Sonntag, 31. Januar 2016

Sonntagsgeschreibsel 31.01.2016 Integration

Es ist ein grauer, nasskalter Sonntagmorgen. Meine Augen sind noch nicht weit geöffnet. Soleil weckte mich erst um sechs Uhr, zärtliche Pfotentatscher im Gesicht, sanftes Köpfeln, aber beharrlich und nicht zum Aufgeben bereit. Als gut gezogener Mitbewohner meiner Katzen, meine zwei Kater und unser Gast die kleine Katzendiva Leila, habe ich die drei pflichtschuldig gefüttert und wurde danach mit einer großen Portion Schmusen und Schnurren wieder in den Schlaf gewiegt.
Ich bin gut in das Katzenrudel integriert.
Womit wir beim Thema wäre.
Integration.
In Deutschland wogen die Emotionen. Es wird dich geängstigt, gefordert, behauptet und abgestritten.
Und oft geht es um Integration.
Was ist denn Integration eigentlich?
Hier zwei Beispiele für Definitionen einmal nach dem Duden einmal nach Wikipedia.



Was machen wir als Gesellschaft daraus, als Einzelne? Ab wann gilt man als gut integriert und ab wann als nicht integrierbar?
Ich glaube das sieht jeder ein wenig – mehr oder weniger – anders. Mir reicht es als Integration, wenn jemand die Gesetze meines Landes akzeptiert. Tolerieren reicht hier nicht. Wenn jemand dann noch die allgemein gültigen – positiven Umgangsformen sein eigen nennt, dann bin ich sehr begeistert. Was ich – persönlich nicht erwarte – ist die Anpassung an der üblichen Kleidungsstandart, nun ja, Baströckchen fände ich unpassend, und je nachdem auch nicht angemessen.
Eine Kappa, ein Turban, ein Fes, ein Kopftuch regt mich noch nicht auf. Bei einer Burkha oder einem Tschador verweigere ich meine Akzeptanz muss es wohl aber tolerieren, solange es den deutschen Gesetzen entspricht.
Also was ist Integration?
Bestimmt nicht das Verleugnen der eigenen Herkunft und der eigenen Traditionen – solange sie nicht im Widerspruch zu unseren Gesetzen stehen.
Integration ist wohl im ersten Schritt immer das Lernen der landesübliche Sprache und der Verhaltensnormen. 

Integration ist keine Einbahnstraße.
Integration erfordert Zeit, Toleranz und Akzeptanz von beiden Seiten.
Und Offenheit. Für Neues. Auch für Umdenken.
Jemand der nicht offen ist wird sich kaum integrieren.
Jemanden der das Gastland, dass vielleicht einmal seine Heimat wird, nicht achtet, wird sich nicht integrieren.

Integration bedeutet nicht das Kopftuch abzulegen. Integration bedeutet die Rechte der Frauen zu achten – und das nicht nur in der Öffentlichkeit.
Integration bedeutet aber auch nicht, einfach alles zu kopieren was die Umgebung hergibt. Keiner muss in Deutschland Schweinefleisch oder Rindfleisch essen um als integriert zu gelten.
Integration bedeutet auch nicht seinen Glauben zu verleugnen. Hier gilt für mich folgende Einschränkung: Stehen dieser Glaube und die vorgeschriebenen Handlungen im Konflikt mit bestehendem Recht dann ist Schluss mit lustig. 

Als in den 90igern unzählige Russlanddeutsche zurück nach Deutschland kamen standen wir vor den gleichen Problemen wie jetzt. Sie sprachen, wenn überhaupt, nur schlecht deutsch. Sie blieben für sich - was teilweise noch bis heute ist, und die Sprüche aus dem *Volk* waren fast die gleichen wie heute, es fehlte nur die Angst vor der Islamisierung.
Diese Gruppe Menschen war in Russland vielelicht mehr oder weniger integriert, hatte aber hier Schwierigkeiten sich anzupassen. Teilweise bis heute. Oder wie ist es zu erklären, was jetzt mit der *Affäre Lisa* ausgelöst wurde? (Das russlanddeutsche Mädchen, das angeblich entführt und von Flüchtingen vergewaltigt wurde. Die Tatsachen, bzw die Ermittlungsergebnisse zeigen etwas anderes auf. Allerdings sind dann auch hier schon wieder Verschörungstheorien und Lügenpresserufe zu hören.)

Moralisch gesehen ist für mich der Kreis der Akzeptanz etwas kleiner, aber solange es keine Rechtshandhabe dafür gibt ist es eben für mich zu tolerieren. Auch wenn es mir schwerfällt – unter anderem das Schächten oder das Beschneiden minderjähriger Jungen.
Integration erfordert den Willen dazu – von beiden Seiten. Und Integration braucht Unterstützung. Wenn man Menschen ausgrenzt, sich selbst überlässt nimmt man ihnen von vorne herein die Möglichkeit sich zu integrieren.
Natürlich gibt es auch diejenigen, die nicht bereit sich, sich in irgendeiner Form anzupassen oder einzufügen. Nun, Handelt es sich um Deutsche oder europäische Staatsbürger, so ist es an den Gerichten ihr Tun und Handeln zu bewerten und notfalls zu bestrafen. Sind die Menschen hier zu Gast, ob nun als Urlauber, als Arbeitskräfte auf Zeit, oder weil sie hier Zuflucht suchen – auch hierüber entscheiden die Gerichte. Also packt die Mistgabeln ein, löscht die Fackeln.

