Sonntag, 27. März 2016

Frohe Ostern! Sonntagsgedanken 27.03.2016



Das Netz ist heute voll von jubilierenden Menschen, die allen Menschen die frohe Botschaft bringen möchten. Ostermontag. Nun mich betrifft es nicht wirklich. Als bekennende Agnostikerin bedeutet es mir nichts und hat weder Einfluss auf mich noch auf mein Leben. Stimmt nicht ganz: ich habe auch frei an den *hohen Feiertagen*. Stört es mich, dass Menschen ihren Glauben ausleben? Nein! Ob es nun Christen, Moslems, Hindus, Buddhisten sind. Feiert eure Feste wie es euch euer Glaube gebietet.
Zwar amüsiere ich mich – in der Zwischenzeit – über die vielen *heidnischen* Bräuche, die es in die ach so wundervolle abendländische, christliche  Kultur Eingang fanden.
Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt sich aufzuregen. Nicht über den christlichen Glauben, sondern über die Heuchelei, die allenthalben ihren Weg bahnt.
Wenn man den Ursprung des Christseins, die verschiedenen Kirchen (von griechisch-orthodox bis zu den Evangelisten, die Urform betrachtet, dann entdeckt man, dass sie gar nicht so viel mit den modernen, *abendländischen*, also westlichen Werten gemein haben. Es lohnt sich, sich damit auseinanderzusetzen.
Achte ich deswegen Christen weniger? Nein! Ich möchte ganz deutlich machen – ich sehe einen Unterschied zwischen dem Glauben und den Institutionen.
Ich stelle weder die gläubigen Christen noch die anderer Religionen an den Pranger, werte sie bestimmt nicht ab.
Wenn Ihre persönliche Auslegung des Glaubens allerdings mit den Grundsätzen einer freien Gesellschaft, einer Demokratie kollidiert, dann werde ich richtig fuchsig. Wenn man schon das Glück hat in einen säkularen Staat zu leben, dann sollte man alles tun ihn zu schützen, denn er schützt auch die Auslebung der eigenen Religion.
Es geht nicht darum, was ich glaube und was ich über Jesus denke, das ist Privatsache. Und wenn ein Mensch sein Glück in diesem Glauben findet und die Riten der verschiedenen Kirchen braucht – Daumen hoch! Lebt es. Werdet glücklich. Aber hört auf Menschen wie mich zu bemitleiden, weil ich eurer Ansicht nicht erleuchtet bin und deswegen nicht das wahre Glück finden kann.
*Sorry*, aber ich bin auf meine Art erleuchtet und glücklich. Den Zahn ziehe ich euch mit Vergnügen. Weder brauche ich den Segen irgendwelcher (selbsternannter?) Priester, muss irgendwelche irdischen Riten vollziehen, um das zu achten was mir geschenkt wurde – das Leben, das Lachen, die Liebe.
Und ich gebe gerne von meinem Wohlstand ab, teile, helfe und en Rest davon genieße ich.
Wie gesagt – jeder soll und darf sein Leben so leben wie er/sie möchte – mit der einen (kleinen?) Einschränkung: Das Recht des Einzelnen hört da auf wo er/sie einem anderen durch sein/ihr Verhalten schadet. Egal aus welchen Gründen. Egal ob aus nationalen, religiösen oder rein egoistischen Gründen – sie haben kein Recht dazu, anderen zu schaden.

Friedliche Zeit für euch alle.

Anmerkung:
Wir Agnostiker bestreiten weder, dass es einen *Gott* oder eine *göttliche Macht* gibt, noch behaupten wir es. Wir sagen: wir können weder die Anwesenheit, noch die Abwesenheit solch einer Wesenheit beweisen. Was auch nicht unser Ziel ist. Wir denken einfach, dass es keinen Einfluss auf unser Leben hat.

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