Donnerstag, 25. Juni 2015

Die Welt der *-muse*

Die Welt der *…..-muse* ist weit, die Welt der *….-muse* ist ein Dschungel. Niemand ist davor gefeit. Sie besteht, also die Welt der *…-muse*, vor allem aus ganz viel Meinung, ganz viel Ansicht, ganz viel persönlicher Vorlieben und Einschätzungen.
Tatsachen und eine fundierte Argumentation haben hier nichts zu suchen. Es ist der Bereich der Gefühle und Aberglaubens, Anekdoten und Halbwahrheiten, Hörensagen,
Bauchgrummeln, persönliche Abneigungen, schlechte Erfahrungen – auch die vom Hörensagen, von anderen nicht hinterfragt – ergeben den besten Nährboden.

Zwei der *-muse* sind mir die letzten Tagen leider entgegengesprungen und haben versucht mich zu provozieren. Was auch halb und halb gelang.
Zuerst kreuzte der Sexis-mus meinen Weg, in schriftlicher Form bei einer Diskussion, auf allerbestem Stammtischniveau.
Die Frage lautete: *Küssen Veganer Fleischesser?*. Erstens, was ist denn das für eine dämliche Frage? Wenn man aus Überzeugung Veganer ist freundet man sich kaum mit einem Fleischesser so an, dass man das Bedürfnis hat ihn oder sie zu küssen. Oder vielleicht doch? Wer weiß. Aber als der Satz kam: na, sie muss mich ja nicht küssen, sondern stillhalten bis ich fertig bin – also Leute mich ekelt nicht viel, ich bin nicht empfindlich und wer mich in natura kennt, weiß, dass ich eine Spezialzahnbürste für die Lockenbracht auf meinen Zähnen brauche.
Hier war ich erst einmal platt und sprachlos, dann glühten die Tasten des Keybords. Nun ja. Als MANN sich dann noch mit dem Argument rechtfertigte, MANN sei ja ein ganzes Mannsbild blieb nur eins zu sagen:
Ganze Kerle haben so blöde Sprüche nicht nötig.
Ich mag ganze Kerle.

Der andere *-mus* kam mal wieder in einer Diskussion um das Gizeh Problem auf. Es war der Rassis-mus. Und zwar in einer Form, wie er immer mehr Einzug in die Mitte der Gesellschaft hält:
Der böse Araber. Grundsätzlich könne man davon ausgehen, dass man von Palästinensern Terrorismus zu erwarten habe.
Auch hier verschlug es mir die Sprache. Rassismus hat viele Gesichter. Einer ethnischen/religiösen Gruppe etwas zu unterstellen ist immer der Anfang. Die Juden sind gierig und Betrüger, der Moslem (Araber) ist gewalttätig und lüstern, immer hinter den westlichen Frauen her und und und… Man sei mit Israel befreundet.
Hier fange ich an mir die Haare auszureißen.
Aber bevor ich weiterschreibe – ich respektier die Souveränität Israels komplett an. Israel hat das absolute Existenzrecht! Ohne Wenn und Aber.
Trotzdem kann man die Handlungsweise der israelischen Regierung kritisieren. Sobald man das macht, bekommt man den politischen Verstand abgesprochen, wird als linker Romantiker verspottet und und und… statt sich einmal wirklich mit der Problematik auf beiden Seiten zu beschäftigen.

Ich bin nicht mit Staaten, Religionen, Nationen befreundet, sondern mit einzelnen Menschen.
Ja, auch ich verhalte mich nicht immer korrekt und beäuge manchen Menschen misstrauischer als andere. Ich gestehe es mir ein. Und auch ich bin nicht ohne Fehl und Tadel. So habe ich gestern etwas über Sachsen gesagt, woraufhin mir Freunde ziemlich schnell und heftig widersprochen haben. Und sie hatten Recht. Ich bin meinem Gefühl gefolgt und nicht meinem Verstand. Und das ist in solchen *-mus*en Angelegenheiten nie gut. Normalerweise sehe ich mir den einzelnen Menschen an.
Eine meiner Lieblings*perlen*(so nenne ich die Reinigungsfrauen) hier im Haus ist eine wunderschöne junge, sehr freundliche Frau – mit Kopftuch.
Dann gibt es da noch den Faschis - mus.
Alle haben eins gemeinsam – es wird etwas abgewertet, missachtet.
Es gibt noch den Kapitalismus, Sozialismus, Marxismus, die unterscheiden sich von den oben genannten schon um einiges. Bei den drei letzteren geht es eher um Geld und Macht. Weniger um Gefühle. Höchstens das Gefühl der Ohnmacht mancher.

Ich *muss* mal.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen