Gedichte und Bilder

Nach und nach werde ich hier auch ältere Gedichte und Bilder veröffentlichen, da ich nicht auf Knopfdruck malen und/oder schreiben kann.


Mai 2015

Meer

26. Mai 2015 um 22:20
auf leisen Sohlen
ganz verstohlen
schleicht sie sich
aus wachen Tagen
in ruhigen Stunden
an den Strand
wo die Wellen
geduldig leckend
Salz ans Land tragen
der Wind
mit ihren Haaren spielt
neckisch an ihr zupft
ihre Spuren
verwischt
vom Gischt und Meer
sie schmeckt das Salz
riecht den dunklen Grund
der weit draußen
ein dunkler Schlund
Stunden später
tauscht sie
Tagtraum gegen Schalf
(Danke Frau Weitsicht )

April 2015

April Tage

schräge Tage
schöne Tage
schlimme Tage
dunkle Tage
doofe Tage
dunstige Tage
helle Tage
heitere Tage
Hallejulia Tage
tolle Tage
träge Tage
taube Tage
lustige Tage
lauernde Tage
lustlose Tage
belegte Tage
bärige Tage
blöde Tage
Freudentage
Friedenstage
Feuertage
nuschelige Tage
nöhlige Tage
nussige Tage
müssige Tage
mausige Tage
maulige Tage

kaum ein Tag ist wie der andere
wie das Wetter im April




leise, klingt
ein leises pling
leise auch die freche Amsel
leicht die feuchte Luft
endlich Regen
schwer nur
der Duft
der feuchten Erde
27.04.2015



Dezember 2014

15.12.2014
nimm die Angst von uns allen
unsere Vorurteile
zeig uns
das wir in unserer Schwäche
stark sein können
lass uns dein Erbarmen
für andere empfinden
lass uns im Angesicht
der Not anderer
keine Angst um unser Gut empfinden
sondern die Freude
etwas zum Teilen zu haben
lass uns erkennen
das wir Intoleranz
nicht zu tolerieren haben
dass der Glaube ab dich
oder der Unglaube
nichtig
schenke uns die Gabe
lächelnd zu geben,
zu teilen,
das Andersein der anderen
als Schatz zu sehen
nicht als Bedrohung
lass uns endlich erkennen
dass dies gut ist.
marianne kreichgauer


Dezembererwachen

die Nacht ein dunkler Schatten.
seine Stimme aufgerauhter Samt.
meine Träume ferne Sterne.
die Berge im Nebelmeer.
versunken im Rauhreif das Gras.
tosende Stille an steilen Hängen.
kein Laut, kein Hauch.
nur eisiger Wolkendunst 

November 2014



sie wollte ans licht
dem wintergrau entfliehn
so zog es sie nach oben
da surrt sie nun
gefangen zwischen gitter
und neonröhre


Oktober 2014

schwer rauscht
das hohe geäst
schlägt über den wipfeln
kapriolen die gischt
zerstäubt von wilder boe
strömt von oben herab
der sturm beugt die tannen
so tief wie noch nie
es rauscht wie das meer
und dunkel wölbt
sich der wald in wellen
der wind heult dazu
und treibt allerlei
vor sich her
und schabernack

m.k.

August 2014


Geliebter

letzte Nacht
ich wollt's nicht hören
hast du völlig unvermutet
an mein Fenster angeklopft
selbstverliebt und ungestüm
viel zu früh und unbedacht
bist du zu mir reingestürmt
ich im Schlummer
nicht erwacht
wollt dich nicht
noch nicht mal schlafend
so saßt du wohl die ganze Nacht
bei mir auf meinem Fensterbrett
immer wachsam
sorgsam spähend
ob mein Liebster
wiederkäme
als ich dann
als erstes dein Gewand so sah
grauer Himmel
verblasste Farben
wollt' ich's erst nicht glauben
jedes Jahr
gleiches Spiel
vertreibst du meinen Liebsten
Herbst
ich mag dich ja
aber lass mir doch
noch ein paar Sommertage. 

