Sonntag, 19. Juli 2015

Angst essen Seele auf - Sonntagsgedanken 29/2015

Die Sonntagsgedanken sind normalerweise politisch. War nicht so geplant, hat sich so entwickelt. Und ist im Moment das einzige was ich im Blog schreibe. Mehr oder weniger. Momentan habe ich die Ausbildung im Kopf und stelle dafür alles zurück. Selbst meine Katzen. Und die sind bekannter Weise meine Babys.
Den Süden Deutschland sucht nun schon die dritte Hitzewelle heim. Und auch, wenn ich es den Sonnenanbetern gönne, so sehe ich die Kehrseite der Medaille: jede Menge Tierjungen, die in Aufzuchtstationen landen, weil die Elterntiere sie nicht mehr versorgen können, Jungvögel, die vermehrt aus den überheißen Nestern fallen.
Verdorrte Pflanzen, Grünflächen die man eher Gelbflächen nennen könnte. In machen Großstädte werden die Anwohner von ihren Stadtoberen gebeten die Straßenbäume zu gießen, weil die sonst vertrocknen.
An manchen Wochenenden liegen meine Kater und ich nur noch vor dem Ventilator und lassen uns den sanften Wind durch die Haare, bzw. das Fell streichen.
Trotzdem: die Abende im Freien verbringen, mit Freunden chillen und das Leben genießen – hat was. Es ist Sommer.
Aber leider nicht nur die Quecksilberanzeige steigt und brodelt .

Wisst ihr: wenn man in einem bestimmten Umfeld lebt, dann ist man manchmal überrascht, was die anderen so denken. Also die, die nicht so denken wie man selbst. Ich spreche von dem was gerade an Fremdenfeindlichkeit in Europe tobt. Nein. Es ist kein rein deutsches Problem, es ist ein sehr menschliches Problem.
Sehr zu meiner Freude lebe ich in einem sehr differenziert denkenden Umfeld. Durch meine Ausbildung im Schwarzwald werde ich allerdings auch mit der anderen Seite  konfrontiert, was mich dabei immer wieder erstaunt sind die Faktoren welche hier zusammenwirken:

  • Keinerlei persönliche Erfahrungen.
  • Viel Hörensagen.
  • Einseitige Informationsquellen.
  • Existenzangst.
  • Neid.


Jetzt könnte man meinen, dass man mit so denkenden Menschen diskutieren kann  -doch stößt man bald an seine Grenzen und denkt sich im Stillen: Albert Einstein hatte Recht, Es ist eine gefasste Meinung schwerer zu ändern als das Spalten eines Atoms. Sätze wie *Du hast ja Recht, aber....*
*Ja, aber...*, *Man wird ja wohl sagen dürfen...*
Und plötzlich brennen wieder Gebäude, und mancherorts rotten sich Einheimische zusammen und schreien *Ausländer raus*.....


Wenn der Wille nicht da ist, dann plappert man eben die fett gedruckten Buchstaben nach.
Nein, auch ich sehe die Problematik. Es sind so viele die kommen wollen. Sehr viele.
Aber wer von uns würde einen Menschen ertrinken lassen, der direkt vor einem im Meer zu ertrinken droht? Wir müssen aufhören über Zahlen zu diskutieren, wenn es sich um Menschen handelt.
Klar: Man darf vor den entstehenden Problemen nicht die Augen verschließen. Aber Polemik hilft selten. Lösungen suchen. Und etwas Good Will.

Ja, es sind auch Kriminelle unter den Flüchtlingen. Aber die sind auch unter uns Deutschen. Sind  deswegen alle Deutsche kriminell?
Die Problematik muss an vielen Punkten angegangen werden. Auch in den Herkunftsländern. Wenn wir es schaffen, den Menschen ein Leben in Sicherheit in ihrer Heimat – vor Krieg und Armut, Verfolgung und Tod, Folter und Angst – zu schaffen, so verringert sich unsere Problematik.
Der erste Schritt wäre wohl:
Faire Preise für Produkte zu zahlen.
Faire Löhne für gute Arbeit.
Es ist an uns allen. Und nicht immer nur an den anderen.

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