Sonntag, 25. Oktober 2015

Rechts-Links - Bäumchen wechsel dich: die Sonntagsgedanken 25.10.2015

Es ist ein milder Herbsttag. Soleil alias Ginger turnte ab halb vier auf mir herum und bettelte um Futter. Dann nervte er noch bis morgens um 5. Das wiederum hatte zur Folge, dass er Flugunterricht bekam, ich ihn aus dem Zimmer – samt Bruder – aussperrte, was beide zum Anlass nahmen, solange an der Türe meiner Mitbewohnerin zu scharren bis diese auch wach wurde.
Also ein ganz normaler Sonntag in unserer WG.
Trotz aller Widrigkeiten wegen meiner Miniraubtiere geht es uns gut, es gibt keine größeren Katastrophen. Zwar habe ich diese Woche einiges im Beruf *verbockt*, aber  noch habe ich Praktikantenstatus und löffle meine, mir selbst eingebrockten, Suppen selbst aus.
Und trotzdem bin ich müde. So müde. 

So müde all der Häme und der Hetze und der emotionsgeladenen, hitzigen Atmosphäre, die die Diskussion und die derzeitige *Lage der Nation* von Anfang beherrschte und eine sachliche Auseinandersetzung fast unmöglich macht.
Was ist links, was ist rechts? Querfrontler und Verschwörungstheoretiker stürmen das Spielfeld. Rechtsaußen Spieler betiteln Meinungsgegner als *Nazis*, ein deutsch-türkische Autor – dreimal dürft ihr raten wer es ist – verstieg sich sogar in die Annahme, dass die jetzige deutsche Regierung KZ einsetzen würden, wenn sie könnten. Gegen Flüchtlinge? Nein, aber gegen „aufrechte Widerständler und Kritiker“ der Regierung. Nein, in den Anführungszeichen steht kein Zitat von ihm, sondern so denke ich sieht er sich selbst. Nun, die Rache des Mainstreams hat ihn schon getroffen: seine bürgerlichen Verlage haben seine Verträge gekündigt und ziehen seine Werke aus dem Handel.
Zensur? Nein.
Es werden sich andere Verlage für seine Werke finden. Solange es kein Leseverbot von Seiten des Staates gibt ist es keine Zensur. Er ergeht sich gerade in einem *Mimimimi*- Gesang, wie ein Kind, dem mal x-mal eine Backpfeife prophezeite und das dann weint, wenn es tatsächlich einmal eine bekommt. (Nicht falsch verstehen: Kindern schlägt man nicht!!!!).

Von ihm erwartete man ja schon fast so eine Entgleisung, aber von Linken oder Grünen? Und auch die gibt es. Es gibt CSU'ler die Flüchtlinge bei sich aufnehmen, CDU Politiker, die Pro Asyl und Flüchtlinge werben, SPD'ler, die finden, dass wir das nicht schaffen, Grüne die dazu auffordern, Europas Außengrenzen mit Waffen zu sichern. Wir haben eine Kanzlerin, die von den syrischen Flüchtlingen fast wie eine Heilige verehren, weil sie das sagte vor dem viele Deutsche Angst haben. *Kommt zu uns*.
Und hier explodiert dann die nicht vorhandene Diskussion. Es wird nämlich nicht diskutiert, es wird gestritten, behauptet, verleumdet, unterstellt, missverstanden.
Dadurch, dass meist nur die Lauten gehört werden gehen die leisen Stimmen unter. Ich flippte auch vor ein paar Wochen in der U-Bahn aus, weil eine Alte die ganze Zeit gegen Ausländer und Deutsche mit Migrationshintergrund hetzte. Ich schrie sie an. Mir riss der Faden, der berühmte. Und es kam zu einer lautstarken Auseinandersetzung in der Bahn. Nicht der richtige Weg, ich weiß. Diskussion geht anders.

In einer Diskussion mit einer Bekannten, die sich mir gegenüber nicht scheute, ihre Bedenken zu äußern, in ruhiger Form entspann sich eine feine Diskussion. Wir klopften erst vorsichtig unsere Standpunkte ab du ich bestätigte ihr manche Position. Als ich dann sagte: „Klar gibt es Probleme. Das alles ist eine enorme Herausforderung und nein, wir werden nicht unsere demokratischen Grundsätze über Bord werfen“, sah sie mich erstaunt an und erwiderte, dass wir gar nicht so weit auseinander lägen mit unseren Meinungen. Nein. Wir hatten es nur nie sauber formuliert. Und auch sie ist erschrocken über den aufkeimenden, nein auflodernden Hass mancher Menschen hier in unserem Land.

