Sonntag, 8. November 2015

Sonntagsgedanken - Frühling im November

November. 
Ich träume von kalten Morgennebeln, von grauen Tagen, Raureif in den Morgenstunden, der Gras und gefallene Blätter mit funkelnden Eiskristallen überzieht.
Oder einfach nur Tau. 
Tau wäre schon ausreichend. Schön wäre das.



Stattdessen laufen wir in T-Shirts in der Mittagssonne herum und der Himmel scheint nur noch eine Farbe zu kennen: azurblau.
Das was ich im Sommer schon nicht am Stück ertrage verfolgt mich jetzt bis in den Herbst: Trockenheit. Im Oktober gab es ein paar frische Tage, an denen ich morgens tief durchatmen konnte.
Wann habt ihr den euren letzten Schmetterling im November gesehen?
Meine beiden Kater haben schon ihr Winterfell. Ihr Pelz ist weich und dicht, sie liegen mittags am geöffneten Badezimmerfenster.
Ja, am geöffneten Fenster. Nicht nur 5 Minuten zum Lüften. Das Fenster steht den halben Tag offen. Mir hagelt es den Kreislauf zusammen. Andere genießen das frühlingshafte Wetter. Eher schon Frühsommer. Und wie ich meine Stuttgarter kenne – solange die Temperaturen über 0°C liegen wird gnadenlos der Frischluft gefrönt – Die Straßencafés sind voll mit Menschen, die fellbesetzte Parkas und Stiefel tragen und eisgekühlte Getränke und Eis konsumieren.
Was ich zu motzen habe, an diesem Wetter? Ich mag eben Jahreszeiten. Ich bin im Wintermodus. Irgendwie weiß mein Körper nicht was los ist.

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Gestern sah ich einen Admiral, also einen Schmetterling. Am 7.11.2015. Farbenfroh saß er da, aber sein Flattern wirkte müde. Als wüsste er, dass seine Zeit schon längst gekommen sein müsste und nur die Wetterkapriole ihm ein paar weitere Tage schenkte.
Seine Vergänglichkeit, sein Leben, das schon vergangen sein sollte, stimmte mich melancholisch. Erinnerte mich sein baldiges Vergehen doch mich an das meine Zukünftige.


November,
Die Bäume lassen ihre Hüllen fallen,
werfen Blätter wie Konfetti,
nacktes Geäst steht mir Spalier,
raschelnd meine Schritte tönen…

Vielleicht verschieben sich auch nur die Jahreszeiten wieder einmal ein Stück. Wobei der Sommer auch mit Temperaturrekorde glänzte.
Ich wünsche mir Schnee. Viel Schnee. Als Daunendecke für die Natur zum Jahreswechsel.

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