Sommerschnee

2. April 2011 um 11:19
Wenn ich im noch kühlen Gras liege und die Erde atmen höre,
dem Seufzen der erwachenden Natur lausche
und die Sonne meine Sommersprossen hervorkitzelt
Wenn ich das erste Hummelbrummen vernehme
und mich frage welcher Vogel da gerade trillernd balzt
die Sonne mich mit Wärme erfüllt,
So sehne ich mich denn
nach den kleinen tanzenden, filigranen Segelschirmen des Löwenzahns,
der wie leichte Schneeflocken der Ferne entgegen strebt
Und sehe ich diese zarten Gesellen,
dann träume ich von echtem Schnee
seinem frostigen Knirschen unter meinen Stiefelsohlen
träume in der Wärme des Frühlings dem kommenden Winter entgegen -
und wünsche mir dass ich diesen Traum noch sehr lange träumen werde.

September

5. September 2011 um 08:12
Noch gleißt die seltene Sommersonne in meinem Herzen
fegen die Sommergewitter durch meine Gedanken
ich
rieche das sommerliche Gras
sehe das satte Grün eines feuchten Sommers
satt und faul fließt behäbig mein Blut
ruhen meine Gedanken mit warmen Wind
doch schon schleichen sich seit Tagen
auf leisen Sohlen und ganz verstohlen
die ersten Herbstboten in blassen Farben
ganz ohne Bedenken und ganz ohne Scham
treiben den Sommer, treiben ihn an
bevor er dieses Jahr überhaupt ganz ankam
schon wieder davon
Der Herbst schickt mir seine Boten
hinterlässt kühle Grüsse
färbt meinen Himmel in feuchtem Grau
und wenn ich mich seufzend ergebe
dann schenkt er mir vielleicht, ganz ohne Geiz
ein paar goldene Tage mit satten Farben
und mattem, goldenen Glanz


Juni 2014

scheideweg

19. Juni 2014 um 22:51
am rande der nacht
lichtumspült
setze ich meine schritte
vorsichtig
ins endlose schwarz
kreise da
wo meine zehen
schwärzer noch die wellen
als der pfad
die spur
glimmt
leise nach
ich verlasse das licht
lasse es hinter mir
und umarme die nacht
deren schrecken
längst erlosch
m. kreichgauer


wasser

30. April 2011 um 21:30
was für ein rauschen
was für ein toben
tausend wassertropfen stoben
auseinander ineinander miteinander
verbinden sich im freudentaumel
bilden rinnsale
bilden bäche
bilden ströme
strömen wild und ungestüm
ineinander durcheinander miteinander
reissend schnell und ungestüm
kühlen luft und heisses blut
m.kreichgauer

Wind

31. Mai 2011 um 18:51
komm, komm zu mir,
spiel mit mir,
kühle meine heiße Haut,
komm, komm zu mir,
zupf an meinen Kleidern,
strubbel mein Haare durch,
bleib, bleib bei mir,
küß mich kühl
und wirble mich herum,
streichle meine nackte Haut
bleib, bleib bei mir
mach mir Gänsehaut,
mach mich frösteln,
bläh meine Gardinen,
bleib, ach bleibe doch
geh noch nicht
wispere in mein Ohr,
tobe um mich herum,
wirble alles durcheinander,
bleib, ach bleibe doch,
treibe die Wolken für mich,
peitsche wild den Regen,
bleib,ach bleibe doch noch...
ein kleines bischen
m.kreichgauer




Mai 2014

Wandel

11. Mai 2014 um 19:35
alles dreht sich
wandelt, kreist, geht
verändert sich
morgen ist alles
schon wieder vorbei

nichts hat bestand
denn nichts ist für immer
nur das lachen
mag ich nicht missen

alles wandelt sich
dreht, kreist, geht
verändere mich
morgen bin ich
schon wieder weiter

vergangen ist vorbei
denn nichts hat bestand
nur das lieben
lass ich nicht sein

alles dreht sich
kreist, wandelt, vergeht
blüht auf
bildet samen
und entsteht wieder neu


m.kreichgauer 


April 2014




MÄRZ 2014

DINA3 Marker/Bleistift/Copicpapier finished 27.3.2014
nachtschatten
26. März 2014 um 09:58
leise, heimlich, still
robben sie heran
nisten sich ein
malen bilder mir
die nie ich sehen möcht
doch kann ich nicht entfliehn'n
schwimme ich
dem licht entgegen
fangen ihre netze mich
und zieh'n mich
grausam schnell zurück
in ihr schattenreich

der schlaf
sonst mein freund
entlässt mich nicht
und fesselt mich
lässt mich nicht entkommen


es schüttelt, es rüttelt
es lacht und es kichert
es bitzelt, es brizzelt
es ruft und es schreit
es summt, es brummt
es regt und es reckt sich
es flirrt, es flimmert
es wälzt und es flätzt sich
frühling kannst kommen
ich bin schon bereit
m.kreichgauer

Das Bild ist nur A5 groß und in Anlehnung einer Postkarte entstanden. Es ist schon mehrer e Jahre alt



FEBRUAR 2014


nachtfreunde

13. Februar 2014 um 01:44
zusammen lauschen wir der nacht
entspannt und trotzdem wach
schleichen gemeinsam durch die stunden
minuten stehn
und schreien
nach vergangenen sekunden
so liegen wir
die augen sanft geschlossen
und sehen alles klar
schweben sanft und schwer
durch unsichtbare wolken
der wind streicht uns durch's haar
sanft, doch unerbittlich
so träumen wir noch stundenlang
dem nächsten tag entgegen
Marianne Kreichgauer





JANUAR 2014

Hochglanzleben

9. September 2012 um 08:32
wenn ich meine Sprache nicht hätt'
so reich an Fehlern
aus gutem Grund
wäre ich arm
wenn ich mein Malen nicht hätt'
noch nie perfekt
aus bekannten Grund
wäre ich arm
wenn ich meine Gedanken nicht hätt'
manchmal etwas wirr und eigen
auch ohne Grund
wäre ich arm
wenn ich meine Freunde nicht hätt'
eigen und voller Herz
auch hier ein Grund
wäre ich arm

wenn alles wäre perfekt in meinem Leben, wäre ich ein Stück Dekoration in einem IKEA Katalog
Marianne Kreichgauer



the winters face



Morgenmüde

4. Januar 2014 um 09:07
in der Stille der morgendlichen Runde
wenn der Tag graut, zur frühen Stunde
liegen wir vertraut zusammen

wird es auch hell vor dem Fenster
so bleiben wir im stillen Genuss liegen
und lassen ohne Murren die Müdigkeit siegen

tiefes Schnurren und langsames Strecken
die Decken so dick und so weich und so warm
blinzelt der Schlaf noch aus sämtlichen Ecken

es ist ein Januarmorgen, ein Samstag auch noch
noch weit weit entfernt das bekannte Joch
wir bleiben gelassen, wir bleiben gern liegen
und lassen vom Schlaf uns nochmals besiegen.
marianne kreichgauer


IM DEZEMBER

Jahrlos

31. Dezember 2011 um 08:22
Da legt irgendeiner fest
so jetzt beginnt das neue Jahr
das alte kann gehen
und alle schrei'n
Hurra!
Nehmt Abschied Freunde
ungewiss ist alle Wiederkehr,
man herzt sich
man küsst sich
man taumelt durch die Nacht
doch ach wohin
und ach mit wem
und alle jubeln kollektiv
als
ob es nicht
nur einer war
der legte fest
den einen Tag
an dem beginnt das neue Jahr
marianne kreichgauer




Rüttelreim

5. Dezember 2013 um 06:57
Rüttelreim am Morgen:

in einer kalten Winternacht
da wurd das Mäuschen umgebracht
ohne Gnade, ohne Reu
auch nicht im Stall, ganz ohne Streu
im Flur war's, ganz profan
wie von'nem Auto überfahr'n
der Kater war's, der graue Dicke
 *wenn ich sie erwisch, ich sie ersticke!*
mauzte laut und rannte los
der Schrecken des Mäuschens war ganz groß
als er über sie kam, da war's zu spät
sie jetzt im Himmel nach dem Käse späht--M.kreichgauer 




IM NOVEMBER


Katzenwinter
27. Oktober 2012 um 13:20
so warm
und weich
und tonnenschwer
das Brummen
tief zufrieden
laut mal leise
leises Mauzen
die Augen zu
der Pullover
bekommt ein Fell
nadelfein
die spitzen Krallen
bin belagert ich
von zwei
kleinen
Fellöfchen



M.Kreichgauer

Novemberlich

1. November 2011 um 19:04
ach wie dunkelt es schon fein vor meinem Fenster
das Licht der Kerze golden fließt
in meinen Gedanken und zaubert funkelnd fein
Sterne auf das Glas voll weinsamten rot und herbstlich herb
in Decke und Kissen gekuschelt
versinke ich zwischen den Zeilen
eines guten Buches
noch ist es früh,
und schon ist's Nacht
doch in mir funkeln hell
die Sterne fremder Gedanken
M.Kreichgauer

Winterabend

1. Dezember 2010 um 05:01
ich liebe diesen hellgrauen Himmerl,
blau unterlegt
der die Landschaft vor meinen Augen
in weisse Daunendecken hüllt
der Bäume Geäst filigrane Coralen
vor einem Meer aus Weiss
die geschmolzenen Schneeflocken auf meinem Fenster
glitzernd wie goldener Kristall
im Schein der Straßenlaternen
kuschle mich in meinen Mantel
und
lasse mich vom Zug nach hause tragen
M.Kreichgauer

IM OKTOBER



Bildausschnitt
das Mädchen und das Meer


Wintersehnsucht

21. Oktober 2012 um 21:53
tief wühle ich im Laub
und grabe eine Mulde
bette kühl darin mein Haupt
auf das es endlich ruht
erzwinge auch die Ruhe
für mein stockend Herz
vergrabe meine Sehnsucht
auf das sie nicht mehr schmerzt

m kreichgauer

grauzeit

1. Dezember 2011 um 18:53
in dieser grauen Zeit
steht ihr nicht zusammen
in dieser grauen Zeit
wendet ihr euch voneinander ab
in dieser grauen Zeit
brechen sie unsere Reihen
in dieser grauen Zeit
wird unsere Kraft knapp
in dieser grauen Zeit
verlier ich nun den Glauben
in dieser Grauen Zeit
wie bitter es doch schmeckt.



IM SEPTEMBER

Hochglanzleben

9. September 2012 um 08:32
wenn ich meine Sprache nicht hätt'
so reich an Fehlern
aus gutem Grund
wäre ich arm
wenn ich mein Malen nicht hätt'
noch nie perfekt
aus bekannten Grund
wäre ich arm
wenn ich meine Gedanken nicht hätt'
manchmal etwas wirr und eigen
auch ohne Grund
wäre ich arm
wenn ich meine Freunde nicht hätt'
eigen und voller Herz
auch hier ein Grund
wäre ich arm

wenn alles wäre perfekt in meinem Leben, wäre ich ein Stück Dekoration in einem IKEA Katalog
marianne kreichgauer



das Ende einer nächtlichen Ruhestörung

die Maus
schlich frech
- so sind sie mal -
zum Napf der Katz
und leises Knuspern
dröhnend laut
da nächtens Stille

die schlafend Katz
im Schlaf gestört
ganz Ohr und Aug
und flitzebogengleich
flunderflach
und blitzeschnell
zur Küche hin entschwand

Ein Quieken
ein Fauchen
ein Scharren
ein Krachen
dann lautes Knuspern
Knochen knackend
die Katz zum Schlafe sich begab.