Eine Versachlichung der Diskussion tut not. Klare Positionsbestimmungen. Nicht jeder, dem die schiere Masse der zu flüchtenden Menschen Angst macht ist ein *Rechter*, ein *Nazi*, ein *fremdenfeindliches Arschloch* oder/und ein sogenannter *besorgter Bürger*.
Wer sich allerdings entschließt bei der Pegida mitzumachen, der keine Bedenken hat einem Höcke von der AfD zuzujubeln, dem egal ist, dass er mit Gruppierungen wie den Pforzheimer Berserkern auf einer Kundgebung Seite an Seite steht, oder wer, wie ein Stuttgarter Gemeinderat das Wort *Eindringliche* für Menschen in Not nutzt – wer sich unbedacht und unkritisch an die Seite solcher Menschen und Parteien stellt, der dient einer sachlichen Diskussion nicht.
Das gilt auch für die Menschen, die bei jeder Gelegenheit *Lügenpresse*, *Wir sind das Volk* schreien.
Als einmal beim Stuttgarter Protest um den Bahnhof ein paar anfingen *wir sind das Volk* zu skandieren wandte ich mich gruselnd ab. Weder sie waren das Volk, noch sind es die Pegidaspaziergänger. Und selbst wenn sie es wären – hat das Volk immer Recht?

Auf der anderen Seite gibt es die Gesinnungswächter: Sobald man nicht 100% auf Kurs ist, wird man hier genauso niedergemacht, wie wenn man gegen das rechte Hasspotential den Mund aufmacht. Auch das macht eine sachliche Diskussion schnell unmöglich.
Was ich immer mit einer sachlichen Diskussion habe? Weil eine sachliche Diskussion dem Sammeln von Argumenten dient, eine Sache von allen Seiten zu beleuchten, neue Perspektiven zu gewinnen. Diskussionen sind Mittel zum Zweck: Probleme klar erkennen, analysieren. Verschiedene Lösungsansätze zu finden und diverse verwerfen.
Sachlich.
Es macht mich müde.

Immer wieder Argumente zu hören, die gar keine sind, sondern schlecht getarnte Vorurteile.
Immer wieder Geschichten zu hören, die sich dann als unwahr entpuppen.
Immer wieder beleidigt zu werden.
Immer wieder gesagt zu bekommen, ich würde schon sehen, wenn die *Horden* auch über mich herfallen würden.
Immer wieder zu hören, dass alle Menschen die zu uns kämen Engel seien.
Immer wieder zu hören, es gäbe doch gar keine Probleme.
Können wir mal zu Thema kommen? Lösungsansätze für unsere momentane Situation zu suchen, zu prüfen und vielleicht neu zu suchen? Und das ganze sachlich?

Dienstag, 20. Oktober 2015

Großprojekte

Jeder möchte etwas besitzen, was einzigartig ist. Ich auch. Außerdem arbeite ich gerne mit den Händen. Und manchmal spinne ich herum. Nicht umsonst habe ich eine Modestylisten Ausbildung. Allerdings war das nicht unbedingt die richtige Ausbildung für mich.
Aber ein Teil von mir ist und bleibt kreativ. Ob es ums Zeichnen, fotografieren oder handarbeiten geht. Ich kann nicht still sitzen und nur fernsehen oder Musik hören. Meine Hände möchten sich bewegen. Und ich kaufe immer wieder Wolle, oder bekomme sie geschenkt. manchmal bleibt etwas über, ein halber Knäul, ein ganzer, manchmal mehrere. Oder ich plane etwas und verwerfe es wieder.

Und so entstand die Idee für einen Teppich:


Das schöne bei solchen Patchworkarbeiten, wenn man keinen Bock hat, kann man das ganze erst einmal zur Seite legen. Der angefangene Teppich lag über ein halbes Jahr im Schrank:



Als ich dann von einer Klassenkameradin einen arton mit grauem Baumwollgarn geschenkt bekommen hatte - und dann auch noch die Wolle einer älteren Dame, die nicht mehr handarbeiten kann, fing ich wieder an ( nachdem ich die Babydecke, diverse Socken und noch anderes fertiggestellt hatte), unter der Mithilfe meines Katers Grey




Jetzt arbeite ich nach einem Muster/Schema: immer eine Seitenreihe wird fertiggestellt und das *Zwischenstandwerk* kann schon auf den Boden. Sehr zur Freude meiner beiden Kater. Soleil klaut regelmäßig einen Wollknäul und vernichtet ihn heroisch - ich finde dann die zerfetzten und durchgekauten Überreste und Grey macht es sich darauf gemütlich. Wärend ich hier schreibe sitzt Soleil vor meiner Tastatur und hangelt nach meinen, über die Tastatur huschenden Finger.

Love it

Sonntag, 18. Oktober 2015

Instagram & Co





Ich fotografiere gerne. Aber ich möchte nicht immer eine Kamera mit mir herum schleppen. Ich habe nicht den Anspruch den Großen Fotokünstlern der Welt hinter her zu eifern. Gilt übrigens auch für meinen Blog. Ich bin kein Reporter oder Journalist. Ich bin eine Privatperson, die ihre Gedanken ins Netz stellt.


Und das mache ich eben *nur* aus *Spaß*. Der Spaß besteht auch darin, die Gedanken und Bilder mit Menschen zu teilen. Mit mir bekannten und auch unbekannten Personen. Feedback freut mich immer, auch wenn ich auf meinem Blog die Kommentare nicht mehr frei zulasse. Zensur? Vielleicht. Aber vor allem Abwehr von Spamkommentaren. Mit Link. Und wenn man auf dem Link tippt ist man gearscht. Deswegen. Auch, weil ich es nicht einsehe mich auf meiner eigenen Website und Pinnwand beleidigen zu lassen.



Wenn man jetzt also gerne fotografiert, Stimmungen einfängt, es gerne mit anderen teilt und das schnell, dann kommt man kaum an einer guten Handykamera vorbei. Und ich muss sagen:
Ich liebe mein Galaxy/Note 4 von Samsung. Und klar – viele denken sofort an FB und google+ wenn es ums teilen von Inhalten geht.
Dann gibt es Twitter, flickr. Instagram.
Ich habe mich für Instagram entschieden. Und die beiden, mein Handy und Instagram harmonieren sehr gut.

Finde ich jedenfalls. Und auch einige *Fans*. Auf Instagram habe ich Follower, die ich nicht kenne, weder über FB noch über Google oder gar persönlich. Aber ich teile die Bilder dann auch auf FB.
eines meiner Hauptthemen ist Licht.
Das Licht jeder Jahreszeit hat seinen eigenen Charme.


Wenn ihr die Bilder mögt, dann folgt mir auf instagram. Unter mianek65 findet ihr meine Bilder.  Freue mich auf euch.

.Stolz und Vorurteil - die Sonntagsgedanken 18.10.2015

Es ist ein Morgen wie er typisch für den November wäre, aber es ist erst Mitte Oktober. Erst? Dieses Jahr scheint an uns vorbei zu rasen, und jeder Tag bringt neue, erschreckende Nachrichten. Es ist nicht nur das Wetter des heutigen Tages, das im mir den Wunsch weckt eine Kerze in ein Fenster zu stellen.

Wir Menschen scheinen nicht zu lernen, nicht bereit zu sein zu lernen. Zu nah sind unsere Vorurteile, unser Egoismus in allen Lebenslagen, unser Neid. Ich schreibe bewusst „wir“, denn auch ich bin nicht fehlerfrei. Wer ganz ohne Vorurteile ist  soll sich doch bitte bei mir melden. Ich wäre erfreut einen solchen Menschen zu treffen.
Vorurteile sind nicht auf eine Nation, auf ein politisches Lager begrenzt. Es ist weltumspannend, partei- und auch religionsübergreifend. Ich werde die Vorurteile jetzt nicht aufgreifen. Mich interessiert das Warum.
Warum sind wir so vorurteilbehaftet? Klar habe ich auch Vorurteile, aber oft merke ich, dass ich viel neugieriger bin, offener als andere. Und was manchmal als frech empfunden wird: Ich bin sehr direkt und frage nach. Nehmen wir das Kopftuch. Ich frage nach: Warum trägst Du es? Und wenn die Antwort kommt: Weil es mein Glaube so will, dann frage ich nach. Auch bei Antworten wie Tradition. Umgekehrt mache ich das in anderen Punkten bei Christen, Juden, Buddhisten.
Irgendwie sind mir die Buddhisten am liebsten, aus vielerlei Gründen. Aber es geht heute nur nebensächlich um Religion. Oder um die politische Richtung, den aufkeimenden Nationalismus und die neu erwachte Fremdenfeindlichkeit.

Warum? Es geht mir um das Warum. Und ob es tatsächlich so ist.
Warum haben wir Angst vor dem moslemischen Glauben, den Islam? Oder ist es wirklich der Islam, oder nur die fundamentalistische Auslegung mancher Ewiggestriger? Was für ein Problem haben wir mit dem Kopftuch? Wegen seiner religiösen Aussage? Oder als Zeichen der Unterdrückung der Frauenrechte? Der Gleichberechtigung? Ich könnte jedes Mal anfangen zu schreihen, wenn gewisse AfDler, die auf der anderseits vom Genderterrorismus schwafeln, genau diesen Grund anbringen.
Ich persönlich stehe allen Religionen kritisch gegenüber, aber ich sehe es wie die Schreiber des Grundgesetzes: Wer will, der soll. Wer glaubt, der soll. Solange er nicht anfängt zu missionieren.
Ich war bei Vorurteilen. Wenn man sich das Wort einmal näher betrachtet und es in seine Einzelteile aufdröselt, dann bekommt man zwei Wörter: VOR und URTEIL. 

Ein Urteil wird normalerweise nach der Beweisaufnahme und einem Verfahren, mit Anklägern, Verteidigern und einer modere mehreren Richtern.
Vorurteil. Bedeutet es doch nichts anderes als ohne wirkliche Fakten sich ein Urteil zu erlauben. Vom Hörensagen. Aus sicheren Quellen. Man habe gelesen. Das weiß man doch. Hat meine Oma schon gesagt.
Es macht mich müde. Traurig. Für Wut habe ich schon lange keine Kraft mehr.
Da sind welche stolz darauf deutsch zu sein, dabei ist ihr Stammbaum alles andere als deutsch. Was ist denn deutsch sein schon? Einer meiner Cousins, der einen beneidenswerten hellbraunen Teint hat, ist typisch deutsch, auch noch studiert usw. usf. Der Papa war ein Amerikaner, der eine sehr schöne dunkle Haut hatte.
Was ist deutsch? Mir wurde auf meinen Arbeitseinsätzen im Ausland mehrmals gesagt ich sei nicht typisch deutsch. Vom Aussehen (rote Haare, blaue Augen, Sommersprossen) sehe ich sehr wohl mittel-/nordeuropäisch aus. Es ging um meine Art. Ich sei so offen, frech, witzig. So gar nicht *Kraut*, *Jawohl*. Nur einmal wurde ich gedisst: *Little Misses perfekt*. Ein Seitenhieb auf den Ruf von uns Deutschen Perfektionisten zu sein. Es war NICHT nett gemeint.
Ich habe kein Problem deutsch zu sein. Ich sehe aber auch keinen Sinn darin stolz darauf zu sein. Ich freue mich über meine Landsleute, die offen sind, Herz beweisen und sich der vielen Flüchtlinge annehmen. Ich schäme mich für die Deutschen, die stolz darauf sind, wenn sie es schaffen ihre Gemeinde *flüchtlingsfrei* zu halten.


Auch ich habe Vorurteile. Ich bin nicht frei davon. Aber ich arbeite dran.









Sonntag, 4. Oktober 2015

Sonntagsgedanken - 41/2015 Wiedervereinigt

Tag der deutschen Einheit. Hm.
Als vor über 25 Jahren die Vereinigung des geteilten Deutschlands vorbereitet wurde gab es auch Gegenstimmen im Freudentaumel. Ich stand der gesamten Sache etwas kritisch gegenüber.
Warum?.
Lasst mich überlegen. Nicht über die Gründe, sondern wie ich es so formuliere, dass es ganz klar rüberkommt, dass ich nichts gegen fallende Grenzen habe oder gegen die *von drüben*.
40 Jahre. 40 Jahre in zwei unterschiedlichen Systemen. 40 Jahre getrennt. 40 Jahre unterschiedliche Entwicklung. Und dann plötzlich: Juhu, wir sind eines? Dann das andere: *wir* Wessis haben doch von vorne herein auf die *Ossis* runtergesehen. Und tun es auf eine gewisse Weise heute noch.
Demokratie will gelernt sein. Und selbst die, die in einem demokratischen Umfeld aufwachsen, ist Demokratie nicht gleich selbstverständlich. Wie ist es, wenn man 40 Jahre in einer Diktatur groß wurde? Ich kann es mir nicht wirklich vorstellen. Aber wir erlebten es als diese unterschiedliche Welten aufeinander traf. Der Westen war als Paradies verklärt. Da trafen dann manche Träume auf die Realität und zerbrachen daran.
Während Lafontaine von der SPD von Anfang sagte, dass es nicht ohne Steuererhebungen abwickeln lassen würde so war das für Kohl keine Debatte wert. Im Freudentaumel (weswegen eigentlich?) wurden alle Bedenken weggewischt und die CDU gewann haushoch. Dann kam der Soli. Dann kam der Ausverkauf der DDR – ihre positiven Errungenschaften und die wenigen erfolgreichen Unternehmen – alles wurde verscherbelt und dem wesentlichen Hochmut geopfert. Rotkäppchensekt ist eine der wenigen Ausnahmen.
Dafür wurde Geld in die Infrastruktur gesteckt – in Gegenden in denen es absolut nicht nötig gewesen wäre. Während im Osten Straßen erneuert wurden fing das Murren im Westen an lauter zu werden.
Die Ossis hatten relativ schnelle einen schlechten Ruf – manches erlebte ich direkt mit. Und ich kann euch sagen: es gab natürlich solche und solche, aber wie das Leben so spielt: es bleiben meistens die schlechten Geschehnisse in Erinnerung.
Nun, wir sind wiedervereinig. Und mit der Wiedervereinigung bekamen wir auch noch andere Dinge mitgeliefert – was man dann an Hoyerswerda in den 90igern miterleben musste und jetzt, in Echtzeit das Entstehen der Pegida Bewegung und fremdenfeindliche Übergriffe.
Klar, beides gibt es auch im westlichen Teil der BRD, wer sich aber mit der Statistiken befasst und nicht blind ist, sieht, dass es hier ein West-Ost-Gefälle gibt. Leider.
Ist der Osten jetzt schlechter als der Westen? Wohl kaum. Aber er ist anders. Auch nach 25 Jahren noch. Ich kann Nationaldenken und Patriotismus so oder so nichts abgewinnen, aber der weinerlich-gefühlvollen Stimmung kann ich erst recht nichts anfangen.
Ich habe Freunde, Kollegen aus den neuen Bundesländern, die mir genauso lieb oder unlieb sind wie die aus dem Westen. Und das gilt nicht nur für Deutsche: Es gilt für alle Menschen.
Der einzige Grund den 3. Oktober zu feiern ist, dass die dort lebenden Menschen sich endlich frei bewegen und äußern können. Ungewöhnlich in einer Zeit, in der wieder Mauern und Zäune gebaut werden. Allerdings nicht mehr um Menschen am Ausreisen zu hindern, sondern am Einreisen.
Vor 25  Jahren wurde der Mauerfall gefeiert. Heute auch noch. Aber in einer anderen Stimmung. Der Freudentaumel ist schon lange der Ernüchterung gewichen. Die Entlohnung ist noch nicht gleich, Die Renten sind noch nicht vollständig angepasst. Im Osten sterben die Gemeinden. Im Westen platzen sie aus allen Nähten. Klar gibt es Metropolen wie Dresden, Leipzig. Aber wenn man ins Hinterland fährt – wird es leer. Sehr zur Freude der Natur.

Die deutsche Einheit. Ein Volk. Wirklich?
Was ist denn *Das Volk*?

p.S. ich habe gestern nicht gefeiert. Ich habe gearbeitet. Mich mit meiner Mitbewohnerin und den Katern in der Küche bei einer Pizza unterhalten, den Haushalt gemacht und die Sonne genossen. Heute regnet es. Ob das eine Bedeutung hat? Ja. Es regnet und die welt wird nass... ich glaube einfach, wir nehmen manche Dige zu ernst.
in diesem Sinne:
Schönen Sonntag noch