Sonntag, 10. Mai 2015

Und nun? Sonntagsgedanken 19/2015

Tja, Für jeden von uns kommt dieser Tag. Dann steht eine 5 vorne und am Anfang eine Null hinten. Eine magische Zahl.
Manche sagen: jetzt ist die Hälfte des Lebens vorbei.
Ich frage euch: Wieviel 1oo jährige kennt ihr? Auch noch persönlich? Ich keinen einzigen.
Und nun?
Sich die Haare raufen, Asche auf's Haupt streuen und jammern? Groß feiern und große Pläne schmieden? Abschlaffen und die Pantoffeln anziehen? Den Ruhestand planen?

Ändert sich wirklich was, wenn man 50 wird? Ja schon, aber nicht von einem Tag auf den anderen. Es ist eine schleichende Entwicklung. Manche Menschen bleiben mit 20 stehen, oder dreißig. Geistig meine ich. Mit 40 haben die meisten das erreicht, was sie schon immer haben wollten.
Mann, Frau, Kind, Haus, Hund. Oder so. Und manchmal auch schon zum zweiten oder dritten mal. Manche sogar öfters.
Andere machen das was sie am Besten können: Karriere. Bis zum Schluss. Man muss mal zu VW sehen und den Machtkampf, der gerade in den letzten Zügen liegt, betrachten: Machterhalt und Einflussnahme bis zum letzten Atemzug.


Was sich in meinem Leben verändert hat, habe ich schon beschrieben. Seitdem läuft mein Leben auch auf den gleichen Schienen: lernen, Klausuren, auf den neuen Beruf vorbereiten. Katzen behüten, Schmerz aushalten, manchmal besser manchmal weniger gut.
Aber wichtiger als die äußeren Umstände ist die innere Veränderung - die ich, ohne die andere Veränderung, wohl nicht so vollzogen hätte.
Es dauert ziemlich lange bis mich etwas stresst und wenn es mich stresst, dann noch einmal um einiges länger bis ich darauf gestresst reagiere und es rauslasse.

Wir alle kennen den Spruch:

Love it
Change it
or
Leave it

Wir kennen ihn alle und tragen in auf den Lippen, aber handeln wir auch so? Manchmal kann man nicht einfach gehen, wenn man etwas nicht mag, es aber auch nicht ändern kann.
So sehr ich meine Ausbildung mag und ein paar liebe Freunde gefunden habe im BFW so hängt es mir langsam zum Hals raus jeden Sonntag Abend in den Schwarzwald zu fahren und erst Freitags wieder bei meinen Mietzen zu sein. Kann ich es ändern?
Nein.
Dauert es ewig?
Nein.
Also das Beste daraus machen und den guten Seiten der Geschichte mehr Gewicht geben, das geniessen was man mag. Den Rest als das akzeptieren was es ist: eine nicht abwendbare Notwendigkeit.

In der Restlichen Zeit lebe ich nach dem Motto:
keep calm
and
pet your cat

Es gibt für diesen Zustand keine Pillen. Und es gelingt mir manchmal auch nicht. Ich strenge mich aber auch nicht an diesen Zustand zu erreichen, bete kein Mantra morgens, meditiere nicht dafür oder sucht auch nicht die Erleuchtung.
Wenn es mal anders ist, dann bin ich eben mal schlecht drauf, hadere mit dem Leben und der Welt. Aber das dauert meist nicht lange.
Es dauert nicht mehr lange. Denn ich habe das, was mich unglücklich machte, hinter mich gelassen.

Ich muss nicht hundert Jahre alt werden. Auch werde ich nichtt so leben, als hätte ich noch 50 weitere Jahre. Jeden Tag leben als wäre es der letzte? Nein, dass ist zu anstrengend. Der Mittelweg scheint mir der richtige zu sein. Und wenn ich dann auch noch ein Katze habe, die mir feuchte Nasenküsse gibt bin ich zufrieden 

1 Kommentar:

  1. Herzlichen Glückwunsch, wenn ich das richtig verstehe. Mich erwischt es im Juli auch, aber mir geht es in meinem Leben besser als je zuvor, weshalb ich der 50 gelassen entgegen sehe. Nur beim Arbeitsamt fällt man damit dann endgültig in die Kategorie "unvermittelbar", aber das bin ich schon mit 40 und verdiene seitdem meine Brötchen wieder selber. Also was soll's.

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