meine Sprache

13. November 2012 um 09:19
meine Sprache
ist
und ist nicht
und manchmal
doch
klar
und dann doch
nicht
und wirr
oder gar
pudrig
nebelös
meine Sprache
ist wie ich
und ist sie nicht
doch
manchmal
nicht eins
mit dem
was ich bin
 Marianne Kreichgauer 



herbstliebe

19. September 2013 um 13:54
wenn wir liegen zu zweit
schleicht sich leise die zeit
an uns vorbei
so wie der sommer
sich feige verzog
hinter unserem rücken
heimlich um die ecke bog
uns zurückließ
ohne wärme ohne licht
so liegen wir
gesicht an gesicht
dein herzschlag der meine
meine wärme die deine

marianne kreichauer




Geschwisterliebe
50x70
Acryl, Marker, Leinwand



Im August

vor 8 Sekunden
so müde bin ich
an manchen tagen
ob der kleingeister
meines heims

so müde bin ich
des tages kampfes
des trotts der schritte
im laufrad des seins

so müde bin ich
an manchen tagen
ob des hasses
mancher menschen

so müde bin ich
des tages müh'
der kantigen blasen
den münder brabbeln

weck mich auf
mit einem lächeln
in deinen augen
und deinem sein


m.kreichgauer






die Leere

13. August 2013 um 22:07
sie ist immer bei mir
um mich
in mir

mal versteckt
fast verschwunden
doch nie ganz entfernt

sie lauert
und wartet geduldig
auf ihre zeit die kommt

und wenn es soweit ist
überfällt sie mich
und siegt
  m.kreichgauer


herbstbraut

12. August 2013 um 21:12
heute morgen
 saß ganz frech
jemand auf meinem fensterbrett
ich kenn ihn wohl
 und mag ihn auch
doch nicht so früh
ist erst august
 flüstre ich ihm müde zu
und er lacht
keck und ungeniert
 bis später dann
sprach's und verschwand
doch spüre' ich ihn
 in jedem schatten
im kühlen hauch
 und bald
viel zu bald
bin ich seine braut
 m.kreichgauer



Kleber

5. August 2013 um 22:47
es klebt das Kleid
es klebt das Haar
es klebt die Haut

ganz ohne Uhu
auch ohne Eule
oder Kauz

ich klebe fest
nicht nur am Stoff
thematisch auch

ich klebe hier
ich klebe da
ich klebe weiter- immerdar

erlöse mich
so flehe ich
nicht unerhört

der Sommer lacht
gehässig nur
der dumme Erpel, aber auch!

m.kreichgauer


vor etwa einer Minute
das Licht so sanft
der See so glatt
die Luft  so weich

die Stille laut
das Ufer fern, der See so tief
die Zeit - sie steht
nur einen Augenblick
unendlich lang

m.kreichgauer 





Freund

2. August 2013 um 22:22


du nennst dich Freund
doch bin ich nur
Zeitvertreib
für leere Stunden
in denen dein Herz
ganz woanders weilt


Ich nenn' dich Dieb
denn stiehlst du mir


meine Zeit
für deine leeren Stunden
in denen ich 
nie mehr bei dir weilen möchte.


m.kreichgauer



Im Juli

Der Hass in dir

26. Juli 2013 um 08:06
wie er dich zerfrisst
du, den der Schmerz ergriff
doch nicht der Schmerz
ist deine Qual
du hast ihn eingesperrt
und schwach
wie du
jagte er
nicht dich
sein Bruder war's
er ist nun du
nicht grau und kalt
doch heiß und schwarz
nichts vergeben
ich kenne ihn
denn seine Schwester
war einst ich
als ich
den meinen nicht begriff
rot war sie
und gleisend hell
schön in ihrem Grauen
verbrannte mich
so kalt wie Eis

bis nichts mehr war
das brennen konnte
von Tränen gelöschtich seh dich brennen
lichterloh
verbrennst nicht andere
nur noch dich selbst

