Sonntag, 14. Februar 2016

Sonntaggeschreibsel 14.02.2016 Valentine und die Frauen.

14.02. Valentines Day.
Soleil nahm es wörtlich und küsste mich wach – viele feuchte Katzennasenküsse, morgens um vier. Er wiederholte es stündlich, unterstützt von seinem Bruder Grey, der meinte unter meiner Bettdecke auf die Jagd nach imaginären Was-auch-immer gehen zu müssen.
Mein Leiden passt zu dem Märtyrer Valentin.
Wiki schrieb dazu:
*Valentin von Terni ist ein Heiliger und Märtyrer der römisch-katholischen Kirche. Im 3. Jahrhundert nach Christus war er Bischof von Interamna, dem heutigenTerni. Valentin von Terni wird heutzutage als Patron der Liebenden verehrt, so dass auf ihn das Brauchtum des Valentinstags zurückgeht.
Früher wurde er bei Krankheiten, wie etwa der Epilepsie, um Hilfe gebeten. Bei diesem Patronat wurden Valentin von Terni und Valentin von Rätien gleichermaßen angerufen. Mit der Verehrung durch die Hilfesuchenden wurden beide Gestalten im Lauf der Zeit immer mehr vermischt.*
Heute schenkt Mann Rosen. Oder Pralinen. Mann schreibt Karten. Oder so. Und die Frau die keinen *Valentin* hat ist ein Looser. Oder so ähnlich.
Ach, fuck you, Konsumindustrie. Was soll das? Wenn sich Menschen lieben, mögen, schätzen finden sie doch immer einen Weg, sich das zu zeigen. Ohne Blumen, mit Blumen, mit oder ohne Süßes.
Küsst mehr!, möchte ich rufen, schnappe mir eine meiner Katzen und knuddle sie durch. Der Kater schnurrt, und setzt damit Glücks- und Zufriedenheitsgefühle  bei uns beiden frei, Während ich das hier schreibe, sitzt der andere vor meiner Tastatur und schmachtet mich an. Ich bin praktisch gezwungen, nach jedem Satz in sein seidiges Fell zu greifen und ihn unter dem Kinn zu kraulen. Er dankt es mir damit, dass er sich prompt auf die Tastatur legt.
Mir wäre es liebe, die Menschen wären jeden Tag nur ein klein wenig freundlicher, optimistischer, weniger verschreckt und verängstigt.
Wieviel Blumen werden heute verkauft, wieviel Süßes und Parfums die letzten Tage? Wie wäre es denn mit dem täglichen Respekt?
Heute tanzen sie wieder: One Billion Rising. Frauen auf der ganzen Welt tanzen gegen die Gewalt gegen sie an. Und wäre es nach Köln nicht der perfekte Aufhänger gewesen, endlich sich mit der alltäglichen Gewalt gegen Frauen, und/oder gegenüber *schwächeren* einzusetzen? Sich mit den Ursachen auseinanderzusetzen? Statt mit dem Finger auf EINE Gruppe VERDÄCHTIGER zu zeigen.
Überspitzt gesagt ist doch jeder Mann – nun ja, ich möchte es nicht schreiben, da ich so nicht denke. Für mich stehen Männer im Allgemeinen eben nicht unter Generalverdacht. Wenn ich so denken würde, wäre ich keinen Deut besser als all jene  die jedem islamischen Mann unterstellen er wolle doch nichts anderes als eine Frau unsittlich anzufassen.
ES werden Probleme beschworen und so lange wiederholt, bis etwas geschieht, das den eigenen (Wunsch?)Denken entspricht. Selbsterfüllende Prophezeiung nennt man das dann wohl. Oder man macht Einzelfälle zur Regel. Und aus Regelfällen zu Einzelfällen, wenn es einem nicht in den Kram passt.
Ich persönlich erlebte und erlebe beides. Leider hat sich aber vieles seit meiner Jugend, meiner Sturm und Drang Zeit nicht geändert, bzw. hat sich verschlimmert. Oder ich habe mich von Anfang an in Kreisen rumgetrieben, in den Frauen weniger als Objekt, als Jagdtrophäe angesehen wurde.
Fakt ist: Das Problem männlicher Gewalt, in jeder Form, ist an der Tagesordnung und wird je nach Ausprägung gesellschaftlich geschönt, unterstützt, entschuldigt, instrumentalisiert.
Fakt ist auch: Frauen die dagegen angehen, werden gedizzt, verhöhnt verlacht, als Emanzen und ähnliches bezeichnet.
Fakt ist: Männer die Frauen in dem Thema unterstützen, werden als *Frauenversteher* beschimpft. Jungs! Nehmt es als Auszeichnung!

Be my Valentine? Ne, bestimmt nicht. Steckt euch eure Blumen und Pralinen und Parfum sonst wohin. Das erste was ich will ist Respekt vor meinem Willen.
Dann können wir weitersprechen.

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