Sonntag, 29. Mai 2016

Sonntagsgedanken 29.05.2016

Nur noch vier Wochen und ich werde meine Ausbildung abgeschlossen haben.
Seit ca zwei Wochen esse und lebe ich nach 1-0-2. Dazu schrieb ich schon. Und mit geht es überraschender Weise sehr gut, die Nulltage vergehen ohne große Hungerattacken, ich bewege mich grundsätzlich mehr, an den Esstagen überfresse ich mich nicht.
Eine Woche *frei* liegen hinter mir, ein wenig arbeiten, viel schlafen, bummeln und shoppen, viel Katzen um mich, wenig Stress. So Stressfrei war ich wohl seit Wochen nicht mehr.
Wie sehr mich die Prüfungen belastet haben stellte ich allerdings erst danach fest.
Nicht so gut - mein linkes Knie macht Theater. Schmerztheater. Nun ja. Ich werde älter.

Thema?
Ich mag nicht mehr über die AfD und deren Schergen schreiben.
Was ich über den Haufen denke ist allgemein bekannt.
Ich mag auch nicht mehr über den allgemeinen Rechtsruck schreiben.
Es ist erschreckend wie menschenverachtend und empathielos ein großer Teil der Bevölkerung ist.
Ich war gestern mit einer Freundin in einem großem Center bummeln und shoppen. Ich dachte mir für einen Moment alle Nichtdeutschen, alle mit Migrationshintergrund weg. Der Center wäre leer gewesen.
Sind wir nicht alle das eine: Menschen? Auf der Suche nach unserem persönlichen Glück, nach unserem kleinen Stückchen Heimat?

Ich mag nicht mehr über den Hass und die Angst schreiben.
Angst essen Seele auf ist ein wunderbarer Film.
Angst ist die Wurzel des Hasses.
Liebe kennt keine Grenzen. Hass leider auch nicht.
Angst und Neid sind die Triebfeder des Hasses.
Was ist mit den Menschen nur los.

Unzufriedenheit und Nehmermentalität.
Was ich immer wieder beobachte ist, dass Menschen in meinem Umfeld einfach erwarten, dass etwas für sie getan wird. So als wäre der Staat das Elternhaus, in dem man ohne Gegenleistung geliebt und versorgt wird.
Wundert mich. Woher kommt das? Ich weiß es nicht. Meine Geschwister und ich mussten immer etwas zuhause abgeben, mithelfen. Taten wir das letztere nicht gab es auch keine Belohnungen.
Was nicht heißt, dass man seine Kinder auf die Leistungsgesellschaft trimmen soll, aber vielleicht klar machen, dass das Leben eben doch keine Ponyhof ist und von Nichts nichts kommt.
Diese Unzufriedenheit.

Ich habe zu essen (zuviel), habe eine Wohnung (zu groß, ich suche etwas Kleineres), ich bin einigermaßen gesund, ich habe Freunde, ich habe Katzen, ich fließend Wasser, sogar heiß. Ich kann heizen, habe Strom. Muss ich natürlich etwas dafür tun. Und das mache ich dann auch. Manches gerne, manches weniger gerne.
Ich darf meine Meinung äußern ohne die Angst haben zu müssen, dass am nächsten Tag meine Türe eingeschlagen wird.
Und und und......

Tiefer Seufzer.
Ich habe keine Lust mehr über die besorgten Bürger zu schreiben.
Aber ich werde es tun. Sonst kommen sie wieder und können sagen: Wir haben doch von all dem nichts gewusst.

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