Donnerstag, 4. Juni 2015

Erleuchtet

Nein, ich schreibe nichts dazu. Nein, ich schreibe nichts dazu. Nein, nein, nein…..
Oder doch? Soll ich, soll ich nicht, soll ich, soll ich nicht? Ein Königreich für ein Gänseblümchen….
Also gut, ich schreibe.
Stuttgart.
100.000 Menschen, 3 Millionen Euro und kein Wasserwerfer.
Was geht ab?
Ich versuche es mal ohne Ironie und Sarkasmus.

Kirchentag

Okay. Stuttgart ist groß. Nicht so groß wie Berlin, aber groß. Auch nicht so groß wie Hamburg. Aber auch nicht klein.
Wenn jetzt aber 100.000 Menschen zusätzlich kommen, dann wird es schon etwas – ähm, kuscheliger. Und das geht manchem Einheimischen einfach auf den Sack. Unabhängig davon aus welchen Grund die *Fremden* die Stadt stürmen.
Egal ob Volksfest, Weihnachtsmarkt oder Kirchentag. Für uns *Innenstädter* ist es eine Besetzung.
Jetzt sind sie nun mal da und treiben das was sie treiben. Sollen sie. Ich verkrümle mich eben für die 5 Tage und die Innenstadt meide ich an Wochenenden und vor allem Brückentagwochenden.
Auch das die Stadt den Kirchentag mit drei Millionen Euro sponsert – nun gut, meine Begeisterung hält sich in Grenzen, auf der anderen Seite: Es ist ein Teil unserer Gesellschaft und somit steht ihnen in meinen Augen auch so etwas zu. Egal wie meine sonstige Haltung zu Kirchen und Glauben ist.

Mich befremdet es auch etwas, wenn Menschen in der U-Bahn anfangen von göttlicher Erleuchtung zu singen und etwas preisen, dessen Existenz ich anzweifle. Nun gut. Ich verlasse die U-Bahn oder stöpsle mir Rammstein ins Ohr. Hat was, zu den Industrial Rock Klängen und der Stimme Till Lindemanns in die verzückten Gesichter zu blicken.
Sie sind mir unheimlich. Irgendwie. Nicht wegen ihrer Verzückung, sondern wegen ihres Eifers. Ich ergreife die Flucht und verschiebe meine Erledigungen.
Ich neide ihnen ihr persönliches Glück nicht, sollen sie, es ist ihr gutes Recht, aber ich muss ihnen nicht folgen. Ich will es auch nicht.

Es gibt auch andere Stimmen. An genervte Stimmen. Und nicht wenige. Die sagen: Stört unsere Kreise nicht! Ihnen schallt dann folgendes entgegen: Wir fordern Toleranz!
Ich beobachte dies auf Facebook. Auch dass dieses: Wir fordern Toleranz! auch denen gegenüber angewendet wird, die einfach nur sagen: ich gehe euch aus dem Weg, weil es nicht meine Welt ist.
Wie bitte? Liebe Leute: dreht euer Ding, habt Spaß, stört sogar unsere Kreise, aber was ihr fordert ist keine Toleranz, sondern Folgsamkeit.
Ich sehe für mich keinen Anlass mit Menschen zu diskutieren, deren Ansicht/Glauben nicht der meine ist. In Bezug augf Religion habe ich da meine Erfahrungen gemacht und verzichte gerne auf weitere Erfahrungen.  Ich toleriere, ja akzeptiere sogar ihre Lebensweise solange sie nicht fordern, dass ich es ihnen gleichtun soll. Wie manche an Karfreitag fordern, dass alle in Deutschland den *Feiertag* so begehen wie sie es wünschen. Hier erfolgt ein klares NEIN.
Ich sage nicht wie sie ihre Leben zu leben habe und fordere das gleiche Recht für mich ein.

Zurück zum Kirchentag.
Feiert ihn, feiert euren Glauben, feiert euch, habt Spaß. Und lasst mich bitte meine Kreise ziehen.
Danke

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