Mittwoch, 27. Mai 2015

It's all about love

Seit Tagen amüsiere ich mehr oder weniger, wenn ich die Nachrichten lese. Die Woche hat es aber auch in sich.
Als erstes haben die Iren etwas vollbracht was ihnen die Sympathie halb Europas eingebracht hat: Sie haben die gleichgeschlechtliche Ehe per Referendum auf den Weg gebracht.
Wohlweislich die irische Bevölkerung, nicht der irische Klerus.

Was das in Deutschland dazu führte, dass wieder einiges hochkochte.
Stefan Kaufmann, ein homosexueller MdB aus dem Schwabenland hat vor kurzem von seiner Stammkirche sogar einen Dankesgottesdienst versagt zum Anlass seiner *Verpaartnerung* verweigert bekommen. Ich kann und möchte nicht im Namen Stefan Kaufmanns schreiben – es ist sein Kampf. Wir stehen politisch gesehen auch in verschiedenen Lagern, aber meinen Respekt hat er. Und meine Wünsche für ein lange, glückliche Partnerschaft.
Letztendlich war der Entscheid der irischen Bevölkerung ein Signal zur erneuten Aufnahme des Diskussion: Homosexuelle Ehe?

Was dann kam, war allerdings nicht zu erwarten. Eine kirchliche Zeitschrift veröffentlichte einen Kommentar in dem Homosexuelle Kriminellen gleichgesetzt wurden. Als dann in Stuttgart eine S21 Gegnergruppe zum evangelischen Kirchentag neue Bäbber auf den Markt brachten, die den Spruch zierte: Jesus würde oben bleiben, ging es in der Schwabenmetropole mal wieder hoch her.
Wenn der Spruch ernst gemeint ist finde ich ihn doof, als Satire allerdings sehr brauchbar.

Heute kam dann aus dem Vatikan die Verlautbarung, dass die Homoehe eine Niederlage für die Menschheit sei. Da war es mal kurz mit der Amüsiertheit zu Ende. Aber nur kurz. Männer in Röcken, die Frauen als Erbsündenträgerinnen halten …. Es ist eine Niederlage für die kath. Kirche, aber es ist ein Fortschritt für die Menschen in Irland. Slanté! Der *normale* Bürger scheint mal wieder mehr Herz und Nächstenliebe zu haben als die Kirchenvertreter. Gerade in einem Land wie Irland in dem in kirchlichen Kinder- und Arbeitsheimen ein Unrecht nach dem anderen geschah sollte diese Kirche sich einfach einmal mit solchen hochtrabenden Aussagen absehen.

Ich freue mich für die Menschen, denen es wichtig ist, ihre Liebe auf vor dem Gesetz zu verankern. Liebt euch bunt und schillernd, möchte ich rufen, weiß ich aber, dass die meisten einen ganz normalen Alltag leben möchten. Liebt euch, und irgendwie fühle ich zarte Zuneigung für sie und habe fast Pippi in den Augen. Am liebsten würde ich Rosen streuen, nein, eher eine bunte Wiesenmischung. Jetzt heisst es hoffen für die homosexuellen Paare in Deutschland.
Der Wunsch in mir keimt auf, dass die Menschen es erkennen könnten: Es geht immer um Liebe. Nicht welche Sexualpraktiken man ausübt, es geht immer um Liebe.
It’s all about love.

In diesem Sinne.

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