Sonntag, 3. April 2016

Widerstand - Frauenpower Sonntagsgedanken 03.04.2016

Strahlender Sonnenschein. Aufmüpfige Kater. An ausschlafen war mal wieder nicht zu denken, denn die beiden Stubentiger verlangen morgens um sechs Uhr SPÄTESTENS ihr Morgenmahl. Jetzt sitzen beide auf dem wohnzimmerlichen Fenstersims und blinzeln träge in die Sonne oder beobachten angestrengt quirlige Singvögel, die aus sicherer Entfernung ihnen Spottlieder vortragen. Die Idylle ist perfekt, aber eine Illusion. Ich stecke mitten in der Prüfungsvorbereitung (weniger schlimm, aber nervig), die Welt dreht langsam aber sicher hohl – Trump unter anderem. Selbst Republikaner rufen verzweifelt nach einem *echten* Kandidaten. Was passiert, wenn der Großkopf an die Macht in Amerika kommt, kann man nicht sagen. Aber was in Polen passiert ist, das schon: Ein Riesenschritt in die Vergangenheit – als erstes entmachtete man das Verfassungsgericht, knebelte die Presse und versucht nun den Frauen und massiver Strafandrohung den, manchmal letzten, Ausweg zu verwehren:

Die Abtreibung.

Versteht mich nicht falsch –ich bin weder pro noch contra, in diesem Fall denke ich, es soll doch bitte den betroffenen Frauen selbst überlassen werden, nach echter Aufklärung und dem Aufzeigen aller Möglichkeiten, was sie tun sollen/können/müssen/dürfen. Keine Fremdbestimmung mehr. Keine Frau sollte gezwungen werden etwas zu tun, was sie nicht möchte. Schon gar nicht, wenn es ihr Leben gefährdet würde oder sie vergewaltigt wurde. Nein. Für mich steht ungeborenes Leben nicht über dem bestehenden. Ja, ich mag Kinder. Nein, ich bin dagegen Kinder zu zeugen um *Genmnaterial* oder *Ersatzteile* zu bekommen. Ich finde auch Abtreibungen aufgrund des *falschen* Geschlechts für menschenunwürdig. Und doch ist dies unter anderem in Indien und China nicht unüblich. Zumindest in China hat es zu einem Männerüberschuss geführt – ob das das erwünschte Ziel ist? Ob ich es gut finde? Sicher nicht. Aber auch hier regiert die Tradition. Denn Söhne sind mehr wert als Töchter. (Hier darf man sich einen Kotzsmilie denken.)

Die ideale Familie 

In Deutschland sind andere Marktschreier unterwegs. Die AfD findet, dass nur Vater, Mutter, Kind als Familie bezeichnet werden darf/kann/soll/muss. Manche dieser *Partei* versteigen sich sogar zu solchen Aussagen, dass eine Frau, die noch keine Kinder bekommen hat…. Mir biegen sich die Fingernägel nach oben, wenn ich das Altmännergeschwätz lesen muss, wenn wieder patriarchlische Herrschaftsträume wach werden.
Da möchte ich es dem Götz von B. nachmachen und rufen: Ja lecket mich am Arsche, lasse es aber, denn die Zunge dieser Widerlinge möchte ich nirgends an meinem Körper haben. Stattdessen denke ich f***t euch selber in gewisse Gelenke.

Ob ich sauer bin? Ich bin Sch**ßwütend, zornig ohne Ende.
Lasst uns doch so leben wie wir wollen, verdammt noch mal. Wir sind keine Menschen zweiter Klasse, die ihre Bestimmung nur im Kinderbekommen und Eheweibchen sehen. Und die Frauen, die so leben wollen – wir hindern sie doch nicht daran! Wenn sie damit glücklich sind: SUPER! Glückwunsch!
Und in dem diese – mir fällt gerade kein nicht beleidigende Begriffe ein – was auch immer ein total überaltertes Familienmodel glorifizieren, verdammen sie jede andere Lebensweise, als gäbe es keinen wichtigere Lebensinhalt.

Liebe.

Liebe kennt keine Grenzen, keine Nationalität, keine Religion, kein Geschlecht, keine Ethnie.
Ein befreundetes Lesben-Pärchen ist glückliches Mutterpaar, und alle, alle sind glücklich. Die Frauen, die Eltern, die Großeltern, Brüder, Schwestern, Freunde. Die Kinder gedeihen und glucksen vor Glück, behütet von Liebe.
Meine kleine Großnichte ist in ein klassisches Familienmodel reingeboren worden. Auch sie behütet glücklich, umringt von stolzem Opa, Oma, Großtanten und Onkels, Freunden.
Liebe.
Liebe.
Liebe.
Ich möchte es hinausschreien. Ich erlebe Liebe in Freundschaften, Zuneigung von meinen Pelztieren. Ich wollte nie heiraten, nie Kinder bekommen. Ich bin ohne beides sehr zufrieden und oft auch glücklich. Ich empfinde keinen Kinder-, Ehe-, Penisneid. Ich freue mich für jeden Menschen der sein Glück gefunden hat, egal in welcher Form oder Lebensweise es existiert.

Es wird Zeit, dass wir Menschen lernen, dass unser Lebensmodel nicht für alle anderen Menschen gelten kann/soll/muss. Es darf. Nicht mehr, nicht weniger.
Einer der wichtigsten Grundsteine der Liebe ist

Toleranz/ Akzeptanz

Wenn es Menschen gibt für die alte Rollenverhältnisse das Glück auf Erden ist – lebt es! Werdet glücklich. Aber verdammt nochmal hört auf uns anderen zu sagen, dass wir nach euren Regeln leben sollen/müssen! Und das dann auch noch unter Androhung von Strafmaßnahmen.
Wir hatten das alles schon: Verfolgung andersdenkender und anderslebender Menschen. Lasst uns nicht (schon wieder) die Fehler unserer Vorfahren wiederholen.
Lasst uns für unsere Freiheit einstehen.
Wir Frauen dürfen noch gar nicht so lange in Deutschland selbstbestimmt leben.
Lassen wir es nicht zu, dass irgendwelche erzreaktionäre Was-auch- immer uns unsere Rechte beschneiden. Oder die von anderen. 

Quellen:

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