Dienstag, 28. Juni 2016

Durchstarten

Die letzten Tage im BFW (Berufsförderungswer
k) sind angebrochen. Am Donnerstag werde ich um diese Zeit Blut und Wasser schwitzen, denn um 8.15 werde ich vor der Prüfungskommission sitzen und mit drei Kollegen zwei Stunden über den Stoff der letzten zwei (drei) Jahren geprüft.

Als Tim und ich letzten Donnerstag nach Stuttgart heimfuhren lief folgendes Lied im Radio:


Es herrscht gerade entspannte Stimmung in der Ausbildungsgruppe, die Ausbilder und Dozenten machen mit, sind locker, versuchen uns die Angst zu nehmen, spielen mit uns die Prüfungssituationen durch, aber ohne muss. wer will der darf, wer darf der kann.
Nicht alle nutzen das Angebot.
Es gab auch Arbeitsaufträge: Vorträge vorbereiten und vor der Gruppe halten. Es gab ein, zwei Leute die sich erfolgreich darum gedrückt haben. Jetzt könnte man meinen - selbst schuld. Nur was das für alle gedacht, als Wiederholung der Ausbildungsinhalte.
Nun gut, nicht mein Bahnhof.

Das Internatzimmer habe ich bereits fast ganz ausgeräumt, nicht mehr lange.... heute räume ich meinen letzten Krempel aus dem Klassenzimmer.
Wir frühstücken mit den Dozenten zusammen, überreichen unsere Dankeschöngeschenke und dann gehen morgen die ersten in die Prüfung.

Seltsam. Einige werden mir fehlen. Auch, wenn wir uns treffen werden. Trotzdem. Andere nicht. Und bei ein/zwei bin ich sogar dankbar, dass ich sie nicht mehr sehr.

Ich fange meinen neuen Job zum 1.8 an. Also erst einmal vier Wochen frei. Brauche ich auch. Einige fangen direkt an. Nahtlos. Nein. Mache ich nicht. Das letzte Burn out liegt noch nicht lange genug zurück, dass ich mich nicht daran erinnern würde.

So viel gemotzt, wie hier, wird selten. Manchmal verschlug es mir die Sprache. Natürlich ist hier nicht alles gold. Aber wenn man sich auf die Hinterfüsse stellt, versucht das Beste daraus zu machen, dann war/ist es zu schaffen.
Gerade wir Rehabilitanten: Ausbildung/Internat/Verpflegung/Heimfahrten wurden/werden bezahlt.
Die Zimmer: nicht zu klein, wie ein schlechtes Jugendzimmer eingerichtet.
Wir haben es geputzt bekommen, alle drei Wochen neue Bettwäsche, jede Woche neue Handtücher.
Besser als Hotel Mama.
Und: Wir haben Übergangsgeld bekommen.
Aber es wurde gemotzt. Und wie.
Einige zeichneten sich vor allem durch ihre Nehmerqualitäten aus.
Aber auch das: Nicht mein Bahnhof.

Vier Schwangerschaften gab/gibt es bei uns in der Gruppe. Eines kam letzten Dezember zur Welt.
Zwei Hochzeiten.
Vier haben uns verlassen: wegen Krankheit oder Faulheit, alles war dabei.
Ich wurde und werde wieder Trauzeuge sein - zusammen mit Tim.
Tims Kätzchen lebte ein halbes Jahr bei meinen Katern - versorgt von einem guten Freund.

Und jetzt? Nun ja.
Heim will ich.
Freue mich.
Und doch ein klein wenig melancholisch.
Die Fahrten mit Tim werden mir wirklich fehlen. Das erste Jahr brummten wir mit einem SLK Cabrio durch die Kurven im dunklen Wald. Seufz.
Letzten Montag war unsere letzte gemeinsame Fahrt in den Schwarzwald. Er wird am Mittwoch schon geprüft, ich am Donnerstag. Wie ich heimkomme? Ein anderer Kollege nimmt mich bis Weil der Stadt mit und dann nehme ich die S-Bahn.



In den letzten zwei Jahren konnte ich zur Ruhe kommen, mir etwas aufbauen, lernen, usw. usf.

Weiter geht's!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen