sonntag, 17. Mai 2015

Sonntagsgedanken 19/20015

Fallen  heute leider aus - wegen Krankheit geschlossen, werden aber im Laufe der Woche nachgereicht

Sonntag, 10. Mai 2015

Und nun? Sonntagsgedanken 19/2015

Tja, Für jeden von uns kommt dieser Tag. Dann steht eine 5 vorne und am Anfang eine Null hinten. Eine magische Zahl.
Manche sagen: jetzt ist die Hälfte des Lebens vorbei.
Ich frage euch: Wieviel 1oo jährige kennt ihr? Auch noch persönlich? Ich keinen einzigen.
Und nun?
Sich die Haare raufen, Asche auf's Haupt streuen und jammern? Groß feiern und große Pläne schmieden? Abschlaffen und die Pantoffeln anziehen? Den Ruhestand planen?

Ändert sich wirklich was, wenn man 50 wird? Ja schon, aber nicht von einem Tag auf den anderen. Es ist eine schleichende Entwicklung. Manche Menschen bleiben mit 20 stehen, oder dreißig. Geistig meine ich. Mit 40 haben die meisten das erreicht, was sie schon immer haben wollten.
Mann, Frau, Kind, Haus, Hund. Oder so. Und manchmal auch schon zum zweiten oder dritten mal. Manche sogar öfters.
Andere machen das was sie am Besten können: Karriere. Bis zum Schluss. Man muss mal zu VW sehen und den Machtkampf, der gerade in den letzten Zügen liegt, betrachten: Machterhalt und Einflussnahme bis zum letzten Atemzug.


Was sich in meinem Leben verändert hat, habe ich schon beschrieben. Seitdem läuft mein Leben auch auf den gleichen Schienen: lernen, Klausuren, auf den neuen Beruf vorbereiten. Katzen behüten, Schmerz aushalten, manchmal besser manchmal weniger gut.
Aber wichtiger als die äußeren Umstände ist die innere Veränderung - die ich, ohne die andere Veränderung, wohl nicht so vollzogen hätte.
Es dauert ziemlich lange bis mich etwas stresst und wenn es mich stresst, dann noch einmal um einiges länger bis ich darauf gestresst reagiere und es rauslasse.

Wir alle kennen den Spruch:

Love it
Change it
or
Leave it

Wir kennen ihn alle und tragen in auf den Lippen, aber handeln wir auch so? Manchmal kann man nicht einfach gehen, wenn man etwas nicht mag, es aber auch nicht ändern kann.
So sehr ich meine Ausbildung mag und ein paar liebe Freunde gefunden habe im BFW so hängt es mir langsam zum Hals raus jeden Sonntag Abend in den Schwarzwald zu fahren und erst Freitags wieder bei meinen Mietzen zu sein. Kann ich es ändern?
Nein.
Dauert es ewig?
Nein.
Also das Beste daraus machen und den guten Seiten der Geschichte mehr Gewicht geben, das geniessen was man mag. Den Rest als das akzeptieren was es ist: eine nicht abwendbare Notwendigkeit.

In der Restlichen Zeit lebe ich nach dem Motto:
keep calm
and
pet your cat

Es gibt für diesen Zustand keine Pillen. Und es gelingt mir manchmal auch nicht. Ich strenge mich aber auch nicht an diesen Zustand zu erreichen, bete kein Mantra morgens, meditiere nicht dafür oder sucht auch nicht die Erleuchtung.
Wenn es mal anders ist, dann bin ich eben mal schlecht drauf, hadere mit dem Leben und der Welt. Aber das dauert meist nicht lange.
Es dauert nicht mehr lange. Denn ich habe das, was mich unglücklich machte, hinter mich gelassen.

Ich muss nicht hundert Jahre alt werden. Auch werde ich nichtt so leben, als hätte ich noch 50 weitere Jahre. Jeden Tag leben als wäre es der letzte? Nein, dass ist zu anstrengend. Der Mittelweg scheint mir der richtige zu sein. Und wenn ich dann auch noch ein Katze habe, die mir feuchte Nasenküsse gibt bin ich zufrieden 

Montag, 4. Mai 2015

Helden, Ungeheuer und Schätze: Die Legenden von Andor



Helden sind wir alle mal. Alltagshelden. Aber Helden wir von Herr der Ringe, wer möchte das nicht ab und zu sein?
Man kann ja online in der Zwischenzeit alles spielen, aber dann sitzt man alleine vor dem PC oder trifft sich zu sogenannten Spiele-Cons.
Nerds. Jede Menge Nerds. Aber man kann auch ein Spiele Nerd sein, ohne ins Netz zu müssen. Das bekannteste Spiel ist wohl Dungeons&Dragons – bekannt auch aus der Nerd-TV- Serie The Big Bang Theory. Ich sage nur Bazinga!
Wer jetzt schon geistig ausgestiegen ist muss erst gar nicht weiterlesen. Darf es aber. Es wird spannend und bunt. Es geht um das Brettspiel:




Das Spiel wurde 2013 zum Besten Spiel seiner Kategorie ausgezeichnet und nicht ohne Grund. Es ist ein Strategiespiel. Die Spieler kämpfen gemeinsam gegen den imaginären Feind. 



Aber nicht nach festgelegten Geschichten. Es werden nur der Rahmen und das Level (die Legende) festgelegt. Es gibt sehr unterschiedliche Charaktere, der Schwierigkeitsgrad ändert sich je nach der Anzahl der Mitspieler, der Legende, des Würfelglücks usw. usf.
Das Spiel ist liebevoll gestaltet, die Figuren sind *Pappaufsteller*, ebenso die Helden wie die Feinde, es gibt Gold, Zaubermittel, Waffen und sonstige Ausrüstungsgegenstände.