Text Marianne Kreichgauer

Der Hass wird nicht, wie oft angenommen, aus Liebe geboren, er besteht meist aus unbewältigten Schmerz und kann uns und andere verletzen und zerstören. Wenn der Hass in einem Fuss gefasst hat wird es schwer ihn zu vertreiben um die heilung zulassen zu können.Es ist schwer an Menschen heran zukommen die hassen. Passt auf eure Nächsten auf und helft ihnen, wenn sie einen Schmerz erfahren der so unerträglich ist, dass sie ihn nicht zulassen können. 

mein Weg

25. Juli 2013 um 08:07


man sagte mir
 geh deinen Weg!
und sagte mir auch wie ich ihn zu gehen hätte.
man sagte mir
geh deinen Weg!
und sagte mir, welchen ich zu nehmen hätte.
man sagte mir
geh deinen Weg!
und sagte mir, wohin er führen würde.

wenn ihr eure Freunde führen möchtet
zerrt sie nicht hinter euch her
wenn ihr Freunde führen möchtet
dann verführt sie nicht
wenn ihr eure Freunde führen möchte
verdammt sie nicht, wenn sie euch nicht folgen

man sagte mir,
wie ich zu sein hätte, um *angenehm* zu sein.
man sagte mir,
was ich zu vermeiden hätte, um nicht un angenehm zu sein.
man zeigte mir,
wenn ich mich fehl verhielt

ich hörte zu und empfand
keinen Zorn
keine Wut

und ich ging
davon
meinen Weg 
Text und Bild Marianne Kreichgauer




Im Juni

Regenbogengleichnein
ein regenbogen sein
das will ich nicht
schimmern würde ich
bunt und hell
und wäre doch
nur gespaltenes licht
würde tun als ob
und doch nicht sein
schön anzusehen
ohne substanz
lockte ich
ohne zu sein

m.kreichgauer

Wenn ich zu lange nach Plan male, blockiere ich innerlich, so als wäre etwas in mir, was mich aufhält. Dann geschehen Pausen. 
Zwangspausen. Dann brodelt es in meinem Kopf, aber die Hände scheinen abgetrennt. 
Wenn ich mich dann zwinge zu malen, fabriziere ich nur müll. manchmal hübschen Müll, aber eben Müll. Seelenlos und dann stecke ich in einer Einbahnstraße fest und mein Rückwärtsgang ist kaputt. 
Die Blockade muss ich dann abtragen, was leider noch nicht bewusst geschieht.und just in dem Moment, in dem ich nicht mehr an das malen denke, packt es mich, was immer es ist, es zieht mich zur leinwand, manchmal tagelang und ich starre sie an, aber da kommt nichts. 
Es ist wie mit den Dingen, die man manchmal nur aus den Augenwinkeln sehen kann, und wenn man sich ihnen zuwendet, dann verschwinden sie in die Schatten oder in das Licht. Zwang hilft dann nicht.die Leinwände stehen dann unbenutzt oder mit anfänglichen Kritzeleien an den Wänden und warten auf mich, halten mich aber auch gleichzeitig auf Distanz.
Es macht mich unruhig. ich betrachte die bereits fertigen Bilder und frage mich, wie sie aus mir entstehen konnten, lausche in mich und vermisse das Lied, nur ein leises summen ist da.
Wenn ich mich dann abwende und auch nicht mehr aus den Augenwinkeln versuche meine Kreativität zu erzwingen, erst dann fließt es wieder. Manchmal nach tagen, manchmal dauert es Wochen. Keine Skizze, nicht, nur die Farben und die Pinsel.
die Tuben die in Reichweite stehen werden geöffnet und mit Walze, Zewa, Pinsel aufgetragen, mit Spachteln verteilt.
Und dann spricht die Farbe zu mir und der Pinsel, oder auch einmal die Finger, finden ihren Weg. Dies werden meist die besten Bilder. So empfinde ich es zumindest. Sie sind wie ein Fingerabdruck meiner selbst.