Integration benötigt Zeit.

Sonntag, 24. Januar 2016

Sonntagsgeschreibsel 24.01.2016 Daniel in der Löwengrube

Kein netter Einleitungssatz heute. Es ist Sonntag und ich schreibe das nieder, was mir so unter der Woche Anlass zum Nachdenken gegeben hat.
Seit Wochen treibt mich der Gedanke an bestimmte Schlagwörter um. Letzte Woche waren es die neuerwachten Frauenrechtler und das was manche von ihnen einer meiner Sorte an den Hals den Uterus wünscht.
Kapiert haben es einige nicht. Auch als ich über einen Zeitungsauschnitt die Verlogenheit verdeutlichen wollte, dass eben die meisten von Flüchtlingen begangenen Sexualverbrechen frei erfunden waren (doppelt perfide – weil es ein Gerücht befeuert. Ah – behauptet ist schnell was, wer sagt denn, dass das nicht die meisten *angeblichen* Opfer so machen?) wurde mir dann sofort unter die Nase gerieben, wie schlimm es den Frauen in bestimmten ginge.
Meine Antwort darauf:
Ich orientiere mich nicht nach dem Schlechteren, sondern nach dem Besseren. Bei uns wird von einer Gleichstellung *gefaselt*, die bei weitem noch nicht vollkommen ist, was man an vielen Eckpfeilern festmachen kann. Unter anderem dass es immer noch keine Gleichstellung bei den Gehältern gibt. Frauen werden in den gleichen Berufen bis zu 30% schlechter bezahlt.
Viele Frauen scheuen sich immer noch sexuelle Übergriffe, Vergewaltigungen anzuzeigen, wird ihnen doch oft schon nicht in der Familie geglaubt. Vor allem wenn es gute Freunde oder gar Mitglieder der Familie betrifft.
Solange es Vertreter der Vertreter Christlicher Kirchen gibt, wie der spanischen Kleriker, der meint Frauen würden der Gewalt aus dem Weg gehen, wenn sie den Männern gehorchen würden.
Fragt mich nicht, was ich in dem Moment gedacht habe. Den Opfern wird die Schuld zugeschrieben.
Diesen Pfaffen würde ich gerne Zementschuhe verpassen und wenn dann jemand sagt: *Das hättest du aber nicht tun sollen!* dann könnte ich antworten – Hey, hätte er seine Klappe gehalten, dann würde er sich nicht gerade die Fische unter Wasser angucken.
MITTELALTER!
Aber er ist nicht alleine in seinem Ansinnen – Wie oft hört man: Tja, wenn man sich
a) in dem Aufzug,
b)um die Uhrzeit
c) in dem Zustand
d) in der Gegend „rumtreibt“?
EGAL was eine Frau anhat oder nicht, egal wie sie sich ausstaffiert hat, egal wie lecker sie riecht, egal wie besoffen sie ist oder sonst was – ihr habt sie NICHT anzufassen. Und das sage ich allen MÄNNERN. Auch allen Frauen. Und anderen Wesen. Und umgekehrt gilt das ganz klar auch! Es gibt keine Entschuldigung für Gewalt - aßer Notwehr.
Ich wollte eigentlich über Integration schreiben. Eigentlich bin ich keine Frauenrechtlerin. Eigentlich, eigentlich,… aber der gezeigte Chauvinismus vieler Männer der letzte Woche zu Tage trat, im Netz und den Kommentarspalten ließ mich an die Frauenrechtlerinnen in den 20er Jahren diesen Jahrhunderts denken.
Aber es gibt sie, die Männer die zugeben, dass sie das Ausmaß unterschätzen, dass sie es einfach nicht sehen wollten, konnten, sich nicht dafür interessierten. Das sexuelle Gewalt eben kein Problem gewisser Gruppierungen ist, sondern leider Alltag. Ein Freund fragte einen Teil seines weiblichen Freundeskreises und schrieb dann dazu. Ich fragte ihn, ob ich sein Statement als Gastkommentar veröffentlichen dürfe. Ein klares Ja war die Antwort.

„Frauenverachtende Kulturen“ - vorläufig abschließende Gedanken
Silvester ist drei Wochen her. Und wir diskutieren unermüdlich über ausländische Frauenunterdrücker, die hier machen, was sie wollen. Gleichzeitig kommt aus der feministischen Ecke der Hinweis, dass Angrapschen, Unter-den-Rock-greifen etc. kein neues Phänomen ist. Und es gibt die berüchtigte Studie, „Eine von drei Frauen wird im Lauf ihres Lebens Opfer von sexueller oder körperlicher Gewalt“.
Alles so plakative Sätze. Unter denen ich mir letztlich nix konkretes vorstellen kann. Deshalb hab ich am Sonntag mal einen dreisten Versuch gestartet: Ich habe fünfzehn willkürlich gewählte Frauen aus meiner Freundesliste angeschrieben – mit der Bitte, ob sie mir nicht einfach mal erzählen könnten, was SIE in ihrem Leben schon an sexueller Belästigung/Gewalt erlebt haben.
Zwei haben es laut Facebook noch nicht gesehen – zwei wollten nichts dazu sagen . Wofür ich vollstes Verständnis habe – mich fasziniert, dass die anderen tatsächlich geantwortet haben. Dafür danke. Es ist für mich absolut selbstverständlich, dass ich nicht mal ansatzweise irgendwelche Hinweise geben werde, wer diese Frauen sind.
Nun, mit elf – und danach auch noch ein paar anderen – kam ich ins Gespräch. Beziehungsweise – sie erzählten zunächst.
Danach hab ich mich erst mal betrunken.
Fazit: Von zweiundzwanzig Frauen, mit denen ich in meinem Leben bisher über ihre diesbezüglichen Erfahrungen geredet habe, sagt EINE, „Gott sei dank ist mir das noch nie passiert“. Eine. Von zweiundzwanzig. Die Zahl der Frauen, die mir erzählt haben, bereits vergewaltigt worden zu sein, ist seit Sonntag auf zehn angestiegen. (Wohlgemerkt – die mir das erzählt haben. Wie viele Frauen ich tatsächlich kenne, die das schon einmal erleben mussten, ohne dass ich es weiß – darüber will ich lieber gar nicht erst nachdenken.)
In diesem Ausmaß hatte ich das nicht erwartet. Noch erschreckender: All die Frauen, die mir geantwortet haben, hatten nicht nur ein Beispiel auf Lager. Im Gegenteil – es waren Listen mit in der Regel vier, fünf Begebenheiten. Und kaum eine hielt es für nötig, blöde Sprüche oder Blicke zu erwähnen – der „harmloseste“ Punkt war bei nahezu allen die ungewollte Berührung, nächster Schritt dann „ungewollte Berührung an Geschlechtsorganen“ - am Endpunkt steht dann die Vergewaltigung. Auch die einer (zum damaligen Zeitpunkt) Vierzehnjährigen. Und der jahrelang missbrauchende Onkel taucht auch auf.
Wer braucht jetzt auch einen Schnaps?
Das ist in keinster Weise repräsentativ, das ist mir auch klar. Aber irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass das Ergebnis großartig anders ausgefallen wäre, hätte ich fünfzehn andere gefragt. Oder dreißig andere. Oder fünfzig. Höchstens in Nuancen.
Könnten wir alle bitte aufhören, über „fremde frauenverachtende Kulturen“ zu reden? Und stattdessen endlich das Thema diskutieren, das seit Jahrzehnten kleingeredet, verharmlost, negiert wird?
Liebe Frauen – bitte lasst diesmal nicht locker. ‪#‎aufschrei vor drei Jahren wurde weggelächelt. Das darf nicht wieder passieren.
Und liebe Männer – fragt bitte mal Frauen in Eurem Umfeld , wie das so ist, in Deutschland weiblich zu sein. Ihr werdet überrascht sein – viele Frauen wollen da glaub sehr gerne darüber reden. Nur, stellt Euch davor schon den Whisky kalt. Ihr werdet ihn brauchen.
Wer dies für teilenswert hält – es ist in meinem Sinne.“

Was mich nicht wunderte: er bekam von vielen Frauen Beifall. Was mich ebenfalls nicht wunderte war die Reaktion mancher Männer: Wer anklagende Frauen als Schlumpfarmee bezeichnet der denkt auch, das Daniel ein Frauenversteher ist. Ist er auch. 

Sonntag, 17. Januar 2016

Sonntagsgeschreibsel - 17.01.2016 *Gute Wünsche*

Vor meinem Wohnzimmerfenster wirbeln die Schneeflocken im wilden Tanz vorbei. Die Welt versinkt in weißem Schweigen, der Schnee dämpft Geräusche und Licht. Es ist ein wunderschöner Anblick.
Für mich war das Fahnenmeer auf dem Stuttgarter Schlossplatz gestern auch ein wunderschöner Anblick. Mehrere 1000 Menschen hatten sich zusammengefunden, um gegen Rassismus und Gewalt zu demonstrieren. Die Stuttgarter Zeitung brachte einen Onlinebericht, es wurde überregional darüber berichtet.
Es war für mich ein Zeichen, dass nach Köln nicht alle Menschen undifferenziert den plumpen Parolen mancher polemischen Politiker folgen. Nicht der stumpfen Angst Eingang in ihren Kopf gewähren, so dass diese Angst die Vernunft und den Intellekt ersticken – falls beides vorhanden gewesen wäre.
Unter dem Artikel der Stuttgarter Zeitung https://www.facebook.com/stuttgarternachrichten/posts/10154064510336777?comment_id=10154064756446777&notif_t=like kam es relativ schnell zu Reibereien zwischen den Menschen, die trotz Köln, oder eben wegen den Vorkommnissen in Köln gegen Pauschalverurteilungen sind und den Menschen, die meinen, dass solche Vorkommnisse eben ihre Vorurteile bestätigen.

Was mir dann einer der Kommentatoren wünschte veranlasste mich das heutige Thema der Sonntagsgedanken kurzfristig zu ändern. Das Thema Integration knöpfe ich mir kommenden Sonntag vor.

Da alles auf einer öffentlich zugängigen Seite geschrieben wurde begehe ich keine Verletzung der Persönlichkeitsrechte. Einer der Kommentatoren wünschte mir an den Hals, dass mir doch einmal so etwas wie in Köln widerfahren sollte. Und um dies geht es heute. 




Ich habe mich dazu entschlossen Herrn Winser einen offenen Brief zukommen zu lassen:

Sehr geehrter Herr Winser,
 nein, ich gehöre nicht zu *der einen Sorte* wo (typisch süddeutsch, es müsste *die* bzw. *welche* heißen) klatschend die Züge  empfing. Ich klatsche nicht für Züge, ich klatsche auch nicht, wenn ein Pilot ein Flugzeug sicher landet. Nicht, dass Sie jetzt denken, ich hätte nicht verstanden was Sie meinten.
Ich gehöre trotzdem nicht zu den Menschen, die irgendetwas bejubelten. Trotzdem war und bin ich mit der Entscheidung der Bundeskanzlerin einverstanden. Menschen in Not verpflichten zu Hilfsmaßnahmen, unabhängig wo sich diese Menschen sich gerade aufhalten, welche Religion sie ihr Herz schenken, welche Hautfarbe und welchen Pass sie haben.
Von Anfang an war mir, *eine von der Sorte*, bewusst, dass da eine Megaaufgabe auf uns zurollte, zusammen mit den Menschen die da kamen. Nein, ich dachte nicht, dass da nur gutgebildete, offene, tolerante Menschen kommen würden. Ich bin zwar Optimist, aber keine hoffnungslose Träumerin. Für mich zählen aber das Grundgesetz und menschliche Werte.

Was in Köln geschah war, gelinde gesagt, eine Sauerei. Nie, nie würde ich anderen Frauen - oder Männern, so etwas wünschen, egal was diese Frauen und Männer von sich geben würden. Das geht vollkommen an meinem Verständnis der Menschlichkeit vorbei.
Sie gehen davon aus, dass ich, *einer von der Sorte* nicht weiß, was sexuelle Übergriffe bedeuten, dass ich nicht weiß, was in solchen Frauen vorgeht? Woher nehmen Sie sich das Recht heraus so über mich zu denken? Es ist eine Annahme, die leider der Wirklichkeit nicht gerecht wurde.
Ich wurde schon einmal Opfer körperlicher Gewalt - als ich 20 Jahre alt war meinte mein damaliger Beziehungspartner er könne einen Streit damit beenden indem er mich schlug.
Ein deutscher Mann.
Mir fasste mir einmal ein Mann an die Brust, er war eindeutig aus dem Mittelmeerraum. Die schallende Ohrfeige wird er nie vergessen haben. Deswegen verdächtige ich jetzt nicht jeden Italiener, Türken oder wen auch immer mir unbedingt an die Brüste fassen zu wollen.
Aufgrund polizeilicher Ermittlungen musste ich als Zeugin einmal vor Gericht gegen eine Gruppe krimineller Marokkaner aussagen – es war in den 90igern. Sie können nicht einmal im Ansatz erfassen, was für eine Scheißangst ich hatte. Die hatten regelmäßig den Laden, in dem ich damals arbeitete, leergeräumt. Unsere türkischen Sicherheitsleute haben uns Frauen abends dann oft bis nach Hause gebracht.
Also brauchen Sie sich nicht mehr zu wünschen, dass mir so etwas geschieht.
Aber trotzdem halte ich nicht alle Marokkaner für Verbrecher. Wieso sollte ich?
Ich habe, um mein Studium zu finanzieren unter anderem auch als Bedienung gearbeitet, in Kneipen und auf Dorffesten. Was ich hier erlebte änderte das Männerbild, welches 
ich hatte (was für ein naive Landei ich damals noch war) , vollkommen. Ich hatte mehr als einmal alle Hände voll zu tun die Hände der Männer abzuwehren – mal ganz abgesehen davon, was sich Männer so erlauben uns Mädels an den Kopf zu werfen - und manchmal mussten Kollegen oder Chefs eingreifen. Aufgrund meiner roten Haare dachten wohl einige - *die ist heiß.....*. Meine Kolleginnen aller Nationen und Haarfarben hatten genau die gleichen Probleme. Mit Männern aller Art, aber hauptsächlich deutsche Männer, die enthemmt durch den Alkohol, ihrer frauenverachtenende Grundeinstellung freien Lauf ließen. Die dünne Schicht der gesellschaftlichen Norm war verschwunden.
Sie wünschen mir solche Erfahrung wie solche in Köln, dann reden Sie noch einmal mit mir? Die von mir gemachten Erfahrungen haben mich nicht dazu gebracht ALLE Männer für Arschlöcher zu halten. Das unterscheidet uns.
Man kann dafür sein, dass betreffende Täter die ganze Härte des Gesetzes zu spüren bekommen, ohne alle zu verurteilen. Die Täter von Köln bringen mich nicht dazu zur Rassistin zu werden. Oder nach Gewalt zu rufen. Und das war das Thema der Demo in Stuttgart. Und nicht einen Freispruch aller Kriminellen zu fordern.

Eine Freundin schrieb auf meiner Pinnwand zu Ihrem Kommentar folgendes:

 „Unglaublich. Wieso versteht dieser Mob nicht, dass man differenziert warmherzig sein kann und dabei gleichzeitig Erwachsen und mit dem Wissen ausgestattet, dass diese Menschen weder Engel, noch alle kriminell sind.“

Ich möchte Sie nicht als Teil des Mobs bezeichnen. Denn ich kenne Sie nicht. Deswegen wünsche ich Ihnen und Ihren Reptilien auch nichts Böses. Aber ich wünsche Ihnen , dass Sie differenzierter an manche Dinge herangehen und sich nicht von den plumpen Parolen mancher Menschenfischer einfangen lassen.
Die Täter von Köln gehören nach dem geltenden Recht be- und verurteilt. Aber nur sie. So wie alle anderen Täter in ganz Deutschland. Aber die Menschen, die zu uns geflüchtet sind, jetzt unter einen Generalverdacht zu stellen ist, in meinen Augen, einfach und falsch.
Denn Sippenhaft gab es schon einmal in Deutschland. So wie Fremdenhass und Unmenschlichkeit – im Dritten Reich.
Wünschen Sie sich so etwas wirklich?
Wirklich?

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, trotz Ihrer Worte bzw. eben wegen Ihrer Worte, dass Ihnen nichts Schlimmes widerfahren soll, auch nicht Ihren Freunden und Ihrer Familie.
Nennen Sie mich ruhig Gutmensch, denn ich versuche lieber differenziert und human zu bleiben als ein Schlechtmensch zu werden.
Mit freundlichen Grüßen
Marianne Kreichgauer


Sonntag, 10. Januar 2016

Sonntagsgeschreibsel, 10.01.2015 Wirrwarr

Das Papier bzw. der Monitor noch leer, der Kopf aber voll. Voll von verschiedenen Eindrücken, geflutet von Informationen.
Die letzten Tage habe ich mir die Finger wund geschrieben – in Onlineforen und Facebook.
Dabei sortierte ich unterschiedliche Informationen und Fakten und Meinungen die als Fakten verkauft werden sollten.
Ich versuche heute das alles so wiederzugeben, wie ich es mir sortiert habe.
Aber als Einstieg:
Negative Erfahrungen hinterlassen einen stärkeren Eindrücke wie Positive und werden 10-mal öfter weitererzählt. Diese werden wiederrum weitererzählt und dann oft noch ausgebaut.

Köln/Silvester Nacht. Massive Übergriffe sexueller Gewalt um Diebstähle zu verüben. Sogar eine (2?) Vergewaltigungen.
Täter: In der Zwischenzeit geht man davon aus, dass es nordafrikanisch/arabisch aussehende Männer waren, es gibt Tatverdächtige die diese Vermutungen zu bestätigen scheinen.
Bis zu diesem Tatbestand gab es folgenden Vermutungen/Gerüchte:
- 1000 Flüchtlinge wären beteiligt gewesen
- nein, es waren organisierte nordafrikanische Banden
- es waren ca. 100 Täter
- es waren doch Syrer.

Die Quellen: Reißerische Zeitungsschlagzeilen, Hörensagen, Videos – davon ein Teil gefälscht, Bilder aus Kairo wurden als Bilder aus Köln *verkauft*. Oder einzelne Polizeibeamte, deren Aussagen weder von Kollegen bestätigt wurden noch die einen offiziellen Auftrag hatten. Was wiederum nicht bedeuten soll, dass man Polizisten per se nicht glauben sollte!
Und die wichtigste Quelle – Augenzeugenberichte aus dem Netz. Und gerade hier werde ich hellhörig.
Lügenpresse wird geschrien, Propagandamedien. Aber unbekannte Quellen im Netz sind vertrauenswürdig.

Das war/ist die Ausgangslage.
Die Schuldigen waren schnell gefunden: Der Islam und die vielen Moslems, die Frau Merkel (die Böse! Wie kann sie aber auch! Ironie off) nach Deutschland kommen ließ.
Echt jetzt?

Ich drösle es mal aus meiner Sicht auf.
1. Sexuelle Gewalt:
- ist in Deutschland immer noch an der Tagesordnung. Frauen aller Nationen, Religionen, Hautfarben werden von Männern aller Nationen, Religionen und Hautfarben sexuell genötigt, sexuell diskriminiert, sie werden Opfer sexueller Übergriffe und Gewalt, sind tagtäglich Sexismus ausgesetzt.
Ja es gibt auch sexuelle Gewalt gegen Männer: Von Frauen und Männern ausgeführt.
Sexuelle Gewalt ist kein Ding der Religion, man muss nur mal auf einem Dorffest bedienen – da vergeht es einem.