Was die Spieler mitbringen müssen: Fantasie. Spaß an Brettspielen und Geschichten.
Das Spiel selber – ist praktisch ein Selbstläufer, wenn man mal alles aufgebaut hat – und das dauert.
Das Spielfeld aufklappen, die Checkliste abarbeiten, die Legende heraussuchen, die Helden verteilen und ausrüsten, die Vorgeschichte und die Regeln verlesen. Dann geht es los.
Ich spiele es in der Zwischenzeit regelmäßig mit Kollegen, manchmal ist es so spannend, dass ich mir fast wieder an den Fingernägeln anknabbere.
Als wir einmal mit unserem letzten Würfelwurf unseren Spieltod abwandten und unseren Enggegner niedermachten hallte unser Siegerschrei durch die abendlich verlassenen Gänge des Internats und das Grinsen wich nicht mehr aus unseren Gesichtern.
An anderen Abend gehen wir sehenden Auges in den Untergang. Gerade letzte Woche hat es meinen Helden als erstes erwischt. 




Nachteil: Der Aufbau dauert relativ lange und man braucht Platz.

Vorteil: Es wird nicht langweilig, fördert die Teamarbeit und die Vorstellungskraft, man spielt nicht alleine und wird *süchtig*, es gibt unendliche Variationen und man kann *anbauen*.
Mit Anschaffungskosten des Grundspieles für knapp 30€ ist es nicht sehr teuer.


5Sterne und ein Plussternchen.


Sonntag, 3. Mai 2015

Vom Glück zufrieden zu sein, Sonntagsgedanken 18/2015

Ein grauer Morgen. Fast bin ich versucht zu schreiben: klar – es ist Sonntag, wie könnte es anders sein. Aber das stimmt so nicht.
A) Ist es tatsächlich so, dass es im Moment eher zu wenig regnet und
B) passt das Wetter, weil ich Rechnungswesen pauken sollte,
C) eine gute Entschuldigung nicht in aller Herrgottsfrühe draußen irgendwo in der Pampa herumzuturnen.
Wir jammern gerne - bei jeder Gelegenheit und an unserem Unglück sind immer andere Schuld – Gott, die Gesellschaft, das System, die Umstände.
Es ist wie mit dem Wetter  - es fällt uns meist das Negative stärker auf als das Positive. Bin ich da anders? Wohl kaum. Es liegt wohl in der Natur des Menschen so zu sein.


Aber wenn man es erkennt sieht man auch den Ausweg aus diesem Kreis – das Schöne zu sehen und zu erkennen kann man lernen und man kann es dann auch genießen, sich daran freuen. Wenn man sich freut, dann lächelt man und wenn man lächelt steckt man andere an.
Das funktioniert auch in die andere Richtung. Ist man mies drauf passieren einem lauter miese Dinge.
Vor kurzen wurde mir mein Handy entwendet. Keine schöne Geschichte. Nein, wirklich nicht. Aber Glück im Unglück – mein Mobilvertrag lief gerade aus, ich konnte mir günstig eines mieten und bekam auch noch mein Wunschhandy – das Samsung Galaxy Note 4. Ein einfaches Teil hätte es auch getan, aber ich hatte mich in das Note 3 verliebt, und trauerte, als man es mir nahm, wirklich. Am meisten über die verlorenen Daten, aber auch um die technischen Spielereien. (Ich wünsche dem Dieb immer noch einen Tinitus, sch**** auf’s Karma.

Aber ich war bei den schönen Dingen des Lebens. Und hier schließt sich der Kreis zwischen dem neuen Handy, dem geklauten, dem Regenwetter:
Ich mag es spontan fotografieren zu können, ich mag es diese Bilder zu teilen, ich mag es Momentaufnahmen zu machen und in die Welt hinauszuschicken via Instagram und ich freue mich dann, wenn irgendjemanden auf der Welt, den ich nicht kenne, dieses Bild gefällt. Ob es nun ein regennasses Blatt ist, eine leuchtend rote Blüte, oder meine Katze vor dem Bücherregal. Und die Kamera des neues Handys erspart mit das mitschleppen einer sonstigen Kamera. 


Wir sind von Schönheit umgeben und nehmen doch oft nur den Dreck wahr.
Und das macht das Leben manchmal fast unerträglich. Durch die schnelle Informationsübertragung unseres Zeitalters werden tagtäglich die Katastrophen live in unser Leben gespült und wir ertrinken fast in Leid und Mitleid.
Viele schotten sich ab, bauen eine Mauer aus Kaltschnäuzigkeit und Egoismus, andere blenden es *einfach* aus. Ich kann und will beides so nicht. Ich versuche beides in Einklang zu bekommen, ohne mich schuldig zu fühlen – weil es mir gut geht, ich das Glück habe in der ersten Welt zu leben, es mir leisten zu können gut zu leben in der ersten Welt, zwei wunderbare, freche Begleiter zu haben, die Chance eine zweite Ausbildung machen zu können und schon einen Job in Aussicht zu haben.
Vor drei Jahren sah das ganz anders aus. Ich besaß mehr und war unglücklich, kaputt und ausgebrannt. Und neidisch. Heute habe ich weniger, und bin reicher denn je, auch zufrieden und oft sogar glücklich.



Es ist ein verregneter Sonntagmorgen und ich bin zufrieden damit. Meine Kater beschmusen mich ausgiebig, der Kaffee dampft, und das Rechnungswesenbuch wartet auf mich.
Das Leben kann so einfach sein.