my universe Juni 2013 Acryl Leinwand 60x80 Marianne Kreichgauer


Two Colours Juni 2013 32x14 Acryl Leinwand Marianne Kreichgauer


One colour green 30x40 Acyl Leinwand Marianne Kreichgauer 2013


wie eine wand 
stehe ich und weiche nicht
ich wanke nicht
breche nicht
je mehr man mich bedrängt
desto mehr maure ich
greif mich an und ich mach dicht
bewerfe mich
klage an
ich biete dir ne weiße wand
schreib darauf
und schrei mich an
klag mich an, beschuldige mich
ich weiche nicht
ich mach nur dicht
ich könnte auch dein spiegel sein
sieh mich nur an
und erkenne dich
so wie ich
mich 
in dir sehe
und langsam 
mich wende und gehe
und stehe 
weiterhin als wand
als weiße wand
projeziere deine ängste wild
an meiner steine fugen
es wächst wie moos
m.kreichgauer 

Die Mugg

Die Mugg flog ohne Not
in meine Wohnung und zum Brot
zu diesem wurde sie dann auch
Zum Abendbrot im Katzenbauch

 Marianne Kreichgauer




One Colour 30x40 Acryl Leinwand Marianne Kreichgauer Juni 2013

Maigedanken:


Puzzle
einst war ich eins
dann schnitt das leben
mich in stücke
stück um stück
ließ nichts zurück
jetzt sitze ich
hier bei mir
und puzzle mich
stück um stück
in ein ganzes bild
zurück
Marianne Kreichgauer




Wünsche zum Geburtstag:

ich wünsche mir, dass alle Korinthenkacker ihre Korinthen  in ihrem eigenen Müsli suchen werden und nicht in meinem, alle Auskehrer erst mal vor ihrer eigenen Türe kehren, alle die nach Toleranz schreien erkennen was das ist und es auch leben,
alle die Regeln aufstellen sie auch selbst leben

ich glaube dann wird es ein langweiliges Jahr ^^
Marianne Kreichgauer





Blondes Mädchen Marianne Kreichgauer  2013



Dreams 2013 Marianne Kreichgauer



Diese Tage

Bild und Text Marianne Kreichgauer
es sind diese tage
an denen der stein
weicher erscheint
als manches herz
an denen
nicht nur
die straße getreten wird
es sind diese tage
an denen das himmelsgrau
weicher erscheint
als manches verhärtetes herz
in denen
kein blut
mehr fließen kann
es sind tage wie dieser
                                                                              an denen ich fühle
                                                                              das ich noch ich
                                                                              noch lebe
                                                                              und bin wie ich bin
                                                                              weicher denn je


Tag am Meer Marianne Kreichgauer 2013























Winterdunkel

des nachts
der städte himmel
orangengrau
und schnee verheisst
der morgen
weit zum mittag zeigt
der mittagshimmel
grau verhangen
kein wind
der weiche wolken jagt
des nachmittags
die abenddämmerung
das letzte schwache Licht verhüllt
wie sehn ich mich
nach der sonne strahlen 
Freitag, 30. November 2012 um 18:17

Bild und Text Marianne Kreichgauer



















die wahrheit der frühen stunde

manche wahrheit bleibt
verborgen im tagesgestrüpp
geschönt durch kerzenlicht
vernebelt durch grauen rauch
im nachtdunkel verborgen
doch wenn der tag erwacht
trifft's der zufall zielgenau
das sich nicht nur worte finden
sondern deren sprecher
austausch der gedankenfülle
klärt so manches knotenknäul
und es fliesst wie klares wasser
das lang verdeckte...


Text Marianne Kreichgauer



graublaue Tage

an manchen Tagen
an manchen Tagen scheint das Grau
das einz'ge Blau
und an diesen Tagen
an diesen grauen Tagen
scheint der der Himmel tief
und das einzige Blau
ist wenn an deine Augen denk
die einst so tief und Grün
mir das Paradies versprachen
an Tagen wie heute
an diese grauen Tagen
muss ich nach unten sehn'n
will ich nicht im Grau ganz versinken
Bild und Text Marianne Kreichgauer

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen