Sonntag, 31. Januar 2016

Sonntagsgeschreibsel 31.01.2016 Integration

Es ist ein grauer, nasskalter Sonntagmorgen. Meine Augen sind noch nicht weit geöffnet. Soleil weckte mich erst um sechs Uhr, zärtliche Pfotentatscher im Gesicht, sanftes Köpfeln, aber beharrlich und nicht zum Aufgeben bereit. Als gut gezogener Mitbewohner meiner Katzen, meine zwei Kater und unser Gast die kleine Katzendiva Leila, habe ich die drei pflichtschuldig gefüttert und wurde danach mit einer großen Portion Schmusen und Schnurren wieder in den Schlaf gewiegt.
Ich bin gut in das Katzenrudel integriert.
Womit wir beim Thema wäre.
Integration.
In Deutschland wogen die Emotionen. Es wird dich geängstigt, gefordert, behauptet und abgestritten.
Und oft geht es um Integration.
Was ist denn Integration eigentlich?
Hier zwei Beispiele für Definitionen einmal nach dem Duden einmal nach Wikipedia.



Was machen wir als Gesellschaft daraus, als Einzelne? Ab wann gilt man als gut integriert und ab wann als nicht integrierbar?
Ich glaube das sieht jeder ein wenig – mehr oder weniger – anders. Mir reicht es als Integration, wenn jemand die Gesetze meines Landes akzeptiert. Tolerieren reicht hier nicht. Wenn jemand dann noch die allgemein gültigen – positiven Umgangsformen sein eigen nennt, dann bin ich sehr begeistert. Was ich – persönlich nicht erwarte – ist die Anpassung an der üblichen Kleidungsstandart, nun ja, Baströckchen fände ich unpassend, und je nachdem auch nicht angemessen.
Eine Kappa, ein Turban, ein Fes, ein Kopftuch regt mich noch nicht auf. Bei einer Burkha oder einem Tschador verweigere ich meine Akzeptanz muss es wohl aber tolerieren, solange es den deutschen Gesetzen entspricht.
Also was ist Integration?
Bestimmt nicht das Verleugnen der eigenen Herkunft und der eigenen Traditionen – solange sie nicht im Widerspruch zu unseren Gesetzen stehen.
Integration ist wohl im ersten Schritt immer das Lernen der landesübliche Sprache und der Verhaltensnormen. 

Integration ist keine Einbahnstraße.
Integration erfordert Zeit, Toleranz und Akzeptanz von beiden Seiten.
Und Offenheit. Für Neues. Auch für Umdenken.
Jemand der nicht offen ist wird sich kaum integrieren.
Jemanden der das Gastland, dass vielleicht einmal seine Heimat wird, nicht achtet, wird sich nicht integrieren.

Integration bedeutet nicht das Kopftuch abzulegen. Integration bedeutet die Rechte der Frauen zu achten – und das nicht nur in der Öffentlichkeit.
Integration bedeutet aber auch nicht, einfach alles zu kopieren was die Umgebung hergibt. Keiner muss in Deutschland Schweinefleisch oder Rindfleisch essen um als integriert zu gelten.
Integration bedeutet auch nicht seinen Glauben zu verleugnen. Hier gilt für mich folgende Einschränkung: Stehen dieser Glaube und die vorgeschriebenen Handlungen im Konflikt mit bestehendem Recht dann ist Schluss mit lustig. 

Als in den 90igern unzählige Russlanddeutsche zurück nach Deutschland kamen standen wir vor den gleichen Problemen wie jetzt. Sie sprachen, wenn überhaupt, nur schlecht deutsch. Sie blieben für sich - was teilweise noch bis heute ist, und die Sprüche aus dem *Volk* waren fast die gleichen wie heute, es fehlte nur die Angst vor der Islamisierung.
Diese Gruppe Menschen war in Russland vielelicht mehr oder weniger integriert, hatte aber hier Schwierigkeiten sich anzupassen. Teilweise bis heute. Oder wie ist es zu erklären, was jetzt mit der *Affäre Lisa* ausgelöst wurde? (Das russlanddeutsche Mädchen, das angeblich entführt und von Flüchtingen vergewaltigt wurde. Die Tatsachen, bzw die Ermittlungsergebnisse zeigen etwas anderes auf. Allerdings sind dann auch hier schon wieder Verschörungstheorien und Lügenpresserufe zu hören.)

Moralisch gesehen ist für mich der Kreis der Akzeptanz etwas kleiner, aber solange es keine Rechtshandhabe dafür gibt ist es eben für mich zu tolerieren. Auch wenn es mir schwerfällt – unter anderem das Schächten oder das Beschneiden minderjähriger Jungen.
Integration erfordert den Willen dazu – von beiden Seiten. Und Integration braucht Unterstützung. Wenn man Menschen ausgrenzt, sich selbst überlässt nimmt man ihnen von vorne herein die Möglichkeit sich zu integrieren.
Natürlich gibt es auch diejenigen, die nicht bereit sich, sich in irgendeiner Form anzupassen oder einzufügen. Nun, Handelt es sich um Deutsche oder europäische Staatsbürger, so ist es an den Gerichten ihr Tun und Handeln zu bewerten und notfalls zu bestrafen. Sind die Menschen hier zu Gast, ob nun als Urlauber, als Arbeitskräfte auf Zeit, oder weil sie hier Zuflucht suchen – auch hierüber entscheiden die Gerichte. Also packt die Mistgabeln ein, löscht die Fackeln.

Integration benötigt Zeit.

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