2. Unterschiedliche Traditionen
Ja, es stimmt, dass es in vielen Staaten, die hauptsächlich den Islam als Religion haben, Frauen zu oft nicht gleichberechtigt sind, noch nicht einmal das: Sie werden oft als Besitztum des Mannes angesehen. Mir als *freu* Deutsche ist so etwas ziemlich fremd, allerdings nicht unbekannt – als Kind der 70er (Geburtsjahr 1965) wurde ich mit frauenfeindlichen Aktionen nur so überhäuft. Ein Nachbar fand ich solle nicht studieren, denn ich würde ja eh nur einem Mann den Studienplatz wegnehmen und dann Kinder bekommen. Ein Ausbildungsplatz wurde mir abgelehnt, weil ich ein Mädchen war – es gäbe keinen Waschraum für Frauen und den Sekretärinnen sei ja nicht zuzumuten mit einer verdreckten Mechanikerin die gleiche Toilette zu benutzen.
Dienst an der Waffe bei der Bundeswehr? Gab es auch nicht. Dafür war es den deutschen Ehemännern bis 1997 *erlaubt* die ehelichen *Pflichten* ihrer Ehefrauen noch mit Gewalt einzufordern.
Und was die katholische Kirche von uns Frauen gerne hätte? Und wer ist für die Erbsünde verantwortlich. Ach, dass wisst ihr nicht? Klar wir Frauen! Haben wir doch die Gabe Männer zu verführen, willenlos zu machen. Ja Pech, wenn man mit dem Dingens denkt…. Ach ja, nicht zu vergessen: die erste Frau Lilith wurde verbannt, weil sie gleiche Rechte einforderte und wurde *verteufelt*. Die zweite Frau ist eine Kopie des Mannes, und Kopien sind selten besser als die Vorlage. Ich sehe es anders: Man(n) muss üben, damit etwas Besseres entsteht.
Traditionen?
F*ck Y**

3. Gleichberechtigung
Frauen verdienen immer noch im Schnitt 30% weniger Gehalt als Männer. Für bestimmte Berufe müssen Frauen Nachgewiesener Weise besser qualifiziert sein als Männer, um überhaupt eine Chance auf den Job zu haben.
Frauen haben die Kinder – geht der Mann und kommt den Unterhaltszahlungen für die Kinder nicht nach bleibt der Frau oft nur Harz IV.
Gleichberechtigung? Echt jetzt?

4. Presse
Dem Fass den Boden ausgeschlagen hat wohl der Focus und die Zeit zog nach. Das man abgeschmackte, sexistische, rassistische und aufreißerische Titelbilder schon hinnimmt, als Alltag sagt sehr viel aus.
Ansonsten – es wurden zu viel Vermutungen als Tatsachen *verkauft*. Absicht möchte ich nicht unterstellen. Und ich bin weit davon entfernt Lügenpresse zu schreiben. Ja, es gibt eine tendenzielle Berichterstattung, aber in welche Richtung es geht, weiß man doch! Lese ich die Welt, lese ich den Focus, den Stern oder den Spiegel, die TAZ, die SZ? Leute die stumpf Lügenpresse brüllen und Journalisten tätlich angreifen sind doch gar nicht wirklich an der Wahrheit interessiert. Nein. Sind sie doch. Aber sie sind nur an ihrer EIGENEN Wahrheit interessiert und wenn die nur aus Meinung besteht. Aber das ist egal. Alle anderen LÜGEN!

5. Die Aufrechten
Der Aufstand der *Anständigen*. Das Netz ist voll davon. Ein Teil von Ihnen mag wirklich die Angst umtreiben. Sorge um die eigene Zukunft, die Kinder usw. Mit diesem Teil kann man diskutieren. Und man sollte ihnen aufmerksam zuhören. Unbedingt. Und mit ihnen sprechen.
Der Rest? Sorry, aber mit Rassisten, die dumpf immer wieder die gleiche Platte abspielen wird man nicht auf einen grünen Zweig kommen.
Ger Galgen für Politiker fordert, wer meint Journalisten anspucken zu müssen, deren Kameramaterial zerstört, wer Böller auf Polizisten wirft bewegt sich außerhalb der Rechtsnorm. Und das gilt für alle Seiten!
Eine Meinung haben kann jeder. Man muss sie auch nicht gut finden. Die Grenze ist aber dort zu ziehen, wo die Meinung GEGEN Gesetze mit GEWALT oder GEWALTANDROHUNG durchgesetzt werden soll.
Darunter fallen auch Brandanschläge und Gewalt gegen Migranten.

Für heute mache ich hier Schluss – zum Thema:
Integration, Rechtsstaat. Das wird kommenden Sonntag Thema sein.

Ich nehme eure Anregungen, Kritik gerne an, wenn sie ohne Beleidigungen auskommt. Deswegen ist die Kommentarfunktion so eingestellt, dass ich sie erst gegenlesen muss und dann evtl. freischalte.
Zensur? Nein, aber meine Webseite ist kein Platz für Hetze.

CU

Mittwoch, 6. Januar 2016

Feiertagsgeschreibsel - 06.01.2016

Die heiligen drei Könige werden heute gefeiert. Oder ein freier Tag. Hauptsache nicht arbeiten. Meine drei Pelztiger (Leila, der Thai-Burma Mix ist zu Gast) sind seit den frühen Morgenstunden, bzw. späten Nachtstunden unterwegs. Die kleine Katzendame Leila hält die beiden großgewachsenen Mannsbilder gamz schön in Schach. Wenn es ihr zuviel wird teilt sie Ohrfeigen aus. Sie wehrt sich. Faucht. Schlägt zu. Und wird von meinen beiden Katern mit Respekt behandelt.
Friedliches Idyll an einem freien Morgen. 

Anders als das was viele Frauen jeden Tag im Alltag erleben.
Über Köln wurde schon viel geschrieben. Und viel zu viel Mist. Rassistische Hetze gegen Flüchtlinge. Einfache Parolen. Vorverurteilungen.
Die Fakten:
Frauen wurden belästigt und ausgeraubt, sexuell genötigt und Schlimmeres. Und das Ganze auch noch organisiert. Ich kann mir die Panik, die Angst der betroffenen Frauen sehr gut vorstellen. Habe ich – wie die meisten Frauen in Deutschland – nicht schon ähnliches erlebt? Sehr wohl.
Schon als Kind machte ich grenzwertige Erfahrungen.
Die Empörungswelle, die gerad über die Republik jagt, ist etwas verlogen. Ziemlich verlogen. Und ich möchte manchem Mann zurufen: *Halt einfach dein Maul!*.
 
Auf der einen Seite wird sich empört ohne Ende, auf der anderen Seite weg gesehen.
Wer einmal als Bedienung auf Festen gearbeitet hat -  egal wie groß dieses war – weiß von was ich rede. Mit der Zeit erwirbt man sich einen Hüftschwung, der es in sich hat – nicht um Männern aufreizend gegenüber zu treten, sondern um ihrem tätschelnden Händen auszuweichen. Angefangen von anzüglichen Bemerkungen, über unverhohlenen Aufforderung, verschämten körperlichen Annäherungsversuchen bis massiven Übergriffen.
Ich hatte Glück und die betreffenden Wirte passten auf und warfen eher einen Feiernden aus dem Zelt als uns nicht zu glauben. Und er brachte uns zu den Autos oder ganz nach Hause. Seine Tochter arbeitete mit. Sie war in unserem Alter. Vielleicht lag es daran.
Alleine, dass das nötig war - das sichere heimbringen, zeigt auf wie brüchig der zivilisierte Lack ist.

Aber auch später begegnete mir das abwertende Verhalten gewisser Männer immer wieder. Auch im Beruf. Ich wurde abgewertet, weil ich Frau bin. So was nennt man Sexismus. Und wenn ihr mich fragt: Sexismus ist die Vorstufe.
Uns Frauen kann es egal sein durch welche Menge Männer wir müsse, wenn diese
a) Alkoholisiert sind
b) kriminelle Absichten haben.
Es gibt sie: Die frauenverachtenden Fremden. Warum auch immer sie so sind: Kultur, fehlinterpretierte Religion, usw. usf. Es gibt sie aber auch hier in unserer Kultur. Der deutsche Mann, der die Frau als nicht gleichberechtigt sieht und sich an ihr vergreift, gegen ihren Willen. Spätestens wenn die alkoholisierte Birne nicht mehr funktioniert. Es gibt sie wie die anständigen. Die anständigen gibt es aber auch in allen Kulturen.
Was nicht abzustreiten ist – und was ich auch gar nicht abstreiten möchte – ist die Dimension der Kölner und Hamburger Vorfälle in der Silvesternacht.

Und die hilflosen Tipps der kölner Bürgermeisterin ist ein Schlag ins Gesicht jeder Frau: Verhaltensmaßnahmen für Frauen im Karneval.
Mir liegt ein F*U* auf der Zunge. Nicht ich als Frau sollte mich *Verhalten*. Die Kerle sollten Verhaltensregeln erhalten.
Erst fragen und wenn ein nein kommt – Finger weg.
Mädels, für euch – laut werden. Zornig werden. Zusammenhalten.
Politik und Polizei für euch. Macht verdammt nochmal euren Job. Kameras zeichnen nur auf, aber sie können nicht eingreifen. Politiker – etwas mehr Personal der Polizei und eine faire Bezahlung (grundsätzlich und nicht wegen der neusten Vorkommnisse). Polizei – zeigt euch.
Für die Männer, die jetzt über die Bedrohung durch *nordafrikanisch, arabisch aussehenden Männer* schwadronieren: Macht mal eure Augen auf und seht hin und nicht weg und greift ein – es könnten eure Mütter, Schwestern, Cousinen, Töchter, Freundinnen sein. Und die Täter eure Nachbarn, euer Skatbruder in der Kneipe, euer Kollege im Geschäft, euer Nebenmann im Bierzelt. Macht euch stark für uns.

Ich möchte meine gefühlte Sicherheit als Frau nicht verlieren. Jetzt bin ich keine junge Frau mehr. Eher eine kräftige Matrone.
Es liegt ein paar Monate zurück. Ein paar junge Männer *machten mich an*, als ich nicht reagierte sagte einer im Vorbeilaufen *Votze*. Ich glaubte im ersten Moment mich verhört zu haben. Dann kam der *heilige Zorn* über mich. Ich lief der Gruppe Männer hinterher und schrie:
*Was hast du gesagt? Dreh dich rum, du feiges Stück!*. Ich weiß nicht, ob das empfehlenswert war/ist, aber die Straße war belebt und die Kerle beschleunigten sichtbar ihr Tempo. Ich blieb hartnäckig und empfand eine gewisse Befriedigung als sie die Beine in die Hand nahmen und in der Menge verschwanden. Keiner der anderen Männer , die die Szene beobachtet hatten, hatten sich in irgendeiner Form genötigt gesehen irgendwie einzugreifen. Geglotzt und gestaunt haben sie schon.
Stunden später hatte ich noch einen Blutdruck, der mir den Kragen sprengte.

Auch jetzt platzt mir fast der Kragen, wenn ich im Netz vor sich geht.
Manche halten den Mund, um bloß nicht anzuecken, an keiner Seite.
Andere beschwören Probleme, die in keinem Zusammenhang mit den Vorkommnissen stehen... Wieder andere beschönigen. Es gibt sogar solche, die den Frauen eine gewisse Mitschuld geben (victim blaming).
Hier gilt für mich: Der Täter ist der Täter und das Opfer ist das Opfer. In einer funktioniernden Gesellschaft sollten Opfer sich nicht auch noch verteidigen müssen - gegenüber Vorwürfen.

Sonntag, 3. Januar 2016

Sonntagsgeschreibsel 03.01.2016 *Und nu?*

Guten Morgen.
Neues Jahr, neues Glück? Oder:
Alles wieder auf Anfang zur ewigen Wiederholung?
Das Netz ist voll von Rückblicken, Voraussagungen, Fotos und immer noch Glückwünschen. Über den Jahreswechsel habe ich schon geblogt und ich weigere mich es zu wiederholen. Aber wer es gerne noch einmal lesen mag, hier der Link: Der Tag danach

Zurzeit leben wir zu 5 in meiner Wohnung. Meine Mitbewohnerin, meine beiden Kater und ein entzückendes Katzenmädel namens Leila, ein Thai-Burma-Mix mit einem extrem kurzen Puschelschwanz. Ihre Nabelschnur schnürte das Schwanzchen ab. Dadurch wirkt sie wie eine Katzenausgabe von Struppi, Tims Hund. (Für Unwissende: Tim und Struppi, die Abenteuer des jungen belgischen Reporters, Autor: Herge.)



Am Anfang wurde gemurrt, gesungen und gefaucht. Jetzt wird bevorzugter Weise geschnüffelt – am Hintern. Die Dame macht es ebenso wie die Herren und ich beömle mich dann immer, wenn ich den Ausdruck in den Katzengesichtern sehe.

Es ist Sonntag, es ist ein grauer Tag, die Stimmung ist entspannt und schläfrig. Die Prüfungsaufgaben der letzten drei Jahr liegen unberührt auf dem Tisch – ich habe keinen Bock. Eine rebellische Verweigerungshaltung rumort in mir. Ich liege faul herum und lasse die Gedanken schweifen:
Mein Blog.
Ich sollte mich mal entscheiden wie es weitergehen soll. Mache ich zwei? Einen für Alltägliches und eines für politisches? Aber sind nicht beide eins? Klar: jemand der leichtes Lesen erwartet möchte nicht unbedingt….. – aber sollte ich das nicht dem geneigten Leser überlassen?

Themen? Gehen wohl nicht aus.
Häufigkeit? Lasse ich wohl auf mich zukommen.
Bilder? Wieder mehr.
Jetzt habe ich aber erste einmal Ziele in der wirklichen Welt zu erreichen: Mein Abschluss.
Danach: einen Job.
Endlich wieder einmal einen richtigen Urlaub: Ans Meer
Und vielleicht: Umziehen.
Time will tell.

Draußen setzt sich die Sonne gegen die trübe Nebelsuppe durch. Jedenfalls für den Bruchteil einer Minute. Heute ist experimentelles Kochen angesagt. Wenn ich im Supermeakt etwas sehe was ich nicht kenne, bzw noch nicht zubereitet habe, dann kaufe ich den Kram und koche ihn. Heute wird es bestimmt lustig. Zur Not haben wir noch Brot und veganen Schmalz.
Und: ich werde heute wohl dann doch mal in die Prüfungsbögen schpikeln und meine Rebellentum an den Nagel hängen.
Es ist Sonntag und die Welt kann mir mal gepflegt den Buckel runter rutschen.
Wie Dora so scgön sagte: Vorsätze sind dazu da gebrochen zu werden.

Wünscht euch was. Jeden Tag.